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15.1.2013

Vorüberlegungen und Vorbereitung

Welches sind die Ziele, die mit der Methode "Klassenrat" verfolgt werden? Für welche Klassen ist die Methode geeignet und worauf muss bei der Umsetzung geachtet werden?

Schüler beim KlassenratSchüler beim Klassenrat

Beim Klassenrat handelt es sich um eine Versammlung aller Klassenmitglieder. Alle Teilnehmenden – sowohl die Schüler/innen als auch die Lehrkraft – haben gleichberechtigt folgende Möglichkeiten: Sie können ihre Meinung ihre Meinung zu allen zur Diskussion stehenden Themen frei zu äußern, selbst neue Themen einzubringen und über das gemeinsame Lernen und Zusammenleben mitzubestimmen und abzustimmen. Der Klassenrat:
  • beinhaltet Entscheidungsfindung bezüglich gruppen-, klassen- und schulspezifischer Anlässe und Problemsituationen,
  • trägt zur Konfliktlösung bei und
  • fördert basisdemokratische Entscheidungsprozesse.
Diese Methode geht u. a. auf den Reformpädagogen Célestin Freinet aus den 20er Jahren zurück. Seine pädagogischen Grundprinzipien berücksichtigen die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Selbstverantwortlichkeit des Kindes, die Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt. Zur Verwirklichung dieser Grundprinzipien entwickelte Freinet verschiedene Arbeitsmittel, Methoden bzw. Techniken. Der Klassenrat stellt eine unentbehrliche Institution in der Freinet-Pädagogik dar. Bestimmte Methoden und Techniken wie die Klassenzeitung, individuelle Arbeitspläne, Arbeitsateliers, Arbeitsbibliotheken und viele andere mehr leisten – ganz nach Freinets Konzept einer "modernen Schule" – einen wesentlichen Beitrag zur Selbstdisziplin und Kinderbeteiligung.
Zum hier vorgelegten Baustein des Klassenrats existiert mittlerweile eine Vielzahl lesenswerter Literatur und hilfreicher Internetquellen. Gut eignen sich:
Giese, Christiane (verantwortlich) / Schmermund, Lara / Haufe, Katja (2004): Der Klassenrat. Demokratie-Baustein "Klassenrat", BLK-Programm "Demokratie lernen & leben". Download unter: Klassenrat.pdf
Kiper, Hanna (1997): Selbst- und Mitbestimmung in der Schule: das Beispiel Klassenrat. Baltmannsweiler: Schneider.

Zielgruppe – Ziele

1. Politische Ebene
  • Entwicklung von Demokratiefähigkeit
2. Soziale Ebene
  • Förderung des Klassenklimas
  • Partizipation ist konstitutiv
  • Lernmotivation erhöht sich durch das positive Klassenklima und durch das sich ergebende Regelbewusstsein
3. Personale Ebene
  • konstruktives Kommunizieren lernen
  • argumentieren lernen
  • zuhören lernen
  • Empathiefähigkeit entwickeln
  • Selbstreflexion und Selbstausdruck lernen
  • Diskussions- und Leitungskompetenz lernen
  • Ermutigung durch kommunikative und emotionale Herausforderung in respektvoller Gemeinschaft

Material und Vorbereitung dieses Bausteins

Achtsamkeiten

  • Die Rolle des Pädagogen ist zu beachten, der zu Beginn als Modell im Vordergrund steht. Im weiteren Verlauf nimmt sich dieser zunehmend zurück.
  • Störungen haben Vorrang und müssen bearbeitet werden.
  • Es geht nicht darum, Sanktionen und Strafen zu erlassen.
  • Die Rolle der "Hinterbühne" ist zu beachten: Was reden die Schüler/innen "hinter dem Rücken", wenn der Klassenrat beendet ist?
  • Geschlechts- und altersspezifische Besonderheiten müssen beachtet werden.
  • Verhaltensweisen von Lehrkräften können nicht Thema des Klassenrates sein.
  • Es ist wichtig darauf zu achten, ob einige Kinder und Jugendliche Angst vor anderen Mitschülern und Mitschülerinnen haben oder sich nicht trauen, sich zu äußern. Darauf muss die Lehrkraft Einfluss nehmen.


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