Zahlen und Fakten: Europa
2.2.2019

EU – USA – China: Handelsanteile

Warenexport und -import in absoluten Zahlen, Anteile am weltweiten Warenexport und -import in Prozent, 1970, 2000 und 2017

Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Online-Datenbank: UNCTADstat (10/2018)
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Wird die Europäische Union als Binnenmarkt betrachtet und der Warenhandel innerhalb der EU (intraregionaler Handel) vom weltweiten Warenhandel abgezogen, lag der weltweite Warenexport im Jahr 2017 bei 13.965 Milliarden US-Dollar und der weltweite Warenimport bei 14.512 Milliarden US-Dollar. Ohne den intraregionalen Handel der EU lag der Anteil der EU-28 am Welt-Warenexport im Jahr 2017 bei 15,5 Prozent. Der entsprechende Anteil der USA war mit 11,1 Prozent deutlich niedriger, der Anteil Chinas mit 16,2 Prozent etwas höher. Der Anteil der EU-28 am Welt-Warenimport lag 2017 bei 16,0 Prozent und damit leicht unter dem Anteil der USA (16,6 Prozent), aber klar über dem Anteil Chinas (12,7 Prozent). Abseits der Schwankungen im Zeitverlauf sind die Anteile der EU-28 und der USA am weltweiten Warenexport und -import zwischen 1995 und 2017 insgesamt gesunken. Der Anteil Chinas am Welt-Warenexport nahm hingegen zwischen 1995 und 2017 stetig von 3,9 auf 16,2 Prozent zu, der Anteil am Welt-Warenimport erhöhte sich gleichzeitig von 3,3 auf 12,7 Prozent.

Fakten

Nach Angaben der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) wurden im Jahr 2017 weltweit Waren im Wert von 17.707 Milliarden US-Dollar exportiert und Waren im Wert von 17.993 Milliarden US-Dollar importiert. Dabei wickelten die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) 63,4 Prozent ihres Warenexports und 60,0 Prozent ihres Warenimports innerhalb der EU-Grenzen ab (intraregionaler Handel/Intra-EU-Handel). Wird der Intra-EU-Handel vom weltweiten Warenhandel abgezogen, also die EU-28 als ein Staatenbund mit eigenem Binnenmarkt betrachtet, reduziert sich der weltweite Export auf 13.965 Milliarden US-Dollar und der weltweite Import sinkt auf 14.512 Milliarden US-Dollar.

Ausgehend vom weltweiten Warenhandel ohne den Intra-EU-Handel lag der Anteil der EU-28 am Welt-Export im Jahr 2017 bei 15,5 Prozent. Der entsprechende Anteil der USA war mit 11,1 Prozent deutlich niedriger, der Anteil Chinas mit 16,2 Prozent etwas höher. Der Anteil der EU-28 am Welt-Import lag 2017 bei 16,0 Prozent und damit leicht unter dem Anteil der USA (16,6 Prozent), aber klar über dem Anteil Chinas (12,7 Prozent).

Nach Angaben der UNCTAD haben sich die Handelsanteile zum Teil gravierend verändert. So verringerte sich der Anteil der USA am weltweiten Warenexport zwischen 1995 und 2017 von 15,2 auf 11,1 Prozent. Im Zeitraum 1950 bis 1970 lag der Anteil sogar noch bei rund einem Fünftel. Im Gegensatz dazu nahm der entsprechende Anteil Chinas zwischen 1995 und 2015 stetig von 3,9 auf 17,3 Prozent zu (2017: 16,2 Prozent). Der Anteil der EU-28 schwankte im betrachteten Zeitraum stärker, verringerte sich aber insgesamt von 22,5 Prozent 1995 auf 15,5 Prozent 2017.

Beim weltweiten Warenimport (weiterhin ohne Intra-EU-Handel) sank der Anteil der EU-28 zwischen 1995 und 2017 von 22,1 auf 16,0 Prozent. Hingegen ist der Anteil Chinas am Welt-Import zwischen 1995 und 2017 kontinuierlich gestiegen – von 3,3 Prozent 1995 auf 12,7 Prozent. Der Anteil der USA am weltweiten Warenimport schwankte im betrachteten Zeitraum stärker: Während der Anteil zwischen 1995 und 2000 noch von 19,4 auf 24,5 Prozent zunahm, lag er 2017 bei 16,6 Prozent.

Die Datensätze zum Außenhandel, die die UNCTAD bereitstellt, reichen bis zum Jahr 1948 zurück. Seitdem teilen sich die USA, Deutschland und China den Titel des "Exportweltmeisters" (einschließlich Intra-EU-Handel und auf US-Dollar-Basis). Mit wenigen Ausnahmen exportierten die USA von 1948 bis 2002 mehr Waren als jedes andere Land der Welt – lediglich in den Jahren 1986 bis 1988 und 1990 lag Deutschland vor den USA. Von 2003 bis 2008 entfielen auf Deutschland sechsmal in Folge die meisten Exporte. Obwohl China erst seit 2004 zu den Top 3 "Exportnationen" gehört, war der Vorsprung Deutschlands vor China bereits 2008 knapp – der Anteil an den weltweiten Warenexporten war nur 0,1 Prozentpunkte höher (9,0 gegenüber 8,9 Prozent). Im Jahr 2009 wurde Deutschland jedoch klar von China abgelöst (8,9 gegenüber 9,6 Prozent). Und seit 2010 exportieren auch die USA wieder mehr Waren als Deutschland (2017: 8,7 gegenüber 8,2 Prozent). Chinas Anteil am Welt-Export stieg bis 2015 auf 13,8 Prozent, 2017 lag er bei 12,8 Prozent. Der Exportanteil Chinas war damit – wie schon in den Jahren 2014 bis 2016 – höher als der Extra-EU-Export. Anders formuliert exportierte China in den Jahren 2014 bis 2017 mehr Waren als alle 28 Staaten der EU zusammen in Nicht-EU-Staaten.

Eine etwas andere Reihenfolge ergibt sich, wenn der Dienstleistungshandel berücksichtigt wird. 2017 wurden Waren- und Dienstleistungen mit einem Wert von 22.757 Milliarden US-Dollar exportiert (einschließlich Intra-EU-Handel). In allen Jahren zwischen 1980 und 2012 (die UNCTAD stellt Daten ab 1980 bereit) waren die USA "Exportweltmeister". 2013 bis 2015 sowie 2017 stand China an der Spitze. 2017 lag der Anteil Chinas am weltweiten Waren- und Dienstleistungsexport bei 10,7 Prozent und der der USA bei 10,2 Prozent (Deutschland: 7,6 Prozent). 1995 betrug der Anteil Chinas lediglich 2,3 Prozent (USA: 12,5 Prozent / Deutschland: 9,5 Prozent).

Unabhängig davon, ob der weltweite Waren- und Dienstleistungsimport oder ausschließlich der Warenimport betrachtet wird, sind die USA unangefochtener "Importweltmeister" – und das in allen Jahren zwischen 1948 und 2017. Im Jahr 2017 importierten die USA Waren im Wert von 2.408 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 13,4 Prozent an den weltweiten Warenimporten entsprach (einschließlich Intra-EU-Importe). Chinas Anteil lag im selben Jahr bei 10,2 Prozent. Insgesamt haben sich die Anteile Chinas und der USA angenähert. Beispielsweise lag der Anteil Chinas am Welt-Import 1995 noch bei 2,5 Prozent und der der USA bei 14,7 Prozent.

Bei den Angaben zum Ex- und Import ist zu berücksichtigen, dass auch die Kursentwicklungen der Währungen Einfluss auf den Wert der Ex- und Importe haben – sowohl beim Waren- als auch beim Dienstleistungshandel. Weiter darf der Titel "Exportweltmeister" nicht uneingeschränkt mit ökonomischer Leistungsfähigkeit eines Staates oder der Schaffung neuer Arbeitsplätze gleichgesetzt werden – beides hängt von zahlreichen Faktoren ab. Eher lassen hohe Exporte auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen schließen. Des Weiteren sollte nicht nur die Handels-, sondern auch die Leistungsbilanz betrachtet werden. Bei den hier betrachteten "Exportnationen" haben die Handelsbilanzen allerdings maßgeblichen Einfluss auf die jeweilige Leistungsbilanz: Nach Angaben des International Monetary Fund (IMF) ging die positive Handelsbilanz Deutschlands bzw. die Chinas im Jahr 2017 mit einer positiven Leistungsbilanz einher (plus 297 bzw. 165 Milliarden US-Dollar). Die Leistungsbilanz der USA (minus 466 Mrd. US-Dollar) war hingegen wie die Handelsbilanz negativ.

Datenquelle

United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Online-Datenbank: UNCTADstat (Stand: 10/2018); International Monetary Fund (IMF): World Economic Outlook Database (Stand: 04/2018)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

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Die Handelsbilanz ist auf einen Zeitraum bezogen und gibt den Saldo der Warenausfuhren und -einfuhren eines Staates oder einer Staatengruppe an. Bei einem Handelsbilanzüberschuss bzw. -defizit erhöht sich die Gläubiger- bzw. Schuldnerposition gegenüber dem Ausland. Da die Handelsbilanz eine Teilbilanz der Leistungsbilanz ist, kann ein Ungleichgewicht der Handelsbilanz durch die Salden anderer Teilbilanzen ausgeglichen werden.

Informationen zum Thema Handelsbilanzen (weltweit) erhalten Sie hier...

Die Leistungsbilanz fasst die Handelsbilanz (Saldo der Warenexporte und -importe), die Dienstleistungsbilanz (Saldo der Dienstleistungsexporte und -importe) sowie die Bilanz der Primär- und Sekundäreinkommen zusammen. Die Teilbilanz der Primäreinkommen umfasst grenzüberschreitende Zahlungen aus Erwerbstätigkeit und Vermögensanlagen, darunter Zins- und Dividendenzahlungen. Unter den Sekundäreinkommen werden regelmäßige Zahlungen verstanden, denen keine unmittelbare Leistung der anderen Seite gegenübersteht – so zum Beispiel Überweisungen von ausländischen Arbeitnehmern in ihre Heimatländer, die Zahlungen des Staates an internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen oder Leistungen im Rahmen der Entwicklungshilfe.

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Informationen zum Außenhandel der EU-28 erhalten Sie hier...

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EU – USA – China: Handelsanteile

Warenexport und -import in absoluten Zahlen, Anteile am weltweiten Warenexport und -import in Prozent, 1950 bis 2017

2005 2010 2014 2015 2016 2017
Warenexport, in Mrd. US-Dollar
Welt 10.502 15.307 18.970 16.525 16.032 17.707
Welt ohne Intra-EU-Export 7.756 11.952 15.128 13.161 12.617 13.965
Europäische Union (EU-28) 4.074 5.185 6.157 5.389 5.380 5.901
EU-28 ohne Intra-EU-Export 1.328 1.830 2.315 2.024 1.964 2.158
USA 901 1.280 1.621 1.503 1.451 1.546
China 762 1.580 2.342 2.273 2.098 2.263
Deutschland 971 1.260 1.494 1.326 1.334 1.448
Anteile am welweiten Warenexport (ohne Intra-EU-Export),
in Prozent
EU-28 17,1 15,3 15,3 15,4 15,6 15,5
USA 11,6 10,7 10,7 11,4 11,5 11,1
China 9,8 13,2 15,5 17,3 16,6 16,2
Anteile am welweiten Warenexport (inkl. Intra-EU-Export),
in Prozent
USA 8,6 8,4 8,5 9,1 9,1 8,7
China 7,3 10,3 12,3 13,8 13,1 12,8
Deutschland 9,2 8,2 7,9 8,0 8,3 8,2
1960 1970 1980 1990 1 1995 2000
Warenexport, in Mrd. US-Dollar
Welt 130 318 2.050 3.496 5.176 6.452
Welt ohne Intra-EU-Export 94 222 1.503 2.489 3.850 4.827
Europäische Union (EU-28) 57 149 850 1.564 2.194 2.453
EU-28 ohne Intra-EU-Export 20 53 303 557 867 828
USA 20 43 226 394 585 782
China 3 2 18 62 149 249
Deutschland 11 34 193 421 524 550
Anteile am welweiten Warenexport (ohne Intra-EU-Export),
in Prozent
EU-28 21,5 23,9 20,2 22,4 22,5 17,1
USA 20,9 19,4 15,0 15,8 15,2 16,2
China 2,7 1,0 1,2 2,5 3,9 5,2
Anteile am welweiten Warenexport (inkl. Intra-EU-Export),
in Prozent
USA 15,1 13,6 11,0 11,3 11,3 12,1
China 2,0 0,7 0,9 1,8 2,9 3,9
Deutschland 8,8 10,8 9,4 12,0 10,1 8,5
2005 2010 2014 2015 2016 2017
Warenimport, in Mrd. US-Dollar
Welt 10.775 15.421 19.034 16.710 16.223 17.993
Welt ohne Intra-EU-Import 8.225 12.324 15.502 13.630 13.085 14.512
Europäische Union (EU-28) 4.152 5.320 6.043 5.240 5.269 5.804
EU-28 ohne Intra-EU-Import 1.602 2.224 2.511 2.159 2.131 2.324
USA 1.730 1.970 2.413 2.315 2.250 2.408
China 660 1.400 1.959 1.680 1.588 1.844
Deutschland 777 1.050 1.207 1.051 1.055 1.167
Anteile am welweiten Warenimport (ohne Intra-EU-Import),
in Prozent
EU-28 19,5 18,0 16,2 15,8 16,3 16,0
USA 21,0 16,0 15,6 17,0 17,2 16,6
China 8,0 11,4 12,6 12,3 12,1 12,7
Anteile am welweiten Warenimport (inkl. Intra-EU-Import),
in Prozent
USA 16,1 12,8 12,7 13,9 13,9 13,4
China 6,1 9,1 10,3 10,1 9,8 10,2
Deutschland 7,2 6,8 6,3 6,3 6,5 6,5
1960 1970 1980 1990 1 1995 2000
Warenimport, in Mrd. US-Dollar
Welt 138 330 2.091 3.609 5.234 6.655
Welt ohne Intra-EU-Import 100 233 1.511 2.619 3.983 5.131
Europäische Union (EU-28) 62 160 951 1.625 2.131 2.515
EU-28 ohne Intra-EU-Import 24 63 372 635 879 991
USA 16 42 257 517 771 1.259
China 3 2 20 53 132 225
Deutschland 10 30 188 356 464 496
Anteile am welweiten Warenimport (ohne Intra-EU-Import),
in Prozent
EU-28 24,0 26,9 24,6 24,2 22,1 19,3
USA 16,3 18,2 17,0 19,7 19,4 24,5
China 2,6 1,0 1,3 2,0 3,3 4,4
Anteile am welweiten Warenimport (inkl. Intra-EU-Import),
in Prozent
USA 11,9 12,8 12,3 14,3 14,7 18,9
China 1,9 0,7 1,0 1,5 2,5 3,4
Deutschland 7,4 9,1 9,0 9,9 8,9 7,5

1 bezogen auf den intraregionalen Warenhandel der EU-28 stellt die UNCTAD lediglich Daten ab 1995 bereit. Für die Berechnung des Intra-EU-Handels in den Jahren vor 1995 wurde der Mittelwert der Jahre 1995 bis 2004 zugrunde gelegt. Deutschland: Vor 1990 Westdeutschland.


Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Online-Datenbank: UNCTADstat (10/2018)


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