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(Langzeit-)Arbeitslosigkeit

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(Langzeit-)Arbeitslosigkeit

Gerhard Bäcker Ernst Kistler

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Längst nicht allen Beschäftigten gelingt es, bis zum Erreichen der Altersgrenze erwerbstätig zu sein. Wer im höheren Erwerbsalter arbeitslos wird, hat nur geringe Chancen ein neues Beschäftigungsverhältnis zu finden. Es droht das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit.

Demonstration von Langzeitarbeitslosen vor dem Bundestag in Berlin 2013. Das Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, ist ein zentrales Problem für die Älteren am Arbeitsmarkt. (© picture-alliance/dpa)

Die Anzahl von älteren Arbeitslosen (55 bis unter 65 Jahre) ist zwar langfristig von 2001 über 710 Tsd. auf knapp über 420 Tsd. im Jahr 2008 gesunken, bis 2014 aber schon wieder auf gut 580 Tsd. angestiegen. Der Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen hat bis 2004 abgenommen, steigt seitdem aber wieder kontinuierlich an, von 11 Prozent (2004) auf 20,6 Prozent (2017), (vgl. Abbildung "Ältere Arbeitslose (55 bis unter 65 Jahre) 2001 − 2017").

Ältere Arbeitslose (55 bis unter 65 Jahre) 2001 – 2017 absolut und in Prozent aller Arbeitslosen (Interner Link: Grafik zum Download) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Die Arbeitslosenquote ist 2010 gesunken (mit besonderer Betroffenheit in den neuen Bundesländern) (vgl. Abbildung "Arbeitslosenquoten Älterer, 55 bis unter 65 Jahre, 2010 − 2017").

Arbeitslosenquoten Älterer (55 bis unter 65 Jahre) im Zeitverlauf 2010 - 2017, alte und neue Länder (Interner Link: Grafik zum Download) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Wenn Ältere arbeitslos werden, dann haben sie sehr schlechte Chancen auf eine berufliche Wiedereingliederung. Es erweist sich als sehr schwierig, aus einer Arbeitslosigkeit heraus eine neue Beschäftigung zu finden. Unterteilt man das Arbeitslosigkeitsrisiko in das Risiko, arbeitslos zu werden (Zugangsrisiko), und in das Risiko, arbeitslos zu bleiben, d. h. keine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu erreichen (Verbleibsrisiko), dann überwiegt bei den Älteren, und zwar insbesondere im rentennahen Alter, das Verbleibsrisiko. Das Zugangsrisiko ist demgegenüber und im Unterschied zu den jüngeren Arbeitnehmern geringer, da in der Regel eine langfristige Beschäftigung in den Unternehmen vorliegt und gesetzliche wie tarifliche Bestandsschutzregelungen (Kündigungsschutz) eine Entlassung weniger wahrscheinlich machen.

Das hohe Verbleibsrisiko kommt darin zum Ausdruck, dass die Arbeitslosigkeit Älterer in der Regel über eine längere Zeit andauert. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen älteren Arbeitslosen hat sich nur in den Jahren 2004 − 2006 vorübergehend leicht reduziert, liegt aber ansonsten recht konstant bei etwas unter 60 Prozent. Von unmittelbarer Bedeutung für die Höhe der Arbeitslosenzahlen Älterer ist das Auslaufen der sog. 58er Regelung im SGB III gegen Ende 2007 (für Neuanträge). Der bis dahin mögliche Bezug des Arbeitslosengelds I unter "erleichterten Voraussetzungen" ab dem 58. Lebensjahr (keine Verfügbarkeit mehr) war verbunden mit der Ausklammerung dieser Personen aus der Arbeitslosenstatistik. Im SGB II gibt es eine vergleichbare Regelung aber noch: Nach § 53a Abs. 2 SGB II zählen Ältere nicht als arbeitslos, wenn sie nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, ohne dass ihnen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten worden ist). 2017 wurden jahresdurchschnittlich rund 165.000 über 58-Jährige aufgrund des § 53a SGB II als nicht arbeitslos registriert.

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Gerhard Bäcker, Prof. Dr., geboren 1947 in Wülfrath ist Senior Professor im Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Bis zur Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls "Soziologie des Sozialstaates" in der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Forschungsschwerpunkte: Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates in Deutschland und im internationalen Vergleich, Ökonomische Grundlagen und Finanzierung des Sozialstaates, Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere Alterssicherung, Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik, Lebenslagen- und Armutsforschung.

Ernst Kistler, Prof. Dr., geboren 1952 in Windach/Ammersee ist Direktor des Internationalen Instituts für Empirische Sozialökonomie, INIFES gGmbH in Stadtbergen bei Augsburg. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Arbeitsmarktberichterstattung, Demografie, Sozialpolitik, Armutsforschung.