Datenreport 2021.

Binnenwanderung

Analysen zur Binnenwanderung befassen sich mit der durch Umzüge entstandenen räumlichen Mobilität innerhalb der Grenzen eines Landes. In Ländern wie Deutschland mit niedriger Geburtenrate und stabil hoher Lebenserwartung beeinflussen Wanderungsbewegungen in entscheidender Weise die regionale Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwicklung. Beispielsweise können Wanderungsbewegungen das Arbeitskräftepotenzial oder die Altersstruktur von Bevölkerungen einzelner Regionen systematisch verändern. Gleichzeitig ist Binnenwanderung aber selbst das Resultat sozialer und wirtschaftlicher Bedingungen, die sich zwischen den Regionen und Kreisen Deutschlands deutlich unterscheiden können. So haben bei individuellen Umzugsentscheidungen zum Beispiel regionale Arbeits- oder Wohnungsmärkte sowie Bildungsmöglichkeiten (zum Beispiel Universitäten) einen entscheidenden Einfluss. Wanderungsbewegungen können das Arbeitskräftepotenzial oder die Altersstruktur von Bevölkerungen einzelner Regionen systematisch verändern, weshalb Informationen zur Binnenwanderung von großer Relevanz für die regionale Planung und Entwicklung sind.

Die zentrale Datengrundlage für die Analyse der innerdeutschen Wanderungsbewegungen bildet die Wanderungsstatistik, die alle Zu- und Fortzüge über Gemeindegrenzen innerhalb eines Kalenderjahres als Wanderungsfälle enthält und auf den in den Einwohnermeldeämtern erfassten An- und Ummeldungen basiert. Personen, die innerhalb eines Kalenderjahres mehrfach umziehen, sind somit auch mehrfach in der Wanderungsstatistik desselben Jahres enthalten. Für die tiefergehende Analyse des Binnenwanderungsgeschehens innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland über den Zeitraum 1991 bis 2018 werden in diesem Kapitel die aufbereiteten Wanderungsstatistiken des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verwendet, da diese bezüglich verschiedener Kreisgebietsreformen angepasst worden sind und damit zeitlich vergleichbare Wanderungszahlen für 401 deutsche Kreise beinhalten.

Autor(en): Matthias Rosenbaum-Feldbrügge, Nikola Sander, Nico Stawarz
Herausgeber: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)

Datenreport: Kapitel 1.3.1

Wanderungsgeschehen allgemein

Im Jahr 2018 wechselten gut 3,9 Millionen Menschen ihren Wohnsitz über die Gemeindegrenzen innerhalb Deutschlands. Für rund 2,8 Millionen Menschen ging das zudem mit einem Umzug in einen anderen Kreis einher. Damit verlagerten im Jahr 2018 gut 3 % der Gesamtbevölkerung ihren Wohnsitz in einen anderen Kreis.

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Datenreport: Kapitel 1.3.2

Wanderungen zwischen Bundesländern und Kreisen

Knapp zwei Drittel der 2,8 Millionen Umzüge über Kreisgrenzen ereigneten sich im Jahr 2018 innerhalb einzelner Bundesländer, zumeist zwischen Städten und dem zugehörigen Umland. Gut ein Drittel der Umzüge (1,1 Millionen) verlief über die Grenzen von Bundesländern.

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Datenreport: Kapitel 1.3.3

Stadt-Land-Wanderungen

Neben der langjährigen Abwanderung aus den neuen Bundesländern in das frühere Bundesgebiet ist die regionale Bevölkerungsentwicklung maßgeblich durch Wanderungen zwischen ländlichen, städtischen und suburbanen Gebieten gekennzeichnet.

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Datenreport: Kapitel 1.3.4

Zusammenfassung

Binnenwanderung ist im Kontext niedriger Geburtenraten und einer relativ stabilen hohen Lebenserwartung in Deutschland von grundlegender Bedeutung für die regionale Bevölkerungsentwicklung und deren Altersstruktur. Gegenwärtig kann von einem ausgeglichenen Wanderungssaldo zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Bundesländern gesprochen werden.

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