Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
10.8.2020

Katholische und evangelische Kirche nach Bundesländern

Kirchenmitglieder in absoluten Zahlen, Anteil der kath. und ev. Kirchenmitglieder an der Bevölkerung in Prozent, 2018

Quelle: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz; Evangelische Kirche in Deutschland
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Ende 2018 gehörten in den westdeutschen Flächenländern 61,8 Prozent der Bevölkerung der katholischen oder evangelischen Kirche an. In den Stadtstaaten lag der Anteil bei 29,4 Prozent. In den ostdeutschen Flächenländern war mit 20,6 Prozent lediglich jede fünfte Person Mitglied der katholischen bzw. der evangelischen Kirche. In zwölf der sechzehn Bundesländer war Ende 2018 die Zahl der evangelischen Kirchenmitglieder und auch die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder jeweils kleiner als die Zahl der "übrigen" Einwohner des Bundeslandes.

Fakten

Im Jahr 1956 waren 96,0 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche. Ende 2018 gehörten bundesweit lediglich 53,2 Prozent der Bevölkerung einer der beiden christlichen Volkskirchen an. Im Saarland galt dies jedoch für drei Viertel der Bevölkerung (74,3 Prozent), in Rheinland-Pfalz und in Bayern für zwei Drittel (67,1 bzw. 66,6 Prozent). Darauf folgten Nordrhein-Westfalen (61,6 Prozent) und Baden-Württemberg (61,2 Prozent) sowie Niedersachsen (59,8 Prozent). Am niedrigsten war der Anteil der Bevölkerung, der einer der beiden christlichen Volkskirchen angehörte, in den ostdeutschen Flächenländern Sachsen-Anhalt (15,3 Prozent), Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (18,2 Prozent), Sachsen (21,7 Prozent) und Thüringen (28,4 Prozent) sowie in den Stadtstaaten Berlin (24,2 Prozent), Hamburg (34,8 Prozent) und Bremen (42,8 Prozent).

Neben den zuletzt genannten acht Bundesländern gab es Ende 2018 noch vier weitere, in denen der Bevölkerungsteil, der weder der katholischen noch der evangelischen Kirche angehörte, größer war als die Mitgliederzahl der jeweils größeren christlichen Volkskirche: Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Das Saarland war Ende 2018 das einzige Bundesland, bei dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung katholisch war (56,8 Prozent). Darauf folgten Bayern (48,8 Prozent), Rheinland-Pfalz (40,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (37,7 Prozent). Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung war Ende 2018 in Schleswig-Holstein und Niedersachsen am höchsten (44,6 bzw. 43,0 Prozent). In Hessen und Bremen war rund ein Drittel der Bevölkerung evangelisch (33,4 bzw. 32,7 Prozent).

Bezogen auf die absoluten Zahlen lebte Ende 2018 mehr als die Hälfte aller evangelischen Kirchenmitglieder in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen (20,4 Prozent), Niedersachsen (16,2 Prozent) und Baden-Württemberg (14,8 Prozent). Und zusammen fast drei Viertel der Mitglieder der Katholischen Kirche lebten in Nordrhein-Westfalen (29,4 Prozent), Bayern (27,7 Prozent) und Baden-Württemberg (15,8 Prozent).

Bei einer Eurobarometer-Umfrage im Dezember 2018 ordneten sich 64 Prozent der Befragten einer christlichen Religionsgemeinschaft zu. Während der entsprechende Anteil in Westdeutschland bei 74 Prozent lag, lag er in Ostdeutschland bei lediglich 25 Prozent. Dazu passt, dass sich bei derselben Umfrage in Westdeutschland weniger als 17 Prozent als nicht gläubig, Agnostiker oder Atheisten bezeichneten, der entsprechende Anteil in Ostdeutschland aber bei gut 68 Prozent lag. In den ostdeutschen Flächenländern betrug der Anteil der Befragten, für die die Existenz eines Gottes ausgeschlossen ist, nicht bewiesen ist bzw. nicht bewiesen werden kann, sogar 77 Prozent.

Datenquelle

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz; Evangelische Kirche in Deutschland; Statistisches Bundesamt: Wirtschaft und Statistik 6/2010, Die Entwicklung der Kirchenmitglieder in Deutschland; Europäische Kommission: Eurobarometer Spezial 484 (12/2018)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

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Das Eurobarometer ist eine in regelmäßigen Abständen von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene, öffentliche Meinungsumfrage in den Ländern der Europäischen Union. Dabei wird in allen Ländern eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung befragt.

Katholische und evangelische Kirche nach Bundesländern

Kirchenmitglieder in absoluten Zahlen, Anteil der kath. und ev. Kirchenmitglieder an der Bevölkerung in Prozent, 2018

Mitglieder der
katholischen
Kirche
Anteil an der
Bevölkerung,
in Prozent
Mitglieder der
evangelischen
Kirche
Anteil an der
Bevölkerung,
in Prozent
Saarland 562.631 56,8 173.003 17,5
Rheinland-Pfalz 1.645.740 40,3 1.094.700 26,8
Bayern 6.377.740 48,8 2.335.366 17,9
Nordrhein-Westfalen 6.751.710 37,7 4.302.169 24,0
Baden-Württemberg 3.644.964 32,9 3.131.560 28,3
Niedersachsen 1.342.159 16,8 3.433.756 43,0
Hessen 1.394.206 22,3 2.090.966 33,4
Schleswig-Holstein 175.743 6,1 1.293.161 44,6
Bremen 68.881 10,1 223.373 32,7
Hamburg 182.450 9,9 457.859 24,9
Thüringen 163.582 7,6 445.503 20,8
Berlin 320.915 8,8 559.370 15,3
Sachsen 152.321 3,7 730.826 17,9
Brandenburg 90.208 3,6 367.584 14,6
Mecklenburg-Vorpommern 55.219 3,4 237.890 14,8
Sachsen-Anhalt 73.659 3,3 263.513 11,9
         
Deutschland 23.002.128 27,7 21.140.599 25,5
Mitglieder der
kath. und ev.
Kirche
Anteil an der
Bevölkerung,
in Prozent
Saarland 735.634 74,3
Rheinland-Pfalz 2.740.440 67,1
Bayern 8.713.106 66,6
Nordrhein-Westfalen 11.053.879 61,6
Baden-Württemberg 6.776.524 61,2
Niedersachsen 4.775.915 59,8
Hessen 3.485.172 55,6
Schleswig-Holstein 1.468.904 50,7
Bremen 292.254 42,8
Hamburg 640.309 34,8
Thüringen 609.085 28,4
Berlin 880.285 24,2
Sachsen 883.147 21,7
Brandenburg 457.792 18,2
Mecklenburg-Vorpommern 293.109 18,2
Sachsen-Anhalt 337.172 15,3
     
Deutschland 44.142.727 53,2

Quelle: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz; Evangelische Kirche in Deutschland


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