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Schwerbehinderte

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Schwerbehinderte

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Bei 83,4 Prozent der 7,3 Millionen Schwerbehinderten in Deutschland wurde die Behinderung durch eine Krankheit verursacht. Bei 4,1 Prozent war die Behinderung angeboren, bei 1,9 Prozent war sie auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

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Fakten


Zum Jahresende 2011 lebten in Deutschland 7,29 Millionen schwerbehinderte Menschen – das waren knapp 580.000 beziehungsweise 8,6 Prozent mehr als zum Jahresende 2001. Bezogen auf die gesamte Bevölkerung war damit jeder elfte Einwohner schwerbehindert (9,1 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte aller Schwerbehinderten waren Männer (51,2 Prozent).

Ende 2011 war mehr als die Hälfte der Schwerbehinderten 65 Jahre oder älter (53,4 Prozent). Weiter gehörte gut jeder Fünfte zur Altersgruppe der 55- bis unter 65-Jährigen (21,7 Prozent). Lediglich 2,3 Prozent der Schwerbehinderten waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Entsprechend steigt die Schwerbehindertenquote – beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit schwerbehindert zu sein – mit zunehmendem Alter an: Während bei den 25- bis unter 35-Jährigen jeder Vierundvierzigste schwerbehindert ist, hat bei den 75-Jährigen und Älteren jeder Vierte einen Schwerbehindertenausweis.

Bei 83,4 Prozent der 7,29 Millionen Schwerbehinderten wurde die Behinderung durch eine Krankheit verursacht. Bei 4,1 Prozent war die Behinderung angeboren, bei 1,9 Prozent war sie auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen. 0,6 Prozent fielen in den Bereich der anerkannten Kriegs-, Wehr- oder Zivildienstbeschädigung. Die übrigen Behinderungen gingen auf sonstige, mehrere oder ungenügend bezeichnete Ursachen zurück.

Etwa vier von zehn schwerbehinderten Menschen haben mehr als eine Behinderung. Bezogen auf die jeweils schwerste Behinderung hatten Schwerbehinderte am häufigsten eine körperliche Behinderung (62,3 Prozent): Bei 24,8 Prozent aller Schwerbehinderten waren die inneren Organe beziehungsweise Organsysteme betroffen. Bei 13,4 Prozent waren Arme und Beine in ihrer Funktion eingeschränkt, bei weiteren 11,9 Prozent Wirbelsäule und Rumpf. In 4,8 Prozent der Fälle lag Blindheit oder Sehbehinderung vor. 3,9 Prozent litten unter Schwerhörigkeit, Gleichgewichts- oder Sprachstörungen. Auf geistige oder seelische Behinderungen entfielen zusammen 11,1 Prozent der Fälle, auf zerebrale Störungen (das Gehirn betreffende Schädigungen) 9,0 Prozent. Bei den übrigen Personen (17,6 Prozent) war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.

Bei knapp einem Viertel der Schwerbehinderten wurde Ende 2011 der höchste Grad der Behinderung von 100 festgestellt (24,3 Prozent). 31,4 Prozent wiesen einen Behinderungsgrad von 50 auf. Dabei hängen Art und Schwere der Behinderung eng zusammen: Bezogen auf die Schwerbehinderten Ende 2009 wurde zum Beispiel bei Blindheit, Verlust beider Augen sowie bei hochgradiger Sehbehinderung in allen Fällen ein Grad der Behinderung von 100 zuerkannt. Von den 16.791 querschnittgelähmten Schwerbehinderten wiesen 89,6 Prozent den höchsten Behinderungsgrad auf, bei Taubheit waren es 72,1 Prozent. Demgegenüber wurde bei der häufigsten Form von Behinderung, der Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen beziehungsweise Organsystemen, nur in 21,6 Prozent der Fälle ein Behinderungsgrad von 100 festgestellt.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate – also nicht nur vorübergehend – von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.

In der Schwerbehindertenstatistik wird bei mehreren vorhandenen Behinderungen die schwerste Behinderung ausgewiesen. Die Art der Behinderung wird anhand von insgesamt 55 Kategorien erfasst, wobei sich die Einteilung nicht primär an der ursächlichen Krankheitsdiagnose (zum Beispiel Multiple Sklerose), sondern an der Erscheinungsform der Behinderung und der durch sie bestimmten Funktionseinschränkung (zum Beispiel funktionelle Veränderung an den Gliedmaßen) orientiert.

Die Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden als Grad der Behinderung (GdB) nach Zehnergraden (20 bis 100) abgestuft festgestellt. Als schwerbehinderte Menschen gelten Personen, denen von den Versorgungsämtern ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr zuerkannt worden ist. Auf Antrag stellen die Versorgungsämter für diese Personen einen Ausweis über die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch aus.

Tabelle: Schwerbehinderte


Nach Geschlecht und Alter sowie nach Art, Ursache und Grad der Behinderung, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 31.12.2011*

Anzahl Anteile,
in Prozent
insgesamt 7.289.173 100,0
nach Geschlecht
männlich 3.733.913 51,2
weiblich 3.555.260 48,8
nach Alter von …
bis unter ... Jahren
unter 4 14.194 0,2
4 - 6 14.376 0,2
6 - 15 97.988 1,3
15 - 18 38.696 0,5
18 - 25 123.983 1,7
25 - 35 223.679 3,1
35 - 45 390.234 5,4
45 - 55 916.329 12,6
55 - 60 688.194 9,4
60 - 62 354.317 4,9
62 - 65 536.489 7,4
65 und mehr 3.890.694 53,4
nach Art der Behinderung
körperliche Behinderung 4.544.691 62,3
zerebrale Störungen, geistige und/oder seelische Behinderung 1.464.710 20,1
sonstige und ungenügend bezeichnete Behinderung 1.279.772 17,6
nach Ursache der Behinderung
angeboren 301.368 4,1
allgemeine Krankheit** 6.079.359 83,4
Unfall, Berufskrankheit*** 140.501 1,9
anerkannte Kriegs-, Wehr- oder Zivildienstbeschädigung 46.357 0,6
sonstige 721.588 9,9
nach Grad der Behinderung
50 2.286.617 31,4
60 1.173.261 16,1
70 809.208 11,1
80 876.456 12,0
90 375.098 5,1
100 1.768.533 24,3

* mit gültigem Schwerbehindertenausweis
** einschließlich Impfschaden
*** einschließlich Wege- und Betriebswegeunfall


Quelle: Statistisches Bundesamt: Statistik der schwerbehinderten Menschen

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