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Ausgaben für Forschung und Entwicklung

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Ausgaben für Forschung und Entwicklung

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Zwischen 1991 und 2011 haben sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland verdoppelt. Sie stiegen von 37,8 auf 75,5 Milliarden Euro.

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Fakten

Zwischen 1991 und 2011 haben sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland verdoppelt. Sie stiegen von 37,85 auf 75,50 Milliarden Euro (plus 99,5 Prozent). Der Anteil des Unternehmenssektors an den FuE-Ausgaben lag dabei im Mittel bei 68,5 Prozent und schwankte in diesem Zeitraum auch nur leicht um diesen Wert. Im Jahr 2011 gab die Wirtschaft 51,08 Milliarden Euro für FuE aus – das entsprach einem Anteil von 67,7 Prozent an den gesamten FuE-Ausgaben. Die FuE-Ausgaben der Hochschulen beliefen sich im selben Jahr auf 13,45 Milliarden Euro (17,8 Prozent). Im Bereich des Staates und der privaten Institutionen ohne Erwerbszweck lagen die FuE-Ausgaben im Jahr 2011 bei 10,97 Milliarden Euro (14,5 Prozent).

Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) reduzierten sich die FuE-Ausgaben zwischen 1991 und 1994 von 2,47 auf 2,18 Prozent des BIP. Seitdem sind sie jedoch tendenziell gestiegen: Im Jahr 2000 erreichten die FuE-Ausgaben wieder das Niveau von 1991, 2011 entsprachen sie 2,89 Prozent des BIP – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Bei den FuE-Ausgaben in Relation zum BIP bestehen sehr große Unterschiede zwischen den Bundesländern: Baden-Württemberg stand im Jahr 2011 mit FuE-Ausgaben in Höhe von 5,08 Prozent des BIP mit großem Abstand an der Spitze. Aber auch Berlin (3,56 Prozent), Bayern (3,16 Prozent) und Hessen (3,02 Prozent) lagen klar über dem Bundesdurchschnitt. Hingegen wurde in Schleswig-Holstein (1,43 Prozent des BIP), im Saarland und in Sachsen-Anhalt (jeweils 1,49 Prozent) sowie in Brandenburg (1,69 Prozent) relativ am wenigsten im Bereich FuE investiert. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den einzelnen Sektoren: In Relation zum BIP fiel der Anteil des Unternehmensbereichs an den gesamten FuE-Ausgaben im Jahr 2011 in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen am höchsten aus. Hingegen lagen sowohl beim Anteil der Hochschulen als auch beim Anteil des Staates und der privaten Institutionen ohne Erwerbszweck an den FuE-Ausgaben Berlin, Bremen und Sachsen vorn.

Im Jahr 2011 waren insgesamt 574.701 Personen (Vollzeitäquivalente) im Bereich Forschung und Entwicklung tätig – davon 62,1 Prozent in der Wirtschaft, 21,6 Prozent an den Hochschulen sowie 16,3 Prozent beim Staat oder bei privaten Institutionen ohne Erwerbszweck. Von den 357.129 FuE-Beschäftigten in Unternehmen arbeitete gut ein Viertel (25,4 Prozent) im Bereich "Kraftwagen und Kraftwagenteile", 15,3 Prozent entfielen auf den Bereich "Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse" und rund jeder Neunte war im Bereich "Maschinenbau" beschäftigt (11,3 Prozent). Auch an den FuE-Ausgaben der Unternehmen hatten diese drei Bereiche mit 31,9 Prozent, 12,8 Prozent und 9,6 Prozent die höchsten Anteile.

Der weitaus größte Teil des FuE-Personals des Unternehmenssektors ist in großen Unternehmen beschäftigt. Auf die Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten entfielen 2011 gut drei Viertel aller FuE-Beschäftigten (75,3 Prozent). Gleichzeitig tätigten diese Unternehmen 83,8 Prozent der FuE-Ausgaben des Unternehmenssektors. In den Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten arbeiteten 17,8 Prozent der FuE-Beschäftigten, der Anteil an den FuE-Ausgaben lag bei 11,0 Prozent. Entsprechend hatten die Unternehmen mit 250 bis 499 Beschäftigten im Jahr 2011 einen Anteil von 7,0 Prozent an den FuE-Beschäftigten und von 5,2 Prozent an den FuE-Ausgaben des Unternehmenssektors.

Von den gesamten FuE-Ausgaben der öffentlichen und öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen in Höhe von 10,97 Milliarden Euro im Jahr 2011 entfielen mit 8,22 Milliarden Euro drei Viertel (74,9 Prozent) auf gemeinsam von Bund und Ländern geförderte Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung – darunter vor allem die Helmholtz-Zentren (3,52 Mrd. Euro), die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (1,83 Mrd. Euro), die Institute der Max-Planck-Gesellschaft (1,60 Mrd. Euro) sowie die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft (1,17 Mrd. Euro). 1,21 Milliarden Euro bzw. 11,0 Prozent der FuE-Ausgaben entfielen auf öffentliche Einrichtungen für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung – darunter insbesondere Bundesforschungseinrichtungen mit Ausgaben in Höhe von 969 Millionen Euro. Wissenschaftliche Museen sowie öffentliche und öffentlich geförderte wissenschaftliche Bibliotheken, Archive und Fachinformationszentren hatten einen Anteil von 3,7 Prozent (402 Mio. Euro) an den FuE-Ausgaben. Der Rest entfiel auf sonstige öffentlich geförderte Organisationen ohne Erwerbszweck für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung.

Bezogen auf die Wissenschaftszweige hatten die Ingenieurwissenschaften mit 24,4 Prozent den größten Anteil an den gesamten FuE-Ausgaben der öffentlichen und öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen. Darauf folgten Physik/Astronomie (16,9 Prozent), Biologie (10,0 Prozent), Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (7,4 Prozent), Chemie (5,7 Prozent), Mathematik/Informatik (5,0 Prozent) sowie Geowissenschaften (4,2 Prozent).

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen


Ein Vollzeitäquivalent ist eine Maßeinheit, die einem Vollzeitbeschäftigten entspricht, der seine gesamte Arbeitszeit für Forschung und Entwicklung verwendet. Zum Beispiel fließt sowohl ein Vollzeitbeschäftigter, der die Hälfte seiner Arbeitszeit für FuE verwendet, als auch ein Halbtagsbeschäftigter, der die gesamte Arbeitszeit für FuE verwendet, mit dem Wert 0,5 in die Berechnung der Vollzeitäquivalente ein.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das BIP ist gegenwärtig das wichtigste gesamtwirtschaftliche Produktionsmaß.

Tabelle: Ausgaben für Forschung und Entwicklung


Nach Sektoren, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1991 bis 2011


insgesamt Wirtschaft Hochschulen Staat und private Institutionen ohne Erwerbszweck*
in Mio. Euro
1991 37.848 26.246 6.145 5.457
1992 38.689 26.579 6.609 5.500
1993 38.624 25.933 6.817 5.875
1994 38.902 25.910 7.059 5.932
1995 40.460 26.817 7.378 6.266
1996 41.169 27.211 7.652 6.305
1997 42.859 28.910 7.677 6.272
1998 44.649 30.334 7.768 6.547
1999 48.191 33.623 7.937 6.632
2000 50.619 35.600 8.146 6.873
2001 52.002 36.332 8.524 7.146
2002 53.364 36.950 9.080 7.333
2003 54.539 38.029 9.202 7.307
2004 54.967 38.363 9.089 7.514
2005 55.739 38.651 9.221 7.867
2006 58.779 41.148 9.475 8.156
2007 61.482 43.034 9.908 8.540
2008 66.532 46.073 11.112 9.346
2009 67.015 45.275 11.808 9.932
2010 69.948 46.929 12.665 10.354
2011 75.500 51.077 13.449 10.974
Anteile, in Prozent
1991 100,0 69,3 16,2 14,4
1992 100,0 68,7 17,1 14,2
1993 100,0 67,1 17,6 15,2
1994 100,0 66,6 18,1 15,2
1995 100,0 66,3 18,2 15,5
1996 100,0 66,1 18,6 15,3
1997 100,0 67,5 17,9 14,6
1998 100,0 67,9 17,4 14,7
1999 100,0 69,8 16,5 13,8
2000 100,0 70,3 16,1 13,6
2001 100,0 69,9 16,4 13,7
2002 100,0 69,2 17,0 13,7
2003 100,0 69,7 16,9 13,4
2004 100,0 69,8 16,5 13,7
2005 100,0 69,3 16,5 14,1
2006 100,0 70,0 16,1 13,9
2007 100,0 70,0 16,1 13,9
2008 100,0 69,2 16,7 14,0
2009 100,0 67,6 17,6 14,8
2010 100,0 67,1 18,1 14,8
2011 100,0 67,7 17,8 14,5


* bis 2010 einschließlich externer Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Quelle: Statistisches Bundesamt: www.destatis.de; Stifterverband: Wissenschaftsstatistik

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