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Wanderungen über die Grenzen Deutschlands

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Wanderungen über die Grenzen Deutschlands

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In absoluten Zahlen, 1978 bis 2020

In absoluten Zahlen, 1978 bis 2020

In Tausend, 1992 bis 2020

Quelle: Statistisches Bundesamt: Wanderungen
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In den letzten drei Jahrzehnten waren die Wanderungsbewegungen über die Grenzen Deutschlands von großen Schwankungen gekennzeichnet. Insgesamt wurden von 1991 bis 2020 rund 32,6 Millionen Zuzüge vom Ausland nach Deutschland registriert (Deutsche und Ausländer). Gleichzeitig wurden für denselben Zeitraum 23,7 Millionen Fortzüge ins Ausland verzeichnet. Werden die Fortzüge von den Zuzügen abgezogen, ergibt sich daraus ein Wanderungssaldo von plus 8,9 Millionen Personen für die Jahre 1991 bis 2020.

Fakten

In den Jahren 1990 bis 1995 lag die Zahl der Zuzüge sechsmal in Folge bei mehr als eine Million – allein 1992 wanderten 1,5 Millionen Menschen nach Deutschland ein. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) waren vier Faktoren maßgeblich für diese hohen Zuzugszahlen verantwortlich: Erstens der bis Mitte der 1990er-Jahre erhöhte Zuzug von (Spät-)Aussiedlern. Zweitens die bis 1992 gestiegene und 1993 immer noch überdurchschnittlich hohe Zahl an Asylbewerbern. Drittens die hohe Zahl der seit 1991/92 aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohenen Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge, von denen die meisten inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Und viertens die gestiegene, aber zeitlich begrenzte Arbeitsmigration (insbesondere Werkvertrags- und Saisonarbeitnehmer). Insgesamt wanderten von 1990 bis 1995 rund 7,4 Million Personen ein und knapp 4,2 Millionen wanderten aus. Der Wanderungsüberschuss lag entsprechend bei 3,2 Millionen Personen – das entspricht im Durchschnitt 540.000 Personen pro Jahr.

Zwischen 1995 und 1998 sank der Wanderungsüberschuss von knapp 400.000 auf rund 47.000 Personen, stieg dann auf gut 270.000 im Jahr 2001, um dann fünfmal in Folge zu sinken – auf knapp 23.000 Personen im Jahr 2006 (2008 und 2009 war der Saldo sogar negativ, allerdings fanden in diesen Jahren Melderegisterbereinigungen statt). In den Jahren 2010 bis 2015 erhöhte sich der Wanderungsüberschuss wiederum fünfmal in Folge. Im Jahr 2015 wanderten erstmalig mehr als zwei Millionen Personen ein (2,14 Mio.). Da im selben Jahr knapp eine Million Personen fortzogen, lag der Wanderungssaldo 2015 bei plus 1,14 Millionen Personen – der bisherige Höchstwert. Zwischen 2016 und 2020 sank der Wanderungsüberschuss stetig von rund 500.000 auf 220.000 Personen.

Die hohen Wanderungsüberschüsse der Jahre 2015/2016 gehen zu großen Teilen auf die hohe Zuwanderung von Schutzsuchenden zurück (Ausländer, die sich unter Berufung auf humanitäre Gründe in Deutschland aufhalten). Allein zwischen Ende 2014 und Ende 2016 erhöhte sich die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland von rund 746.000 auf 1,6 Millionen. Entsprechend stieg auch die Zahl der Asylbewerber auf knapp 442.000 im Jahr 2015. Im Jahr 2016 wurde mit 722.370 Asylbewerbern sogar der bisherige Höchststand erreicht. Ende 2020 lag die Zahl der Schutzsuchenden bei 1,86 Millionen und die der Asylbewerber bei 102.581.

Zwischen 1994 und 2015 stieg der Anteil der ausländischen Staatsangehörigen an der Gesamtzuwanderung von 71,8 auf 94,4 Prozent. Der Hauptgrund hierfür ist der Rückgang des (Spät-)Aussiedlerzuzugs in dieser Zeit: 1994 wanderten noch 218.600 (Spät-)Aussiedler nach Deutschland ein, im Jahr 2000 lag die Zahl der Zuzüge bei 85.700 und 2015 wanderten lediglich 4.748 (Spät-)Aussiedler ein. Während die Zahl ausländischer Zuwanderer zwischen 2015 und 2020 rückläufig war, ist die Zahl der zugewanderten Deutschen insgesamt gestiegen – der Anteil an der Gesamtzuwanderung stieg entsprechend von 5,6 auf 16,2 Prozent. Zugewanderte Deutsche, die keine (Spät-)Aussiedler sind, sind zum Beispiel Studenten, Rentner, Techniker, Manager, Kaufleute, Wissenschaftler oder deren Angehörige, die nach temporärem Aufenthalt im Ausland nach Deutschland zurückkehren.

Insgesamt wurden von 1991 bis 2020 rund 32,6 Millionen Zuzüge vom Ausland nach Deutschland registriert (Deutsche und Ausländer). Gleichzeitig wurden für denselben Zeitraum 23,7 Millionen Fortzüge ins Ausland verzeichnet. Werden die Fortzüge von den Zuzügen abgezogen ergibt sich daraus ein Wanderungssaldo von plus 8,9 Millionen Personen für die Jahre 1991 bis 2020. In den zehn Jahren von 2011 bis 2020 lag der Wanderungsüberschuss bei 4,6 Millionen Personen – bei den Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag der Saldo bei plus 5,1 Millionen, bei den Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit bei minus 472.000. Bezogen auf die Deutschen liegt die Abwanderung seit 2005 Jahr für Jahr über der Zuwanderung.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Informationen zum Thema Wanderungen über die Grenzen Deutschlands nach Staatsangehörigkeit finden Sie Interner Link: hier...

Weitere Informationen zum Thema Asyl finden Sie Interner Link: hier...

Weitere Informationen zu den Schutzsuchenden finden Sie Interner Link: hier...

Informationen zu den Wanderungsbewegungen auf europäischer Ebene erhalten Sie Interner Link: hier….

Wanderungen über die Grenzen Deutschlands

Nach ausgewählten Zuwanderungsgruppen, in absoluten Zahlen, 1975 bis 2020

Personen
insgesamt
davon:
Deutsche Ausländer
insgesamt darunter:
(Spät-)
Aussiedler 1
insgesamt darunter: Asyl-
antragsteller 2
Zuzüge
2020 1.186.702 191.883 994.819 102.581
2019 3 1.558.612 212.669 1.345.943 142.509
2018 1.585.112 201.531 5.862 1.383.581 161.931
2017 1.550.721 166.703 5.769 1.384.018 198.317
2016 4 1.865.122 146.047 5.128 1.719.075 722.370
2015 2.136.954 120.713 4.748 2.016.241 441.899
2014 1.464.724 122.195 4.215 1.342.529 173.072
2013 1.226.493 118.425 2.160 1.108.068 109.580
2012 1.080.936 115.028 1.538 965.908 64.539
2011 958.299 116.604 1.829 841.695 45.741
2010 5 798.282 114.752 2.054 683.530 41.332
2009 5 721.014 114.700 2.957 606.314 27.649
2008 5 682.146 108.331 3.951 573.815 22.085
2007 680.766 106.014 3.823 574.752 19.164
2006 661.855 103.388 7.113 558.467 21.029
2005 707.352 128.051 30.779 579.301 28.914
2004 780.175 177.993 49.815 602.182 35.607
2003 768.975 167.216 61.725 601.759 50.563
2002 842.543 184.202 78.576 658.341 71.127
2001 879.217 193.958 86.637 685.259 88.287
2000 841.158 191.909 85.698 649.249 78.564
1999 874.023 200.150 95.543 673.873 95.113
1998 802.456 196.956 97.331 605.500 98.644
1997 840.633 225.335 130.415 615.298 104.353
1996 959.691 251.737 172.182 707.954 116.367
1995 1.096.048 303.347 211.601 792.701 127.937
1994 1.082.553 305.037 218.617 777.516 127.210
1993 1.277.408 287.561 217.531 989.847 322.599
1992 1.502.198 290.850 230.565 7 1.211.348 438.191
1991 1.198.978 273.633 221.995 7 925.345 256.112
1990 6 1.256.250 420.548 835.702 193.063
1987 591.765 119.429 472.336
1984 410.387 79.247 331.140
1981 605.629 104.491 501.138
1978 559.620 103.503 456.117
1975 429.064 62.969 366.095
Fortzüge
2020 966.451 220.239 746.212
2019 3 1.231.552 270.294 961.258
2018 1.185.432 261.851 923.581
2017 1.134.641 249.181 885.460
2016 4 1.365.178 281.411 1.083.767
2015 997.552 138.273 859.279
2014 914.241 148.636 765.605
2013 797.886 140.282 657.604
2012 711.991 133.232 578.759
2011 678.969 140.132 538.837
2010 5 670.605 141.000 529.605
2009 5 733.796 154.988 578.808
2008 5 737.889 174.759 563.130
2007 636.854 161.105 475.749
2006 639.064 155.290 483.774
2005 628.399 144.815 483.584
2004 697.633 150.667 8 546.966
2003 626.330 127.267 499.063
2002 623.255 117.683 505.572
2001 606.494 109.507 496.987
2000 674.038 111.244 562.794
1999 672.048 116.410 555.638
1998 755.358 116.403 638.955
1997 746.969 109.903 637.066
1996 677.494 118.430 559.064
1995 698.113 130.672 567.441
1994 767.555 138.280 629.275
1993 815.312 104.653 710.659
1992 720.127 105.171 614.956
1991 596.455 98.915 497.540
1990 6 574.378 108.908 465.470
1987 398.518 64.534 333.984
1984 604.832 59.764 545.068
1981 470.525 55.001 415.524
1978 458.769 53.016 405.753
1975 652.966 52.861 600.105
Saldo
2020 220.251 -28.356 248.607
2019 3 327.060 -57.625 384.685
2018 399.680 -60.320 460.000
2017 416.080 -82.478 498.558
2016 4 499.944 -135.364 635.308
2015 1.139.402 -17.560 1.156.962
2014 550.483 -26.441 576.924
2013 428.607 -21.857 450.464
2012 368.945 -18.204 387.149
2011 279.330 -23.528 302.858
2010 5 127.677 -26.248 153.925
2009 5 -12.782 -40.288 27.506
2008 5 -55.743 -66.428 10.685
2007 43.912 -55.091 99.003
2006 22.791 -51.902 74.693
2005 78.953 -16.764 95.717
2004 82.542 27.326 55.216
2003 142.645 39.949 102.696
2002 219.288 66.519 152.769
2001 272.723 84.451 188.272
2000 167.120 80.665 86.455
1999 201.975 83.740 118.235
1998 47.098 80.553 -33.455
1997 93.664 115.432 -21.768
1996 282.197 133.307 148.890
1995 397.935 172.675 225.260
1994 314.998 166.757 148.241
1993 462.096 182.908 279.188
1992 782.071 185.679 596.392
1991 602.523 174.718 427.805
1990 6 681.872 311.640 370.232
1987 193.247 54.895 138.352
1984 -194.445 19.483 -213.928
1981 135.104 49.490 85.614
1978 100.851 50.487 50.364
1975 -223.902 10.108 -234.010

Fußnote: 1 Personen mit Spätaussiedlerstatus sowie deren Ehegatten und Kinder.

Fußnote: 2 Abweichende Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF); vor dem Jahr 1993 fanden nicht alle Asylbewerber Eingang in die allgemeine Zuzugsstatistik; seit einschließlich 1995 nur noch Erstanträge, wobei das Antragsjahr nicht dem Ankunftsjahr entsprechen muss.

Fußnote: 3 Die Ergebnisse des Berichtsjahres 2019 enthalten vermehrt Abmeldungen von Amts wegen von EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die im Rahmen der Europawahl von Meldebehörden vorgenommen wurden. Aus diesem Grund ist die Zahl der Fortzüge nur eingeschränkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.

Fußnote: 4 Die Ergebnisse des Berichtsjahres 2016 sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Die Genauigkeit der Ergebnisse ist aufgrund von Unstimmigkeiten in Zusammenhang mit der melderechtlichen Behandlung von Schutzsuchenden eingeschränkt. / Zu- und Fortzüge deutscher Personen, deren bisheriger beziehungsweise neuer Wohnort nicht bekannt war, werden seit 2016 zusätzlich berücksichtigt.

Fußnote: 5 Zahlreiche Melderegisterbereinigungen infolge der Einführung der persönlichen Steueridentifikationsnummer. Die Ergebnisse sind mit dem jeweiligen Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar.

Fußnote: 6 Bis 1990 Westdeutschland, ab 1991 Deutschland.

Fußnote: 7 Einschließlich nichtdeutsche Angehörige von Spätaussiedlern i. S.v.§ 8 Abs.2 BVFG.

Fußnote: 8 Überhöhte Außenwanderungszahlen deutscher Personen aufgrund von Korrekturen im Land Hessen.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Wanderungen

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