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Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
28.11.2020

Erwerbstätigenquoten nach Bildungsstand und Staatsangehörigkeit

In Prozent, 15- bis 64-jährige Bevölkerung, 1993 bis 2019

Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Erwerbstätigenquoten nach Bildungsstand (Stand: 04/2020), Erwerbstätigenquoten nach Staatsangehörigkeit (Stand: 04/2020)
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Bildung ist ein zentraler Faktor, um die Erwerbstätigenquote zu erhöhen: In allen Jahren von 1992 bis 2019 lag die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung mit hohem Bildungsstand bei mehr als 80 Prozent und damit über der Quote der gleichaltrigen Bevölkerung mit einem mittleren Bildungsstand. Letztere lag wiederum durchgehend über der Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen mit niedrigem Bildungsstand. Neben dem Bildungsstand hat auch die Staatsangehörigkeit einen erheblichen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung: Die Erwerbstätigenquote der Deutschen lag in allen Jahren des Zeitraums 1995 bis 2019 über der Quote der Ausländer. Allerdings stieg die Erwerbstätigenquote der Ausländer seit dem Tiefststand im Jahr 2005 relativ stärker als die der Deutschen.

Fakten

Hinweis: Nach gegenwärtigem Stand wird die Corona-Pandemie erheblichen Einfluss auf die Zahl der Erwerbstätigen haben. Aktuelle Monatsdaten zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen finden Sie hier: Die Erwerbstätigenquote entspricht dem Anteil der Erwerbstätigen an der gleichaltrigen Bevölkerung. Bezogen auf die 15- bis unter 65-jährigen sank laut Eurostat die Erwerbstätigenquote in Deutschland zwischen 1992 und 1997 kontinuierlich von 66,6 auf 63,6 Prozent. Nach einem leichten Anstieg auf 65,7 Prozent im Jahr 2001, fiel die Quote bis 2004 auf 64,3 Prozent. Seitdem ist die Erwerbstätigenquote 15 Jahre in Folge gestiegen. 2008 lag sie zum ersten Mal bei mehr als 70 Prozent, 2019 erreichte sie mit 76,7 Prozent den bisherigen Höchststand.

Zur Gesamtentwicklung tragen die Erwerbstätigenquoten verschiedener Gruppen unterschiedlich bei. Erhebliche Abweichungen von der durchschnittlichen Erwerbstätigenquote ergeben sich zum Beispiel dann, wenn nach dem höchsten erreichten Bildungsstand unterschieden wird: Deutschlandweit lag die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung mit einem hohen Bildungsstand bei 89,0 Prozent im Jahr 2019. Bei der gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe mit einem mittleren Bildungsstand war die Quote mit 80,8 Prozent deutlich niedriger. Schließlich lag die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen mit niedrigem Bildungsstand bei lediglich 49,4 Prozent (Bildungsstand nach der Klassifikation ISCED – International Standard Classification of Education).

Der Zusammenhang zwischen hohem/mittlerem/niedrigem Bildungsstand und hoher/mittlerer/niedriger Erwerbstätigenquote gilt dabei für alle hier betrachteten Jahre – sowohl für die Bevölkerung insgesamt als auch für eine gesonderte Betrachtung von Männern und Frauen. Zudem ist der Abstand zwischen den Quoten durchgehend hoch: Im Zeitraum 1992 bis 2019 bewegte sich die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung mit niedrigem Bildungsstand zwischen den Werten 40,7 Prozent (2004) und 55,3 Prozent (2000). Bei der Bevölkerung mit mittlerem Bildungsstand lag die Erwerbstätigenquote hingegen zwischen 68,2 Prozent (2004) und 80,8 Prozent (2019). Schließlich lag die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung mit hohem Bildungsstand in den Jahren 1992 bis 2019 durchgehend bei mehr als 80 Prozent. Die Quote schwankte dabei lediglich zwischen 81,7 Prozent (1997) und 89,0 Prozent (2019). Bildung ist demnach ein zentraler Faktor, um die Erwerbstätigenquote zu erhöhen.

Die Erwerbstätigenquote der Männer ist bei allen drei Bildungsständen höher als die der Frauen. Bei Männern und Frauen mit niedrigem Bildungsstand ist dabei der Abstand zwischen den Erwerbstätigenquoten am höchsten. Beides gilt für den gesamten Zeitraum 1992 bis 2019. Allerdings haben sich die Abstände zwischen den Erwerbstätigenquoten der Männer und Frauen bei allen drei Bildungsständen deutlich verringert. Insgesamt lag im Jahr 1992 die Erwerbstätigenquote der Männer noch 20,9 Prozentpunkte über jener der Frauen (76,9 gegenüber 56,0 Prozent), bis 2019 schrumpfte der Abstand stetig auf 7,7 Prozentpunkte (80,5 gegenüber 72,8 Prozent).

Neben dem Bildungsstand hat auch die Staatsangehörigkeit einen erheblichen Einfluss auf die Erwerbsbeteiligung. Die Erwerbstätigenquote der Deutschen lag in allen Jahren des Zeitraums 1995 bis 2019 über der Quote der Ausländer. Während sich die Erwerbstätigenquote der Deutschen in dieser Zeit relativ stetig von 65,6 auf 78,4 Prozent erhöhte, entwickelte sich die Quote der Ausländer uneinheitlicher. Allerdings ist die Erwerbstätigenquote der Ausländer seit dem Tiefststand im Jahr 2005 (52,7 Prozent) relativ stärker gestiegen als die der Deutschen – auf 66,6 Prozent im Jahr 2019.

Zwischen 1995 und 2006 hat sich der Abstand zwischen den Erwerbstätigenquoten der deutschen und ausländischen Frauen insgesamt vergrößert. Seitdem schwankt er um 19 Prozentpunkte, 2019 betrug die Differenz 18,4 Prozentpunkte (75,4 gegenüber 57,0 Prozent) – dabei hatte die Erwerbstätigenquote der ausländischen Frauen 2019 das Niveau der Quote der deutschen Frauen im Jahr 1998 (jeweils 57,0 Prozent). Zwischen 2005 und 2019 erhöhte sich die Erwerbstätigenquote der ausländischen Frauen (plus 33,5 Prozent) relativ stärker als die Erwerbstätigenquote der deutschen Frauen (plus 22,6 Prozent) und auch stärker als die Quote der ausländischen bzw. deutschen Männer (plus 20,7 bzw. 12,7 Prozent).

Datenquelle

Eurostat: Online-Datenbank: Erwerbstätigenquoten nach Bildungsstand und Staatsangehörigkeit (Stand: 04/2020)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Informationen zu den Erwerbstätigenquoten nach Geschlecht und Altersgruppen erhalten Sie hier...

Erwerbstätige sind grundsätzlich alle Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die in der Bezugswoche (der EU-Arbeitskräfteerhebung) gegen Entgelt oder zur Gewinnerzielung mindestens eine Stunde gearbeitet haben sowie alle Personen, die nur vorübergehend von ihrer Arbeit abwesend sind (zum Beispiel aufgrund von Krankheit, Urlaub, Streik, Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen).

Informationen zur Erwerbstätigkeit in Europa erhalten Sie hier...

Erwerbstätigenquoten nach Bildungsstand

In Prozent, 15- bis 64-jährige Bevölkerung, 1992 bis 2019

insgesamt nach höchstem erreichten Bildungsstand
unterhalb des
Primarbereichs,
Primarbereich und
Sekundarbereich I
(Stufen 0-2)
Sekundarbereich II
u. postsekundarer,
nicht tertiärer
Bereich
(Stufen 3 und 4)
Tertiärbereich
(Stufen 5-8)
2019 76,7 49,4 80,8 89,0
2018 75,9 48,3 80,2 88,5
2017 75,2 47,6 79,5 88,1
2016 74,7 47,0 78,9 87,9
2015 74,0 46,1 78,0 87,8
2014 73,8 46,0 77,7 87,7
2013 73,5 53,3 77,0 87,6
2012 73,0 52,7 76,5 87,7
2011 72,7 52,8 76,1 87,8
2010 71,3 45,4 74,7 86,8
2009 70,3 45,3 73,9 86,3
2008 70,1 45,6 74,0 85,7
2007 69,0 44,8 73,1 85,3
2006 67,2 44,1 71,2 84,2
2005 65,5 42,3 69,4 82,8
2004 64,3 40,7 68,2 82,6
2003 64,9 42,6 69,0 82,9
2002 65,4 43,6 69,8 83,0
2001 65,7 44,9 69,9 83,2
2000 65,3 55,3 69,9 83,0
1999 64,8 54,5 69,7 82,6
1998 63,7
1997 63,6 41,7 68,5 81,7
1996 64,1 42,8 69,2 82,5
1995 64,7 45,2 69,2 83,0
1994 64,7 45,8 68,8 82,5
1993 65,1 47,7 68,8 83,4
1992 66,6 47,8 70,5 83,5

Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Erwerbstätigenquoten nach Bildungsstand (Stand: 04/2020)


Erwerbstätigenquoten nach Staatsangehörigkeit

In Prozent, 15- bis 64-jährige Bevölkerung, 1995 bis 2019

Deutsche Ausländer Personen mit der
Staatsangehörigkeit
eines EU28-Staates
(ohne Deutschland)
Personen mit der
Staatsangehörigkeit
eines Nicht-EU28-
Staates
2019 78,4 66,6 78,3 57,6
2018 77,8 64,8 77,3 55,0
2017 77,3 62,6 76,4 52,3
2016 76,5 62,2 75,7 51,4
2015 75,4 62,9 73,9 54,2
2014 75,1 62,8 73,4 54,7
2013 74,8 62,5 72,4 54,9
2012 74,2 62,1 71,9 55,0
2011 74,0 60,9 71,0 53,8
2010 72,7 58,3 68,4 51,6
2009 71,9 57,4 67,8 50,6
2008 71,7 57,3 68,1 50,0
2007 70,5 55,9 67,2 48,4
2006 68,7 53,9 65,5 46,3
2005 66,9 52,7
2004 65,5 52,8
2003 66,1 54,4
2002 66,4 56,0
2001 66,6 57,3
2000 66,3 56,0
1999 65,9 54,7
1998 64,8 53,2
1997 64,7 53,0
1996 65,1 54,8
1995 65,6 57,0

Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Erwerbstätigenquoten nach Staatsangehörigkeit (Stand: 04/2020)


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