Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Frédéric Blaeschke, Hans-Werner Freitag

Bildungsförderung

Um die Chancengleichheit der Bildungsteilhabe zu erhöhen, hat der Staat verschiedene Förderprogramme geschaffen. Bei den zahlenmäßig bedeutsamsten Förderungen handelt es sich um Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG).

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Info 4

Ausbildungsförderung – BAföG

Die Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist eine staatliche finanzielle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Sie ermöglicht Personen, unabhängig von ihrer familiären Herkunft einer Ausbildung nach eigener Neigung, Eignung und Leistung nachzugehen. Seit 2015 finanziert allein der Bund die Förderung.

Schülerinnen und Schüler, die berufsqualifizierende Abschlüsse oder weiterführende Schulabschlüsse erreichen möchten, können Leistungen nach BAföG ("Schüler-BAföG") beantragen. Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen können ab der 10. Klasse eine Förderung erhalten, wenn sie aus zwingenden Gründen nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. Die Leistungen für Schülerinnen und Schüler werden vollständig als Zuschuss gewährt.

Studierende an Hochschulen und an einigen Akademien können Leistungen beantragen. Diese werden je zur Hälfte in Form eines Zuschusses und eines unverzinslichen Darlehens gezahlt. In bestimmten Fällen wird lediglich ein verzinsliches Darlehen gewährt, beispielsweise als Hilfe zum Erreichen des Studienabschlusses nach Ende der Förderungshöchstdauer.

Die Bedarfssätze des BAföG bilden die Grundlage der Förderhöhe. Sie wird in Abhängigkeit zur Ausbildungsform und zu persönlichen sowie finanziellen Lebensumständen berechnet. Dadurch ist es möglich, entweder eine Vollförderung – also den maximalen Betrag – oder eine Teilförderung zu erhalten.

Die 1996 eingeführte Aufstiegsförderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) soll Nachwuchskräften bei der Finanzierung von Weiterbildungen für einen beruflichen Fortbildungsabschluss helfen. Eine Förderung ("Aufstiegs-BAföG") können Personen erhalten, die an Fortbildungen öffentlicher und privater Träger in Voll- oder Teilzeit teilnehmen. Die Fortbildungen müssen mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und fachlich gezielt auf öffentlich-rechtliche Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder auf gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht vorbereiten.

Das "Aufstiegs-BAföG" wird zu 40 % als Zuschuss gewährt, zu dem zusätzlich ein zinsgünstiges Darlehen beantragt werden kann. Die Finanzierung umfasst unabhängig vom Einkommen und Vermögen vor allem die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und die Materialkosten für Meisterprüfungsprojekte. Zusätzlich können Personen in Vollzeitmaßnahmen Unterhaltsförderungen in Abhängigkeit vom eigenen Einkommen und Vermögen erhalten.

Förderung für Schülerinnen und Schüler

Im Jahr 2018 erhielten insgesamt 209.000 Schülerinnen und Schüler BAföG. Rund 113.000 von ihnen besuchten Berufsfachschulen und 23.000 von ihnen Fachschulen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Weitere 46.000 der geförderten Schülerinnen und Schüler waren auf allgemeinbildenden Schulen. Seit 2008 ist die Zahl der geförderten Schülerinnen und Schüler um 33 % gesunken. Zu beachten ist hierbei, dass in diesem Zeitraum Schätzungen zufolge die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren, die ohne Betrachtung der Einkommens- und Vermögenssituation förderfähig wären, um 19 % zurückging. Der Anteil der geförderten Schülerinnen und Schüler an der förderfähigen Schülerschaft verringerte sich von 10 auf 9 %. Insgesamt wendete der Bund im Jahr 2018 rund 705 Millionen Euro für das "Schüler-BAföG" auf. Den Förderhöchstbetrag bekamen 69 % der geförderten Schülerinnen und Schüler, während ein knappes Drittel eine Teilförderung erhielt. Der durchschnittliche Förderbetrag ist im Zehnjahresvergleich um insgesamt 41 % auf eine monatliche Förderhöhe von 454 Euro angestiegen.
Durchschnittliche Gefördertenzahlen und FörderbetragDurchschnittliche Gefördertenzahlen und Förderbetrag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

BildungsförderungBildungsförderung Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Förderung für Studierende

Im Jahr 2018 wurden rund 518.000 Studierende durch BAföG gefördert. Darunter waren 343.000 an Universitäten und 170.000 an Fachhochschulen eingeschrieben. Die Anzahl der geförderten Studierenden ist von 2008 auf 2012 deutlich angestiegen (+ 31 %), war aber seitdem um 23 % rückläufig. Die Zahl der Studierenden in der Regelstudienzeit eines Erst- oder konsekutiven Masterstudiums, die ohne Betrachtung der Einkommens- und Vermögenssituation förderfähig wären, ist Schätzungen zufolge in den letzten zehn Jahren um 37 % gestiegen. Der Anteil der BAföG-geförderten Studierenden an allen förderfähigen Studierenden in der Regelstudienzeit ging von 38 auf 28 % zurück. Insgesamt wurden 2018 vom Bund für die Studierendenförderung 2 Milliarden Euro aufgewendet. Rund 58 % aller geförderten Studierenden erhielten eine Teilförderung. Eine Vollförderung bekamen rund 42 % der Unterstützten. Seit 2008 gab es vier BAföG-Änderungsgesetze, die unter anderem Erhöhungen der Bedarfssätze und der (Eltern-)Einkommensfreibeträge beinhalteten. In diesen zehn Jahren stieg die durchschnittliche Förderhöhe je Monat von 398 auf 493 Euro im Jahr 2018 an.

Aufstiegsfortbildungsförderung

Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) wurden im Jahr 2018 für insgesamt 167.000 Personen bewilligt. Darunter waren rund 37 % Frauen und 63 % Männer. Von den geförderten Frauen absolvierten 55 % ihre Fortbildung in Vollzeit und 45 % in Teilzeit. Von den unterstützten Männern besuchten 48 % eine Vollzeit- und 52 % eine Teilzeitfortbildung. Die Geförderten waren überwiegend zwischen 20 und 35 Jahre alt. Die häufigsten geförderten Fortbildungsberufe waren bei den Männern im Jahr 2018 Industriemeister Metall, gefolgt vom staatlich geprüften Maschinenbautechniker und staatlich geprüften Elektro-Techniker. Von allen geförderten Frauen ließen sich die meisten zur staatlich anerkannten Erzieherin, zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin und zur geprüften Bilanzbuchhalterin fortbilden. Der finanzielle Aufwand betrug 2018 insgesamt 666 Millionen Euro (davon 42 % Zuschüsse und 58 % Darlehen). Im Vergleich zu 2008 hat sich der finanzielle Aufwand um 75 % erhöht.

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