Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Markus M. Grabka, Christoph Halbmeier

Vermögen nach sozialer Position

Das Ausbildungsniveau und der ausgeübte Beruf haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Einkommens einer Person und damit auch auf ihre Sparmöglichkeiten. Somit lassen sich Unterschiede in der Höhe des Nettovermögens zwischen Personen mit unterschiedlicher sozialer Position erwarten.

Generell gilt, dass mit steigender beruflicher Position auch das Nettovermögen zunimmt. Altersbedingt stehen Auszubildende oder Praktikantinnen und Praktikanten erst am Anfang ihrer beruflichen Karriere. Entsprechend niedrig fällt das Nettovermögen mit im Schnitt 8.000 Euro aus. Un- oder angelernte Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellte wiesen im Jahr 2017 ein durchschnittliches Nettovermögen von rund 44.000 Euro auf, bei Facharbeiterinnen und Facharbeitern waren es 70.000 Euro. Vorarbeiter, Meisterinnen und Angestellte mit qualifizierten Tätigkeiten besaßen im Schnitt 123.000 Euro, während Angestellte mit umfassenden Führungsaufgaben ein durchschnittliches individuelles Nettovermögen von knapp 307.000 Euro erreichten. Untergliedert nach Dienstgraden zeigt sich, dass Beamtinnen und Beamte im einfachen oder mittleren Dienst ein Nettovermögen von gut 81.000 Euro und damit etwa so viel aufwiesen wie Facharbeiterinnen und Facharbeiter. Beamtinnen und Beamte des gehobenen oder höheren Dienstes hingegen hielten ein Nettovermögen von etwa 181.000 Euro und damit deutlich mehr als Angestellte mit qualifizierten Tätigkeiten.
Individuelles Nettovermögen nach sozialer Stellung 2017Individuelles Nettovermögen nach sozialer Stellung 2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Am höchsten fällt das Vermögen von Selbstständigen aus. Zum einen sind Selbstständige zumeist nicht gesetzlich rentenversichert und betreiben stärker private Altersvorsorge in Form von privaten Versicherungen oder Immobilien, zum anderen ist dies dem Betriebsvermögen selbst geschuldet. Bei Selbstständigen ohne Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter lag das Nettovermögen bei etwa 216.000 Euro; es stieg auf knapp 335.000 Euro bei Selbstständigen mit bis zu neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nahm den höchsten Wert von etwa 1,4 Millionen Euro bei Selbstständigen mit mehr als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an.

Über ein geringes Nettovermögen verfügten Arbeitslose mit rund 14.000 Euro. Bei diesen dürfte vorhandenes Vermögen auch zur Glättung des Konsums herangezogen worden sein, um den Ausfall des Erwerbseinkommens zu kompensieren. Zudem gilt, dass bei Bezieherinnen und Beziehern von Arbeitslosengeld II zunächst privates Vermögen zum Teil aufgebraucht werden muss, bevor staatliche Transferleistungen bewilligt werden. Nichterwerbstätige hielten ein Nettovermögen von etwa 76.000 Euro. Letztlich ist noch die Gruppe der Rentnerinnen und Pensionäre zu nennen, deren Nettovermögen bei im Schnitt 150.000 Euro im Jahr 2017 lag.

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