Datenreport 2021.

10.3.2021 | Von:
Tatjana Mika, Tino Krickl

Stagnierende Rentenhöhen

Von zentralem Interesse bei der Auswertung ist die Höhe der von der gesetzlichen Rentenversicherung bezogenen Rente. Um über die gesamten Rentenzugangsjahre hinweg vergleichbare Renten für die Geburtskohorten zu haben, wurde der ab Juli 2020 gültige Rentenwert zur Berechnung herangezogen. Die Werte zeigen also an, in welcher Höhe eine Rente ab dem 1. Juli 2020 gezahlt worden ist.

Die Renten der westdeutschen Frauen sind mit Abstand am niedrigsten und bewegen sich im Durchschnitt zwischen knapp 800 und 900 Euro. Sie haben dafür als einzige eine leicht steigende Tendenz im Vergleich der Geburtskohorten. Nach einem geringen Rückgang bei den Geburtsjahrgängen 1944 bis 1946, die von durchschnittlich sehr hohen Abschlägen für vorzeitigen Rentenbezug betroffen waren, sind die Werte in der Tendenz vom Geburtsjahrgang 1941 zu 1952 um etwa 10 % angestiegen. Für alle anderen Rentner und Rentnerinnen ist eine negative Tendenz zu bemerken, die ab dem Geburtsjahrgang 1946 in Stagnation übergeht. Westdeutsche Männer und ostdeutsche Frauen erreichten am Ende der Entwicklung im Geburtsjahrgang 1952 wieder das Niveau der 1943 Geborenen.
Durchschnittliche Rentenhöhe von Männern und Frauen in Ost- und Westdeutschland 2001–2019 im Vergleich der Geburtsjahrgänge 1941–1952 — in EuroDurchschnittliche Rentenhöhe von Männern und Frauen in Ost- und Westdeutschland 2001–2019 im Vergleich der Geburtsjahrgänge 1941–1952 — in Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

In Ostdeutschland fielen für den Geburtsjahrgang 1941 die Renten höher aus als in Westdeutschland, und zwar für Männer und Frauen gleichermaßen. Die geschlechtsspezifische Rentenlücke betrug in diesem Jahrgang in Ostdeutschland 260 Euro (18 %). Sie schrumpfte im Vergleich der Geburtsjahrgänge auf nur noch 110 Euro (8,5 %), vor allem weil die Renten der Männer deutlich sanken, während die Renten der Frauen für den letzten Geburtsjahrgang wieder leicht stiegen. Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen in Westdeutschland blieb dagegen beträchtlich größer, sank aber von 44 auf 35 %. Dies ist wesentlich auf das Steigen der Altersrenten der Frauen zurückzuführen.

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