Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
10.8.2020

Geborene und Gestorbene

In Tausend, 1950 bis 2019

Quelle: GENESIS-Online: Lebendgeborene, Totgeborene, Gestorbene (04/2020)
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Insgesamt hat sich die Zahl der Geburten in Deutschland zwischen 1964 und 2011 etwa halbiert – von 1,36 Millionen auf 663.000. Die Zahl der Gestorbenen ist zwischen 1950 und 1975 insgesamt gestiegen (von 748.000 auf 990.000), in den Folgejahren dann aber auch gesunken (2004: 818.000). Im Jahr 2018 starben 954.900 Menschen, ihnen standen 787.500 Lebendgeborene gegenüber. Der Überschuss an Gestorbenen lag demnach bei 167.400. Seit 1972 sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als geboren werden.

Fakten

Der als "Baby-Boom" bezeichnete Anstieg der Geburtenzahl nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreichte mit 1,36 Millionen Geburten im Jahr 1964 seinen Höhepunkt. In den Folgejahren nahm die Zahl der Geburten ab. 1972 sank die Geburtenzahl erstmals seit 1949 unter eine Million, 1975 lag sie bei rund 782.000. Nach einem wellenförmigen Anstieg der jährlichen Geburtenzahlen auf 906.000 im Jahr 1990, setzte in den Folgejahren wieder ein Geburtenrückgang ein, der sich ab 1997 verstetigte. Im Jahr 2011 wurde mit 663.000 Lebendgeborenen die niedrigste Geburtenzahl seit 1946 registriert. Seitdem ist die Zahl wieder gestiegen – auch weil die Kinder der Babyboomer-Generation selber Kinder bekommen. Im Jahr 2018 lag die Geburtenzahl bei 787.500.

Die Zahl der Gestorbenen ist zwischen 1950 und 1975 tendenziell gestiegen und in den darauffolgenden 30 Jahren insgesamt rückläufig gewesen (1950: 748.000 / 1975: 990.000 / 2005: 830.000). Abseits der Schwankungen im Zeitverlauf erhöhte sich die Zahl der Gestorbenen zwischen 2004 und 2018 von 818.000 auf 955.000. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Totgeborenen zwischen 1950 und 2018 von knapp 25.000 auf rund 3.000. Im Jahr 1950 starben von den lebendgeborenen Kindern 9,0 Prozent im ersten Lebensjahr. 1960 waren es noch 5,0 Prozent und 1970 2,4 Prozent. 2018 starben lediglich 0,26 Prozent der Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr, darunter 0,15 Prozent in den ersten sieben Lebenstagen.

Bis 1971 reichte die Zahl der Lebendgeborenen aus, um die Zahl der Gestorbenen zu kompensieren. Seit 1972 sind in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen gestorben als geboren wurden – Bevölkerungszuwächse basieren seitdem also auf Zuwanderung. Den größten Überschuss an Gestorbenen – knapp 212.000 – gab es bisher im Jahr 2013. Von den zehn Jahren mit dem größten Überschuss an Gestorbenen entfielen acht auf den Zeitraum 2008 bis 2018.

Im Jahr 2018 starben 954.900 Menschen, ihnen standen 787.500 Lebendgeborene gegenüber. Der Überschuss an Gestorbenen lag demnach bei 167.400. Ohne Zuwanderung wäre die Bevölkerungszahl seit 1972 um 5,55 Millionen geschrumpft. Allein im 10-Jahres-Zeitraum 2009 bis 2018 lag der Überschuss an Gestorbenen bei durchschnittlich 174.200 pro Jahr.

Datenquelle

GENESIS-Online: Lebendgeborene, Totgeborene, Gestorbene (04/2020); Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2010 bis 2019

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Informationen zur Kinderlosigkeit und Kinderzahl erhalten Sie hier...

Informationen zum Verhältnis zwischen natürlicher Bevölkerungsentwicklung und dem Wanderungssaldo erhalten Sie hier...

Die Geburtenstatistik erfasst lebend- und totgeborene Kinder. Soweit nichts anderes erwähnt ist, bezieht sich der Text auf die Lebendgeborenen.

Die Anzahl der Geburten hängt nicht nur von der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau ab, sondern wird auch durch den Umfang der Elterngeneration bestimmt. Wenn die Geburtenziffer bei einem Wert von unter "2,1" liegt (wenn also die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommt, bei weniger als 2,1 liegt), sinkt auch die Zahl potenzieller Mütter in der Zukunft. Informationen zur Geburtenziffer erhalten Sie hier...

Geborene und Gestorbene

In absoluten Zahlen, 1950 bis 2019

Lebendgeborene Totgeborene
insgesamt davon:
männlich nichtehelich
in abs.
Zahlen
in abs.
Zahlen
Anteil,
in Prozent
in abs.
Zahlen
Anteil,
in Prozent
in abs. Zahlen
2019 1 778.129 399.315 51,3 3.172
2018 787.523 404.052 51,3 266.896 33,9 3.030
2017 784.901 402.510 51,3 272.724 34,7 3.003
2016 792.141 405.585 51,2 281.132 35,5 2.914
2015 737.575 378.478 51,3 257.903 35,0 2.787
2014 714.927 366.835 51,3 250.074 35,0 2.597
2013 682.069 349.820 51,3 237.562 34,8 2.556
2012 673.544 345.629 51,3 232.383 34,5 2.400
2011 662.685 339.899 51,3 224.744 33,9 2.387
2010 677.947 347.237 51,2 225.472 33,3 2.466
2005 685.795 351.757 51,3 200.122 29,2 2.487
2000 766.999 393.323 51,3 179.574 23,4 3.084
1995 765.221 392.729 51,3 122.876 16,1 3.405
1990 905.675 465.379 51,4 138.755 15,3 3.202
1985 813.803 417.248 51,3 132.032 16,2 3.601
1980 865.789 444.148 51,3 102.921 11,9 4.954
1975 782.310 402.790 51,5 66.114 8,5 6.120
1972 901.657 463.472 51,4 74.885 8,3 8.415
1970 1.047.737 537.922 51,3 75.802 7,2 10.853
1965 1.325.386 682.200 51,5 76.543 5,8 16.566
1964 1.357.304 698.046 51,4 80.631 5,9 17.565
1960 1.261.614 648.928 51,4 95.321 7,6 19.814
1955 1.113.408 575.079 51,7 102.555 9,2 22.060
1950 1.116.701 578.191 51,8 117.934 10,6 24.857
Gestorbene 2 Überschuss der
Geborenen bzw.
Gestorbenen (-)
insgesamt davon:
im 1. Lebensjahr in den ersten
7 Lebenstagen
in abs.
Zahlen
in abs.
Zahlen
Anteil,
in Prozent
in abs.
Zahlen
Anteil,
in Prozent
in abs. Zahlen
2019 1 939.536 -161.407
2018 954.874 2.505 0,26 1.410 0,15 -167.351
2017 932.272 2.566 0,28 1.406 0,15 -147.371
2016 910.902 2.698 0,30 1.516 0,17 -118.761
2015 925.200 2.405 0,26 1.352 0,15 -187.625
2014 868.356 2.284 0,26 1.310 0,15 -153.429
2013 893.825 2.250 0,25 1.173 0,13 -211.756
2012 869.582 2.202 0,25 1.176 0,14 -196.038
2011 852.328 2.408 0,28 1.250 0,15 -189.643
2010 858.768 2.322 0,27 1.175 0,14 -180.821
2005 830.227 2.696 0,32 1.330 0,16 -144.432
2000 838.797 3.362 0,40 1.594 0,19 -71.798
1995 884.588 4.053 0,46 -119.367
1990 921.445 6.385 0,69 2.488 0,27 -15.770
1985 929.649 7.419 0,80 -115.846
1980 952.371 10.779 1,13 5.582 0,59 -86.582
1975 989.649 14.760 1,49 -207.339
1972 965.689 19.444 2,01 -64.032
1970 975.664 23.547 2,41 15.958 1,64 72.073
1965 907.882 31.907 3,51 417.504
1964 870.319 35.289 4,05 486.985
1960 876.721 44.105 5,03 24.900 2,84 384.893
1955 795.938 317.470
1950 748.329 67.175 8,98 368.372

1 vorläufig

2 ohne Totgeborene


Quelle: GENESIS-Online: Lebendgeborene, Totgeborene, Gestorbene (04/2020); Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2010 bis 2019


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