Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Konfliktporträts

In diesem Kapitel werden zahlreiche akute innerstaatliche Konflikte vorgestellt. Die Konfliktporträts geben einen Überblick über die aktuelle Situation, über Ursachen und Hintergründe, über Bearbeitungs- und Lösungsansätze sowie über den Ursprung und die Geschichte der Konflikte.

Deutscher ISAF-Soldat in Straßburg

Lutz Schrader

Innerstaatliche Konflikte – aktuelle Situation und Trends

Zwar ist 2017 und 2018 die Zahl gewaltsamer Krisen und Kriege im Vergleich zum Vorjahr insgesamt konstant geblieben. Doch eine Umkehr des seit zehn Jahren ansteigenden Trends ist nicht in Sicht. Besonders beunruhigend ist die zunehmende Unversöhnlichkeit und Brutalität der Konflikte.

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Vertreter der US-Regierung und der Taliban am Verhandlungstisch in Doha/Katar 25.02.2020

Thomas Ruttig

Afghanistan

Ein Abkommen zwischen USA und Taliban von Februar 2020 sieht den Abzug der US-Truppen bis April 2021 vor. Bedingung sind innerafghanische Friedensgespräche. Die Gewalt hat sich seitdem kaum abgeschwächt. Ein einseitiger US-Abzug bei sich hinziehenden oder scheiternden Verhandlungen könnte zum Systemzusammenbruch führen.

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Sicherheitskräfte nach einer islamistischen Demonstration in den Straßen Alexandrias (03.01.2014).

Ola Kubbara, Jan Claudius Völkel

Ägypten

Die ägyptische Regierung geht hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor. Auf anhaltende Terroranschläge auf der Sinai-Halbinsel und in Kairo reagiert sie vor allem militärisch. Die wirtschaftliche Misere, einer der Hauptgründe für die Konfliktanfälligkeit des Landes, verschärft sich durch die Covid-19-Pandemie weiter.

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Zwei junge Frauen laufen vor einem Wandbild vorbei, das zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen in der Covid-19-Pandemie aufruft.

Jan Claudius Völkel

Äthiopien

Seit dem Amtsantritt von Premierminister Abiy Ahmed Ali leidet Äthiopien am "Fluch der Transformation". Angesichts seines mutigen Reformkurses fürchten die alten Eliten um ihre Pfründe und lassen ethno-nationalistische Konflikte im Vielvölkerstaat eskalieren. Eine Heuschreckenplage und Covid-19 wirken als Konfliktbeschleuniger.

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Anhänger der Nationalen Liga für Demokratie bei einer Kundgebung vor den Parlamentswahlen in Myanmar im Oktober 2020.

Mandy Fox

Birma/Myanmar

In Myanmar nehmen die Kämpfe zwischen Armee und ethnischen bewaffneten Gruppen an Intensität zu. Die Folge sind fast 450.000 Binnenvertriebene und 750.000 Geflüchtete in den Nachbarländern. Die noch junge zivile Regierung versucht, sich mit dem Militär zu arrangieren.

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Geflüchtete aus Burundi bei ihrer Rückkehr aus Ruanda in Gasenyi/Burundi, 27.08.2020.

Julia Grauvogel

Burundi

Spätestens seit dem Konflikt um eine dritte Amtszeit 2015 unterdrückt das burundische Regime Opposition und Zivilgesellschaft. Der neue Präsident Ndayishimiye hat bisher keinen Kurswechsel vorgenommen. Anders als in den 1990er Jahren sind die aktuellen Auseinandersetzungen vor allem politischer und nicht ethnischer Natur.

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Buddhistische Mönche auf einem Protestmarsch fordern die Unabhängigkeit Tibets vor internationalen Journalisten in Gansu, China.

Kristin Kupfer

China - Tibet

Mit der weitreichenden Zerstörung des buddhistischen Klosters und Studienzentrums Larung Gar in den mehrheitlich von Tibetern bewohnten westlichen Provinz Sichuan außerhalb der Autonomen Region Tibet (TAR) hat China signalisiert: Es beabsichtigt, den Konflikt allein nach seinen Vorstellungen "lösen" zu wollen.

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Eine uigurische Frau mit Kind passiert ein zerstörtes Auto in der Regionshauptstadt Ürümqi (15.07.2009).

Kristin Kupfer

China - Xinjiang

Durch einen massiven Ausbau des Sicherheitsapparats und Repression hat die chinesische Führung gewalttätige Attacken gegen Han-Chinesen und staatliche Einrichtungen eingedämmt. Seit Beginn des Jahres 2017 greift die lokale Regierung massiv in die Lebensgestaltung der muslimischen Uiguren ein.

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Ein schwerer Metallzaun mit Stacheldraht an der Schwarzmeerküste von Adler-Sotschi markiert am 18.06.2017 die Grenze zwischen Russland und der autonomen Republik Abchasien.

Marion Kipiani

Georgien

Die Situation an der De-facto-Grenze zwischen Georgien und den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien ist seit dem georgisch-russischen Krieg im August 2008 weitgehend ruhig. Doch bleibt die Lage angesichts der Unvereinbarkeit der Positionen und der zahlreichen Behinderungen des kleinen Grenzverkehrs angespannt.

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Militär und Polizei präsentieren knapp 1,5 Tonnen Kokain, die sie bei drei Operationen gegen den Drogenhandel in Honduras sichergestellt haben, bevor sie vernichtet werden, 01.03.2019.

Wolfgang Knoblauch

Honduras

Honduras gehört angesichts grassierender Korruption und massiver Banden- und Drogenkriminalität zu den unsichersten Ländern Lateinamerikas. Regierung und Polizei sind kaum bereit und in der Lage, das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen. Kritische Journalistinnen, Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivistinnen werden bedroht und ermordet.

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Ausgebranntes Haus in einer Geschäftsstraße in Mustafabad / Neu Dehli.

Thorsten Wojczewski

Indien

Nach der Wiederwahl von Premierminister Modi im Mai 2019 kam es nach zwei Verfassungsänderungen seiner Regierung zu landesweiten Zusammenstöße zwischen Hindus und Moslems. Außerdem halten die ethno-politischen Konflikte bei niedriger Intensität an, vor allem der maoistische "Volksbefreiungskrieg" sowie die Autonomie- und Sezessionsbestrebungen im Nordosten.

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Protestierende auf dem Tahrir-Platz in Bagdad.

Achim Rohde

Irak

Die neue Regierung unter Ministerpräsident Al-Kadhimi bemüht sich, das Land wirtschaftlich zu stabilisieren, die Milizen zu schwächen und den Einfluss ausländischer Akteure zu begrenzen. Doch der Wiederaufbau der vom IS befreiten Gebiete lässt auf sich warten – und die Sicherheitslage bleibt prekär.

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Flüchtlingslager in der Amran-Provinz im Nordjemen am 25.11.2019: 3,65 Mio. Binnenflüchtlinge werden in Lagern versorgt.

Marie-Christine Heinze, Sebastian Sons

Jemen

Seit 2015 tobt ein Mehrfrontenkrieg im Jemen, in den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interveniert haben. Eine politische Lösung ist in weite Ferne gerückt. Mit der Ausbreitung von Covid-19 droht dem Land eine weitere humanitäre Katastrophe.

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Kaschmiris rufen anti-indische Slogans während einer Demonstration in Srinagar, 21. August  2010.

Sandra Destradi

Kaschmir

Die Lage in Kaschmir ist angespannt wie schon lange nicht mehr. Von Pakistan unterstützte Terrorgruppen haben mehrfach indische Militärstützpunkte angegriffen. Im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs löste die Tötung eines Rebellenführers Unruhen aus, die von Sicherheitskräften massiv unterdrückt wurden.

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Bei den Kongresswahlen im März 2018 wurde die rechtskonservative Partei des ehemaligen Präsidenten Uribe stärkste Kraft, während die Partei des amtierenden Präsidenten Santos zu den Verlierern zählt. Die Partei FARC blieb weit abgeschlagen bei weniger als 1% der Stimmen.

Christiane Schwarz und Alexandra Huck

Kolumbien

Im November 2016 unterzeichneten die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla nach über 50 Jahren der bewaffneten Auseinandersetzung einen Friedensvertrag. Die Umsetzung ist von erheblichen politischen Widerständen gekennzeichnet. Die kleinere ELN-Guerilla, paramilitärische Gruppen und bewaffnete Drogenbanden sind weiter aktiv.

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Wahlurne mit Stimmzetteln und Wahlhelfer in einer Schule in Kinshasa im Dezember 2018

Nadine Ansorg

Demokratische Republik Kongo

Nach dem Machtwechsel im Januar 2019 zieht der ehemalige Präsident Kabila weiterhin die Fäden. Der neue Präsident Tshisekedi, der nur durch die Manipulation der Wahlergebnisse an die Macht kam, versucht sich von Kabila zu emanzipieren und auf politische Reformen hinzuarbeiten.

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Pristina am 28.11.2015: Oppositionelle Proteste gegen das Abkommen zwischen Serbien und Kosovo.

Julia Nietsch

Kosovo

In einem Klima nationalistischer Rhetorik und wechselseitiger Provokationen gab es 2016/2017 kaum Fortschritte im von der EU vermittelten Dialogprozess zwischen Kosovo und Serbien. In der Folge blieb auch die Integration der serbischen Minderheit schwierig. Kosovo-Albaner und Kosovo-Serben leben weitgehend getrennt voneinander.

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Kämpferinnen und Kämpfer der PKK stehen in einer Reihe, Kirkuk, Irak.

Moritz A. Mihatsch

Kurdenkonflikt

Die Lage der Kurden ist 2020 weiterhin schwierig. In keinem der vier Hauptheimatländer der Kurden ist eine Konfliktlösung absehbar, auch weil der Kurdenkonflikt von anderen internen und regionalen Konflikten überlagert wird. Die Corona Krise verschärft die wirtschaftliche und humanitäre Lage zusätzlich.

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27.03.2018, Libanon, Baalbek: Syrische Flüchtlinge bereiten in einem Flüchtlingslager das Mittagssen für ihre Kinder vor.

Diana Hodali

Libanon

Obwohl der Libanon tief in den Syrien-Krieg verstrickt ist, bewahrt das Land mühsam seine Stabilität. Die innenpolitischen Probleme haben die rivalisierenden Parteien immer noch nicht im Griff. Im Mai wird seit 2009 das erste Mal neu gewählt.

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Vor zerstörten Häusern liegen leere Patronenhülsen

Wolfram Lacher

Libyen

Seit dem gewaltsamen Sturz von Diktator Gaddafi 2011 ist Libyen weitgehend ohne staatliche Autorität. In zwei Bürgerkriegen (2014 und 2019) konnte keine Konfliktpartei die Oberhand gewinnen. Die Interventionen von Regional- und Großmächten spielen eine immer entscheidendere Rolle im Konflikt.

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Anhänger/-innen der Opposition während einer Kundgebung in Bamako, Mali.

Helga Dickow

Mali

Der Konflikt in Mali ist eine Kombination aus dem Aufbegehren der Tuareg im Norden, einer sozio-ökonomischen Krise und der dschihadistischen Expansion in der gesamten Sahel-Zone. Trotz des Friedensabkommens von 2015 greift die Destabilisierung immer weiter vom Norden auf die Mitte des Landes über.

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Zahlreiche Einschusslöcher am Rathaus von Villa Unión nach einem Kampf zwischen mexikanischen Sicherheitskräften und Kartellmitgliedern.

Karsten Bechle

Mexiko

In Mexiko ist kein Ende der Gewalt in Sicht. Die zunehmende Fraktionierung des organisierten Verbrechens und die Diversifizierung der kriminellen Tätigkeitsfelder weit über den Drogenhandel hinaus machen das Konfliktgeschehen immer unübersichtlicher. Der Staat steht den bewaffneten Gruppen meist hilflos gegenüber.

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Armenische Flaggen wehen auf frischen Gräbern auf dem Yerablur Militärfriedhof bei Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, 20.11.2020.

Uwe Halbach

Nagorny-Karabach

Im September 2020 ist der seit 1994 schwelende Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das überwiegend von Armeniern besiedelte Berg-Karabach in einen offenen Krieg eskaliert. Nach erheblichen Gebietsverlusten Armeniens und massivem Druck Russlands willigten beide Parteien in einen Waffenstillstand ein.

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19.02.2016: In Ost-Jerusalem verletzt der 20-jährige Palästinsenser Mohammed Abu Khalaf zwei Grenzpolizisten mit einem Messer und wird daraufhin von Sicherheitskräften erschossen. Das Bild zeigt den Tatort nach der Tat.

Margret Johannsen

Nahost

Fünfzig Jahre nach dem Sechstagekrieg gibt es keine Anzeichen für die Beilegung des Konflikts. Gewaltakte jüdischer Siedler, Angriffe meist junger Palästinenser sowie die humanitäre Krise im Gazastreifen kennzeichnen die Lage. Neu sind erste Schritte der Wiederannäherung zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas.

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Boko Haram-Terroristen auf einem Plakat in Maiduguri, Nigeria.

Heinrich Bergstresser

Nigeria

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas sieht sich zahlreichen Gewaltkonflikten sowie tiefen politischen, sozioökonomischen und kulturellen Spaltungen gegenüber. Präsident Buhari, der einstige Putschist, Juntachef und Förderer der Islamisierung Nordnigerias, bleibt auch in seiner zweiten und letzten Amtszeit lediglich Sachverwalter des krisengeschüttelten Landes.

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Gepanzerte Fahrzeuge und ein Rettungsboot während einer militärischen Übung der russischen Armee im Kaukasus.

Regine Heller

Nordkaukasus

Unter der abklingenden terroristischen Gewalt treten alte und neue Konfliktlinien zutage, die den Nordkaukasus zu einem permanenten Unruheherd machen. Grund ist ein gefährlicher Mix aus ethno-politischen Spannungen zwischen den Nordkaukasusrepubliken und die Entfremdung zwischen den von Moskau ferngesteuerten Regierungen und der Bevölkerung.

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Pakistanische Rettungstruppen erreichen das Marriott-Hotel in Islamabad, auf das am 20.08.2008 ein Bombenanschlag verübt wurde.

Thorsten Wojczewski

Pakistan

Mit der Amtsenthebung von Premierminister Nawaz Sharif wegen Korruptionsvorwürfen im Juni 2017 hat Pakistans demokratische Konsolidierung einen weiteren Dämpfer erhalten. Durch zwei Großoffensiven gegen Aufständische und Terroristen konnte indes kurzzeitig ein Rückgang der Gewalt im Land bewirkt werden.

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Philippinische Islamisten der "Moro Islamic Liberation Front" im Jahr 2012.

Jan Martin Vogel

Philippinen - Bangsamoro

Die Autonomieregelung für den muslimischen Teil der philippinischen Region Mindanao eröffnet die Chance auf ein Ende des bewaffneten Konflikts. In der dreijährigen Übergangsperiode stehen die neuen Eliten, die aus der Unabhängigkeitsbewegung MILF hervorgegangen sind, vor der Herausforderung, einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen.

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Wahllokal in Mbare, Harare, 1. August 2013.

Beatrice Schlee

Simbabwe

Der vom Militär als Interimspräsident eingesetzte Emmerson Mnangagwa steht für die Fortsetzung der Alleinherrschaft der Zanu-PF. Er versucht, das Regime vor allem durch eine wirtschaftliche Öffnung zu stabilisieren. Bislang laufen die Forderungen von Opposition und Zivilgesellschaft nach demokratischen Reformen ins Leere.

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Somalische Soldaten am Ort eines Selbstmordattentats mit einer Autobombe in der Nähe des Hafens von Mogadischu, 04.07.2020

Dominik Balthasar

Somalia

Die Hoffnung, dass der im Februar 2017 gewählte Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed "Farmajo" dem Land zu Frieden, Stabilität und Entwicklung verhelfen kann, haben sich kaum erfüllt. Zahlreiche Herausforderungen mit Blick auf eine Friedenslösung, den Staatsaufbau und die Armutsreduzierung bleiben bestehen.

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April 2017: Tausende Sudanesen marschieren stundenlang zu einer Essenausgabe in Malualkuel, Südsudan. Die Zahl der von Hunger bedrohten Menschen wird auf 4,8 Mio. geschätzt.

Gihan Abdalla

Südsudan

Die Neugründung des südsudanesischen Staates 2011 mündete in einen Bürgerkrieg. Die Hauptursache ist in der Dominanz der Elite aus der Volksgruppe der Dinka zu suchen, die Staat und Wirtschaft kontrolliert. Die Bildung einer Übergangsregierung im April 2016 könnte eine politische Lösung unterstützen.

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Der thailändische Kampfmittelräumdienst untersucht den Ort eines Bombenanschlages in Rangae in der Provinz Narathiwat 2015.

Patrick Ziegenhain

Süd-Thailand

Seit rund fünfzehn Jahren verüben im Süden Thailands separatistische Organisationen Gewalttaten. Sie fordern die Loslösung der islamisch-malaiisch geprägten Gebiete. Der seit 2014 herrschenden Militärregierung gelingt es wie schon ihren Vorgängerinnen nicht, die Gewalt zu reduzieren und den Konflikt einzudämmen.

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Flüchtlingscamp im Süden Sudans im März 2014.

Manfred Öhm

Sudan - Darfur

Im bereits 15 Jahre dauernden Darfur-Krieg liegt eine politische Lösung in weiter Ferne. Im Vorgehen der Staatengemeinschaft zeichnet sich eine Veränderung ab. Die internationale Friedensmission wird verkleinert. Deutschland und die EU konzentrieren sich auf Migrationsbekämpfung und weniger auf die politische Bearbeitung des Konflikts.

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20.10.2017: Blick auf das zerstörte Rakka.

Carsten Wieland

Syrien

Hunderttausende Syrer haben bei der Niederschlagung des friedlichen Aufstands von 2011 ihr Leben verloren, ca. 13 Mio. wurden zu Flüchtlingen. Heute ist Syrien teilweise besetzt und wirtschaftlich am Boden. Der UN-Friedensprozess in Genf stockt, weil es keine internationale Dynamik für einen Friedensschluss gibt.

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Ein eher gering ausgeprägtes Nationalgefühl - dafür große nationale Symbolik: Der 165 Meter hohe Fahnenmast in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Konfliktporträts

Tadschikistan

Seit dem Verbot der "Partei der Islamischen Wiedergeburt" (PIW) im September 2015 scheint der Machtkonflikt zugunsten des Regimes von Präsident Emomali Rahmon entschieden. Doch sein Unvermögen, die drängenden sozio-ökonomischen Probleme des Landes zu lösen, steht einer nachhaltigen Stabilisierung entgegen.

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Ein geflüchtetes Kind im Tregine-Flüchtlingslager steht neben einem Zelt, auf dem das Symbol der UNHCR zu sehen ist

Helga Dickow

Tschad

Abgesehen von Überfällen von Boko Haram im Südwesten des Landes finden im Tschad derzeit keine militärischen Auseinandersetzungen statt. Der seit 1990 regierende Präsident Déby gewann 2016 erneut die Wahlen und unterdrückt jegliche Opposition. Misswirtschaft und sinkende Erdölpreise verstärken Armut und Unzufriedenheit der Bevölkerung.

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Demonstrierende, die vor dem Parlament gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestieren, werden von der Polizei zurückgedrängt (26.01.2018).

Sarah Mersch

Tunesien

Mit der Verfassung von 2014, die einen Kompromiss zwischen konservativen und progressiven Kräften festschreibt, hat sich die politische Situation in Tunesien leicht stabilisiert. Doch vor allem gravierende wirtschaftliche Probleme untergraben das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates.

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März 2014: Russische Soldaten ohne Abzeichen besetzen eine ukrainische Kaserne in Perevalnoye auf der Krim.

Andreas Umland

Ukraine

Nach dem Sieg des Volksaufstands "Euromaidan" (2013/14) hat Russland die Schwäche der Ukraine genutzt, um die Krim zu annektieren und eine Separationsbewegung im Donezbecken zu initiieren und zu unterstützen. Russland will so die Westintegration und Europäisierung der Ukraine verhindern.

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Caracas 10.03.2020: Unterstützer des Oppositionsführers Guaido gehen gegen eine Straßenblockade der Polizei vor, die den Weg zur Nationalversammlung abschneidet.

Claudia Zilla

Venezuela

Der Konflikt in Venezuela hat zu einer ökonomischen, sozialen und humanitären Krise geführt. Das populistische Reformprojekt des ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez (1999-2013) hat sich unter Nicolás Maduro in ein autoritäres, zivil-militärisches Projekt verwandelt. Hinter einer demokratischen Fassade dominieren repressive Herrschaftsmethoden.

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Flüchtlinge in Bangui, Zentralafrikanische Republik, im Januar 2014.

Helga Dickow

Zentralafrikanische Republik

Seit 2013 versinkt die Zentralafrikanische Republik in Gewalt – mit dramatischen humanitären Folgen. Weder der Regierung unter Präsident Touadéra noch internationalen Vermittlungsbemühungen gelingt es, das Land zu stabilisieren. Mit Ausnahme der Hauptstadt wird das Land weitgehend von Rebellengruppen beherrscht.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

Mehr lesen auf sicherheitspolitik.bpb.de

Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Syrischen Kurden haben vor rund einer Woche insgesamt knapp 30 Kinder früherer IS-Kämpfer an Frankreich und die Niederlande übergeben. Ob man Kinder von getöteten oder inhaftierten Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Heimat ihrer Eltern zurückführen sollte, beschäftigt derzeit die Kommentatoren in mehreren europäischen Ländern.

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Indiens hindu-nationalistische Regierung hat den Autonomiestatus für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Zudem entsendete sie Tausende zusätzliche Soldaten ins Kaschmirtal und verhängte Ausgangssperren. Die mehrheitlich muslimische Region wird auch von Pakistan beansprucht und immer wieder von Unruhen erschüttert. Dies ruft auch in Europa Sorge hervor.

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In der syrischen Provinz Idlib, eigentlich als Deeskalationszone deklariert, nehmen die Kämpfe zu. Mit Russlands Unterstützung rückt Assads Armee in dem Rebellengebiet auf die Stadt Khan Scheikhun vor, Zehntausende sind auf der Flucht. Das Verhältnis zischen Ankara und Moskau ist angespannt, nachdem ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen wurde.

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US-Präsident Trump hat am Wochenende die Afghanistan-Friedensgespräche mit den Taliban überraschend abgebrochen. Als Grund nannte er einen Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde. Geplatzt sind laut Trump damit auch ein für den gestrigen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit den Taliban sowie dem afghanischen Präsidenten. Kommentatoren versuchen, die neue Lage zu bewerten.

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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