Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Konfliktporträts

In diesem Kapitel werden zahlreiche akute innerstaatliche Konflikte vorgestellt. Die Konfliktporträts geben einen Überblick über die aktuelle Situation, über Ursachen und Hintergründe, über Bearbeitungs- und Lösungsansätze sowie über den Ursprung und die Geschichte der Konflikte.

Deutscher ISAF-Soldat in Straßburg

Lutz Schrader

Innerstaatliche Konflikte – aktuelle Situation und Trends

Zwar ist 2017 und 2018 die Zahl gewaltsamer Krisen und Kriege im Vergleich zum Vorjahr insgesamt konstant geblieben. Doch eine Umkehr des seit zehn Jahren ansteigenden Trends ist nicht in Sicht. Besonders beunruhigend ist die zunehmende Unversöhnlichkeit und Brutalität der Konflikte.

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Vertreter der US-Regierung und der Taliban am Verhandlungstisch in Doha/Katar 25.02.2020

Thomas Ruttig

Afghanistan

Ein Abkommen zwischen USA und Taliban von Februar 2020 sieht den Abzug der US-Truppen bis April 2021 vor. Bedingung sind innerafghanische Friedensgespräche. Die Gewalt hat sich seitdem kaum abgeschwächt. Ein einseitiger US-Abzug bei sich hinziehenden oder scheiternden Verhandlungen könnte zum Systemzusammenbruch führen.

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Sicherheitskräfte nach einer islamistischen Demonstration in den Straßen Alexandrias (03.01.2014).

Ola Kubbara, Jan Claudius Völkel

Ägypten

Die ägyptische Regierung geht hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor. Auf anhaltende Terroranschläge auf der Sinai-Halbinsel und in Kairo reagiert sie vor allem militärisch. Die wirtschaftliche Misere, einer der Hauptgründe für die Konfliktanfälligkeit des Landes, verschärft sich durch die Covid-19-Pandemie weiter.

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Zwei junge Frauen laufen vor einem Wandbild vorbei, das zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen in der Covid-19-Pandemie aufruft.

Jan Claudius Völkel

Äthiopien

Seit dem Amtsantritt von Premierminister Abiy Ahmed Ali leidet Äthiopien am "Fluch der Transformation". Angesichts seines mutigen Reformkurses fürchten die alten Eliten um ihre Pfründe und lassen ethno-nationalistische Konflikte im Vielvölkerstaat eskalieren. Eine Heuschreckenplage und Covid-19 wirken als Konfliktbeschleuniger.

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Anhänger der Nationalen Liga für Demokratie bei einer Kundgebung vor den Parlamentswahlen in Myanmar im Oktober 2020.

Mandy Fox

Birma/Myanmar

In Myanmar nehmen die Kämpfe zwischen Armee und ethnischen bewaffneten Gruppen an Intensität zu. Die Folge sind fast 450.000 Binnenvertriebene und fast eine Million Geflüchtete in den Nachbarländern. Die noch junge zivile Regierung versucht, sich mit dem Militär zu arrangieren.

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Ein Checkpoint vor der Stadt Fada N’Gourma im Osten Burkina Fasos, an dem Sicherheitskräfte jeden kontrollieren, der die Stadt betritt oder verlässt.

Nadine Ansorg

Burkina Faso

Besonders in ländlichen Gegenden entwickelte sich Burkina Faso in den letzten Jahren zu einem Schauplatz der Gewalt und der Durchsetzung islamistischen Rechts. Die Unzufriedenheit der ländlichen Bevölkerung bildet den Nährboden für die Ausbreitung grenzüberschreitend agierender, radikal-islamistischer Rebellengruppen. Die Regierung ist zu schwach, um die Peripherie des Landes zu kontrollieren.

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Geflüchtete aus Burundi bei ihrer Rückkehr aus Ruanda in Gasenyi/Burundi, 27.08.2020.

Julia Grauvogel

Burundi

Spätestens seit dem Konflikt um eine dritte Amtszeit 2015 unterdrückt das burundische Regime Opposition und Zivilgesellschaft. Der neue Präsident Ndayishimiye hat bisher keinen Kurswechsel vorgenommen. Anders als in den 1990er Jahren sind die aktuellen Auseinandersetzungen vor allem politischer und nicht ethnischer Natur.

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Exil-Tibeter/-innen bei einem Protest in in Erinnerung an den Aufstand der Tibeter von 1959 in Lhasa.

Kristin Kupfer

China - Tibet

Die chinesische Regierung hat auch in der Autonomen Region Tibet (TAR) das Überwachungssystem mithilfe von digitalen Datenbanken und engmaschiger sozialer Kontrolle weiter ausgebaut. Im Namen der Armutsbekämpfung hat Peking ein straff organisiertes "Berufsausbildungs- und Arbeitstransferprogramm" mit festen Quoten initiiert.

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Uiguren und Sympathisant/-innen demonstrieren gegen die Unterdrückung der Uiguren durch die chinesische Regierung.

Kristin Kupfer

China - Xinjiang

Um Autonomiebestrebungen im Keim zu ersticken, hat die chinesische Regierung in der Region Xinjiang ein flächendeckendes Überwachungs- und Internierungssystem eingerichtet. Peking verteidigt diese Maßnahmen als notwendig für die Bekämpfung extremistischer Tendenzen.

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Agenten der Nationalen Zivilpolizei aus San Salvador während der Operation "Secure House" gegen kriminelle Banden.

Jonatan Suarez Palomino

El Salvador

28 Jahre nach dem Bürgerkrieg in El Salvador scheint Präsident Bukele die Eindämmung der ausufernden Bandengewalt gelungen zu sein. Doch die Lage bleibt fragil, denn die strukturellen Gewaltursachen wirken fort. Armut und Perspektivlosigkeit sowie die nicht aufgearbeitete Konfliktgeschichte bedrohen das Land weiter.

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Ein schwerer Metallzaun mit Stacheldraht an der Schwarzmeerküste von Adler-Sotschi markiert am 18.06.2017 die Grenze zwischen Russland und der autonomen Republik Abchasien.

Marion Kipiani

Georgien

Die Situation an der De-facto-Grenze zwischen Georgien und den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien ist seit dem georgisch-russischen Krieg im August 2008 weitgehend ruhig. Doch bleibt die Lage angesichts der Unvereinbarkeit der Positionen und der zahlreichen Behinderungen des kleinen Grenzverkehrs angespannt.

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Kinder vor ihrer Unterkunft in einem verlassenen UN-Büro in Mirebalais, 19.10.2020. Laut Weltbank leben etwa 54 % unter der Armutsgrenze, davon 22 % in extremer Armut,

Wolfgang Knoblauch

Haiti

Haiti befindet sich seit Jahren in einer nicht enden wollenden Krise. Die tief verwurzelte Ineffizienz und Instabilität der politischen Institutionen sowie ständige Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Wirbelstürme und Dürreperioden, verhindern das Durchbrechen des Teufelskreises aus Armut, zivilen Unruhen und Gewalt.

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Militär und Polizei präsentieren knapp 1,5 Tonnen Kokain, die sie bei drei Operationen gegen den Drogenhandel in Honduras sichergestellt haben, bevor sie vernichtet werden, 01.03.2019.

Wolfgang Knoblauch

Honduras

Honduras gehört angesichts grassierender Korruption und massiver Banden- und Drogenkriminalität zu den unsichersten Ländern Lateinamerikas. Regierung und Polizei sind kaum bereit und in der Lage, das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen. Kritische Journalistinnen, Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivistinnen werden bedroht und ermordet.

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Ausgebranntes Haus in einer Geschäftsstraße in Mustafabad / Neu Dehli.

Indien

Nach der Wiederwahl von Premierminister Modi im Mai 2019 kam es nach zwei Verfassungsänderungen seiner Regierung zu landesweiten Zusammenstöße zwischen Hindus und Moslems. Außerdem halten die ethno-politischen Konflikte bei niedriger Intensität an, vor allem der maoistische "Volksbefreiungskrieg" sowie die Autonomie- und Sezessionsbestrebungen im Nordosten.

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Protestierende auf dem Tahrir-Platz in Bagdad.

Achim Rohde

Irak

Die neue Regierung unter Ministerpräsident Al-Kadhimi bemüht sich, das Land wirtschaftlich zu stabilisieren, die Milizen zu schwächen und den Einfluss ausländischer Akteure zu begrenzen. Doch der Wiederaufbau der vom IS befreiten Gebiete lässt auf sich warten – und die Sicherheitslage bleibt prekär.

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Flüchtlingslager in der Amran-Provinz im Nordjemen am 25.11.2019: 3,65 Mio. Binnenflüchtlinge werden in Lagern versorgt.

Marie-Christine Heinze, Sebastian Sons

Jemen

Seit 2015 tobt ein Mehrfrontenkrieg im Jemen, in den Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate interveniert haben. Eine politische Lösung ist in weite Ferne gerückt. Mit der Ausbreitung von Covid-19 droht dem Land eine weitere humanitäre Katastrophe.

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Unterstützer von Präsident Paul Biya feiern seine Wiederwahl am 22.10.2018 in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns.

Kamerun

Der Konflikt zwischen dem französisch geprägten Mehrheitsstaat und den kleineren englisch geprägten Landesteilen schwelt seit der Abschaffung des Föderalismus in den 1970er Jahren. Proteste gegen die frankophone Dominanz eskalierten seit 2016 in bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen anglophonen separatistischen Gruppierungen und der kamerunischen Regierung.

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Indische Paramilitärs stehen vor einem geschlossenen Laden in Srinagar in Jammu und Kaschmir, 17.12.2019

Sandra Destradi

Kaschmir

Nach der Aufhebung des Autonomiestatus durch die indische Regierung im August 2019 ist die Lage in Kaschmir sehr angespannt. Die Beziehungen zu Pakistan haben sich weiter verschlechtert. Am Grenzverlauf in Ladakh kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der indischen und chinesischen Armee.

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Bei den Kongresswahlen im März 2018 wurde die rechtskonservative Partei des ehemaligen Präsidenten Uribe stärkste Kraft, während die Partei des amtierenden Präsidenten Santos zu den Verlierern zählt. Die Partei FARC blieb weit abgeschlagen bei weniger als 1% der Stimmen.

Christiane Schwarz und Alexandra Huck

Kolumbien

Im November 2016 unterzeichneten die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla nach über 50 Jahren der bewaffneten Auseinandersetzung einen Friedensvertrag. Die Umsetzung ist von erheblichen politischen Widerständen gekennzeichnet. Die kleinere ELN-Guerilla, paramilitärische Gruppen und bewaffnete Drogenbanden sind weiter aktiv.

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Wahlurne mit Stimmzetteln und Wahlhelfer in einer Schule in Kinshasa im Dezember 2018

Nadine Ansorg

Demokratische Republik Kongo

Nach dem Machtwechsel im Januar 2019 zieht der ehemalige Präsident Kabila weiterhin die Fäden. Der neue Präsident Tshisekedi, der nur durch die Manipulation der Wahlergebnisse an die Macht kam, versucht sich von Kabila zu emanzipieren und auf politische Reformen hinzuarbeiten.

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Kämpferinnen und Kämpfer der PKK stehen in einer Reihe, Kirkuk, Irak.

Moritz A. Mihatsch

Kurdenkonflikt

Die Lage der Kurden ist 2020 weiterhin schwierig. In keinem der vier Hauptheimatländer der Kurden ist eine Konfliktlösung absehbar, auch weil der Kurdenkonflikt von anderen internen und regionalen Konflikten überlagert wird. Die Corona Krise verschärft die wirtschaftliche und humanitäre Lage zusätzlich.

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27.03.2018, Libanon, Baalbek: Syrische Flüchtlinge bereiten in einem Flüchtlingslager das Mittagssen für ihre Kinder vor.

Diana Hodali

Libanon

Obwohl der Libanon tief in den Syrien-Krieg verstrickt ist, bewahrt das Land mühsam seine Stabilität. Die innenpolitischen Probleme haben die rivalisierenden Parteien immer noch nicht im Griff. Im Mai wird seit 2009 das erste Mal neu gewählt.

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Vor zerstörten Häusern liegen leere Patronenhülsen

Wolfram Lacher

Libyen

Seit dem gewaltsamen Sturz von Diktator Gaddafi 2011 ist Libyen weitgehend ohne staatliche Autorität. In zwei Bürgerkriegen (2014 und 2019) konnte keine Konfliktpartei die Oberhand gewinnen. Die Interventionen von Regional- und Großmächten spielen eine immer entscheidendere Rolle im Konflikt.

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Anhänger/-innen der Opposition während einer Kundgebung in Bamako, Mali.

Helga Dickow

Mali

Der Konflikt in Mali ist eine Kombination aus dem Aufbegehren der Tuareg im Norden, einer sozio-ökonomischen Krise und der dschihadistischen Expansion in der gesamten Sahel-Zone. Trotz des Friedensabkommens von 2015 greift die Destabilisierung immer weiter vom Norden auf die Mitte des Landes über.

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Zahlreiche Einschusslöcher am Rathaus von Villa Unión nach einem Kampf zwischen mexikanischen Sicherheitskräften und Kartellmitgliedern.

Karsten Bechle

Mexiko

In Mexiko ist kein Ende der Gewalt in Sicht. Die zunehmende Fraktionierung des organisierten Verbrechens und die Diversifizierung der kriminellen Tätigkeitsfelder weit über den Drogenhandel hinaus machen das Konfliktgeschehen immer unübersichtlicher. Der Staat steht den bewaffneten Gruppen meist hilflos gegenüber.

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Armenische Flaggen wehen auf frischen Gräbern auf dem Yerablur Militärfriedhof bei Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, 20.11.2020.

Uwe Halbach

Nagorny-Karabach

Im September 2020 ist der seit 1994 schwelende Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das überwiegend von Armeniern besiedelte Berg-Karabach in einen offenen Krieg eskaliert. Nach erheblichen Gebietsverlusten Armeniens und massivem Druck Russlands willigten beide Parteien in einen Waffenstillstand ein.

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19.02.2016: In Ost-Jerusalem verletzt der 20-jährige Palästinsenser Mohammed Abu Khalaf zwei Grenzpolizisten mit einem Messer und wird daraufhin von Sicherheitskräften erschossen. Das Bild zeigt den Tatort nach der Tat.

Margret Johannsen

Nahost

Fünfzig Jahre nach dem Sechstagekrieg gibt es keine Anzeichen für die Beilegung des Konflikts. Gewaltakte jüdischer Siedler, Angriffe meist junger Palästinenser sowie die humanitäre Krise im Gazastreifen kennzeichnen die Lage. Neu sind erste Schritte der Wiederannäherung zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas.

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Boko Haram-Terroristen auf einem Plakat in Maiduguri, Nigeria.

Heinrich Bergstresser

Nigeria

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas sieht sich zahlreichen Gewaltkonflikten sowie tiefen politischen, sozioökonomischen und kulturellen Spaltungen gegenüber. Präsident Buhari, der einstige Putschist, Juntachef und Förderer der Islamisierung Nordnigerias, bleibt auch in seiner zweiten und letzten Amtszeit lediglich Sachverwalter des krisengeschüttelten Landes.

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Gepanzerte Fahrzeuge und ein Rettungsboot während einer militärischen Übung der russischen Armee im Kaukasus.

Regine Heller

Nordkaukasus

Unter der abklingenden terroristischen Gewalt treten alte und neue Konfliktlinien zutage, die den Nordkaukasus zu einem permanenten Unruheherd machen. Grund ist ein gefährlicher Mix aus ethno-politischen Spannungen zwischen den Nordkaukasusrepubliken und die Entfremdung zwischen den von Moskau ferngesteuerten Regierungen und der Bevölkerung.

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Pakistanische Rettungstruppen erreichen das Marriott-Hotel in Islamabad, auf das am 20.08.2008 ein Bombenanschlag verübt wurde.

Thorsten Wojczewski

Pakistan

Mit der Amtsenthebung von Premierminister Nawaz Sharif wegen Korruptionsvorwürfen im Juni 2017 hat Pakistans demokratische Konsolidierung einen weiteren Dämpfer erhalten. Durch zwei Großoffensiven gegen Aufständische und Terroristen konnte indes kurzzeitig ein Rückgang der Gewalt im Land bewirkt werden.

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Philippinische Islamisten der "Moro Islamic Liberation Front" im Jahr 2012.

Jan Martin Vogel

Philippinen - Bangsamoro

Die Autonomieregelung für den muslimischen Teil der philippinischen Region Mindanao eröffnet die Chance auf ein Ende des bewaffneten Konflikts. In der dreijährigen Übergangsperiode stehen die neuen Eliten, die aus der Unabhängigkeitsbewegung MILF hervorgegangen sind, vor der Herausforderung, einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erreichen.

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Polizisten verhaften und misshandeln Demonstranten in Harare, 16.08.2019

Beatrice Schlee

Simbabwe

Nach dem Sturz des Langzeit-Präsidenten Robert Mugabe und dem Machtantritt seines Stellvertreters Emmerson Mnangagwa 2017 steckt Simbabwe weiter in einer tiefen Krise. Die ZANU PF kontrolliert den Staat mit harter Hand. Die Bevölkerung leidet unter der sozioökonomischen Lage und massiven Menschenrechtsverletzungen.

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Somalische Soldaten am Ort eines Selbstmordattentats mit einer Autobombe in der Nähe des Hafens von Mogadischu, 04.07.2020

Dominik Balthasar

Somalia

Die Hoffnung, dass der im Februar 2017 gewählte Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed "Farmajo" dem Land zu Frieden, Stabilität und Entwicklung verhelfen kann, haben sich kaum erfüllt. Zahlreiche Herausforderungen mit Blick auf eine Friedenslösung, den Staatsaufbau und die Armutsreduzierung bleiben bestehen.

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Menschen in Südsudan mit Schildern "Peace for all South Sudanese"

Gihan Abdalla

Südsudan

Unter großem internationalem und regionalem Druck wurde im September 2018 nach fünf Jahren Bürgerkrieg ein Friedensabkommen unterzeichnet. Doch der Frieden ist fragil. Die Zerstörungen, ethnopolitische Feindschaft und das hohe Maß an Korruption stellen eine Herausforderung für jegliche Entwicklungsbemühungen dar.

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Der thailändische Kampfmittelräumdienst untersucht den Ort eines Bombenanschlages in Rangae in der Provinz Narathiwat 2015.

Patrick Ziegenhain

Süd-Thailand

Seit rund fünfzehn Jahren verüben im Süden Thailands separatistische Organisationen Gewalttaten. Sie fordern die Loslösung der islamisch-malaiisch geprägten Gebiete. Der seit 2014 herrschenden Militärregierung gelingt es wie schon ihren Vorgängerinnen nicht, die Gewalt zu reduzieren und den Konflikt einzudämmen.

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Mitglieder des UNAMID-Sicherheitsteams vorm Zemzen Camp in Darfur, in dem fast 185.000 sudanesische Flüchtlinge leben.

Manfred Öhm

Sudan - Darfur

Der Sturz von Diktator al-Baschir eröffnet die Chance, die Konflikte in Darfur und den anderen Regionen Sudans zu überwinden. Doch den Friedensvertrag von Dschuba haben nicht alle Konfliktparteien unterschrieben. Die zivile UN-Mission UNITAMS soll den Transformationsprozess im gesamten Sudan unterstützen.

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20.10.2017: Blick auf das zerstörte Rakka.

Carsten Wieland

Syrien

Hunderttausende Syrer haben bei der Niederschlagung des friedlichen Aufstands von 2011 ihr Leben verloren, ca. 13 Mio. wurden zu Flüchtlingen. Heute ist Syrien teilweise besetzt und wirtschaftlich am Boden. Der UN-Friedensprozess in Genf stockt, weil es keine internationale Dynamik für einen Friedensschluss gibt.

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Der Präsident von Tadschikistan, Emomali Rahmon, in einem prachtvollen Saal bei einer Rede vor vielen Mitglieder des Parlaments, die mit Mund-Nase-Masken und Notizblöcken auf dem Schoß zuhören.

Konfliktporträts

Tadschikistan

Seit dem Verbot der "Partei der Islamischen Wiedergeburt" (PIW) 2015 scheint der Machtkampf zugunsten von Präsident Rahmon entschieden. Das Regime versucht, den Konflikt durch eine autoritäre Strategie zu befrieden. Machtkonzentration, Klientelismus, Personenkult, nationale Identitätspolitik und Dynastisierung bringen jedoch keine nachhaltige Stabilität.

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Ein geflüchtetes Kind im Tregine-Flüchtlingslager steht neben einem Zelt, auf dem das Symbol der UNHCR zu sehen ist

Helga Dickow

Tschad

Abgesehen von Überfällen von Boko Haram im Südwesten des Landes finden im Tschad derzeit keine militärischen Auseinandersetzungen statt. Der seit 1990 regierende Präsident Déby gewann 2016 erneut die Wahlen und unterdrückt jegliche Opposition. Misswirtschaft und sinkende Erdölpreise verstärken Armut und Unzufriedenheit der Bevölkerung.

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Demonstrierende, die vor dem Parlament gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestieren, werden von der Polizei zurückgedrängt (26.01.2018).

Sarah Mersch

Tunesien

Mit der Verfassung von 2014, die einen Kompromiss zwischen konservativen und progressiven Kräften festschreibt, hat sich die politische Situation in Tunesien leicht stabilisiert. Doch vor allem gravierende wirtschaftliche Probleme untergraben das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates.

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März 2014: Russische Soldaten ohne Abzeichen besetzen eine ukrainische Kaserne in Perevalnoye auf der Krim.

Andreas Umland

Ukraine

Nach dem Sieg des Volksaufstands "Euromaidan" (2013/14) hat Russland die Schwäche der Ukraine genutzt, um die Krim zu annektieren und eine Separationsbewegung im Donezbecken zu initiieren und zu unterstützen. Russland will so die Westintegration und Europäisierung der Ukraine verhindern.

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Caracas 10.03.2020: Unterstützer des Oppositionsführers Guaido gehen gegen eine Straßenblockade der Polizei vor, die den Weg zur Nationalversammlung abschneidet.

Claudia Zilla

Venezuela

Der Konflikt in Venezuela hat zu einer ökonomischen, sozialen und humanitären Krise geführt. Das populistische Reformprojekt des ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez (1999-2013) hat sich unter Nicolás Maduro in ein autoritäres, zivil-militärisches Projekt verwandelt. Hinter einer demokratischen Fassade dominieren repressive Herrschaftsmethoden.

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Flüchtlinge in Bangui, Zentralafrikanische Republik, im Januar 2014.

Helga Dickow

Zentralafrikanische Republik

Seit 2013 versinkt die Zentralafrikanische Republik in Gewalt – mit dramatischen humanitären Folgen. Weder der Regierung unter Präsident Touadéra noch internationalen Vermittlungsbemühungen gelingt es, das Land zu stabilisieren. Mit Ausnahme der Hauptstadt wird das Land weitgehend von Rebellengruppen beherrscht.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

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Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Syrischen Kurden haben vor rund einer Woche insgesamt knapp 30 Kinder früherer IS-Kämpfer an Frankreich und die Niederlande übergeben. Ob man Kinder von getöteten oder inhaftierten Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Heimat ihrer Eltern zurückführen sollte, beschäftigt derzeit die Kommentatoren in mehreren europäischen Ländern.

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Indiens hindu-nationalistische Regierung hat den Autonomiestatus für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Zudem entsendete sie Tausende zusätzliche Soldaten ins Kaschmirtal und verhängte Ausgangssperren. Die mehrheitlich muslimische Region wird auch von Pakistan beansprucht und immer wieder von Unruhen erschüttert. Dies ruft auch in Europa Sorge hervor.

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In der syrischen Provinz Idlib, eigentlich als Deeskalationszone deklariert, nehmen die Kämpfe zu. Mit Russlands Unterstützung rückt Assads Armee in dem Rebellengebiet auf die Stadt Khan Scheikhun vor, Zehntausende sind auf der Flucht. Das Verhältnis zischen Ankara und Moskau ist angespannt, nachdem ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen wurde.

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US-Präsident Trump hat am Wochenende die Afghanistan-Friedensgespräche mit den Taliban überraschend abgebrochen. Als Grund nannte er einen Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde. Geplatzt sind laut Trump damit auch ein für den gestrigen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit den Taliban sowie dem afghanischen Präsidenten. Kommentatoren versuchen, die neue Lage zu bewerten.

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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