Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Konzepte, Strategien und Tätigkeitsfelder der Bearbeitung innerstaatlicher Konflikte

Für die Vorbeugung, Bearbeitung und Überwindung innerstaatlicher Gewaltkonflikte hat sich inzwischen eine umfangreiche Palette an Konzepten, Strategien und Instrumenten herausgebildet. Die Beiträge decken das gesamte Spektrum an Handlungsmöglichkeiten und alle Konfliktphasen ab – von der Prävention über Verhandlungen bis hin zur Sicherheitssektorreform und Versöhnung.

Ein Soldat der Bundeswehr, Teil der Friedensmission in Bosnien-Herzegowina, beklebt ein Fahrzeug mit dem Schriftzug EUFOR in der Kasere in Rajlovac, nahe Sarajevo, am 30. November 2004.

Cornelia Brinkmann

Konzepte, Strategien und Tätigkeitsfelder der Konfliktbearbeitung – eine Einführung

Mit der "Agenda für den Frieden" der UNO (1992) wurde ein neues Handlungsfeld der internationalen Politik etabliert. Es reicht von der Konfliktprävention über Verhandlungen und Sanktionen bis hin zur Versöhnung. Angesichts des zunehmenden Egoismus der Staaten sind die Errungenschaften gefährdet.

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"Friedens-Arbeiter" in Kapstadt, 1997. Das aus Deutschland finanzierte Entwicklungs-Projekt bildete 100 Helfer aus, die Gewalttätigkeit und Kriminalität entgegen treten sollten.

Daniela Pastoors

Der Zivile Friedensdienst als Beispiel ziviler Konfliktbearbeitung

Wenn Konflikte konstruktiv angegangen und die betroffenen Menschen selbst aktiv werden, kann gerechter Frieden entstehen und dauerhaft wachsen. Fachkräfte des Zivilen Friedendienstes unterstützen zivilgesellschaftliche Akteure in vielen Ländern weltweit in ihrem Einsatz für Frieden und Menschenrechte.

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22.11.2018: Die Fassade des Bundesnachrichtendienst BND, aufgenommen in der neuen Zentrale in der Chausseestraße in Berlin.

Mara Röhrig/Witold Mucha

Geheimdienste in innerstaatlichen Konflikten

Geheimdienste spielen in innerstaatlichen Konflikten eine ambivalente Rolle. Indem sie Informationen für ihre Regierungen sammeln, können sie eine konstruktive Konfliktbearbeitung unterstützen. Sie sind aber auch zentrale Akteure der "hybriden Kriegsführung" mit dem Ziel, Konflikte zum eigenen Vorteil zu entscheiden.

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Jan Egeland (UN) mit Joseph Kony und Vincent Otti (LRA)

Romy Stanzel

Menschenrechte und Zivile Konfliktbearbeitung

Menschenrechte und Frieden sind eng miteinander verbunden. Die Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 bezeichnet die umfassende Verwirklichung der Menschenrechte als Friedensbedingung. Umgekehrt ist jede Verletzung der Menschenrechte eine Ursache für Konflikte und eine Bedrohung des Friedens.

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Zwei Kriegsreporter stehen mit Video- und Fotokamera auf einer Straße in Gaza-Stadt. Sie tragen Schutzwesten und Helme, um sich vor Beschuss zu schützen. Die blauen Westen tragen die Aufschrift "Press".

Lutz Schrader

Konfliktsensibler Journalismus

Medien können sowohl zur Zuspitzung als auch zur Deeskalation von Konflikten beitragen. Der Ansatz des konfliktsensiblen Journalismus fordert Medienmacher auf, sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst zu sein. Und er gibt ihnen einen Orientierungsrahmen an die Hand, der eine große Schnittmenge mit den Kriterien des Qualitätsjournalismus aufweist.

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Afghanische Männer holen Lebensmittel aus einem CARE Lebensmittel Distributionszentrum des Hilfsprogramm für Witwen in Kabul, Afghanistan.

Carla Schraml

Wirkungsmessung und Evaluierung

Wie lässt sich die Wirkung lokaler Dialogarbeit in Konfliktregionen bemessen? Wie kann im Osten der DR Kongo die Entwicklungszusammenarbeit wirksamer zu einem stabilen Frieden beitragen? Was ist an den Projekten des Zivilen Friedensdienstes verbesserungswürdig? Evaluierung hilft, Antworten auf solche Fragen zu finden.

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Zu sehen, wie andere Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet werden, liegt jenseits "normaler" menschlicher Erfahrungen. Solche traumatischen Ereignisse lösen existentielle Bedrohung und Todesangst aus.

Karin Griese

Traumaarbeit

Die unbearbeiteten Folgen traumatischer Gewalterfahrungen können bis in die nächsten Generationen hinein wirken. Unterstützungsangebote in Kriegs- oder Nachkriegsregionen müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein.

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Eine pbi-Freiwillige auf einer Demonstration in Guatemala.

Johannes Stiebitz

Internationale Schutzbegleitung von MenschenrechtsverteidigerInnen

In mehreren Konfliktländern begleiten international zusammengesetzte Teams einheimische MenschenrechtsaktivistInnen. Ziel der Schutzbegleitung ist es, durch die internationale Präsenz die AktivistInnen vor gewalttätigen Aktionen zu schützen. Insbesondere in Lateinamerika hat diese Arbeit eine lange Tradition.

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Afghanische Straßenkinder in einer Schule in Kabul im Juli 2011.

Julia Strasheim, Felix Haaß

Demokratisierung

In der Theorie verspricht die Demokratisierung von Nachkriegsstaaten, Konflikte künftig friedlich auszutragen. Grundlage ist ein institutionelles Regelwerk, das auf Wahlen und Mitwirkung beruht. In der Praxis geht die Förderung von Demokratisierung jedoch mit einigen Dilemmata einher.

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Mehrere Hundert Protestplakate sind der Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker" am 8. Dezember 2006 vor der Neuen Wache in Berlin. Mit den Plakaten, die rote Hände zeigen, forderten die Demonstranten vor dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember die Bundesregierung auf, sich verstärkt für ein Ende der Gewalt in der Region Darfur im Süd-Sudan einzusetzen.

Lutz Schrader

Krisen- und Gewaltprävention

Als Reaktion auf die erneute Zunahme innerstaatlicher Konflikte haben UNO und Weltbank eine kritische Bestandsaufnahme der bisherigen Präventionsanstrengungen vorgenommen. Ihre Schlussfolgerung: Die Verhinderung des Ausbruchs, der Eskalation und des Wiederaufbrechens von Gewaltkonflikten ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der internationalen Politik.

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Straßenbau in Kigali (Ruanda).

Marc Baxmann

Konfliktbearbeitung und Entwicklung

Wirtschaftliche und soziale Entwicklungsprozesse sind niemals konfliktfrei. Entwicklungszusammenarbeit muss daher mit Konfliktbearbeitung Hand in Hand gehen, um friedlichen Wandel zu ermöglichen. Dies hat die internationale Staatengemeinschaft in der Agenda 2030 anerkannt. In der Praxis bestehen aber noch viele Herausforderungen.

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Ein afghanischer Mann überquert eine Straße, kanadische ISAF-Soldaten vor der kanadischen Station in Kabul am 14.10.2003 patrouillieren. Der UN-Sicherheitsrat einstimmig zu geben und internationalen Friedenstruppen in Afghanistan, um ihre Arbeit außerhalb der Hauptstadt Kabul zu erweitern.Der UN-Sicherheitsrat hat die Ausweitung des Truppenmandats in Afghanistan beschlossen.

Andreas Heinemann-Grüder

Sicherheitssektorreform

Reformen des Sicherheitssektors zielen darauf ab, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, das staatliche Gewaltmonopol wiederherzustellen und Rechtsstaatlichkeit zu garantieren. Im Kontakt mit den komplexen Realitäten in den Post-Konfliktgesellschaften sind die Ansprüche externer Akteure deutlich bescheidener geworden.

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Bosnische Muslime demonstrieren im Februar 2007 in Sarajevo gegen die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs, Serbien vom Vorwurf des Völkermords freizusprechen

Natascha Zupan

Vergangenheitsarbeit

"Vergangenheitsarbeit" bzw. "Transitional Justice" stehen für alle Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, in Diktatur und Krieg begangenes Unrecht aufzuarbeiten, anzuerkennen und zu ahnden. Nur so können langfristig demokratische Institutionen konsolidiert werden und wirkliche Versöhnung stattfinden.

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Zwei Männer überqueren eine Brücke über den Fluss Ibar in der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica im Kosovo (März 2009).

Lutz Schrader

Versöhnung

Wie soll eine Gesellschaft in der Zukunft zusammenleben, die durch Gewalt tief gespalten ist? Unbearbeitete Schrecken der Vergangenheit können stets neue Zerwürfnisse auslösen. Darum sind Versöhnung und Heilung sozialer Beziehungen zwischen ehemaligen Konfliktparteien so wichtig.

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Der Sonderbeauftragte der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, bei den Syrien-Verhandlungen in Genf am 28. Januar 2014.

Lutz Schrader

Verhandlung und Vermittlung

Verhandlungen sind das Mittel der Wahl, um Konflikte auszuräumen und erst gar nicht eskalieren zu lassen, aber auch um bereits gewaltsam ausgetragene Auseinandersetzungen beizulegen. Verhandlungen sind deutlich kostengünstiger als militärische Ausscheidungskämpfe. Nicht zu reden von den Folgen kriegerischer Gewalt.

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Arbeiter stellen ein neues Verkehrszeichen für den Skopje Flughafen, der in Alexander der Große umbenannt wurde, auf.

Lutz Schrader

Identitätspolitik in Friedensprozessen

Die externe Friedensförderung in Post-Konfliktgesellschaften widmet Fragen der Zugehörigkeit, Kultur und Religion immer noch zu wenig Aufmerksamkeit. Zugleich nutzen unverantwortliche Eliten diese kulturellen Ressourcen, um ihre Kontrolle über den Staat und die Ausgrenzung anderer Gemeinschaften zu rechtfertigen.

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Immer wieder wird Hilfsorganisationen der Zugang zu umkämpften Gebieten versagt - so etwa in Syrien. Zahlreiche syrische Städte werden belagert und sind von Hilfe abgeschottet. Anfang Februar 2016 kam ein Hilfskonvoi des Internationalen Roten Kreuzes in der syrischen Stadt Moadamiyeh an.

Katrin Radtke

Nothilfe und Konfliktbearbeitung

In fast allen innerstaatlichen Konflikten wird humanitäre Hilfe geleistet. Ziel dieser Hilfe ist es, die Not der betroffenen Bevölkerung zu lindern. Nicht immer wirkt sich die Hilfe automatisch auch positiv auf die bestehenden Konflikte aus.

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Indische Schülerinnen bei einer Veranstaltung zum Internationalen Friedenstag 2009.

Miriam Schroer-Hippel

Gender und Konfliktbearbeitung

Die Analyse von Geschlechterbeziehungen ermöglicht es, bewaffnete Konflikte besser zu verstehen. Auf dieser Grundlage können Friedensprozesse so gestaltet werden, dass alle Bevölkerungsgruppen davon profitieren. Genderorientiertes Peacebuilding bedeutet, in Richtung eines geschlechtergerechten Friedens zu arbeiten.

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UN-Mitarbeiter verteilten im Jahr 2005 das Brett-Spiel "Der Weg zum Frieden" an afghanische Flüchtlinge, um sie über die Vergangenheit und die Zukunft Afghanistans zu belehren.

Uli Jäger

Bildungsarbeit und Friedenserziehung in Post-Konfliktgesellschaften

Kriege entstehen in den Köpfen. Bildung und Erziehung können den Kreislauf unterbrechen, wenn sie die Folgen von Krieg und Gewalt verdeutlichen und Räume für gemeinsames Lernen schaffen. Es geht vor allem um die Vermittlung eines gewaltfreien Umgangs mit Konflikten.

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Iraker versammeln sich vor dem  Gebäude des Justizministerium, das bei einer Explosion, die mindestens 155 Menschen getötet hat, zerstört wurde.

Daniel Lambach

Institutionenaufbau

Seit einigen Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, staatliche Institutionen in Krisenländern zu stärken, um dadurch die meist fragilen Friedensprozesse zu stabilisieren. Entsprechende Versuche scheitern jedoch, wenn sie nicht in die sozialen und kulturellen Verhältnisse vor Ort eingebettet sind.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

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Syrischen Kurden haben vor rund einer Woche insgesamt knapp 30 Kinder früherer IS-Kämpfer an Frankreich und die Niederlande übergeben. Ob man Kinder von getöteten oder inhaftierten Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Heimat ihrer Eltern zurückführen sollte, beschäftigt derzeit die Kommentatoren in mehreren europäischen Ländern.

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Indiens hindu-nationalistische Regierung hat den Autonomiestatus für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Zudem entsendete sie Tausende zusätzliche Soldaten ins Kaschmirtal und verhängte Ausgangssperren. Die mehrheitlich muslimische Region wird auch von Pakistan beansprucht und immer wieder von Unruhen erschüttert. Dies ruft auch in Europa Sorge hervor.

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In der syrischen Provinz Idlib, eigentlich als Deeskalationszone deklariert, nehmen die Kämpfe zu. Mit Russlands Unterstützung rückt Assads Armee in dem Rebellengebiet auf die Stadt Khan Scheikhun vor, Zehntausende sind auf der Flucht. Das Verhältnis zischen Ankara und Moskau ist angespannt, nachdem ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen wurde.

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US-Präsident Trump hat am Wochenende die Afghanistan-Friedensgespräche mit den Taliban überraschend abgebrochen. Als Grund nannte er einen Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde. Geplatzt sind laut Trump damit auch ein für den gestrigen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit den Taliban sowie dem afghanischen Präsidenten. Kommentatoren versuchen, die neue Lage zu bewerten.

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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