Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Friedensprozesse

Wenn gewaltsame Konflikte beendet sind, stehen Staaten vor neuen Herausforderungen: Können demokratische Systeme etabliert und Korruptionsstrukturen zerstört werden? Kann die Vergangenheit aufgearbeitet werden? Können sich Bevölkerungsgruppen versöhnen? Nur mit Geduld kann ein Problemlösungsprozess und ein dauerhafter Frieden erreicht werden.

Bundeswehrsoldaten entladen Ausrüstungen und Sandsäcke in der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica, 28.11.2011.

Lutz Schrader

Friedenskonsolidierung: Herausforderungen und Praxis

Ist die Gewalt gestoppt und ein Friedensvertrag unterzeichnet, beginnt eine besonders heikle Phase der Konfliktbearbeitung. Die Konsolidierung des Friedens verlangt eine komplexe Politik mit langem Atem. Erfolgsgaranten sind internationale Unterstützung, nachhaltige Entwicklung, Aufarbeitung der Vergangenheit und Demokratisierung.

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Ein Scharfrichter in einer dunklen Kutte ist dabei, einen Mann in einem weißen Gewand mit einem Stock uauszupeitschen, im Hintergrund sind Zuschauer zu sehen

Patrick Ziegenhain

Aceh

Der Friedensprozess in der indonesischen Provinz Aceh ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2005 gab es keine gewalttätigen Auseinandersetzungen mehr zwischen der heute als Aceh-Partei mitregierenden Befreiungsbewegung und der indonesischen Zentralregierung. Bedenklich ist allerdings die Einführung islamisch-fundamentalistischer Gesetze und Vorschriften.

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Menschen mit Flaggen und Bannern verfolgen die Entwaffnung der ETA am 08.04.2017 in Bayonne/Frankreich.

Ingo Niebel

Baskenland

Im Baskenland hat die Zivilgesellschaft seit 2011 die Grundlagen geschaffen, damit die Untergrundorganisation ETA sich 2018 selbst auflösen konnte. Der Konflikt mit den Regierungen in Madrid und Paris über den politischen Status der Region und die baskische Sprache besteht jedoch fort.

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Gedenkstätte und Friedhof für die Opfer des Massakers von Srebrenica in Potočari im Juli 2020

Martina Fischer

Bosnien-Herzegowina

Bosnien-Herzegowina ist durch die Machtkämpfe konkurrierender ethnopolitischer Parteien tief gespalten. Angesichts eines dysfunktionalen politischen Systems, schlechter wirtschaftlicher Aussichten und hoher Arbeitslosigkeit emigrieren vor allem junge Menschen. Der gesellschaftlichen und politischen Aufarbeitung der Vergangenheit sind enge Grenzen gesetzt.

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Alvaro Colom, ehemaliger Präsident Guatemalas, sitzt in einem Auto, neben ihm sind zwei Männer mit Schutzwesten und Helmen zu sehen

Karsten Bechle

Guatemala

In Guatemala ist es nicht gelungen, die strukturellen Ursachen des Bürgerkriegs (1960-1996) zu überwinden. Neben Armut und Exklusion sind Elitenversagen, Korruption, Straflosigkeit und die Ausbreitung des organisierten Verbrechens die größten Hindernisse für die Konsolidierung von Staat und Gesellschaft.

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Chum Mey (r.) und Bou Meng (l.), Überlebende des S-21-Foltergefängnisses der Roten Khmer, im Tuol-Sleng-Genozid-Museum 2009.

Stefan Rother

Kambodscha

Ein Meilenstein bei der Aufarbeitung des Völkermords (1975-79) ist die Verurteilung hochrangiger Repräsentanten der Roten Khmer. Dadurch wurde die Geschichte des Genozids einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Bevölkerung leidet unter Traumatisierung, politischer Repression, Landraub, Korruption und einem schwachen Justizsystem.

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25. April 2016: In Mazedoniens Hauptstadt Skopje demonstrieren Menschen für den Rücktritt von Präsident Gjorge Ivanov. Im Januar war Premierminister Nikola Gruevski zurückgetreten.

Lutz Schrader

­Mazedonien

Von Februar 2015 bis Mai 2017 durchlebte Mazedonien die tiefste politische Krise seit dem Beginn des Friedensprozesses 2001. Abhörprotokolle brachten die Kriminalisierung des gesamten institutionellen Systems ans Licht. De neue sozialdemokratisch geführte Regierung hat einen innen- und außenpolitische Reformkurs eingeschlagen.

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Präsident Filipe Jacinto Nyusi (FRELIMO) (l.) und Oppositionsführer Ossufo Momade (RENAMO) bei der Unterzeichnung des Friedensabkommens in Maputo am 06.08.2019.

Elísio Macamo / Lothar Berger

Mosambik

In Mosambik ist der Friedensprozess unter Druck. Zwar dominiert die FRELIMO das politische System. Doch die RENAMO-Opposition ist weiterhin gewaltbereit. Der Staat ist hochverschuldet, und die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer tiefer. Seit 2017 häufen sich dschihadistische Überfälle im Norden.

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Ein namibischer Mann ist mit dem Namibia-Flagge im Hintergrund zu sehen. Hintergrund: 18. Jahrestag der Unabhängigkeit von Südafrika (21.03.2008 Windhoek)

Reinhart Kößler

Namibia

Die seit der Unabhängigkeit 1990 regierende Swapo-Partei hat eine fast reibungslose Transition und bis heute politische Stabilität gewährleistet. Schattenseiten sind soziale Ungleichheit, Korruption und mangelnde Aufarbeitung der Konfliktvergangenheit. Im Herrschaftssystem der Swapo zeigen sich erste tiefe Risse.

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Demonstranten knien bei einem Protest gegen Gewalt durch Paramilitärische Kräfte in Managua vor Polizisten, 14.07.2018.

Karsten Bechle

Nicaragua

In Nicaragua wurde der Bürgerkrieg an den Wahlurnen beendet. Eine ernsthafte Aufarbeitung fand nie statt. 2007 kehrten die Sandinisten durch Wahlen an die Macht zurück. Präsident Daniel Ortega hat die demokratischen Institutionen bis zur Unkenntlichkeit ausgehöhlt. Seit der blutigen Niederschlagung der Proteste im April 2018 befindet sich das Land in einer tiefen Krise.

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Gespaltenes Land: Mauern und Zäune trennen in Belfast pro-irische Republikaner und pro-britische Unionisten.

Nordirland

Die ehemals verfeindet gegenüberstehenden Lager – Unionisten und Nationalisten – lenken seit 2007 gemeinsam die Geschicke Nordirlands. Die Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung wurde aus dem Alltag verbannt. Seit der Brexit-Entscheidung zeigt sich jedoch, wie fragil diese Errungenschaften noch sind.

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Ein Schild vor einer leeren, staubigen Stadt sagt "Stop - Checkpoint".

Lioba Lenhart

Nord-Uganda

Mehr als zehn Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs in Nord-Uganda gibt es kaum noch sichtbare Anzeichen dafür, dass die Region Zentrum eines der längsten gewaltsamen Konflikte Afrikas war. Doch werden Wiederaufbau, Reintegration der Ex-Kombattanten und Aufarbeitung der Vergangenheit von neuen Konflikten überlagert.

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Fotografien Ermordeter im Kigali Genocide Memorial Centre in Kigali, Ruanda, 20 Jahre nach dem Völkermord.

Julia Viebach

Ruanda

24 Jahre nach Bürgerkrieg und Völkermord kann Ruanda Erfolge in der ökonomischen Entwicklung und juristischen Aufarbeitung verbuchen. Bei der politischen Demokratisierung gibt es allerdings Defizite, genauso wie bei der gerechten Verteilung der Früchte des wirtschaftlichen Aufschwungs.

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Januar 2020: Archivarin Binta Mansaray vor Boxen mit Zeugenaussagen von Tätern und Opfern für die Wahrheits- und Versöhnungskommission in Sierra Leone, hier beim Besuch der Countess of Wessex.

Juliane Westphal

Sierra Leone

Die Friedenskonsolidierung in Sierra Leone gilt seit dem Ende des Bürgerkriegs im Januar 2002 als ein gutes Beispiel für den international begleiteten Wiederaufbau staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen. Viele Ursachen des Konflikts sind aber noch immer nicht überwunden.

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Ein Mann hebt Müll vor seiner Mauer auf, auf der Werbung für die ANC-Partei ist: "Let's grow South Africa together", steht in großen schwarzen Lettern auf einer gelb angemalten Mauer.

Helga Dickow

Südafrika

Südafrika ist ein Beispiel für einen insgesamt erfolgreichen Friedensprozess. Die größte Gefährdung geht von massiven sozialen und wirtschaftlichen Problemen aus, für die eine korrupte Führungselite verantwortlich ist. Präsident Cyril Ramaphosa kann die in ihn gesetzten Hoffnung angesichts mangelnder Reformschritte nicht erfüllen.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

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Videoprojekt

Atlas des Arabischen Frühlings

Die Video-Edition des Atlas des Arabischen Frühlings nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und ihren Nachbarländern unter die Lupe und berichtet über deren überregionale Folgen.

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Syrischen Kurden haben vor rund einer Woche insgesamt knapp 30 Kinder früherer IS-Kämpfer an Frankreich und die Niederlande übergeben. Ob man Kinder von getöteten oder inhaftierten Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Heimat ihrer Eltern zurückführen sollte, beschäftigt derzeit die Kommentatoren in mehreren europäischen Ländern.

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Indiens hindu-nationalistische Regierung hat den Autonomiestatus für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir in der Verfassung aufgehoben. Zudem entsendete sie Tausende zusätzliche Soldaten ins Kaschmirtal und verhängte Ausgangssperren. Die mehrheitlich muslimische Region wird auch von Pakistan beansprucht und immer wieder von Unruhen erschüttert. Dies ruft auch in Europa Sorge hervor.

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In der syrischen Provinz Idlib, eigentlich als Deeskalationszone deklariert, nehmen die Kämpfe zu. Mit Russlands Unterstützung rückt Assads Armee in dem Rebellengebiet auf die Stadt Khan Scheikhun vor, Zehntausende sind auf der Flucht. Das Verhältnis zischen Ankara und Moskau ist angespannt, nachdem ein türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen wurde.

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US-Präsident Trump hat am Wochenende die Afghanistan-Friedensgespräche mit den Taliban überraschend abgebrochen. Als Grund nannte er einen Anschlag, bei dem auch ein US-Soldat getötet wurde. Geplatzt sind laut Trump damit auch ein für den gestrigen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit den Taliban sowie dem afghanischen Präsidenten. Kommentatoren versuchen, die neue Lage zu bewerten.

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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