Seit der russischen Invasion 2022 ist die Ukraine auf internationale Hilfe angewiesen: militärisch, finanziell und humanitär. Wie wird geholfen, wer hilft und wie haben sich die Hilfen entwickelt?
Seit Februar 2022 bis Juni 2025 hat die Ukraine etwa 310 Milliarden Euro an internationaler Hilfe erhalten. Den größten Anteil macht die Militärhilfe aus (149,3 Mrd. Euro), gefolgt von finanziellen Hilfen (139,3 Mrd. Euro) und humanitärer Hilfe (21 Mrd. Euro).
Mehr als 90 Prozent der Hilfen kamen von den USA (114,6 Mrd. Euro) und der Gruppe der europäischen Staaten (167,4 Mrd. Euro).
Die Hilfe durch die europäischen Länder unterscheidet sich stark: Deutschland ist absolut der größte Geber (21,3 Mrd. Euro), liegt gemessen an der eigenen Wirtschaftskraft aber im Mittelfeld (0,57 Prozent anteilig am BIP). Insbesondere die nordischen Staaten leisteten anteilig am BIP höhere Beiträge wie zum Beispiel Dänemark (2,9 Prozent).
Europa hat sich zum führenden Geber entwickelt und die USA 2025 auch bei der Militärhilfe überholt. Das liegt auch an der stagnierenden Unterstützung der Ukraine unter der US-Regierung von Donald Trump.
Die Militärhilfe hat sich über die Zeit weg von Lieferungen aus nationalen Beständen hin zur Neubeschaffung von Waffen, Fahrzeugen und Material für die Ukraine entwickelt.
Seit dem Beginn der groß angelegten Interner Link: Invasion Russlands in der Ukraine Anfang 2022 ist die internationale Hilfe für die Ukraine zu einem globalen politischen Thema geworden, das insbesondere in Europa die außen- und sicherheitspolitische Debatte prägt. Anfänglich waren Umfang und Zusammensetzung dieser Hilfe schwer zu bemessen, was zu Spekulationen und Debatten um die korrekte Bewertung der Hilfen führte. Um Aussagen, wie Donald Trumps Behauptung aus dem März 2025, die USA hätten Hilfen im Wert von 350 Milliarden US-Dollar an die Ukraine gesendet, zu prüfen, sind verlässliche Daten über Hilfsleistungen unerlässlich. Der Externer Link: Ukraine Support Tracker des Kiel Instituts bietet eine solche Datengrundlage. Dieser Artikel stützt sich auf die 24. Ausgabe des Ukraine Support Trackers, der Hilfsleistungen von 42 Gebern und Geberländern seit Februar 2022 bis Ende Juni 2025 erfasst, um vier wichtige Fragen im Zusammenhang mit der internationalen Unterstützung für die Ukraine zu behandeln.
Welche Hilfe wird der Ukraine gewährt?
Zwischen dem Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 und Juni 2025 wurden rund 309,6 Milliarden Euro an externer Unterstützung für die Ukraine bereitgestellt. Diese Unterstützung umfasst eine breite Palette von Finanztransfers, materiellen Lieferungen und Dienstleistungen, lässt sich jedoch in drei Hauptkategorien einteilen: militärische, finanzielle und humanitäre Hilfe.
Die Militärhilfe macht mit insgesamt rund 149,3 Milliarden Euro den größten Anteil der Hilfsleistungen aus. Sie erfolgt meist in Form von Sachspenden wie zum Beispiel militärischer Ausrüstung oder von Mitteln, die speziell für den Kauf solcher Güter vorgesehen sind. Die Palette der militärischen Ausrüstung ist breit gefächert und reicht von schweren Waffensystemen und Kleinwaffen bis hin zu Munition, Schutzausrüstung, Fahrzeugen und anderen tödlichen oder nicht-tödlichen Gütern, die an der Front benötigt werden. Über diese materielle Unterstützung hinaus haben mehrere Länder Ausbildungsprogramme für die ukrainischen Streitkräfte organisiert, die jedoch nicht vom Ukraine Support Tracker erfasst werden.
Finanzielle Hilfe stellt mit insgesamt 139,3 Milliarden Euro die zweitgrößte Kategorie der Unterstützung dar. Obwohl sie weniger sichtbar ist als militärische Hilfe, spielt sie eine entscheidende Rolle für die Sicherung der finanziellen Stabilität der Ukraine und gewährleistet die Aufrechterhaltung der öffentlichen Verwaltung. Diese Kategorie umfasst mehrere Instrumente:
Zuschüsse für den Staatshaushalt, die nicht zurückgezahlt werden müssen und somit den fiskalischen Druck mindern, ohne die Staatsverschuldung zu erhöhen;
vergünstigte (konzessionäre) Darlehen, die in der Regel zu unter dem Marktniveau liegenden Zinssätzen und mit günstigen Laufzeiten gewährt werden und zusätzliche Haushaltsmittel bereitstellen, während die Rückzahlungsverpflichtungen überschaubar bleiben;
sowie Garantien, die der Ukraine den Zugang zu externen Finanzmitteln erleichtern, indem sie den Kreditgebern die Rückzahlung sichern.
Darüber hinaus haben einige Geberländer die Ukraine unterstützt, indem sie ihr Zugang zu Fremdwährungen über Währungsswap-Linien zwischen den Zentralbanken ermöglichten.
Die humanitäre Hilfe beläuft sich auf 21 Milliarden Euro und beinhaltet alle Hilfen zur Linderung menschlichen Leids und zum Schutz des Wohlergehens der Zivilbevölkerung in der Ukraine. Diese Unterstützung erfolgt hauptsächlich in zwei Formen:
Die erste Form ist die kurzfristige Nothilfe, die insbesondere in der Anfangsphase des Konflikts eine wichtige Rolle spielt. Sie umfasst Sachleistungen wie medizinische Hilfsgüter, Lebensmittel, Kleidung, Stromgeneratoren, provisorische Brücken und Rettungsfahrzeuge sowie bereitgestellte Gelder für dringende Maßnahmen wie Minenräumung, medizinische Notfallversorgung und Notunterkünfte für Vertriebene.
Die zweite Form ist die Wiederaufbauhilfe, die auf die Sanierung und Wiederherstellung der zerstörten Infrastruktur abzielt. Zu den typischen Aktivitäten gehören der Wiederaufbau von Schulen und Krankenhäusern, die Instandsetzung von Verkehrsnetzen wie Straßen und Eisenbahnen sowie die Wiederherstellung von Energiesystemen.
Während die Nothilfe den unmittelbaren Bedarf deckt, zielen die Wiederaufbaumaßnahmen darauf ab, die Funktionsfähigkeit des Systems langfristig und nachhaltig wiederherzustellen nach dem Prinzip „Build Back Better“.
Wer leistet Hilfe für die Ukraine?
Neben den Formen der Hilfe ist die Frage nach den Geberländern ebenso wichtig. Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, stammen 91 % der gesamten Hilfe von zwei Hauptgebern: den Vereinigten Staaten von Amerika und der Gruppe der europäischen Staaten. Trotz der Stagnation der Hilfsleistungen nach dem Amtsantritt der neuen US-Regierung unter dem Republikaner Donald Trump im Januar 2025 bleiben die Vereinigten Staaten mit Beiträgen in Höhe von 114,6 Milliarden Euro (37,0 % der weltweiten Gesamtsumme) zum Stand Juni 2025 der größte Einzelgeber. Die europäischen Geber hingegen leisten zusammen einen größeren Anteil mit Gesamtzuweisungen in Höhe von 167,4 Milliarden Euro (54,1 % der Gesamtsumme). In beiden Fällen macht die Militärhilfe den größten Anteil aus, nämlich 48,1 % der europäischen Beiträge und 56,4 % der US-Beiträge. Obwohl sie in ihrem Umfang geringer sind, spielen auch die Beiträge anderer Geber wie Kanada und Länder aus dem asiatisch-pazifischen Raum eine Rolle, insbesondere bei der Finanzhilfe. Zusammen haben diese Länder rund 27,6 Milliarden Euro an militärischen, finanziellen und humanitären Hilfen bereitgestellt, wobei Kanada (11,94 Milliarden Euro) und Japan (13,58 Milliarden Euro) 92,4 % dieses Betrags ausmachen.
Innerhalb dieser drei Gebergruppen verdient Europa aufgrund seiner inneren Heterogenität und der zusammengerechnet größten Hilfssumme eine genauere Betrachtung. Sowohl der Umfang als auch die Zusammensetzung der europäischen Unterstützung variieren erheblich zwischen den einzelnen Ländern. In absoluten Zahlen haben die EU-Institutionen (z. B. die Europäische Kommission und der Rat) mit mehr als 60 Milliarden Euro den größten Anteil, etwa 96 % davon sind als Finanzhilfe klassifiziert. Im Gegensatz dazu fließt der Großteil der Beiträge der meisten europäischen Geberländer in die Militärhilfe. Unter diesen ist Deutschland der größte Geber (21,3 Milliarden Euro, davon 78 % für Militärhilfe), gefolgt von anderen wichtigen europäischen Gebern wie dem Vereinigten Königreich, Dänemark, den Niederlanden, Schweden und Frankreich.
Die absoluten Beträge geben zwar einen nützlichen Überblick über die Gesamtbeiträge, werden jedoch zwangsläufig von der wirtschaftlichen Größe der einzelnen Geber beeinflusst und spiegeln daher insbesondere im Falle kleinerer Volkswirtschaften nicht vollständig das Verhältnis ihrer tatsächlichen Anstrengungen wider. Abbildung 3 stellt die Hilfe für die Ukraine als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Geberländer im Jahr 2021 dar und bietet eine differenziertere Perspektive auf die relativen Beiträge der europäischen Geberländer. Bemerkenswert ist, dass Länder mit einer größeren geografischen Nähe zu Russland – wie die baltischen Staaten und die skandinavischen Länder – einen deutlich höheren Anteil ihres BIP für Hilfe bereitgestellt haben als andere Geberländer, mit Werten zwischen 1,3 % (Finnland) und 2,9 % (Dänemark). Im Gegensatz dazu leisten größere Volkswirtschaften wie Deutschland (0,57 %), das Vereinigte Königreich (0,68 %) und Frankreich (0,29 %) – wie auch die Vereinigten Staaten (0,56 %) – zwar in absoluten Zahlen einen hohen Beitrag, gemessen am BIP stellt sich dieser jedoch weitaus geringer dar. Diese Fakten zeigen, dass Europa zwar insgesamt die größte Geberregion darstellt, die Intensität der Unterstützung jedoch von Land zu Land erheblich variiert.
Was sind die wichtigsten Trends bei der Hilfe für die Ukraine?
Seit 2022 haben sich die Hilfsstrukturen sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Zusammensetzung verändert, wobei zwei Entwicklungen besonders bemerkenswert sind: die allmähliche Verlagerung der Führungsrolle von den Vereinigten Staaten nach Europa und die zunehmende Abhängigkeit von der Beschaffung neu produzierter Waffen anstelle von Spenden aus nationalen Beständen.
Europa hat sich zum führenden Geber entwickelt
Bei der militärischen Unterstützung lag die USA zwischen 2022 und 2024 mit durchschnittlich 21,4 Milliarden Euro pro Jahr deutlich vor Europa mit 18,9 Milliarden Euro. Diese Entwicklung kehrte sich 2025 um. Nach dem Interner Link: Amtsantritt der neuen US-Regierung stellten die Vereinigten Staaten die Zuweisung zusätzlicher Militärhilfe an die Ukraine ein, während die europäischen Geber ihre Hilfszuweisungen drastisch erhöhten, allein im ersten Halbjahr 2025 auf 23,4 Milliarden Euro. Im Juni 2025 hatte Europa die Vereinigten Staaten bei der insgesamt seit 2022 geleisteten Militärhilfe um 15,5 Milliarden Euro überholt.
Bei der nichtmilitärischen Unterstützung (finanziell und humanitär) ist diese Abweichung noch ausgeprägter. Die Hilfen der USA wurden während des Krieges zweimal ausgesetzt. Die erste Unterbrechung erfolgte in der zweiten Hälfte des Jahres 2023, gleichzeitig mit einer Pattsituation zwischen der demokratischen und republikanischen Partei im US-Kongress. Obwohl die Finanzierung wieder aufgenommen wurde und die finanzielle Hilfe der USA in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 um 25,1 Milliarden Euro stieg, stammte ein erheblicher Teil davon aus Darlehen, die durch Zinsen auf eingefrorene russische Vermögenswerte finanziert wurden.
Der zweite, entscheidendere Stillstand erfolgte Anfang 2025 mit der Amtsübernahme der zweiten Trump-Regierung. Die europäischen Geber reagierten hier nicht mit plötzlichen Erhöhungen wie im Bereich der Militärhilfe, sondern hielten ihr Tempo bei der nichtmilitärischen Unterstützung aufrecht. Bis Ende Juni 2025 belief sich die kumulierte nicht-militärische Hilfe Europas auf 86,9 Milliarden Euro – 36,9 Milliarden Euro mehr als die der Vereinigten Staaten.
Diese zunehmende Bedeutung Europas spiegelt nicht unbedingt eine gemeinsame Anstrengung aller europäischen Nationen wider. Vielmehr wurde sie von einer kleineren Gruppe von Ländern vorangetrieben. Abbildung 6, die die kumulierte Gesamthilfe (militärisch, finanziell, humanitär) der fünf größten europäischen Volkswirtschaften sowie der nordischen Länder (Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland) veranschaulicht, verdeutlicht die Heterogenität der Beiträge, die hinter diesem „europäischen Aufschwung” stehen. Seit Jahresbeginn haben die nordischen Länder, das Vereinigte Königreich, Deutschland und in gewissem Umfang auch Frankreich ihre Unterstützung für die Ukraine als Reaktion auf die Einstellung der US-Hilfslieferungen verstärkt, während andere Länder wie Spanien und Italien weitgehend untätig geblieben sind. Tatsächlich beruht der Aufstieg Europas zur führenden Geberregion auf den Anstrengungen einiger weniger Regierungen, was die bereits bestehenden Ungleichgewichte verstärkt, anstatt eine einheitliche europäische Reaktion auf die rückläufige US-Unterstützung widerzuspiegeln.
Die Militärhilfe für die Ukraine wird zunehmend industrialisiert
Ein weiterer wichtiger Trend betrifft die Beschaffung der an die Ukraine gelieferten Waffen. In der Anfangsphase des Krieges stützten sich die meisten Geberländer auf Lieferungen aus ihren eigenen Militärbeständen. Dies zeigte sich besonders deutlich in der großen Anzahl von Panzern, Kampfhubschraubern, Munition sowie anderem Gerät aus der Sowjetzeit, die von ehemaligen Ostblockländern in den ersten Monaten nach der russischen Invasion bereitgestellt wurden. Im Laufe der Zeit wurden diese für Spenden verfügbaren Bestände jedoch zunehmend aufgebraucht, sodass die Geberländer mehr und mehr auf die Beschaffung neu hergestellter Systeme aus der Rüstungsindustrie angewiesen sind, um ihre Unterstützung aufrechtzuerhalten.
Diese Verschiebung ist in den Daten deutlich zu erkennen. Im Jahr 2022 stammten nur 27,8 % der Militärhilfe für die Ukraine aus neu beschafften Ausrüstungsgütern, während der Großteil aus den Beständen der Geberländer stammte. Bis 2024 war der Anteil der beschaffungsbasierten Hilfe auf 58,7 % gestiegen. Im Jahr 2025 wurden bis Juni etwa 58,8 % der militärischen Unterstützung durch Beschaffungen bereitgestellt, während nur 6,6 % aus Beständen stammten. Zusammengenommen zeigen diese Zahlen eine deutliche Industrialisierung der Militärhilfe, die den Übergang von einer anfänglichen Abhängigkeit von verfügbaren Beständen zu einer Produktion widerspiegelt, die den Bedarf auch mittel- und langfristig sichert, da sich der Krieg zu einem Abnutzungskonflikt entwickelt hat.
Dieser Trend stellt zunehmend höhere Anforderungen an die industriellen Kapazitäten der Geberländer im Verteidigungsbereich. Selbst bei höheren Haushaltsmitteln für Militärhilfen hängt die Fähigkeit, zeitnahe und wirksame Waffenlieferungen umzusetzen, letztlich von der Stärke und Widerstandsfähigkeit der heimischen Rüstungsproduktion ab. In dieser Hinsicht sieht sich Europa besonderen Einschränkungen gegenüber. Seit Beginn des Krieges bis Juni 2025 hatten die europäischen Geber bereits mindestens 35,1 Milliarden Euro für beschaffungsbasierte Militärhilfe bereitgestellt und damit die Ausgaben der USA in diesem Bereich um 4,4 Milliarden Euro übertroffen. Trotz dieser finanziellen Anstrengungen weisen die europäischen Verteidigungsindustrien jedoch weiterhin Kapazitätsengpässe auf, insbesondere bei Hoch-Technologie-Fähigkeiten wie Langstrecken-Luftabwehrsystemen und Mehrfachraketenwerfern. Diese Kapazitätsbeschränkung unterstreicht die Dringlichkeit für europäische Länder, in die Stärkung ihrer Verteidigungsindustrie zu investieren, um die Militärhilfe auf einem Niveau zu halten, das den Bedürfnissen der Ukraine entspricht.
Ist die Hilfe für die Ukraine gering oder groß? Ein historischer Vergleich
Ist die Hilfe für die Ukraine gering oder groß? Um diese Frage zu beantworten, können wir die internationale Unterstützung für die Ukraine mit der Unterstützung vergleichen, die in anderen großen Krisen der letzten 20 Jahre, insbesondere in Europa, mobilisiert wurde. Abbildung 8 bietet einen allgemeinen Vergleich der Europäischen Schuldenkrise nach der Finanz- und Bankenkrise 2008/2009 und der Corona-Pandemie ab 2020 mit dem Ukraine-Krieg seit 2022.
Auch wenn diese drei Krisen in ihren Ursachen und Auswirkungen unterschiedlich sind, zeigen Sie dennoch, in welchem Umfang die europäischen Staaten zur Bewältigung von Großkrisenlagen sowie zur Unterstützung betroffener Staaten bereit sind und waren. Wie zu sehen ist, bleibt das derzeitige Ausmaß der europäischen Unterstützung für die Ukraine hinter den Anstrengungen dieser Krisenreaktionen zurück. Selbst dann, wenn in die Berechnung neben den tatsächlich zugewiesenen auch die bisher nur zugesagten oder langfristigen Hilfen für die Ukraine einbezogen werden.
Während der Eurokrise (2010–2012) stellten die EU- Institutionen und die Mitgliedstaaten rund 394,6 Milliarden Euro an Finanzhilfen zur Verfügung, um die vier am stärksten betroffenen Länder – Griechenland, Irland, Portugal und Spanien – zu unterstützen. In ähnlicher Weise hat der Europäische Rat als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie das Konjunkturprogramm „Next Generation EU“ (NGEU) im Wert von 806,9 Milliarden Euro aufgelegt, um die Erholung in den Mitgliedstaaten zu unterstützen. Im Vergleich dazu belaufen sich die Gesamtzuweisungen der EU-Mitgliedstaaten an die Ukraine zwischen 2022 und Juni 2025 auf rund 141,3 Milliarden Euro. Dies ist weniger als die Hälfte der europäischen Unterstützung während der Eurokrise 2010-2012 und weniger als ein Fünftel der Beträge, die während der Corona-Krise für grenzüberschreitende Unterstützung mobilisiert wurden.
Das moderate Ausmaß der Unterstützung wird auch im Vergleich zu früheren militärischen Konflikten deutlich. Während des Golfkriegs 1991 beispielsweise leistete Deutschland innerhalb von nur zehn Monaten einen Beitrag in Höhe von 0,55 % seines BIP zur Unterstützung Kuwaits. Im Gegensatz dazu belief sich der durchschnittliche jährliche Beitrag Deutschlands für die Ukraine seit 2022 auf etwa 0,14 % des jährlichen BIP. Insgesamt ist die Unterstützung Europas für die Ukraine im Vergleich zu früheren Kriegen oder Krisen nicht besonders groß.
Darüber hinaus müssen die potenziellen Kosten einer unzureichenden Unterstützung der Ukraine sorgfältig abgewogen werden. Ein Sieg Russlands – sei es durch territoriale Kontrolle oder die Einsetzung eines Marionettenregimes in Kyjiw – könnte zu einer erneuten Instabilität in Europa führen. Zu den wahrscheinlichen Folgen zählen weitere Störungen der Lieferketten, verstärkte Flüchtlingsbewegungen und ein erhöhtes Risiko, dass sich der Konflikt über die Ukraine hinaus ausweitet. Die in diesem Fall noch deutlich verstärkte politische, wirtschaftliche und militärische Bedrohungslage hätte für die europäischen Länder dann auch finanziell erhebliche Folgen.
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