Ein flächendeckender Ausgleich der durch die Absenkung des Rentenniveaus entstandenen Versorgungslücken ist nicht in Sicht. Und selbst bei der Gruppe derjenigen Versicherten, die privat und/oder betrieblich vorsorgen, spricht wenig dafür, dass eine Kompensation in der erforderlichen Höhe und über die gesamte Rentenbezugsdauer hinweg erreicht wird. Hier sind wir nahezu ausschließlich auf Mutmaßungen angewiesen, da es bislang keinerlei verlässlichen, differenzierten und aktuellen Informationen über die zu erwartende Höhe der individuellen Betriebs- oder Riester-Renten gibt.
Diese ernüchternde Schlussfolgerung führt zu der Forderung, den weiteren Rückgang des Rentenniveaus zu verhindern oder gar einen Wiederanstieg einzuleiten. Entsprechende Positionen werden nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch von den Gewerkschaften sowie von den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden vertreten. Die Bundesregierung der großen Koalition hat 1998 vor dem Hintergrund dieser Entwicklung eine sog. Haltelinie festgesetzt, nach der das Netto-Rentenniveau bis zum Jahr 2025 48 Prozent nicht unterschreiten darf . Zugleich soll der Beitragssatz in dieser Zeit nicht über 20 Prozent steigen. Und bis 2030 gilt das deutlich niedrigere Mindestniveau von 43 Prozent. Für die Jahre danach gibt es keine gesetzlichen Festlegungen.
Sicher ist gleichwohl, dass sich die Absenkung in den Jahren nach 2025 bzw. 2030 fortsetzen wird, weil dann die sog. geburtenstarken Jahrgänge das Rentenbezugsalter erreichen. Insofern löst die Begrenzung auf die Zeit bis zum Jahr 2025 das Problem noch nicht.
Das Absinken des Rentenniveaus unterhalb des Sicherungsniveaus vor Steuern von 48 Prozent nach 2025 kann deshalb nur verhindert werden, wenn die Rentenanpassungsformel dauerhaft verändert wird. Die Begründungen, die die Bundesregierung für die Niveaustabilisierung bis 2025 nennt, gelten sicherlich auch für die Jahre danach: "Ein angemessenes und stabiles Sicherungsniveau vor Steuern ist wichtig für die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung. Es muss generationenübergreifend vertrauensbildende Zusagen geben."
Zudem ist zu erwarten, dass sich die Beitragsabzüge zur Krankenversicherung (einschließlich Zusatzbeitrag) und Pflegeversicherung in den nächsten Jahren deutlich erhöhen werden.