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Rojava unter Druck | Kriege und Konflikte | bpb.de

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Rojava unter Druck Das Ende der kurdischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien?

Gülistan Gürbey

/ 15 Minuten zu lesen

Im Februar 2026 trat Mazloum Abdi, Kommandeur der Syrian Democratic Forces, erstmals bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf – mit einer klaren Botschaft: Die Kurden wollen ihre Gebiete selbst verwalten, unabhängig von ihrer künftigen Bezeichnung. Nach jüngsten Gebietsverlusten durch die Offensive der syrisch-islamistischen Übergangsregierung unter Ahmed al-Sharaa hängt die Zukunft der Selbstverwaltung in den verbleibenden Gebieten Nordostsyriens nicht nur von den Kurden selbst ab, sondern auch von regionalen Machtverschiebungen und dem Einfluss externer Akteure wie den USA, der Türkei, Israel, Saudi-Arabien und Katar.

Kurdische Demonstranten in Qamischli im Nordosten Syriens am 19. Januar 2026, nachdem die syrische Regierung Militäroperationen gegen kurdisch kontrollierte Gebiete angekündigt hatte. Die Parole ‚du + du = yek‘ (2 + 2 = 1) symbolisiert die Einheit Kurdistans und des kollektiven Widerstands. (© picture-alliance, Sipa USA | StringersHub)

Aktuelle Lage

In Syrien hat sich die Lage für die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) und die von ihnen kontrollierten Selbstverwaltungsgebiete in Nordostsyrien – bekannt als Rojava (kurdisch für: Westkurdistan) bzw. Demokratische Administration Nord- und Ostsyrien (DAANES) – seit Anfang 2026 erheblich verschärft. Anfang Januar 2026 eskalierte die fragile Koexistenz zwischen der syrischen Übergangsregierung unter Ahmad al-Sharaa, dem ehemaligen Führer der islamistischen HTS (Hay’at Tahrir al-Sham) und den SDF in offene militärische Konfrontation. Zuvor waren die Verhandlungen über ein im März 2025 beschlossenes Abkommen ins Stocken geraten – insbesondere über die Integration der SDF in staatliche Sicherheitsstrukturen, die Kontrolle über Öl- und Gasressourcen im Nordosten sowie die Zuständigkeit für kurdisch dominierte Stadtteile. Es folgte die groß angelegte militärische Offensive der Übergangsregierung. Gleichzeitig bemühten sich regionale und internationale Akteure intensiv um eine Deeskalation. Weltweit protestierten Kurden in historischer Dimension – vereint unter der kurdischen Nationalflagge und getragen vom Ruf nach Selbstbestimmung.

Al-Sharaa bezeichnete die Großoffensive als „Wiederherstellung staatlicher Souveränität“ und flankierte sie taktisch mit Maßnahmen wie einem Dekret zur kurdischen Sprache, der Anerkennung des von Kurden begangenen Newroz als staatlichem Feiertag und der Gewährung der Staatsbürgerschaft für Kurden – mit dem Ziel, einerseits den militärischen Druck zu erhöhen und andererseits international den Eindruck zu vermitteln, er handle inklusiv und ausgleichend.

Konfliktverlauf

Die ersten Zusammenstöße um den 5. Januar östlich von Aleppo weiteten sich schnell zu koordinierten Angriffen der Einheiten der Übergangsregierung auf die seit Jahrzehnten kurdisch dominierten Stadtteile Sheikh Maqsoud und Ashrafieh aus. Bis zum 9. Januar übernahm die Übergangsregierung zentrale Kontrollpunkte in beiden Vierteln sowie wichtige Verbindungsstraßen zwischen Aleppo und dem östlichen Umland. Damit verlor die SDF ihre westlichste urbane Frontposition.

Mit der Ausweitung der Offensive bis Ende Januar – trotz mehrerer Waffenstillstands- bzw. Feuerpausen-Vereinbarungen – verschärfte sich die strategische Lage der SDF erheblich, insbesondere im Nordosten des Landes. Durch die Einnahme strategischer Öl- und Gasfelder sowie die Unterbrechung wichtiger Versorgungsrouten verloren die SDF territoriale Tiefe, logistische Handlungsfähigkeit und zunehmend ihre Verteidigungsfähigkeit; zudem zogen sich arabisch dominierte Einheiten innerhalb der SDF teilweise zurück oder wechselten die Seiten. Infolgedessen konzentrierten die SDF ihre Kräfte auf die Kernregionen Hasaka und Qamischli im Nordosten sowie Kobane im Norden, um dort die Verteidigung zu stärken und die Zivilbevölkerung zu schützen. Letztlich wurden die Kerngebiete nicht eingenommen, doch büßte die SDF rund 80 Prozent ihres Kontrollgebiets ein.

Erst intensive diplomatische Bemühungen der USA – einschließlich des Drucks von Abgeordneten des US-Kongresses auf Donald Trump zugunsten der SDF –, Frankreichs und unter indirekter Mitwirkung von Masoud Barzani (ehemaliger Präsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak und Vorsitzender der dortigen Demokratischen Partei Kurdistans) sowie Nechirvan Barzani, amtierender Präsident der Region, führten zur Deeskalation. Ersterer bekräftigte eindeutig seine Unterstützung für die Kurden in Rojava und Kobane, erklärte Gewalt gegen sie für inakzeptabel, zog damit eine klare „rote Linie“ und signalisierte, notfalls alles zu tun, um sie zu schützen. Zugleich forderte er die SDF-Führung auf, die Verhandlungen fortzuführen. Die massiven weltweiten Proteste der Kurden, die weit über Rojava hinausgingen und den Anspruch auf Selbstbestimmung unterstrichen, erhöhten den Druck zusätzlich. In Damaskus wuchs die Einsicht, dass ein militärisches Vorgehen mit hohen zivilen Opferzahlen unweigerlich internationale Isolation nach sich ziehen würde. Den SDF wurde deutlich, dass eine langfristige Verteidigung ohne substanzielle internationale Unterstützung kaum realistisch war. Am 30. Januar wurde ein zwischen der Übergangsregierung und den SDF geschlossenes Abkommen öffentlich bekannt gegeben, welches eine schrittweise Integration der SDF-Kräfte und der Institutionen der Selbstverwaltung in staatliche Strukturen vorsieht.

Trotz des Abkommens war Kobane noch mehrere Wochen faktisch belagert – ein Ort von hoher symbolischer Bedeutung für den kurdischen Widerstand gegen den IS und tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Versorgungswege sowie Wasser-, Strom- und medizinische Infrastruktur waren blockiert; humanitäre Hilfe erreichte die Stadt nur unregelmäßig, mehrere Kinder starben an Kälte und Mangelversorgung. Kurden aus der Türkei überwanden Grenzmauern, um Solidarität zu zeigen; für die Bevölkerung stellte die Belagerung nicht nur einen militärischen Rückschlag dar, sondern auch eine Bedrohung für Identität und Existenz. Die Übergangsregierung und die Türkei nutzten die Belagerung von Kobane faktisch als Druckmittel.

Die Großoffensive veränderte auch die Kontrolle über IS-Familienlager. Insbesondere in al-Hol im Gouvernement Hasaka kam es zu zahlreichen Gefängnisausbrüchen. Das Lager wurde geschlossen, die Verbliebenen in ein neues Lager im Norden der Provinz Aleppo sowie an unbekannte Orte gebracht. Aus Sorge vor weiteren Gefängnisausbrüchen und einer Reaktivierung von IS-Strukturen begann das U.S. Central Command (CENTCOM) am 21. Januar 2026 mit der Verlegung von über 5.000 männlichen IS-Häftlingen in den Irak.

Eine Demonstrantin hält in Qamischli im Nordosten Syriens am 19. Januar 2026 ein Plakat mit der Aufschrift "Jin, Jiyan, Azadî" ("Frauen, Leben, Freiheit") hoch. (© picture-alliance, Sipa USA | StringersHub)

Laut UN-Berichten wurden während der Eskalation über 150.000 Menschen vertrieben, vor allem Frauen und Kinder. Zehntausende Zivilisten mussten in überfüllten Unterkünften oder im Freien ausharren. Die Kämpfe verschärften die ohnehin prekäre Versorgungslage und überforderten die Gesundheitseinrichtungen. Zerstörte Infrastruktur führte zu Ausfällen von Wasser, Strom, Schulen und Krankenhäusern, die medizinische Versorgung war vielerorts kaum zugänglich. Berichte dokumentieren Angriffe, die zu einer erheblichen Zahl ziviler Opfer führte. Nach Angaben der SDF wird geschätzt, dass zwischen 1.500 und 2.000 Kurden – Zivilisten wie Kämpfer – vermisst werden.

Hintergrund und Einflussfaktoren

Die militärische Eskalation wurde erst vor dem Hintergrund einer veränderten regionalen Machtkonstellation möglich. Mit der wachsenden Macht und internationalen Legitimität Ahmad al-Sharaas infolge der Aufhebung von Sanktionen sowie der Unterstützung durch die USA, die Türkei, Saudi-Arabien, Katar und die Interner Link: UNO geriet die SDF zunehmend unter Druck. Der bereits 2025 angekündigte und begonnene Abzug der US-Truppen aus Syrien zwang alle Akteure, ihre Strategien neu zu justieren. Al-Sharaa wurde faktisch als Machthaber Syriens akzeptiert, seine Übergangsregierung gewann außenpolitische Handlungsspielräume. Die Präferenz für Al-Sharaa und die Stabilisierung Syriens unter seiner Führung sind Teil eines größeren regionalen Kontextes: Al-Sharaa und sein prowestlicher Islamismus gelten als zentrales Bindeglied beim Aufbau einer sunnitisch-islamischen Achse zur Eindämmung Irans und seines schiitischen Einflusses im Nahen Osten. Voraussetzung hierfür sind unter anderem die Gewährleistung der Sicherheit Israels, die aus Sicht der USA wichtigen Kontakte zwischen Israel und Al-Sharaa sowie ein Umgang mit der verschärften Rivalität zwischen der Türkei und Israel. Die Interner Link: aktuelle militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran fügt sich in diese regionalen strategischen Kalkulationen ein.

Die Kurden gelten zwar als prowestliches, säkular-demokratisches Gegengewicht zu den neuen islamistischen Machthabern in Damaskus und sind damit ein strategischer Faktor in der regionalen Machtbalance für die USA, Frankreich und die EU. Die Erwartung jedoch, dass der erfolgreiche Kampf kurdischer Kräfte gegen den IS politische und militärische Unterstützung für die kurdische Selbstverwaltung nach sich ziehen würde, hat sich nicht erfüllt. Über ein Jahrzehnt kämpften die SDF gemeinsam mit der Anti-IS-Koalition unter der Führung der USA – deren Präsenz in Syrien 2015 begann –, was entscheidend zur endgültigen Niederlage des IS im Jahr 2019 beitrug. Auf kurdischer Seite gab es mehr als 10.000 Tote und etwa 30.000 Verletzte. Nach dem Sieg über den IS übernahm die SDF die Kontrolle über Lager und Gefängnisse für IS-Kämpfer und ihre Familien. Auf kurdischer Seite bestand die Hoffnung, dass solange sie diese Haftanstalten und Lager kontrollierten, Schutz und Unterstützung durch die westlichen Partner garantiert würden.

Als dann aber Syrien unter den neuen islamistischen Machthabern in die Anti-IS-Koalition aufgenommen wurde, machte Tom Barrack, US-Botschafter in der Türkei und Sonderbeauftragter für Syrien, der SDF deutlich, dass ihre ursprüngliche Aufgabe als Kampftruppe gegen den Islamischen Staat „weitgehend erfüllt“ sei. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die größte Chance für die Kurden unter der neuen Regierung Al-Sharaas in der Integration in die neuen Machtstrukturen liege. Barrack drängte wie die türkische Regierung auf eine zügige und vollständige Eingliederung und Auflösung der SDF. Parallel führte er Gespräche mit der SDF, Masoud Barzani und der kurdischen Regionalregierung in Erbil. Al-Sharaas Großoffensive im Januar stieß daher deutlich auf Gegenwind aus Washington. Daraufhin kündigte er am 20. Januar 2026 einen neuen Waffenstillstand an und erklärte, seine Truppen würden nicht weiter vorrücken, sofern die SDF innerhalb weniger Tage einen Integrationsplan vorlegten.

Die Äußerungen von Barrack wiederum deckten sich oft mit denen der türkischen Regierung, einem der engsten Verbündeten Al-Sharaas und für die US-Regierung unter Trump – neben Saudi-Arabien und den Golfstaaten – ein wichtiger Partner beim Wiederaufbau Syriens. Dem eigenen zentralistischen Staatsmodell folgend, forderte die türkische Führung stets die vollständige Auflösung der kurdischen Selbstverwaltung und ihrer militärischen Strukturen und lehnte föderale oder dezentrale Staatsstrukturen ab. Über direkten Einfluss auf Al-Sharaa und dessen Übergangsregierung sowie durch einen Mix politischer und militärischer Maßnahmen übte Ankara kontinuierlich Druck auf die SDF und die kurdischen Selbstverwaltungsgebiete aus, die sie als Ableger der PKK und als „Terrorkorridor“ an ihrer Südgrenze betrachtete. Gemeinsam mit von ihr unterstützten antikurdischen Milizen der sogenannten „Syrischen Nationalarmee“, die inzwischen in die neu aufzubauende syrische Armee integriert sind, griff die türkische Armee in den vergangenen Jahren mehrfach völkerrechtswidrig militärisch in Syrien ein und eroberte Gebiete im Norden und Nordosten Syriens. Ein besonders prägnantes Beispiel ist Afrin im Nordwesten Syriens, das 2018 eingenommen wurde und zuvor Teil des syrisch-kurdischen Selbstverwaltungsgebiets war.

Auch ein direkter Schlag gegen die SDF war stets Bestandteil türkischer Kalkulationen. Bereits vor der Großoffensive im Januar 2026 drohte Ankara wiederholt der SDF und ermutigte zugleich die syrische Übergangsregierung, politischen und militärischen Druck auf die Kurden zu erhöhen. Ankara betonte regelmäßig, die Sicherheit Syriens sei untrennbar mit der eigenen nationalen Sicherheit verbunden, und signalisierte frühzeitig die Bereitschaft, die syrische Übergangsregierung nicht nur diplomatisch, sondern auch politisch und militärisch im Vorgehen gegen die kurdisch geführten Einheiten zu unterstützen. Strategisch wartete die Türkei auf einen günstigsten Zeitpunkt, insbesondere auf den Abschluss einer möglichen Sicherheitsvereinbarung zwischen Al-Sharaa und Israel. Eine solche Vereinbarung hätte das israelische Interesse an den Kurden verringert und zugleich das angespannte türkisch-israelische Verhältnis entlastet. So kam es denn auch am 5. Januar 2026 zu trilateralen Gesprächen in Paris zwischen den USA, Vertretern der Übergangsregierung und Israel, in denen ein Sicherheitsmechanismus vereinbart wurde; gleichzeitig brachte Damaskus eine begrenzte militärische Operation zur Rückeroberung einzelner, von der SDF kontrollierter Gebiete ins Spiel, offenbar ohne erkennbare Einwände; parallel erhielt die syrische Führung aus der Türkei die Nachricht, dass Washington ein Vorgehen gegen die SDF akzeptieren würde, sofern Zivilisten geschützt blieben – wodurch aus türkischer Sicht die Kalkulation für die Großoffensive Al-Sharaas gegen die SDF und Rojava aufging.

Diese Dynamik deutete darauf hin, dass die begrenzte Operation „grünes Licht“ erhielt – nicht jedoch die Großoffensive, die sich nach den Angriffen vom 6. Januar auf Aleppos kurdische Stadtviertel weiter auf die Kerngebiete Rojavas ausdehnte und existenzbedrohliche Folgen für die Zivilbevölkerung hatte. Parallel dazu lief der seit Oktober 2024 von der Türkei staatlich initiierte und laufende Prozess „Terrorfreie Türkei und Terrorfreie Region“ mit dem seit 1999 inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan. Auch dadurch wurde der Druck erhöht: Denn die Türkei will damit die bedingungslose und vollständige Interner Link: Auflösung der PKK und all ihrer Strukturen durchsetzen – wozu auch die SDF, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) sowie die kurdische Selbstverwaltung mitsamt ihren Territorien gehört. Diese Strategie war und ist eine der Kernmaßnahmen, um Rojava systematisch zu schwächen und zur Integration zu zwingen. Mazloum Abdi und die kurdische Selbstverwaltung Rojavas standen so zwischen mehreren Fronten, was den Druck auf sie erheblich verstärkte und ihre Handlungsfähigkeit einschränkte.

Der bereits erwähnte Seitenwechsel arabischer Stämme innerhalb der SDF im Verlaufe der Eskalation im Januar 2026 bedeutete schließlich zweifellos einen schweren Rückschlag und führte zu einem raschen Rückzug aus den arabisch geprägten Gebieten. Das Bündnis war von Anfang an ein fragiles Zweckbündnis, da Spannungen zwischen der kurdisch geführten SDF und lokalen arabischen Stämmen immer wieder auftraten – oft befeuert durch die Türkei oder die neuen Machthaber in Damaskus. Die territoriale Expansion der SDF im Zuge der militärischen Erfolge gegen den IS – unterstützt von den USA – sowie ihr Anspruch, das politisch-ideelle Modell mit Gleichberechtigung und basisdemokratischen Gemeinschaften auch in arabisch geprägten Regionen umzusetzen, stieß auf erhebliche lokale Widerstände und wirkte sich letztlich negativ auf die innere Stabilität von SDF und Rojava aus.

Das Abkommen vom 30. Januar 2026

Das Abkommen von Ende Januar 2026 ist als mehrstufiger Prozess angelegt, der militärische Deeskalation mit der schrittweisen Eingliederung der bisherig autonomen Strukturen in den syrischen Staat verbinden soll. Es umfasst vier Phasen sowie allgemeine, für alle Seiten verbindliche Bestimmungen und schafft damit einen formalen Rahmen für Waffenstillstand, Integration der SDF und die Übernahme zentraler ziviler Einrichtungen, ohne jedoch alle Details der Umsetzung zu regeln.

Phase 1 betrifft Sicherheits- und Militärregelungen: Ein umfassender Waffenstillstand wird auf allen Fronten ausgerufen. Die SDF-Kräfte ziehen sich aus Hasaka und Qamischli in die vereinbarten Kasernen zurück, während die syrische Armee unverzüglich Truppen in die südlich von Hasaka gelegene Stadt al-Shaddadi verlegt. Für das Gouvernement Hasaka richtet das Verteidigungsministerium einen militärischen Verband ein, in die die SDF mit drei Einheiten in Derik, Qamischli und Hasaka integriert werden. Die vierte militärische Einheit der SDF-Kräfte ist in Kobane und wird den Streitkräften des Gouvernements Aleppo zugeordnet; zudem soll eine Sicherheitskraft ausschließlich aus lokalen Einwohnern gebildet werden, die administrativ dem syrischen Innenministerium unterstellt wäre. Damit wäre die bisherige militärische Autonomie der SDF faktisch aufgehoben. Unklar bleibt jedoch, wie künftig operative Entscheidungen getroffen werden, welche Befugnisse den SDF verbleiben und wie die Integration überwacht und umgesetzt wird. Ebenso offen ist die Frage, ob und in welcher Form die Frauenverteidigungseinheiten der YPJ integriert werden.

Phase 2 (Beginn: 2. Februar) betrifft Sicherheits- und Verwaltungsregelungen: In Hasaka und Qamischli erfolgt symbolisch die Einfahrt staatlicher Sicherheitsfahrzeuge, zugleich wird der Integrationsprozess der mit der SDF verbundenen Sicherheitskräfte in das Innenministerium eingeleitet. Gouverneur von Hasaka und stellvertretender Verteidigungsminister werden auf Vorschlag der SDF ernannt, der Provinz-Sicherheitsdirektor Hasakas auf Vorschlag der syrischen Übergangsregierung. Kritisch bleibt, dass die realen Entscheidungskompetenzen der lokalen Verwaltungen unklar sind und die Mitwirkung der SDF auf symbolische Beteiligung beschränkt sein könnte.

Phase 3 (innerhalb von maximal zehn Tagen) sieht die Übergabe strategisch wichtiger Einrichtungen an staatliche Behörden vor. Dazu zählen die Ölfelder der beiden nordöstlichen Städte Rmeilan und al-Suwayda sowie der Flughafen Qamischli. Zivile Beschäftigte werden dabei in staatliche Strukturen integriert.

Phase 4 (innerhalb eines Monats) betrifft die vollständige Übernahme ziviler Institutionen und Grenzübergänge durch die syrische Regierung, ebenso sollen die autonomen Strukturen aufgelöst und das zivile Personal in den Staatsdienst integriert werden. Grenzübergänge wie die nordöstlichen Semalka oder Qamischli werden unter staatliche Kontrolle gestellt, regulär betrieben und für illegale Transporte sowie die Einreise ausländischer Personen gesperrt. Unklar bleibt, in welchem Maße kulturelle, administrative und politische Rechte der Kurden tatsächlich erhalten bleiben und wie die Umsetzung überwacht wird.

Zusätzlich enthält das Abkommen für alle Parteien verbindliche Regelungen: Militärische Kräfte dürfen Städte und Ortschaften nicht betreten; Bildungsabschlüsse der Autonomen Selbstverwaltung werden anerkannt; lokale, kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Medien werden gesetzlich lizenziert. In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium soll der Bildungsprozess der kurdischen Gemeinschaft geregelt werden, unter Berücksichtigung ihrer pädagogischen Besonderheiten. Außerdem wird die Rückkehr aller Vertriebenen – etwa aus Afrin, Sheikh Maqsoud und Ras al-Ain / Serêkaniyê – in ihre Städte und Dörfer sowie die Ernennung lokaler Verwaltungen in diesen Gebieten vorgesehen. Kritisch bleibt, dass konkrete Sicherheitsgarantien, der Zustand der Infrastruktur und die politische Mitbestimmung der Rückkehrer nicht geregelt sind.

Ausblick

Das Abkommen beendet die seit 2012 bestehende De-facto-Autonomie Rojavas bzw. der DAANES sowie der SDF in ihrer bisherigen Form. Es schafft den Rahmen für eine Zentralisierung von Macht und Ressourcen, indem die schrittweise militärische Integration der SDF mit der Rezentralisierung der autonomen Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen sowie der Übernahme zentraler Ressourcen durch die Übergangsregierung unter Al-Sharaa verknüpft wird. Zentrale Fragen – etwa zu politischer Selbstverwaltung, kulturellen Rechten, Verwaltungskompetenzen und Sicherheitsgarantien – bleiben offen.

Das Abkommen enthält Elemente begrenzter Mitwirkung und kultureller Anerkennung für die nach der militärischen Großoffensive verbliebenen kurdischen Kerngebiete, die eine eingeschränkte lokale Verwaltung ermöglichen, jedoch nicht alle Details regeln und keine verbindlichen Sicherheitsgarantien schaffen. Auch eine formelle Garantie durch die USA oder Frankreich existiert bislang nicht. Kurzfristig eröffnet das Abkommen den syrischen Kurden Chancen auf Schutz, Partizipation in Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen sowie die Anerkennung kultureller und bildungspolitischer Anliegen. Ob ein größerer Teil der bisherigen Autonomie in vergleichbarer Form Bestand haben wird, ist jedoch eher zweifelhaft.

Mazloum Abdi bezeichnete das Abkommen unter den gegebenen Umständen als das „bestmögliche Ergebnis“: Es sei nicht ideal für die Kurden, doch um den Waffenstillstand zu sichern, Stabilität herzustellen und Probleme im Dialog zu lösen, sei diese Vereinbarung zu einer Option geworden. Abdi betonte, dass die angestrebte Autonomie der Kurden angesichts der Vorgaben der Zentralregierung derzeit auf die lokale Verwaltung beschränkt sei, dieses Modell jedoch sicherstellen solle, dass die Kurden ihre Gebiete verwalten und ihre Identität bewahren können. Ein Verzicht auf die kurdischen Gebiete im Falle eines Scheiterns komme nicht in Frage – in einem solchen Fall werde man den Kampf bis zum Ende weiterführen.

Abdis Botschaft verdeutlicht die Ambivalenz des Abkommens: Es ist ein pragmatischer Schritt zur Stabilisierung, aber kein endgültiger politischer Kompromiss über den künftigen Status der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien. Das Abkommen ist eingebettet in Syriens fragile Gesamtlage, in der der gesellschaftliche Frieden gefährdet ist und Konflikte zwischen der islamistischen Übergangsregierung und den Minderheiten des Landes weiterhin bestehen. Es markiert nicht das Ende, sondern den Beginn eines langwierigen Prozesses.

Die Einladung und Teilnahme Abdis an der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 unterstreicht dabei die strategische Bedeutung der Kurden: Sie sind ein integraler strategischer Faktor in Syrien und der Region und werden beim Aufbau des neuen Syriens als konstituierende Akteure eine Rolle spielen. Das Treffen des US-Außenministers Marco Rubio mit der syrischen Delegation sowie den beiden Vertretern der kurdischen Selbstverwaltung Mazloum Abdi und Ilham Ahmad bestätigt diese Position.

Die Wirksamkeit des Abkommens hängt entscheidend davon ab, wie effektiv alle vier Phasen umgesetzt werden und ist mit erheblichen Risiken für Stabilität und politische Mitbestimmung der syrischen Kurden verbunden. Aktuell verläuft der Integrationsprozess unterschiedlich, zugleich aber angespannt und konfliktgeladen. Ursache ist vor allem der zentralistische Kurs der neuen Machthaber in Damaskus, der Grenzen austestet und in Rojava auf wachsenden Widerstand stößt. Anfang Mai 2026 protestierten Menschen in Hasaka, Kobanê und Qamishli, nachdem syrische Behörden kurdisch-arabische Amtsschilder in Hasaka durch arabisch- und englischsprachige Versionen ersetzt hatten. Demonstrierende entfernten die neuen Tafeln und brachten erneut kurdischsprachige Schilder an. Die Proteste zeigen das anhaltende Misstrauen der kurdischen Bevölkerung gegenüber den neuen islamistischen Machthabern, insbesondere in Bezug auf sprachliche und kulturelle Rechte. Dieses Misstrauen wird dadurch verstärkt, dass die kurdische Sprache Anfang 2026 durch Al-Sharaa zunächst als „nationale Sprache“ anerkannt wurde, diese Entscheidung inzwischen jedoch offenbar wieder infrage gestellt wird. Vor diesem Hintergrund fordert die kurdische Bevölkerung die Gleichstellung des Kurdischen als zweite Amtssprache sowie die verbindliche verfassungsmäßige Verankerung politischer und kultureller Rechte. Der Schutz der eigenen Sprache gilt dabei als rote Linie und als zentrales, nicht verhandelbares Anliegen, das sich in den Protesten deutlich widerspiegelt.

Kurdische Demonstranten halten am 19. Januar 2026 in Qamischli im Nordosten Syriens ein Transparent mit der Aufschrift "Unsere Sprache muss in der Verfassung garantiert werden." (© picture-alliance, SIPA | Amjad Kurdo/MEI)

Zusätzlich beeinflusst die Türkei den politischen und sicherheitspolitischen Rahmen des Integrationsprozesses im Sinne eigener Interessen – nicht nur durch die direkte Einflussnahme auf die islamistische Führung unter Al-Sharaa. Dazu zählt insbesondere der Versuch der türkischen Regierung, im Rahmen des Prozesses „Terrorfreie Türkei“ über Abdullah Öcalan als politischen Bezugspunkt Einfluss auf Rojava auszuüben, unter anderem durch Kontakte zur dortigen Führung. Mazloum Abdi bestätigt informelle Gespräche mit türkischen Vertretern, den Erhalt von Briefen Öcalans – zuletzt im Januar 2026, kurz vor der Eskalation der Kämpfe in Rojava – sowie, dass sich Pläne für einen offiziellen Besuch in der Türkei in Vorbereitung befänden; sollte dieser Besuch zustande kommen, könnte es auch zu einem Treffen mit Abdullah Öcalan kommen. Insgesamt verengt diese Gemengelage die politischen Handlungsspielräume der kurdischen Führung in Rojava weiter, während eine nachhaltige Stabilisierung der Lage der kurdischen Bevölkerung ausbleibt.

Entscheidend wird sein, in welchem Maße die Auseinandersetzungen um Statusfragen, Rechte, den Schutz von Minderheiten sowie die Verteilung politischer, kultureller und administrativer Kompetenzen in der künftigen syrischen Staatsordnung im Rahmen einer neuen Verfassung berücksichtigt oder neu verhandelt werden. Zwar ist der Handlungsspielraum der Kurden in einen regionalen Kontext eingebettet, der vor allem von den USA sowie den Akteuren Türkei, Israel und Saudi-Arabien geprägt wird. Dennoch spielen sie als konstituierender Akteur eine zentrale Rolle: Sie können internationale Unterstützung mobilisieren und ihre Einflussmöglichkeiten bei der Verfassungsarbeit nutzen, um erweiterte Autonomierechte für ihre Gebiete zu sichern. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Minderheiten ebenso notwendig wie die Stärkung der innerkurdischen Kooperation. Dabei gilt es, zum einen an den „Geist der nationalen Geschlossenheit und des Zusammenhalts“ anzuknüpfen, der sich in den jüngsten weltweiten Protestmobilisierungen gezeigt hat, und zum anderen den im April 2025 in Qamischli gestarteten Nationalkongress der Kurden als Ausgangspunkt für den innerkurdischen Prozess weiterzuführen, um Einheit zu festigen, die Verhandlungsposition zu stärken und als internationale Ansprechpartner der Kurden zu wirken.

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Dr. Gülistan Gürbey ist habilitierte Politikwissenschaftlerin und Adj. Professorin am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Friedens- und Konfliktforschung, De-facto-Staaten, Autoritarismus, Internationaler Minderheitenschutz, der Nahe Osten, die Türkei, Zypern und Kurdistan.

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Interner Link: Kompletten Eintrag "Newroz" lesen

Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.

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