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Amselfeld-Mythos | Kriege und Konflikte | bpb.de

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Amselfeld-Mythos

Der zentrale serbische National-Mythos bezieht sich auf eine historische Schlacht auf dem Amselfeld – einem ausgedehnten tektonischen Becken im heutigen Kosovo. Die Schlacht fand am 15. Juni 1389 statt. Dabei standen sich auf der einen Seite die Truppen der serbischen Fürsten Lazar Hrebeljanovi und Vuk Brankovi sowie eine bosnische Armee unter dem Heerführer Vlatko Vukovi und auf der anderen Seite das osmanische Heer unter Murad I. und dessen Söhnen Bayezid I. und Yakub gegenüber. Die Schlacht ging zwar unentschieden aus, doch hatte sie erhebliche politische Auswirkungen. Sie stoppte die serbische Expansion und leitete eine Konsolidierungsphase der serbischen Herrschaft in der Region ein. Die Schlacht gilt heute als Schlüsselereignis der nationalen Selbstfindung der Serben. Neue Aktualität erlangte der Mythos in der Krise des Selbstverwaltungssozialismus nach dem Tod Josip Broz Titos 1980. Auf der Suche nach geeigneten Mythen zur Unterfütterung des nationalserbischen Aufbruchs und zur Rechtfertigung des serbischen Dominanzanspruchs im zerfallenden Jugoslawien wurden serbische Intellektuelle, Politiker und Kirchenvertreter u.a. bei der verklärenden nationalistischen Geschichtsschreibung zur Schlacht auf dem Amselfeld fündig.

Autonomie Autonomie bezeichnet den Status von Territorien, die sich innerhalb eines Staates selbst verwalten. Autonome Territorien unterstehen grundsätzlich der Souveränität und Gesetzgebung des übergeordneten Staates und werden außen- und sicherheitspolitisch von diesem vertreten, haben aber zugleich eigene Gesetzgebungsorgane und Strukturen. Die Autonomie kann einen großen Teil der Regelung der inneren Angelegenheiten umfassen oder auf bestimmte Bereiche beschränkt sein (z.B. Sprache, Kultur, Schulwesen usw.).

Fussnoten