kulturelle Bildung

21.8.2010 | Von:
Kristina Geppert
Kerstin Hübner

Das Freiwillige Soziale Jahr Kultur

Ein Angebot der außerschulischen kulturellen Jugendbildung

Entwicklung des FSJ Kultur

Das FSJ Kultur existiert seit 2001, eine Modellphase umfasste den Zeitraum bis 2004. Bereits parallel zu dieser Erprobungsphase wurde das FSJ Kultur kontinuierlich erweitert – quantitativ und qualitativ. Den Trägern des FSJ Kultur – der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und ihren Landesstrukturen – ist es seit nunmehr fast zehn Jahren gelungen, das Interesse von Kultureinrichtungen nach jungen freiwilligen Mitarbeiter/innen mit dem Bedürfnis von Jugendlichen nach Bildung, Orientierung und Engagement in der Kultur zusammenzubringen. Waren es zu Beginn des FSJ Kultur noch 125 Jugendliche, können sich ab September 2010 über 1.100 junge Menschen engagieren – in Kultureinrichtungen (Einsatzstellen) der Hoch- und Breitenkultur, in ländlichen Regionen und den Ballungszentren deutscher Großstädte.

Der Kulturbereich ist offen und gut geeignet, Jugendlichen einen Gestaltungs- und Experimentierraum für freiwilliges Engagement zu geben. Im Jahr 2001 rückte nicht nur das freiwillige Engagement in den Mittelpunkt, sondern auch die kulturelle Bildung mit ihrem speziellen Bildungsbegriff, der Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung gleichermaßen in den Blick nimmt und in Beziehung zueinander setzt. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungsprozesse (z.B. demografischer Wandel, Arbeitsmarkt, Globalisierung) und der durch PISA ausgelösten Bildungsdebatte haben beide Aspekte weiter Fahrt aufgenommen.

Bildung und Engagement werden im FSJ Kultur daher als Ressource und Impuls für eine selbstbewusste Lebensführung, für eine aktive Teilhabe an und verantwortungsvolle Mitgestaltung von Gesellschaft begriffen.

Die BKJ ist der bundeszentrale Träger dieses kulturellen Freiwilligendienstes. Umgesetzt wird das FSJ Kultur durch die Träger auf Landesebene, welche die Verantwortung für die fachliche Begleitung der Einsatzstellen und die persönliche Betreuung der Freiwilligen übernehmen. Die Einsatzstellen sind für den Praxiseinsatz der Freiwilligen verantwortlich.

Bildung

In einer Welt, die sich permanent wandelt, muss umfassende Bildung Menschen darin unterstützen, ein gelingendes Leben zu verwirklichen. Das schließt viele Facetten ein: Befähigung zur selbstbestimmten Lebensführung, Ausbildung von sozialen und personalen Kompetenzen, fachliche Fort- und Weiterbildung, Bewältigung von biografischen Brüchen und von Veränderungen auf emotionaler, sozialer und organisatorischer Ebene.

Diese Aufgaben können nicht allein die immer gegenwärtigen Orte formaler Bildung (wie die Schule) oder non-formale Kontexte (wie die außerschulische Jugendbildung) leisten, vielmehr findet sinnvolles und vergnügliches Lernen auch informell in der Familie, in der Freizeit, im Gemeinwesen und bei der täglichen Arbeit statt. Kulturelle Bildung (non-formale Bildung) und freiwilliges Engagement (informelle und non-formale Bildung) schaffen Bewährungsmöglichkeiten, Kommunikationsräume und Selbstwirksamkeitserfahrungen. Sie bieten damit attraktive Lernfelder.

Bildung ist daher als zentrale Leitidee im FSJ Kultur verankert. Dieses Bildungskonzept zielt auf junge Menschen, die selbst bestimmt handeln, entscheidungskompetent agieren und sozial handlungsfähig sind, sich insgesamt kulturinteressiert, engagiert und verantwortungsbewusst zeigen.

Es ist die Kombination verschiedener Lernorte, welche die Bildungsprozesse im FSJ Kultur besonders prägen. Auf der fachlichen Ebene spielt die "Kulturarbeit" im engeren Sinne – Praxiseinsatz, eigenverantwortliche Projektarbeit, begleitende Qualifizierungsmaßnahmen – die entscheidende Rolle. Hier können Freiwillige Kompetenzen prüfen und einsetzen, erweitern und aneignen. Freiwillige reflektieren in Seminaren und Gesprächen Erfahrungen und Entwicklungen, arbeiten mit Zielgruppen, im Team oder mit anderen Freiwilligen zusammen. Sie werden angeregt, sich mit ihrer Identität, der sozialen Rolle und der gesellschaftlichen Realität auseinanderzusetzen. Das FSJ Kultur bedeutet für viele Freiwillige das Erproben selbstständiger Lebensführung, häufig verlassen sie für das freiwillige Engagement die elterlichen Wohn- und Versorgungszusammenhänge.


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