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TAPST - Tanzpädagogisches Projekt Schultanz

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TAPST - Tanzpädagogisches Projekt Schultanz

Claudia Hanfgarn

/ 4 Minuten zu lesen

Das Projekt Ozontanz, eine Kooperation von zwei Bremerhavener Schulen und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, näherte sich dem Thema Klimawandel und Ozon tanzend an. Sinnliche Körper- und Welterfahrung brachten den Kindern nachhaltigen Erkenntnisgewinn.

"Herzlich willkommen zu Ozontanz!
Kommen Sie mit auf unsere tänzerische Reise in die Ozonschicht. Kreisen Sie mit dem Polarwirbel, lauschen Sie dem Briefwechsel der Ozonschicht an die Erde und erleben Sie die Etappen der Völkerverständigung auf dem Weg zum Montrealer Protokoll in der Bücherei. Bitte beachten Sie, dass im AWI auch während dieser Veranstaltung geforscht und gearbeitet wird. Dies ist kein Theater, es gibt keine Requisiten, es ist alles echt! Bitte drehen Sie an keinerlei Knöpfen, verstellen Sie keine Gegenstände und bleiben Sie in Ihrer Gruppe bei Ihren Schüler-Guides. Nur sie kennen den Weg durch das labyrinthische Gebäude!"

So begann die Vorstellung des Tanzabends, zu dem TAPST und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, AWI, die 10. Klasse der Körnerschule und die 5. Klasse des Lloyd-Gymnasiums in Bremerhaven eingeladen hatten. Sich mit Klimawandel auseinanderzusetzen und das Thema Ozon fächer-, jahrgangsstufen- und schulübergreifend zu behandeln war das eine Ziel des Projektes, ein anderes die tänzerische Umsetzung in ein Tanztheaterstück. Eine Präsentation im laufenden wissenschaftlichen Betrieb des international renommierten AWI war nur durch die Aufteilung der Zuschauer in kleinere Gruppen möglich. Fünf Schüler-Guides wanderten mit ihren Gruppen zu vier Tanzstationen, die jeweils einen Aspekt der Thematik behandelten.

Vorbereitung im Fachunterricht


Das Projekt begann für beide Klassen in den verschiedenen Fachunterrichten. Sie beschäftigten sich in Welt- und Umweltkunde, Biologie, Chemie, Deutsch, Geografie, Kunst und Physik mit Ozon. Gleichzeitig startete eine Art tänzerischer "Crashkurs". Die Schülerinnen und Schüler experimentierten mit Gestaltungsmöglichkeiten im Tanz und wurden an choreografisches Arbeiten herangeführt. Dabei wurden mit den Jugendlichen keine vorgefertigten Schritte einstudiert, die Profis standen ausschließlich beratend zur Seite und halfen weiter, wenn der Fluss ins Stocken geriet. Die einzelnen Stationen entwickelten die Jugendlichen anhand ihrer Interessen und der Maxime, was die Zuschauer von Ozon verstehen und begreifen sollten.

Themen der Arbeitsgruppen


Einige Beispiele: Die Arbeitsgruppe um den 16-jährigen Carlos interessierte sich besonders für das Montrealer Protokoll, weil es zur Reduzierung und vollständigen Abschaffung der Emission von chlor- und bromhaltigen Chemikalien führte und einen Meilenstein im Umwelt-Völkerrecht darstellt. Fasziniert entwickelten sie vier Tanzszenen, bei denen Politiker und Wissenschaftler um den Verhandlungstisch tanzten und um Einigungen rangen. Als stimmigen Ort ihrer Szenen hatte sich die Gruppe die Bücherei des Instituts ausgewählt. Die Gänge zwischen den Bücherregalen boten packende Einblicke in die getanzten Phasen der Einigungsgespräche.

Die 5. Klasse näherte sich dem Ozonloch und tanzte einen Weg über die beiden Eiskappen unserer Erde zur Antarktis. Eine Visualisierung der wissenschaftlichen Daten in Form einer farbigen Animation brachte die Klasse auf diese Idee. Diese kreisenden Bewegungen des Ozonlochs über dem Pol im Verlauf eines Jahres beobachtet, konnten von den Zuschauern Dank der räumlichen Gegebenheiten auch als Choreografie von oben verfolgt werden.
In der Schleuse auf dem Weg ins Eislabor inszenierte eine Gruppe einen dramatischen Briefwechsel zwischen der Erde und dem Ozonloch. Bei 4 Grad Celsius erhielten die Zuschauer zudem einen kleinen Eiswürfel, der in ihren Händen schmolz. Für die Schülerinnen und Schüler Sinnbild der verrinnenden Zeit ob der notwendigen Dringlichkeit des Handelns, für die Zuschauer eine reizvolle, sinnliche Erfahrung.

Während die beiden Klassen in verschiedenen Arbeitsgruppen oder als Klasse gemeinsam ihre Stationen entwickelten und probten, erarbeiteten die Schüler-Guides mit den Profis des Instituts auch alle weiteren Aspekte der Veranstaltung, wie zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Plakat- und Programmgestaltung, Kostüme und Planung des Gesamtablaufs. Zusätzlich dokumentierte eine Arbeitsgruppe das Voranschreiten des Projektes.

"Davor... das habe ich schon wieder vergessen, aber Ozontanz ist irgendwie in meinem Körper gespeichert." sagt Björn, 5. Klasse.
Jon-Jon, 10. Klasse, meint: "Tanzen ist anstrengend, aber man kommt voll gut drauf!"

Tanzerfahrungen sind Körper- und Welterfahrungen mit politischer Dimension


Tanz ermöglicht sinnliche Elementarerfahrungen von exemplarischen Grundphänomenen. Die daraus entstehenden ästhetischen und intellektuellen Erkenntnisse und Anregungen wirken auf die gesamte innere und äußere Lebenswelt des Menschen. Sie schaffen flexible Standfestigkeit im eigenen Körper, Orientierung in der Welt und helfen einen Standpunkt in der Gesellschaft zu vertreten.
Die Erfahrungen im körperlich-sinnlichen Bereich bilden die eigene Körperwahrnehmung und das "sich damit in der Umwelt verorten" in einer gesellschaftspolitisch notwendigen Dimension aus.

Choreografisches Arbeiten beinhaltet minutiös abgestimmte Teamarbeit mit einem hohen Grad an Verlässlichkeit, Genauigkeit und Disziplin. In der Organisation unserer stark durchstrukturierten und technisierten Gesellschaft findet dies seine Entsprechung. Tanz vertieft nicht nur die Lerninhalte der Schule, sondern erweitert sie zusätzlich mit dem Potential eigenschöpferischen Handelns. Die Kooperation mit dritten Partnern wie Museen, Kunsthallen und Instituten fördert die Beschäftigung mit dem eigenen urbanen Lebensraum. Die Schülerinnen und Schüler entdecken und erfahren wichtige Orte ihrer Stadt und erarbeiten sich ihren eigenen Zugang. Sie gestalten ihren Lebensraum und erleben sich als selbstwirksam. Über dieTanzprojekte hinaus wird Interesse an gesellschaftlichen und politischen Institutionen geweckt.

Gestaltungswille, Bewegungsvielfalt und Phantasie überschreiten verbale und nonverbale Kommunikationsbarrieren in den Klassen, ermöglichen interkulturelle Dialoge und erweitern sozialeVerantwortlichkeit und Toleranz. Dies sind entscheidende Strategien für ein funktionierendes Zusammenleben der Welt.

Die Arbeit mit zeitgenössischem Tanz ist immer politisch, erweitert und vertieft das Verständnis für unsere Gesellschaft. Wenn in der Arbeit wichtige gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen werden, z. B. der Klimawandel, wird der Auseinandersetzung zusätzlich eine inhaltliche Dimension zugefügt. TAPST findet mit Unterstützung der Stadt Bremerhaven statt und ist im Arbeitsförderungs-Zentrum im Lande Bremen, afz, beheimatet.

Claudia Hanfgarn wurde in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater und in London an der Central "School of Ballet" ausgebildet. Nach Engagements an verschiedenen deutschen Bühnen verknüpfte die Tänzerin, Choreografin und Diplom-Tanzpädagogin künstlerisches und pädagogisches Schaffen im tanzpädagogischen Projektes Schultanz, TAPST.