kulturelle Bildung

3.11.2009 | Von:
Sabine Dengel & Milena Mushak

Neue Wege für die politische Bildung

Projekte der kulturellen politischen Bildung bei der bpb

Gerahmt wird die Aufgabe der Jugendlichen durch die vier Themenbereiche Arbeit, Bildung, Kultur und Herkunft – Themen, die zentrale Bedeutung sowohl für die Perspektiven von Jugendlichen als auch für die Entwicklung der Gesellschaft haben. So gelungen diese vier miteinander in enger Beziehung stehenden Dimensionen zukünftig entwickelt und behandelt werden, so die These der Veranstalter, so zukunftsfähig wird eine Gesellschaft sein.

Dabei kommt das Konzept zum Tragen, Inhalte subtil zu vermitteln und Jugendliche indirekt, aber intensiv zur Auseinandersetzung mit komplexen gesellschaftlichen Phänomenen, die sie selbst und ihr unmittelbares Umfeld betreffen, zu motivieren. In einem aktiven und künstlerisch-kreativen Prozess der kulturell-politischen Bildung wird so den Jugendlichen eine Plattform geboten, sich selbst auszudrücken. Darüber hinaus wird nicht nur die Möglichkeit der Partizipation vermittelt, sondern auch die Notwendigkeit der aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft verdeutlicht, die das Fundament der Demokratie bildet.

schule@museum

Neben dem Theaterbereich hat die bpb zwischenzeitlich auch zahlreiche andere kulturelle Bereiche für die politische Bildungsarbeit erschlossen. Häufig entstehen im Rahmen künstlerisch-kultureller Modellprojekte neue, ungewöhnliche Partnerschaften, die langfristig gesehen zu spannenden und tragfähigen Netzwerken heranwachsen, die für alle Beteiligten vielfältige, teils auch durchaus überraschende Synergien bieten.

Das Wettbewerbsprojekt schule@museum der bpb, des Deutschen Museumsbundes, des Bundesverbandes Museumspädagogik und des BDK-Fachverbandes für Kunstpädagogik, in dem unterschiedliche Formate auf ihr kreatives kulturelles Potenzial getestet wurden, war bisher als offenes Labor zu verstehen.

2009 soll das Projekt in eine substanziell neue Phase eintreten: Ziel der neuen Ausschreibung ist es, bundesweit Schulen und Museen zu inspirieren, in Kooperation Modelle langfristiger und nachhaltiger Zusammenarbeit zu entwickeln, die geeignet sind, einen Beitrag zu einer qualitätsorientierten kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen zu leisten und Räume für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zu öffnen.

16 miteinander zu vernetzende Tandems sollen die Gelegenheit erhalten, ihre im Austausch und mit fachkundiger Unterstützung entwickelten Strukturen erfolgreicher Zusammenarbeit längerfristig zu erproben. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sollen innerhalb der Tandems federführend an der Konzept- und Netzwerkentwicklung beteiligt werden.

Die Idee hinter dem Projekt ist es, die Angebote von Museen den Wünschen und Vorstellungen junger Besucher/-innen anzupassen. Die Fragen lauten: Was wünschen sich Kinder und Jugendliche? Wie müssen Ausstellungen gestaltet werden, um ein junges Publikum zu binden? Jugendliche, sind schließlich die Museumsbesucher der Zukunft. Die Schülerinnen und Schüler einzubinden, ist eine Doppelstrategie, die eine Situation schafft, von der beide Seiten profitieren. Einerseits haben die Kinder die Möglichkeit, aktiv ein Angebot zu kreieren, das sowohl inhaltlich als auch in seiner Form perfekt den eigenen Idealen von Museumsarbeit entspricht, andererseits haben die Museen die Chance, durch den unmittelbaren Kontakt vom jungen Publikum zu lernen, wo Schwächen und Stärken in ihren bisherigen Konzepten liegen.

fashion@society – Modedesign, Jugendkulturen, soziale Identitäten

Das Erschließen neuer Bereiche und Zielgruppen ist eine permanente Zielsetzung, die für die Arbeit politischer Bildner charakteristisch ist. Gerade weil, wie bereits eingangs erwähnt, die klassischen Kategorisierungen "politikferner" Zielgruppen immer weniger greifen. Ein weiterer Versuch, ein gut ausgebildetes, junges und kreatives Publikum zu erreichen, das trotzdem politisch wenig interessiert ist, war das Symposium "fashion@society – Modedesign, Jugendkulturen, soziale Identitäten". Mit diesem Projekt widmete sich die bpb einem neuen Experimentierfeld der kulturellen Bildung und wagte sich erstmals an den Themenkomplex Mode und Politik heran.

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Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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