kulturelle Bildung

20.5.2011 | Von:
Seo Min-Jung

Länderbeispiel Südkorea: Kulturelle Bildung auf vielen Ebenen stärken

Die Vernetzung der künstlerischen und kulturellen Bildung über die Landesgrenzen hinaus

KACES und die UNESCO waren 2010 Gastgeber der Zweiten Weltkonferenz zu kultureller Bildung in Seoul, die ein großes internationales Echo erfuhr. In der Folge dieser Konferenz plant KACES die Einführung einer jährlichen einwöchigen Veranstaltung zur kulturellen Bildung, die erstmals im Mai 2011 in Korea abgehalten wird. Da die UNESCO voraussichtlich eine offizielle Resolution dazu annehmen wird, kann die Woche der musischen und kulturellen Bildung ab 2012 weltweit stattfinden.

Außerdem arbeitet KACES gemeinsam mit dem UNESCO-Büro in Bangkok an einer Website mit Informationen zur künstlerischen und kulturellen Bildung im asiatisch-pazifischen Raum; geplant ist ferner die Verbreitung von Bildung auf Grundlage des Förderprogramms zur künstlerischen und kulturellen Bildung in Entwicklungsländern.

KACES baut mit einem breiten Spektrum an kunst- und kulturbezogenen Projekten und zahlreichen nationalen und internationalen Gemeinschaftsprojekten kontinuierlich den Rahmen seiner Aktivitäten aus. Über das internationale Workshop-Programm werden ausländische Interessenten angeworben und eingeladen. Die New Yorker Philharmoniker, die zusammen mit KACES eine Absichtserklärung unterschrieben hatten, schickten Kunstpädagogen nach Korea, die dort einen Komponier-Workshop für Kinder aus einkommensschwächeren Familien gestalteten. Auch mit der Universität London wurde ein Memorandum unterzeichnet; Lehrkräfte des dortigen Goldsmiths-College hielten auf Einladung von KACES Gastvorlesungen in Korea. Für die Zukunft plant KACES Kooperationen und Partnerschaften mit Institutionen der künstlerischen und kulturellen Bildung in der ganzen Welt.

Zu den gegenwärtigen und künftigen Aufgaben der Akteure der kulturellen Bildung in Korea gehört es, Kunst und Kultur in der Schule aufzuwerten. Da sich der Unterricht an strikte Curriculumsvorgaben halten muss, stehen Kernfächer wie Koreanisch, Mathematik und Englisch im Mittelpunkt, weil sie eine Schlüsselfunktion für die Zugangsprüfungen zu den Universitäten einnehmen, wohingegen musische Fächer nur eine Nebenrolle spielen. KACES als Regierungseinrichtung trägt den größten Teil der finanziellen Förderung des Fonds für kulturelle Bildung von Städten, Institutionen und Bürgerinitiativen in Korea. Diese sind zunehmend abhängig von staatlichen Mitteln und noch sehr zögerlich, ihre Gelder selbst im privaten Sektor einzuwerben. Ein weiteres Ziel von KACES muss es sein, die Autonomie dieser Institutionen zu stärken.


Der Text wurde aus dem Englischen übersetzt von Dr. Juliane Lochner.

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