kulturelle Bildung

28.9.2011 | Von:
Martin Geisler

Mein Avatar und Ich – Identitätsarbeit mittels Computerspielfiguren

Als Beispiele für auf diese Weise entstandene Avatare folgen nun drei Bilder und Bildbeschreibungen, welche am Erfurter Gutenberg-Gymnasium mit der Klassenstufe 11 vom 16.-19.02.2011 geschaffen wurden. Insgesamt acht Projektergebnisse dieses Workshops flossen in die Ausstellung "Mediale Lebens(t)räume – Droht uns eine digitale Heimat?" zum 20-jährigen Jubiläum der Thüringer Landesmedienanstalt ein.

HüseinHüsein
Hüsein: "Von Beginn an war mein Ziel, durch meinen Avatar eine Geschichte über mich zu erzählen. Ich habe lange überlegt wie ich den anderen, ohne mein Gesicht zum Vorschein zu bringen, zeigen kann wie ich wirklich bin. (...) Die Eigenschaften, die auf meiner Haut abgebildet sind, sollen mein wahres Ich preisgeben. Die Eigenschaften wurden bewusst an bestimmten Stellen besonders hervorgehoben um zu verdeutlichen wo ich sie zuordne bzw. spüren kann. Beispielsweise ordne ich die Stärke eher dem Kopf zu, während die Ehrlichkeit vom Herzen kommt."


MartinMartin
Martin: "Ich finde mich in meinem Avatar in den Seifenblasen wieder. In diese habe ich Teile meines Gesichtes und auch einige Male mein ganzes Gesicht eingefügt. Ich habe die Art des gespaltenen Gesichtes gewählt, da mir schon öfters gesagt wurde dass ich eine vielfältige Persönlichkeit habe. Ich habe aus zwei Gründen das Bild unter Wasser gemacht, weil ich zum ersten vom Sternzeichen Fisch bin und Wasser sozusagen mein Element ist und weil nur unter Wasser die Seifenblasen entstehen. Falls ich meinen Avatar neu gestalten würde, würde ich nicht mein Gesicht als Füllung für die Seifenblasen nehmen, sondern eher politische Themen. Die politischen Themen würden auch sehr gut unsere gespaltene Welt darstellen."


CorneliusCornelius
Cornelius: "Man erkennt mich, wie ich in der realen Welt sitze und meinen Avatar in die virtuelle Welt schicke. (...) Mein Avatar tritt hier durch ein Portal in das Spiel ein. Wie man sieht, ist im Portal eine Membran, die die echte von der fiktiven Welt trennt. Hier sieht es so aus, als ob der Avatar nur auf meine Eingaben warten würde. Er reagiert also nur auf mich. Ich finde in Spiele kann man wunderbar eintauchen, an Orte und in Zeiten kommen, die man sonst niemals erreichen kann. Aber ich glaube man sollte den Bezug zur Wirklichkeit nicht verlieren. Ich sage immer: 'Es ist nur ein Spiel und nicht die Realität!'"

Konzepte der Artworks-School finden sich unter folgendem Link:
http://www.artworks-community.de/materialdokumente

Das Konzept des Workshops "Mein Avatar und ich" findet sich hier:
http://www.artworks-community.de/sites/default/files/
content/Geisler2010-MeinAvatarundich.pdf

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