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Medienthema: Rekrutieren Salafisten Flüchtlinge?

Das Innenministerium in Nordrhein-Westfalen hatte Anfang September darüber informiert, dass Salafisten im Umfeld von Füchtlingsunterkünften Progaganda betreiben würden. Dabei handele es sich jedoch noch nicht um ein Massenphänomen. Über diese Erkenntnisse berichtete am 9. September unter anderem Zeit online. Der Bayerische Rundfunk berichtete am 10. September über Koranverteilungen und "Anbahnungsgespräche" mit Ankommenden am Münchener Hauptbahnhof. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Bayern bestätigte, dass es Anwerbeversuche gebe. Ziel seien vor allem unbegleitete junge Flüchtlinge. Salafisten würden deren Hilfsbedürftigkeit gezielt ausnutzen. Der BR und andere berichten zudem, dass der salafistische Prediger Pierre Vogel seine Anhänger über Facebook aufgerufen habe, die Bewohner von Flüchtlingsunterkünften anzusprechen.

Auch der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, äußerte sich in mehreren Interviews besorgt über Anwerbungsversuche, so unter anderem am 17. September im Gespräch mit RP online. Anfang Oktober wurde Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit den Worten zitiert: „Wir haben diese Versuche an verschiedenen Stellen in Deutschland. Und das macht uns Sorge.“

Nur in einem Teil der Beiträge finden sich Angaben zu Zahl und Qualität der Anwerbeversuche. In NRW seien einige Einzelfälle bekannt, eine breite Strategie sei nicht erkennbar, berichtete Spiegel Online am 22. September.

Von rund 30 Fällen in NRW berichtet die FAZ in einem umfangreichen Beitrag zum Thema am 29. September. Darin kommt auch der Islamwissenschaftler Michael Kiefer zu Wort, der unter anderem beim nordrhein-westfälischen Salafismus-Präventionsprojekt "Wegweiser" aktiv ist. Er äußert sich skeptisch bezüglich der Erfolgsaussichten. Das Thema werde medial überbewertet, so Kiefer. Die Bemühungen der deutschen Prediger Sven Lau und Pierre Vogel hält er vor allem für einen Versuch, auf sich aufmerksam zu machen.

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Das Landeskriminalamt in Hessen bestätige vereinzelte Fälle, so die Frankfurter Rundschau am 9. Oktober. In dem Beitrag kommen mehrere Fachleute zu Wort. Der Tenor: Leicht anwerben lassen dürften sich die Flüchtlinge nicht, schließlich seien viele vor „dieser Form des Islam geflüchtet“. Die Behörden sollten jedoch reagieren, wenn Salafisten versuchen würden, „die besseren Sozialarbeiter“ zu sein. Die Integration der Flüchtlinge müsse gelingen, sie müssten über Demokratie aufgeklärt werden.

Der Verfassungsschutz in NRW hat am 16. Oktober seine Warnung vor den Anwerbeversuchen erneuert und eine Informationsbroschüre für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften veröffentlicht.




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