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Ausdifferenzierung der islamistischen Szene in Deutschland

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Ausdifferenzierung der islamistischen Szene in Deutschland Wie sich die islamistische Szene wandelt und was das für die universelle Präventionsarbeit bedeutet

Dr. Götz Nordbruch

/ 11 Minuten zu lesen

Die islamistische Szene in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren ausdifferenziert. Islamistische Gruppierungen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Auftretens, ihrer inhaltlichen Schwerpunkte und ihrer Aktionsformen. Damit sprechen sie Personen in unterschiedlichen Lebenslagen mit unterschiedlichen Bedürfnissen an. Gleichzeitig beschränken sich islamistische Szenen keineswegs auf Jugendliche und junge Erwachsene – wie häufig angenommen. Götz Nordbruch spricht sich daher gegen Präventionsansätze nach dem Prinzip "One size fits all" aus. Er plädiert für eine Präventionsarbeit, die die unterschiedlichen Motive berücksichtigt, aus denen sich eine Person von einer bestimmten islamistischen Szene angesprochen fühlt.

In den Videos des Kanals "Macht's Klick" werden Alltagsthemen aus einer islamistischen Perspektive besprochen. (© bpb)

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Der YouTube-Kanal "Macht’s Klick?" zählt zu den reichweitenstärksten deutschsprachigen Angeboten, mit denen islamistische Inhalte vermittelt werden (vgl. Hartwig 2019). In den Videos referiert der stets adrett gekleidete Sprecher in sachlichem Ton über Fragen aus dem Alltag von Jugendlichen: Es geht um Freundschaft, Freizeitaktivitäten, den Tod oder um Sexualität – und darum, was "der" Islam an Regeln und Gebote zu diesen Themen vorgibt. Mit über 150.000 Abonnent:innen auf YouTube (Stand: Mai 2022) erreicht der Kanal ein Publikum, das deutlich über das engere Spektrum islamistischer Organisationen hinaus reicht und auch in Mainstreamdiskurse hineinwirkt.

In Medien und Politik erfährt "Macht’s Klick?" – ähnlich wie andere Akteure aus diesem Spektrum, die in den vergangenen Jahren entstanden sind – allerdings wenig Beachtung. Die zurückhaltende Gestaltung und die inhaltlichen Schwerpunkte tragen dazu bei, dass der Kanal weder in Debatten über den Einfluss islamistischer Denkweisen noch in Präventionsmaßnahmen eine größere Rolle spielt.

In den vergangenen Jahren hat sich die islamistische Szene in Deutschland sichtbar ausdifferenziert, ohne dass die zunehmende Breite dieses Spektrums in öffentlichen Debatten berücksichtigt wird. Zwar erreichen Organisationen aus dem Umfeld von islamistischen Bewegungen wie der Muslimbruderschaft, der Hamas oder der Hisbollah weiterhin ein größeres Publikum; dies gilt in gleicher Weise für salafistische Prediger und Initiativen oder für Personen und Netzwerke, bei denen eine Nähe zum sogenannten Islamischen Staat angenommen wird. Allerdings sind weitere Akteure hinzugetreten, die sich in Auftreten, inhaltlichen Schwerpunkten und Aktionsformen zum Teil deutlich von etablierten Organisationen und ihren Protagonist:innen unterscheiden. In sozialen Medien äußert sich dies in der Vielzahl der Angebote und Kanäle unterschiedlicher islamistischer Strömungen, deren Zielgruppen sich durchaus überschneiden.

Till Baaken, Friedhelm Hartwig und Matthias Meyer sprechen in diesem Zusammenhang von einem Cluster islamistischer Akteure auf YouTube, der von den restlichen YouTube-Kanälen weitgehend unabhängig sei. Durch die Algorithmen der Plattform würden die Inhalte innerhalb des Clusters – unabhängig von der konkreten inhaltlichen Ausrichtung der einzelnen Kanäle – kanalübergreifend verbreitet. Eine Ausnahme bildeten dabei die reichweitenstarken Kanäle "Macht‘s Klick?" und "Botschaft des Islam", die mit ihren Inhalten eine Brücke in den Mainstream schlügen und damit breitere Zugänge zu islamistischen Clustern schafften (Baaken/Hartwig/Meyer 2020, S. 17-19) (zum Infodienst-Beitrag "Interner Link: Monitoring von islamistischen YouTube-Kanälen").

In dieser Entwicklung spiegelt sich eine Vervielfältigung der Angebote off- und online, mit denen islamistische Akteure auf unterschiedliche lebensweltliche Bedürfnisse reagieren und Bewältigungsstrategien für vielfältige soziale, psychologische, familiäre oder werte- oder verhaltensbezogene Unsicherheiten und Krisen anbieten.

Die Motivationen, sich den einzelnen Strömungen zuzuwenden, unterscheiden sich: Zwischen einem 50-jährigen Funktionär aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, einem 21-Jährigen, der sich dem "Dschihad" verpflichtet sieht, oder einer 17-Jährigen, die sich für die Videos "Macht’s Klick?" begeistert, gibt es biografisch und lebensweltlich wenige Gemeinsamkeiten. Für die Präventionsarbeit entsteht dadurch die Herausforderung, die unterschiedlichen Angebote und Ansprachen und die damit jeweils adressierten Zielgruppen mitzudenken und bei der Entwicklung von Präventionsangeboten zu berücksichtigen. Diese müssen ebenfalls auf unterschiedliche Motive eingehen und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. One-size-fits-all-Ansätze, die die Hinwendung zu islamistischen Szenen erklären und als Grundlage für Präventionsansätze dienen, erscheinen angesichts der Vielzahl der islamistischen Akteure, die Personen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen ansprechen, immer weniger angebracht.

Ausdifferenzierung des islamistischen Spektrums

Die Ausdifferenzierung des islamistischen Spektrums zeigt sich insbesondere in der Ausweitung der Zielgruppen, die durch die jeweiligen Akteure angesprochen werden. Ähnlich wie rechtsextremistische Szenen beschränken sich islamistische Strömungen nicht auf einzelne Milieus, sondern erreichen mit unterschiedlichen Stilen, ideologischen Ansprachen und Organisations- und Handlungsformen zunehmend weitere Personengruppen. So ist die Strömung des Salafismus, die in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stand, kaum mehr repräsentativ für die stilistischen, emotionalen, habituellen und handlungsbezogenen Angebote, die die Hinwendung zu islamistischen Ideologien begründen können. Wie im Falle der Reichsbürger und der Identitären Bewegung (IB), die ideologisch viele Gemeinsamkeiten verbinden (beispielsweise in Bezug auf Rassismus und Antipluralismus), sich aber in Auftreten und lebensweltlichen Angeboten deutlich unterscheiden, lassen sich auch im islamistischen Spektrum entsprechende Differenzierungen beobachten.

Anknüpfung an reale gesellschaftliche Missstände

Exemplarisch hierfür stehen die Initiativen Generation Islam, Realität Islam oder Muslim Interaktiv. Seit 2014 erhalten sie mit Aktionen im öffentlichen Raum on- und offline größere Sichtbarkeit und erreichen auch Menschen, die sich vom Auftritt salafistischer Prediger nicht angesprochen fühlen (zum Infodienst-Beitrag "Interner Link: Die Hizb ut-Tahrir in Deutschland. Herausforderungen und Ansätze der Präventionsarbeit"). Als Initiativen aus dem Umfeld der internationalen Bewegung Hizb ut-Tahrir, die in Deutschland 2003 verboten wurde, stehen sie für eine islamistische Ideologie, die die Wiedererrichtung des Kalifats als islamische Herrschaftsform anstrebt.

Sie setzen dabei vor allem auf einen öffentlichkeitswirksamen und jugendkulturell gestalteten gesellschaftspolitischen Aktivismus. Dazu zählen Protestaktionen vor dem Brandenburger Tor genauso wie das Verteilen von Flugblättern im Umfeld von Moscheen, mit denen vor Anschlägen wie in Christchurch gewarnt und der Rückzug auf die islamische Gemeinschaft angemahnt wird. Oder Online-Kampagnen, die sich gegen ein Kopftuchverbot für Minderjährige in NRW oder die französische Islampolitik richten. Religiöse Fragen, beispielsweise zur Lebensgestaltung, spielen nur am Rande eine Rolle. Deutlich mehr Raum bekommen Berichte über Diskriminierungen und Rassismus in Deutschland und Europa, aber auch über internationale Konflikte und die Verantwortung, die westlichen Staaten in diesen Konflikten tragen.

Die Attraktivität und mobilisierende Wirkung dieser Initiativen gründen in den von ihnen angesprochenen Emotionen wie Empörung, Ohnmacht und Wut angesichts von gesellschaftlichen Fragen. Für diese Emotionen bieten sie gemeinschaftlich erlebte Aktionsformen an. Mit ihren Aktionen ermöglichen sie Selbstwirksamkeitserfahrungen, die an reale gesellschaftliche Missstände anknüpfen. Nicht zufällig wenden sich diese Initiativen gerade auch an bildungsnahe Jugendliche und junge Erwachsene, die damit gesellschaftlichen Protest und Widerstand zum Ausdruck bringen (vgl. Hedayat 2015, S. 50). Sowohl in der Ansprache als auch in den Aktionsformen zeigen sich dabei deutliche Parallelen zur rechtsextremen Identitären Bewegung (etwa mit Blick auf die Proteste von Anhänger:innen von Muslim Interaktiv vor dem Brandenburger Tor – ähnliche Aktionen gab es am gleichen Ort einige Jahre zuvor bereits von der IB).

Religiöse Schwerpunkte und entwicklungsbezogene Konflikte

Zugleich unterscheiden sich die Angebote der beschriebenen Initiativen von denen anderer islamistischer YouTube-Kanäle wie "Macht’s Klick?" oder "Botschaft des Islam", aber auch von salafistischen Angeboten. Trotz Überschneidungen in Bezug auf die Zielgruppen, bedienen sie mit ihren Inhalten deutlich andere Bedürfnisse. Die explizit religiösen Schwerpunkte, die von Kanälen wie "Macht’s Klick?" gesetzt werden, beziehen sich weniger auf gesellschaftliche Fragen von Gerechtigkeit und Teilhabe als auf entwicklungsbezogene, lebensweltliche Konflikte, mit denen auch religiöse Fragen ("Ist das haram?"; "Darf ich als Muslim …?") einhergehen.

Dabei kommen immer wieder auch schambesetzte Themen wie der Umgang mit Sexualität, Pornographie oder Spielsucht zur Sprache, für die repressive Bewältigungsstrategien aufgezeigt werden. Diese zielen nicht auf die Förderung von Selbstwertgefühlen und Reflexionsvermögen, sondern basieren auf rigiden Vorgaben und Verboten, die Autonomie und Mündigkeit ersetzen. Ein Korsett aus religiösen Regeln befreit von der Last, selbstbestimmt einen eigenen Lebensentwurf zu entwickeln. Damit wenden sich diese Akteure gezielt an Nutzer:innen, denen sich im Alltag Fragen zur Vereinbarkeit mit dem Islam stellen. Allgemeinere gesellschaftliche oder politische Missstände dienen lediglich als Begründung für die Überlegenheit des Islams und die Dringlichkeit, nach vermeintlich islamischen Regeln zu leben.

Verstärkung von islamistischen Narrativen

Die Breite des islamistischen Spektrums zeigt sich schließlich auch in Personen, die islamistische Weltbilder nur punktuell reproduzieren, aber dennoch entsprechende Narrative verstärken. Beispielhaft hierfür steht der Frankfurter Gangsta-Rapper SadiQ. Mit seiner Musik und seinem Auftreten steht er zwar deutlich in Widerspruch zu islamistischen Idealen. In seinen Liedern knüpft er jedoch immer wieder auch an dschihadistische Narrative an und beschreibt Gewalt als legitime Form des Widerstandes gegen oft nur vage definierte Missstände.

Die Konfliktlinie zwischen dem von SadiQ konstruierten Wir-Kollektiv und dem zu bekämpfenden "Anderen" verläuft dabei nicht durchgängig zwischen "Muslim:innen" und "Nicht-Muslim:innen", greift diesen Konflikt aber immer wieder auf ("Denn ich bin die Rache von den Bergen Afghanistans", "Ich bin Osama, du Charlie", aus dem Lied "Kalaschnikow Flow", 2021). Dieses explizit gewaltaffine Widerstandsnarrativ, das für ein vornehmlich männlich geprägtes Publikum attraktiv sein kann, dürfte aber beispielsweise für viele (weibliche) Nutzerinnen der Kanäle von Generation Islam oder "Macht’s Klick?" wenig ansprechend sein. Es reproduziert aber für das Publikum von SadiQ Geschlechterrollen und dichotome Welt- und Feindbilder, wie sie islamistischen Ideologien zugrunde liegen.

Islamismus: Mehr als ein Jugendphänomen

Mit diesen Angeboten und Ansprachen verbinden sich unterschiedliche Zugänge, über die potenzielle Anhänger:innen mit den entsprechenden Szenen in Kontakt kommen. Die Hinwendung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur salafistischen Szene erfolgte in der Vergangenheit oft gerade in Abgrenzung zum Elternhaus und familiärem Umfeld und erfüllte damit auch die biografische Funktion adoleszenter Ablösung. So stand die Hinwendung zu einer salafistischen Gruppe nicht selten auch für einen Protest gegen einen vermeintlich "verwestlichten" Lebensstil der Eltern (vgl. u.a. Frank/Scholz 2022, S. 110-112). Dagegen lässt sich die Bindung von jüngeren Mitgliedern von Organisationen wie der Muslimbruderschaft oder des nicht-reformorientierten Teils der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) häufig auf deren familiäres Umfeld zurückführen. Auch in dieser Hinsicht liegt es nahe, zwischen den individuellen Beweggründen für das Engagement beispielsweise bei der Deutschen Muslimischen Gemeinschaft aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft auf der einen Seite und neueren islamistischen Initiativen wie Muslim Interaktiv auf der anderen zu unterscheiden.

Allerdings beschränken sich islamistische Szenen keineswegs auf Jugendliche und junge Erwachsene. So zeigen Auswertungen der Sicherheitsbehörden zur salafistischen Szene einen hohen Anteil von älteren Personengruppen, die der Szene zugeordnet werden. In einem Lagebild kam der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2019 zu dem Ergebnis, dass 41 Prozent der Anhänger:innen der salafistischen Szene zwischen 26 und 35 Jahren alt waren, 38 Prozent der Anhänger:innen waren über 35 Jahre alt. Bei lediglich 21 Prozent handelte es sich um Jugendliche und junge Erwachsene unter 26 Jahren, Minderjährige spielten in der Szene nur eine marginale Rolle (vgl. Ministerium des Innern NRW 2020, S. 19).

Ähnliche Altersverteilungen sind auch für die salafistischen Szenen in Berlin und Niedersachsen dokumentiert (vgl. Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport – Verfassungsschutz 2020 und Senatsverwaltung für Inneres und Sport 2018). Für den Berliner Kontext verweisen die Sicherheitsbehörden auf die über Jahre gewachsenen Strukturen der Szene in der Stadt, die "neben Moscheen unter anderem auch Kleidergeschäfte, Buchhandlungen und Lebensmittelläden umfasst" (Senatsverwaltung für Inneres und Sport 2018, S. 9) und eine längerfristige Bindung auch über das junge Erwachsenenalter hinaus ermöglicht.

Diese Einschätzung unterstreicht die Dynamik dieser Szenen, deren Altersstruktur keineswegs statisch ist. So rückte in den vergangenen Jahren verstärkt auch das Phänomen von Kindern aus salafistisch geprägten Elternhäusern in den Blick. Angesichts der Altersverteilung ist es naheliegend, dass Angehörige der Szene zukünftig auch als Eltern eine Rolle spielen, die mit ihren Einstellungen und Lebensentwürfen die Sozialisation ihrer Kinder mitbeeinflussen (zum Infodienst-Beitrag "Interner Link: Kinder in salafistisch geprägten Familien. Aufwachsen mit Risiko- und Schutzfaktoren").

Das große Altersspektrum der Personen, die islamistischen Szenen zuzuordnen sind, steht im Widerspruch zur weitverbreiteten Wahrnehmung des Islamismus als Jugendphänomen, welches sich wesentlich aus jugendphasentypischen Herausforderungen und Entwicklungsaufgaben ableiten lasse. Tatsächlich beschränken sich die ideologischen und verhaltensbezogenen Angebote islamistischer Szenen nicht auf unmittelbar jugendspezifische Bedürfnisse, sondern können auch jenseits des Jugendalters identitätsbildend und gemeinschaftsstiftend wirken. Trotz der jugendkulturellen Prägungen vieler islamistischer Angebote geht es in den ideologischen Deutungsangeboten im Kern nicht um einen Konflikt von muslimischen Jugendlichen und der Gesellschaft, sondern um einen Konflikt von Muslim:innen und einer nicht-muslimischen Gesellschaft. Dieses Weltbild vermittelt unabhängig von Alter und Lebensphase Orientierung und Handlungssicherheit – als übergreifende Deutung für gesellschaftliche Entwicklungen sowie als kognitive und emotionale Bewältigungsstrategien im Umgang mit individuellen oder gesellschaftlichen Verunsicherungen und Krisensituationen.

Was bedeutet das für die Präventionsarbeit?

In der Forschung herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Radikalisierungen sehr individuell verlaufen und durch sehr unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden (vgl. Milbradt et al. 2022). Unterschieden wird dabei auch zwischen Radikalisierungen, die vor allem auf kognitiver Ebene zu beobachten sind – beispielsweise in der Übernahme von dichotomen Welt- und Feindbildern oder rigiden Religionsverständnissen – und verhaltensbezogenen Radikalisierungen – die sich in der Akzeptanz oder Anwendung von Gewalt ausdrücken können.

Nicht erfasst wird damit allerdings die Vielschichtigkeit der psychologischen, ideologischen und sozialen Angebote, die von unterschiedlichen islamistischen Strömungen formuliert werden und auf ihren jeweiligen religiösen, lebensweltlichen und gesellschaftlichen Schwerpunkten und Organisations- und Handlungsformen basieren. Islamismus und islamistische Organisationen in Deutschland lassen sich immer weniger als einheitliches Phänomen beschreiben, das ein gleichförmiges Set an Bedürfnissen und Motivationen der jeweiligen Anhänger:innen bedient.

Noch vielschichtiger wird das Bild, wenn der Blick nicht nur auf die Jugendphase beschränkt bleibt, sondern auch ältere Personengruppen in diesen Szenen berücksichtigt. Auch in dieser Hinsicht macht es einen Unterschied, ob die Bindungen an eine islamistische Strömung beispielsweise bereits im Kindesalter familiär vermittelt und im Erwachsenenalter aufrechterhalten wurden, oder ob sich ein 35-Jähriger aufgrund einer persönlichen Krise einer islamistischen Strömung zuwendet – als subjektiver biografischer "Neuanfang" im Bruch mit seinem vorherigen Leben.

Auffallend sind dabei die Parallelen zum Bereich des Rechtsextremismus, in dem sich eine ähnliche Auffächerung der Strömungen und den darin zum Ausdruck kommenden individuellen Motivlagen nachzeichnen lässt. Auch hier gilt es beispielsweise zwischen Anhänger:innen der Bewegung der völkischen Siedler und der Rechtsrock-Szene zu unterscheiden, wenn es darum geht, die Attraktivität dieser Szenen nachzuvollziehen und entsprechende Präventionsangebote zu entwickeln. In diesem Kontext haben auch Forschungen und Medienberichte über die Querdenker-Bewegung dazu beigetragen, idealtypische Annahmen über rechtsextreme Biografien zu hinterfragen und die Vielschichtigkeit der ideologischen Angebote wahrzunehmen, die sich als rechtsextrem beschreiben lassen, sich in der jeweiligen Funktion für die betreffenden Individuen aber unterscheiden (vgl. Virchow 2022).

Für Ansätze der Prävention von islamistischen Orientierungen und Einstellungen ergibt sich daraus die Herausforderung, Präventionsansätze nicht von einem abstrakten Phänomen "Islamismus" her zu denken ("Was ist das Islamistische bzw. das 'Problematische' an der Strömung XYZ?"). Stattdessen sollten die konkreten Bedürfnisse und Motivationen der betreffenden Personen im Vordergrund stehen, die sich von den Angeboten dieser – und eben dieser, und nicht einer anderen – islamistischen Strömung angesprochen fühlen.

Die universelle Prävention richtet sich an allgemeine, weitgehend unbestimmte Zielgruppen. Für sie ergibt sich die Notwendigkeit, die unterschiedlichen Handlungsfelder, in denen in den vergangenen Jahren Präventionsansätze umgesetzt wurden, verstärkt zusammen zu denken und damit auf unterschiedlichen Ebenen präventive Wirkungen zu entwickeln. So können politische oder religiöse Bildung zwar Reflexionsprozesse anstoßen und Teilhabemöglichkeiten aufzeigen. Im Umgang mit familiären Konflikten oder Unsicherheiten in Bezug auf berufliche Perspektiven bieten sie aber keine Hilfestellung. Erst in der Zusammenarbeit von Akteuren in unterschiedlichen Handlungsfeldern (beispielsweise Schule, Erziehungsberatung und Freizeitpädagogik) lassen sich unterschiedliche Ressourcen und alternative Bewältigungsstrategien für individuelle Lebenslagen fördern, die der Vielschichtigkeit von Hinwendungsprozessen zu islamistischen Szenen gerecht werden. Diese Handlungsfelder reichen von der politischen und religiösen Bildung über Ansätze der Antidiskriminierungsarbeit, der geschlechtersensiblen Pädagogik bis hin zu demokratiefördernden Angeboten in der Elternarbeit und berufsbildenden Maßnahmen. Je vielschichtiger das Phänomen und die darin zum Ausdruck kommenden individuellen Motivlagen, desto vielfältiger sollten die Ansätze und Methoden sein, die auf diese Bedürfnisse reagieren.

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Quellen / Literatur

Baaken, Till/Hartwig, Friedhelm/Meyer, Matthias (2020): Die Peripherie des Extremismus auf YouTube. modus insight, Berlin.

Baron, Hanna (2021): Interner Link: Die Hizb ut-Tahrir in Deutschland. Herausforderungen und Ansätze der Präventionsarbeit. Infodienst Radikalisierungsprävention. Auf: bpb.de, Abruf am 10.8.2022.

Becker, Kim Lisa/Meilicke, Tobias (2019): Interner Link: Kinder in salafistisch geprägten Familien. Aufwachsen mit Risiko- und Schutzfaktoren. Infodienst Radikalisierungsprävention. Auf: bpb.de, Abruf am 10.8.2022.

Frank, Anja/Scholz, Anna F. (2022): Islamistische Radikalisierung im Kontext von Jugendbiografien und Familie. In: Milbradt, Björn/Frank, Anja/Greuel, Frank/Herding, Maruta (Hrsg.): Handbuch Radikalisierung im Jugendalter. Phänomene, Herausforderungen, Prävention, Opladen, S. 103-119.

Hartwig, Friedhelm (2019): Externer Link: Die Peripherie des Extremismus auf YouTube | Das Peripheriecluster: Eine digitale islamistisch-salafistische Ummah? Auf: modus-zad.de, Abruf am 10.8.2022.

Hedayat, Ali (2015): Politischer Islamismus und die internationale Politik. Die mobilisierende Rhetorik von Hizb ut-Tahrir. In: J - Journal for Deradicalisation, 2-2015, S. 49-85.

Karahan, Ergin (2022): Heimat finden im Fremden? Auseinandersetzungen in der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş e. V. (IGMG) zwischen Ankommen und Fremdbleiben, Stuttgart.

Milbradt, Björn/Frank, Anja/Greuel, Frank/Herding, Maruta (2022): Radikalisierung und Radikalisierungsprävention im Jugendalter: Phänomene, Begriffe, Theorien und Leerstellen. In: Milbradt, Björn/Frank, Anja/Greuel, Frank/Herding, Maruta (Hrsg.): Handbuch Radikalisierung im Jugendalter. Phänomene, Herausforderungen, Prävention, Opladen, S. 13-29.

Ministerium des Innern NRW (2020): 2. Lagebild Salafismus NRW, Düsseldorf.

Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport – Verfassungsschutz (2020): Verfassungsschutzbericht 2019, Hannover.

Schiffauer, Werner (2010): Nach dem Islamismus. Eine Ethnographie der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Frankfurt.

Senatsverwaltung für Inneres und Sport (2018): Hintergründe zu den Angehörigen des salafistischen Spektrums in Berlin. Lageanalyse, Berlin.

Virchow, Fabian (2022): Interner Link: Querdenken und Verschwörungserzählungen in Zeiten der Pandemie. Auf: bpb.de, Abruf am 10.8.2022.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Werner Schiffauer beschreibt das Vereinsleben der IGMG bis zu Beginn der 2000er Jahre als oft "dörflich-familiär", Neuankömmlingen sei in dieser Zeit oft misstrauisch begegnet worden (Schiffauer 2010, S. 330). Dabei spielte auch das Selbstverständnis als "Heimatverein" bzw. als landsmannschaftliche Gemeinschaft eine Rolle. Die Geschichte der IGMG in Deutschland ist zugleich ein Beispiel für den ideologischen und strukturellen Wandel einer Organisation, der durch generationelle Veränderungen angestoßen wird. Für aktuelle Entwicklungen vgl. Karahan 2022, S. 10.

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ist Islam- und Sozialwissenschaftler und Mitbegründer des Vereins ufuq.de. Für ufuq.de leitet er die Angebote des Vereins im Rahmen des Externer Link: Kompetenznetzwerkes "Islamistischer Extremismus" (KN:IX). Nordbruch war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut de recherches et d’études sur le monde arab et musulman in Aix-en-Provence und am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig tätig. Als Co-Autor verfasste er unter anderem den Aufsatz "Transforming schools into labs for democracy. A companion to preventing violent radicalization through education" (2018).