HERAUSFORDERUNG ISLAMISMUS Infodienst Radikalisierungsprävention

Grundbegriffe und Definitionen

Eine Demonstration am 11.01.2020 in Hamburg gegen die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China. Laut dem Verfassungsschutz wurde die Kundgebung durch die verbotene Hizb ut-Tahrir organisiert.

Christian Meier

Was ist eigentlich unter "politischem Islam" zu verstehen?

Mit dem Begriff "politischer Islam" werden sehr unterschiedliche Aktivitäten bezeichnet. Häufig wird der Begriff mit "(legalistischem) Islamismus" gleichgesetzt – und ist zum Kampfbegriff geworden; zur Projektionsfläche für Feindbilder und muslimfeindliche Ängste. Dabei könnte "politischer Islam" ebenso als Sammelbezeichnung für politische Aktivitäten von Muslimen dienen und so dem "Islamismus"-Begriff entgegenstehen. Christian Meier diskutiert Bedeutungsnuancen und Verwendungsmöglichkeiten des umstrittenen Begriffs.

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Großansicht eines Mikrofons. Diskussion: Unterscheiden sich politische Bildung und Primärprävention voneinander?

Fachdebatte mit Dr. Helle Becker, Dr. Karim Fereidooni, Dr. Götz Nordbruch, Dr. Monika Oberle und Thomas Krüger

Fachdebatte: Politische Bildung und Primärprävention

Was sind die Ziele politischer Bildung? Inwiefern unterscheiden sich politische Bildung und Primärprävention voneinander? Wird Prävention erst relevant, wenn die Demokratie in Gefahr ist? Wie können und sollten Projekte evaluiert werden? Ende August 2019 kamen auf Einladung der Bundeszentrale für politische Bildung Fachleute aus unterschiedlichen Professionen zusammen, um sich in einem Fachgespräch diesen Fragen zu widmen.

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Salafisten beten am 5. Mai 2012 in Bonn, unter ihnen der frühere Berliner Rapper Denis Cuspert (2. v. l.).

Dr. Hazim Fouad und Dr. Behnam Said

Islamismus, Salafismus, Dschihadismus

Im medialen und politischen Diskurs um Islamismus und Terrorismus im deutschsprachigen Raum werden Begrifflichkeiten oft uneinheitlich verwendet. Dadurch ist vielen das Verhältnis von Islamismus zu Salafismus oder von Salafismus zu Dschihadismus oft unklar. Die Autoren beleuchten dieses Verhältnis und geben einen Überblick über Definitionsfragen, historische Entwicklungen und aktuelle Debatten.

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Anhand von Domin-Steinen wird eine Kettenreaktion symbolisiert

Dr. Frank Greuel

Zum Konzept der Prävention: Ein Plädoyer für engere Grenzen

Unter dem Label "Radikalisierungsprävention" wird eine Vielzahl von pädagogischen Angeboten gefördert. Dabei wird in unterschiedlichsten Formen und mit verschiedensten Zielgruppen gearbeitet, der präventive Gehalt lässt sich zum Teil jedoch kaum erkennen. Aus fachlicher Sicht wäre es ratsam, in diesen Fällen nicht von Prävention zu sprechen, argumentiert Frank Greuel. Denn eine Überdehnung des Präventionskonzepts vervielfacht unnötigerweise die darin angelegten Pathologisierungs- und Stigmatisierungsproblematiken

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Aufgeschlagener Koran in arabischer Schrift.

Hazim Fouad

Die Bedeutung innermuslimischer Salafismuskritik für die Radikalisierungsprävention

Viele muslimische Akteure kritisieren den Salafismus scharf. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Traditionalisten, Sufis und Modernisten. Der Islamwissenschaftler Hazim Fouad hat diese innermuslimische Kritik am Salafismus untersucht. Einige Erkenntnisse können für die Präventionsarbeit von Nutzen sein.

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Demonstration der rechtsextremen Pro-NRW-Bewegung mit Plakaten vor der Fatih-Moschee in Mülheim/Ruhr am 26.03.2010.

Floris Biskamp

Das Sprechen über den Islam zwischen demokratischer Kritik und antimuslimischem Rassismus

Ist es in der aktuellen aufgeladenen Debatte möglich, kritisch über "den Islam" zu reden, ohne dabei selbst diskriminierend oder rassistisch zu sein? Wann wird das "kritische" Sprechen über Probleme in einer Minderheit problematisch und wie kann man dieses Problematische erfassen? Floris Biskamp grenzt in seinem Beitrag dafür drei Konzepte voneinander ab: 1. Islamfeindlichkeit als Vorurteil, 2. Antimuslimischer Rassismus als diskursiv konstituiertes Dominanzverhältnis und 3. die systematische Verzerrung von Islamdebatten.

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Ausgaben des Koran in der Jumeirah Moschee in Dubai

Armin Pfahl-Traughber

Salafismus – was ist das überhaupt?

Der Begriff "Salafismus" findet seit einigen Jahren zunehmend Verbreitung. Dabei handelt es sich um ein komplexes Phänomen, das ganz unterschiedliche Erscheinungsformen aufweisen kann. Der Soziologe und Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber beschreibt, wie sich verschiedene Strömungen des Salafismus anhand typischer Handlungsstile unterscheiden lassen.

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Extremismus

Peter Neumann

Radikalisierung, Deradikalisierung und Extremismus

Wer gilt eigentlich als Extremist? Was bedeutet Radikalisierung? In welchem Zustand kann man jemanden als erfolgreich deradikalisiert bezeichnen? Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Unterschiedliche Konzepte sorgen in der Debatte über Extremismus immer wieder für Missverständnisse.

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Ein Teilnehmer der Kundgebung "1. Islamischer Friedenskongress" (09.06.2012, Köln) der Salafisten schwenkt eine schwarze Fahne des Jihad.

Marwan Abou Taam

Die Salafiyya – eine kritische Betrachtung

Schon im neunten Jahrhundert formulierte Ahmad Ibn Hanbal die zentrale Forderung der Salafiyya: Der Koran sei wörtlich und uninterpretiert zu verstehen, im Zweifel so, wie ihn die Altvorderen (Salaf) verstanden haben. Marwan Abou Taam beleuchtet die extremistische Bewegung, die eine Gesellschaft göttlichen Willens etablieren will.

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Ein Mann trägt eine elektronische Fußfessel (Symbolbild).

Daniela Hunold, Jan Raudszus

"Gefährder"

Der Begriff des Gefährders ist innerhalb der letzten Jahre zu einer festen Größe im Sprachgebrauch der Sicherheitsbehörden avanciert. Er findet z.B. als Bezeichnung für Personen Verwendung, von denen eine islamistisch motivierte Terrorgefahr ausgeht. Der Begriff erstreckt sich aber auch auf andere Phänomenbereiche der politisch motivierten Kriminalität.

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