Angebote: Beratung, Hotline, Pädagogische Maßnahmen, Fortbildungen und Trainings
Die Beratungsstelle Sachsen wendet sich an Jugendliche, Eltern und Fachpersonal mit Fragen im Themenfeld religiös begründeter Extremismus. Sie bietet Maßnahmen der Prävention, Qualifizierung und Deradikalisierung als Antwort auf die allgemeine Hilflosigkeit im Umgang mit religiös begründetem Extremismus an. Die Beratungsstelle fördert die Stärkung der Toleranz für unterschiedliche Weltanschauungen sowie die Früherkennung, Vermeidung und Umkehr von Radikalisierungsprozessen. Die Intervention bei beginnenden Radikalisierungsprozessen und die zielgerichtete Deradikalisierungsarbeit setzen dort an, wo Menschen einen Ausweg aus extremistischen Ideologien suchen. Fachkräfte können sich durch Fortbildungsangebote in der Auseinandersetzung mit Radikalisierungsprävention professionalisieren.
Unsere Angebote stehen auf zwei Säulen:
Interkulturelle Kompetenz und Extremismusprävention
Deradikalisierung für radikalisierte Jugendliche und junge Erwachsene sowie Qualifizierung für Fachkräfte
Beratung
Telefonische Erstberatung (KORA)
Die telefonische Erstberatung über die Hotline durch die Koordinierungs- und Beratungsstelle Radikalisierungsprävention (KORA) richtet sich an Fachkräfte, Hilfesuchende und Betroffene, die in Beziehung zu einer gefährdeten oder bereits radikalisierten Person stehen. Besteht weiterführender Beratungsbedarf wird der Kontakt zur Beratungsstelle Sachsen hergestellt.
Ansprechpartner:
Erik Alm
+49 351 56454949
Die Hotline ist Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:00 Uhr erreichbar.
Beratung vor Ort (Beratungsstelle Sachsen)
Eine direkte Kontaktaufnahme der Beratungsstelle Sachsen ist ebenfalls möglich. Termine für eine Beratung für Ort können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.
Ansprechpartnerin vor Ort:
Krestin Wenke
+49 341 97854780
Stieglitzstraße 84, 04229 Leipzig
E-Mail Link: sachsen@violence-prevention-network.de
Ansprechperson: Krestin Wenke
Pädagogische Maßnahmen vor Ort
Workshops für Schüler/-innen, Jugendliche und junge Erwachsene
Der Ansatz sieht eine interaktive Wissensvermittlung zu speziellen Themen vor, die tagesaktuell in der entsprechenden Institution (Schule, Einrichtung der Jugendhilfe etc.) Konflikte schaffen. Der Fokus liegt auf der Förderung interreligiöser und interkultureller Kompetenz sowie politischer Bildung. Folgende Themenkomplexe können in den Workshops angesprochen werden:
Grundlagen des Islam und religiöse Alltagspraxis
Leben in einer pluralistischen Gesellschaft (Menschenrechte, Grundrechte, Demokratie)
Umgang mit anderen Religionen und Weltanschauungen (Ambiguitätstoleranz)
Interreligiosität als Chance des gesellschaftlichen Zusammenhalts
Information und Aufklärung über religiös begründeten Extremismus
Fake News: Unterscheidung zwischen Fake News und seriösen Nachrichten (Intention, Funktionsweisen und Wirkungen von Fake News)
Intervention und Deradikalisierung
Beratung gefährdeter und radikalisierter Jugendlicher und junger Erwachsener
Die Schwerpunkte der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen im Herstellen der Erreichbarkeit der möglicherweise gefährdeten Personen, der Ansprache dieser Personen und dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses für die konkrete Beziehungsarbeit. Unterstützung und Beratung in schwierigen Lebenssituationen sowie begleitende Arbeit mit Unterstützern und Unterstützerinnen sind Teil des Angebots. Es richtet sich im Speziellen an junge Menschen in Einrichtungen der Jugendhilfe und Schulen.
Deradikalisierung gefährdeter und ideologisierter Jugendlicher
Die Deradikalisierungsarbeit setzt an, wenn der Grad der Radikalisierung sehr weit fortgeschritten ist und die Gefahr besteht, dass junge Menschen sich und andere gefährden, beispielsweise durch eine Ausreise in oder nach der Rückkehr aus einem Kriegsgebiet.
Violence Prevention Network verfügt aufgrund seiner von Beginn an auf diesen Themenbereich ausgerichteten Spezialisierung über jahrelange Erfahrungen im Umgang mit radikalisierten jungen Menschen und versteht es, Mitglieder dieser Szenen anzusprechen, mit ihnen in den Dialog zu treten, sie zu Veränderungen zu motivieren und Distanzierungsprozesse zu menschenverachtenden Ideologien auszulösen.
Fortbildungen und Trainings
Fortbildungen für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen
Je nach Bedarf haben die Multiplikatoren und Multiplikatorinnen die Möglichkeit, Fortbildungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten in Anspruch zu nehmen. Die Fortbildungen sind modulartig aufgebaut und können je nach Ausgangslage auf die Wünsche der Anfragenden abgestimmt werden. Folgende Themenkomplexe werden angeboten:
Themenkomplex 1: Islam – Grundlagen und religiöse Alltagspraxis
Themenkomplex 2: Radikalisierung – Umgang mit religiös begründetem Extremismus
Themenkomplex 3: Antidiskriminierung als Radikalisierungsprävention
Methodisch orientieren sich die Fortbildungen entlang der Parameter: Differenzierung, Awareness und Sensibilisierung, Ideologisierung und Radikalisierung, Wahrnehmung und Haltung sowie Strategien in der Praxis.
Empowerment-Workshop für (muslimische) Frauen mit (zugeschriebener) Fluchterfahrung/Migrationsgeschichte
Der Workshop ist ein sicherer Raum, in dem die Zielgruppe frei über ihre Erfahrungen mit Rassismus, Diskriminierung und Muslim*innenfeindlichkeit sprechen und in Austausch treten kann. Es werden gemeinsam Handlungsstrategien entwickelt, wie sich die betroffenen Frauen sowohl schützen, als auch wehren können und welche Möglichkeiten sie über die konkrete Situation hinaus haben, um die Diskriminierung zu verarbeiten und ihr entgegenzutreten. Konkrete Themen sind:
Rassismus
Muslim/-innenfeindlichkeit
Sexismus
Selbstfürsorge
Stressbewältigung
Empowerment
Kontakt
Violence Prevention Network gGmbH
Beratungsstelle Sachsen
Stieglitzstraße 84
04229 Leipzig
E-Mail: Externer Link: sachsen@violence-prevention-network.de
Website: Externer Link: https://violence-prevention-network.de/angebote/projektuebersicht/beratungsstelle-sachsen/