MOTRA-Monitor 2024/25 veröffentlicht
– Forschungsverbund MOTRA: Uwe Kemmesies et al. –
Der jährlich erscheinende MOTRA-Monitor 2024/25 des MOTRA-Forschungsverbunds – koordiniert von der Forschungsstelle Terrorismus/Extremismus des Bundeskriminalamts – widmet sich dem Radikalisierungsgeschehen in Deutschland, das sich demnach 2025 „auf kritisch hohem Niveau“ stabilisiert habe. Aus der repräsentativen Befragung geht unter anderem hervor, dass insbesondere bei jüngeren Menschen eine zunehmende „Offenheit gegenüber autoritären, antisemitischen und demokratiefeindlichen Deutungen“ herrscht. Neben Analysen zur Verbreitung rechtsextremer und muslimfeindlicher Einstellungen weist der Bericht außerdem eine starke Zunahme im Bereich der Politisch Motivierten Kriminalität sowie bei Angriffen auf Mandatstragende aus. Für den Bereich Islamismus hält er fest: „Insgesamt sind im Jahr 2025[…] 45.1 % der jüngeren Altersgruppe der in Deutschland lebenden Muslim:innen latent oder manifest islamismusaffin eingestellt.“ Neben dem „Phänomenmonitoring“ findet im „Forschungsmonitoring“ auch der „Wissensaustausch im Themen- und Handlungsfeld der Prävention von islamistischem Extremismus“ Berücksichtigung. Medial ist die Studie unterdessen auf ein breites Echo gestoßen, einige Berichte sind hier verlinkt.
Zum Download der Studie auf Externer Link: motra.info
Zum Bericht über die Zunahme rechtsextremer Einstellungen auf Externer Link: rnd.de
Zum Bericht über die Zunahme islamismusaffiner und antisemitischer Einstellungen auf Externer Link: nzz.ch
Abschlussbericht zur wissenschaftlichen Evaluierung des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen
– Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen –
Rund 500.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sind muslimischen Glaubens. Um ihnen einen staatlich verantworteten Religionsunterricht zu ermöglichen, schuf der Landtag 2011 fraktionsübergreifend die gesetzliche Grundlage für den Islamischen Religionsunterricht (IRU). Im Schuljahr 2025/2026 wird IRU an 247 Schulen mit 31.673 Teilnehmenden erteilt. Der Abschlussbericht hebt hervor, dass das Fach von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern als wichtiges Zeichen der Gleichberechtigung wahrgenommen wird. Mit dem 17. Schulrechtsänderungsgesetz wurde der IRU bis 2031 verlängert.
Zum Abschlussbericht auf Externer Link: opal.landtag.nrw.de
Studie über die Auswirkungen von Kleinen Anfragen auf die Zivilgesellschaft
– Maecenata-Stiftung: Finn Büttner, Siri Hummel und Sascha Nicke –
Zivilgesellschaftliche Organisationen stehen in Deutschland zunehmend unter Druck und sind gefordert, ihre Arbeit zu legitimieren. Auch aus dem parlamentarischen Raum erreichen Träger, die sich im Bereich politische Bildung und Demokratieförderung engagieren, immer mehr Anfragen zu ihrer Arbeit. In einer aktuellen Studie untersuchen Mitarbeitende des Maecenata Instituts, welche Konsequenzen der Einsatz des Instruments der Kleinen Anfrage durch Abgeordnete und deren Fraktionen im Bundestag für zivilgesellschaftliche Akteure hat.
Zur Studie auf Externer Link: maecenata.eu
coreNRW Forschungsbericht 2025
– Bonn International Center for Conflict Studies: Maurice Döring –
Der Forschungsbericht von coreNRW dokumentiert die im Zeitraum August 2024 bis Juli 2025 durchgeführte Extremismusforschung in Deutschland, ergänzt um ausgewählte europäische Projekte. Neben spezifischen Phänomenbereichen berücksichtigt er auch zentrale Querschnittsdimensionen menschenfeindlicher Einstellungen wie Rassismus und Antisemitismus. Mit kompakten Profilen will der Bericht einen Überblick über aktuelle Forschungsvorhaben und -institutionen bieten sowie fachlichen Austausch anregen und Entwicklungen sichtbar machen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die erfasste Forschungslandschaft ist in die Cluster Islamismus, Rechtsextremismus, phänomenübergreifende Forschung sowie weitere Phänomene und Querschnittsthemen gegliedert.
Zum Forschungsbericht auf Externer Link: bicc.de
coreNRW Forschungspapier 14: „‚Der Islam‘ in der Kontroverse (DIKo)“
– Bonn International Center for Conflict Studies: Miguel Zulaica y Mugica, Lisa Jacoby und Meryem Aydogan –
Die Publikation „‚Der Islam‘ in der Kontroverse (DIKo)“ präsentiert Ergebnisse eines Forschungsprojekts, das islambezogene Debatten im schulischen und gesellschaftlichen Kontext systematisch untersucht hat. Auf Grundlage qualitativer Gruppendiskussionen mit Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern rekonstruiert das Team verschiedene Formen der Auseinandersetzung mit kontroversen Themen rund um „den Islam“ und beleuchtet, wie Stereotype, Narrative und Konflikte im Alltag und in schulischen Diskursen entstehen und wirken. Im Fokus stehen dabei sowohl problematische Kommunikationsformen als auch Möglichkeiten eines reflektierten, multiperspektivischen Umgangs mit Differenzen im Bildungsalltag.
Zur Publikation auf Externer Link: bicc.de
„Männlichkeit(en) in der Radikalisierungsprävention – Gendersensible Ansätze in der Arbeit mit radikalisierten Personen aus dem islamistischen Spektrum“
– dist[ex]: Meike Krämer und Ibrahim Bebars –
Die Publikation „Männlichkeit(en) in der Radikalisierungsprävention“ des Kooperationsverbunds dist[ex] nimmt insbesondere sogenannte hegemoniale und „toxische“ Männlichkeitskonstruktionen in Radikalisierungs- und Deradikalisierungsprozessen im islamistischen Kontext in den Blick. Sie verknüpft dabei theoretische Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis und richtet sich an Fachkräfte, Institutionen sowie Akteurinnen und Akteure, die gendersensible Perspektiven systematisch in Prävention, Beratung und Ausstiegsarbeit integrieren möchten.
Zur Publikation auf Externer Link: dist-ex.de
Tagungsbericht: „Offline trifft auf online“
– digitalstreetwork.ch –
Im Februar 2026 trafen sich in der Schweiz Expertinnen und Experten aus Sozialer Arbeit, Extremismusprävention und digitalen Arbeitsfeldern aus drei Ländern zur Fachtagung „Offline trifft auf online“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Extremismusprävention im digitalen Raum gelingen kann und welche Rolle aufsuchende digitale Jugendarbeit dabei spielt. In Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops wurden zentrale Begriffe, aktuelle Erkenntnisse und praktische Erfahrungen ausgetauscht und in diesem Tagungsbericht kompakt zusammengefasst.
Zum Tagungsbericht auf Externer Link: digitalstreetwork.ch
Policy Paper: Zurich-London Recommendations on Preventing and Countering Violent Extremism and Terrorism
– Global Counterterrorism Forum –
Die Zurich-London Recommendations des Global Counterterrorism Forum formulieren konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit extremistischen Aktivitäten im digitalen Raum. So wird Staaten etwa empfohlen, klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Entfernung terroristischer Inhalte zu schaffen und zugleich internationale Menschenrechtsstandards zu wahren. Das Policy Paper betont die Bedeutung strukturierter Kooperationen mit Internet- und Plattformanbietern, etwa zur schnelleren Identifizierung und Meldung extremistischer Inhalte. Zugleich rät es dazu, nicht nur auf Löschung zu setzen, sondern gezielt glaubwürdige Gegen- und alternative Narrative zu fördern und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure in der Online-Prävention zu stärken.
Zum Policy Paper auf Externer Link: thegctf.org