Zukunft Bildung

6.11.2014

Wie das Elternhaus den Bildungsweg prägt: Wer nimmt ein Studium auf?

Die Aufnahme eines Studiums ist in Deutschland nach wie vor stark vom Elternhaus abhängig: Der Bildungsweg von Akademiker-Kindern führt weit häufiger an die Hochschule als der von Kindern aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt.

Wie das Elternhaus den Bildungsweg prägtWie das Elternhaus den Bildungsweg prägt Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Ob man studiert oder nicht, hängt in Deutschland noch immer stark vom Elternhaus ab. Während für mehr als drei Viertel der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss der Bildungsweg an eine Hochschule führt, nimmt nicht einmal ein Viertel der Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss ein Studium auf. Die Weichen für diese im internationalen Vergleich starke Ungleichheit werden bereits in der Schulzeit gestellt: Akademikerkinder besuchen weit häufiger die direkt zur allgemeinen Hochschulreife führende gymnasiale Oberstufe als Kinder von Nicht-Akademikern (79 zu 43 Prozent). Und sie nehmen mit größerer Wahrscheinlichkeit auch dann ein Studium auf, wenn sie in der Sekundarstufe II nicht die gymnasiale Oberstufe, sondern eine berufliche Schule besucht haben (52 Prozent zu 12 Prozent). Kinder von Nicht-Akademikern schlagen hingegen in der Sekundarstufe II viel häufiger einen beruflichen Bildungsweg ein als ihre Mitschüler aus akademischem Elternhaus (57 Prozent zu 23 Prozent) und entscheiden sich viel seltener anschließend dafür zu studieren. Aber auch wenn sie die gymnasiale Oberstufe besucht und erfolgreich mit dem Abitur abgeschlossen haben, nehmen Kinder von Nicht-Akademikern deutlich seltener ein Studium auf als ihre Altersgenossen aus Akademikerhaushalten (37 zu 83 Prozent).

Diese Grafik finden Sie im Text "Hochschulexpansion: Wachsende Teilhabe oder Akademisierungswahn?" von Andrä Wolter sowie im Text "Studiengebühren oder Studium aus öffentlichen Mitteln?" von Andreas Schleicher.


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