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Betriebliche Berufsausbildung

Hans-Werner Freitag, Andreas Schulz

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Im dualen Ausbildungssystem besuchen Jugendliche die Berufsschule und werden zusätzlich im Betrieb auch praktisch am Arbeitsplatz ausgebildet. Dadurch wird theoretischer und praktischer Lernstoff verknüpft. Außerdem sichern sich die Unternehmen durch die Ausbildung von Jugendlichen auch den eigenen Fachkräftenachwuchs.

Über dem Eingang zu einer Berufsschule steht in großen Lettern Landesberufsschule. (© picture-alliance, Zoonar | Elmar Gubisch)

Im dualen Ausbildungssystem besuchen Jugendliche die Berufsschule und werden zusätzlich im Betrieb auch praktisch am Arbeitsplatz ausgebildet. Dadurch wird theoretischer und praktischer Lernstoff verknüpft. Außerdem sichern sich die Unternehmen durch die Ausbildung von Jugendlichen auch den eigenen Fachkräftenachwuchs. Im Jahr 2016 haben rund 510.000 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag neu abgeschlossen. Die weltweite Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise führte in Deutschland 2009 zu einem Rückgang des Ausbildungsplatzangebotes. Da gleichzeitig demografisch bedingt die Zahl der Jugendlichen sank, die an einer Ausbildungsstelle interessiert waren, führte dies im Ergebnis zu einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt.

Die Chancen der Jugendlichen hängen neben der regionalen Wirtschaftsstruktur und -entwicklung auch von individuellen Qualifikationen ab, unter anderem von den erreichten Schulabschlüssen. Von den Jugendlichen, die 2016 einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, besaßen 28 % Abitur oder Fachhochschulreife; 42 % verfügten über einen mittleren Abschluss und 29 % blieben mit ihrem erreichten Abschluss darunter. Einer beziehungsweise eine von elf Jugendlichen (8,9 %) mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag hatte vor Abschluss des Vertrages an einer berufsvorbereitenden Qualifizierung oder beruflichen Grundbildung teilgenommen. Dabei besuchen Jugendliche zum Beispiel eine Berufsfachschule, ein Berufsgrundbildungsjahr oder ein Berufsvorbereitungsjahr, um die Chancen auf einen Ausbildungsplatz durch einen höherwertigen Schulabschluss zu verbessern oder die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsrunde im folgenden Jahr zu überbrücken.

Die Verteilung der Auszubildenden auf die Ausbildungsberufe im Jahr 2016 ließ – wie in den vergangenen Jahren – deutliche Schwerpunkte erkennen: 38 % der männlichen und 54 % der weiblichen Auszubildenden konzentrierten sich auf jeweils 10 von insgesamt 327 anerkannten Ausbildungsberufen. Bei den jungen Männern rangierte der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers mit 7,4 % der männlichen Auszubildenden bei den am stärksten besetzten Berufen eindeutig an erster Stelle. Dann folgten die Berufe Industriemechaniker (5,1 %) und Elektroniker (4,4 %). Bei den jungen Frauen waren die Berufe Kauffrau für Büromanagement (10,7 %), Medizinische Fachangestellte (7,5 %) und Kauffrau im Einzelhandel (6,2 %) am stärksten besetzt. Frauen erlernen neben den Berufen im dualen Ausbildungssystem häufig auch Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen – beispielsweise Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Altenpflegerin –, deren Ausbildung meistens rein schulisch erfolgt. Da die Wahl des Ausbildungsberufes stark von den am Ausbildungsmarkt vorhandenen Stellen abhängt, kann man bei den genannten, am stärksten besetzten Berufen, nicht zwingend von den "beliebtesten Berufen" sprechen.

Von den 1,3 Millionen Jugendlichen, die sich 2016 in einer Berufsausbildung im dualen Ausbildungssystem befanden, waren rund 96.500 Ausländerinnen beziehungsweise Ausländer. Ihr Anteil an den Auszubildenden ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich von 4,2 % im Jahr 2006 auf 7,3 % im Jahr 2016 angestiegen. Im Vergleich zum Ausländeranteil an den Absolventinnen und Absolventen allgemeinbildender Schulen (2016: 8,1 %) waren Ausländerinnen und Ausländer im dualen System unterrepräsentiert. Von den ausländischen Auszubildenden besaßen im Jahr 2016 etwa 28 % einen türkischen Pass, 13 % die Staatsangehörigkeit eines der Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawiens, 8,5 % die italienische und 4,1 % die polnische Staatsangehörigkeit. In der Statistik über die Berufsbildung und in der Schulstatistik werden Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit als Deutsche nachgewiesen.

Nicht alle Jugendlichen, die eine Ausbildung beginnen, bringen diese auch zum Abschluss. Ein gutes Viertel (26 %) löste den Ausbildungsvertrag 2016 vor Erreichen der Abschlussprüfung auf. Die Gründe für diese vorzeitigen Lösungen können bei dem beziehungsweise der Auszubildenden liegen, bedingt zum Beispiel durch einen Betriebs- oder Berufswechsel. Deutliche Unterschiede zeigen sich nach schulischer Vorbildung: Während etwa 39 % der Auszubildenden ohne Hauptschulabschluss ihren Ausbildungsvertrag im Jahr 2016 vorzeitig lösten, waren es 15 % der Auszubildenden mit Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife. Bei diesem Vergleich ist zu berücksichtigen, dass mit niedrigerem Schulabschluss Nachteile bei der Ausbildungsplatzsuche verbunden sind. So entsprechen Kompetenzen häufiger nicht den Anforderungen oder Auszubildende müssen einen Beruf ergreifen, der ihnen weniger liegt. Ebenso gibt es auf Ausbilderseite Gründe, den Ausbildungsvertrag vorzeitig zu lösen, etwa bei Aufgabe des Betriebes oder Wegfall der Ausbildereignung. Ein großer Teil der Jugendlichen, der einen Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst hat, beginnt anschließend erneut eine Ausbildung im dualen System.

Mit einer bestandenen Abschlussprüfung beendeten 2016 rund 400.000 Jugendliche erfolgreich ihre Ausbildung. Im dualen Ausbildungssystem können diese Prüfungen zweimal wiederholt werden. Rund 90 % der Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer bestanden die Prüfung.

Fussnoten

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