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Schülerinnen einer Berliner Grundschule in ihrem Klassenraum

10.11.2020

Wie verändert sich die Bevölkerung in Deutschland von 2018 bis 2060?

Ergebnisse der 14. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis)

Die interaktive Grafik des Statistischen Bundesamtes zeigt: Ein Bevölkerungsrückgang ist in Deutschland kaum vermeidbar. Die jüngere Bevölkerung schrumpft und besonders die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 66 Jahren geht stark zurück, während die Zahl der Menschen über 67 Jahre und insbesondere die der über 80-Jährigen kontinuierlich ansteigt.

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Die vollständige Grafik können Sie bei destatis.de ansehen.

Die interaktive Grafik des Statistischen Bundesamtes basiert auf den Ergebnissen der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Sie stellt auf Basis der Daten des Jahres 2018 und verschiedenen Annahmen zu den drei zentralen demografischen Einflussfaktoren Geburtenentwicklung, Entwicklung der Lebenserwartung und der Nettozuwanderung insgesamt neun mögliche Varianten für die demografische Entwicklung in Deutschland bis 2060 vor.

Zentrale Ergebnisse

Die Alterung der Bevölkerung in Deutschland wird sich trotz hoher Nettozuwanderung und gestiegener Geburtenzahlen verstärken: In den nächsten 20 Jahren sind durch den aktuellen Altersaufbau ein Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter und ein Anstieg der Seniorenzahl vorgezeichnet. Diese Prozesse werden sich trotz den relativ weit gefassten Annahmen, wie sich die Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung in Deutschland zukünftig entwickeln, nicht aufhalten, sondern allenfalls abmildern lassen.

Erwerbsfähige Bevölkerung
Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 51,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 66 Jahre). Bis zum Jahr 2035 wird die erwerbsfähige Bevölkerung um etwa 4 bis 6 Millionen Menschen auf 45,8 bis 47,4 Millionen schrumpfen und auf diesem Niveau zunächst stabilisieren. Ohne Nettozuwanderung würde sie sich bereits bis 2035 um rund 9 Millionen Menschen verringern. Bis zum Jahr 2060 kann sie – je nach der Höhe der Nettozuwanderung – auf 40 bis 46 Millionen sinken.

Ältere Menschen
Die Zahl der älteren Menschen ab 67 Jahren stieg bereits zwischen 1990 und 2018 um 54 % von 10,4 Millionen auf 15,9 Millionen. Bis 2039 wird sie auf mindestens 21 Millionen wachsen und bis 2060 relativ stabil bleiben. Die Zahl der Menschen ab 80 Jahren wird von 5,4 Millionen in 2018 auf 6,2 Millionen bis 2022 steigen und auf diesem Niveau bis Anfang der 2030er Jahre bleiben. Danach wächst sie – je nach angenommener Lebenserwartung – bis 2050 kontinuierlich auf 8,9 bis 10,5 Millionen an. Das heißt, jede/r zehnte Einwohner/in wird in dreißig Jahren mindestens 80 Jahre alt sein.

Bevölkerungszahl insgesamt
Die Bevölkerungszahl insgesamt weist im Unterschied zur Bevölkerung im Erwerbs- und Seniorenalter eine größere Spannbreite möglicher Entwicklungen auf. Je nach angenommener Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung wird sie von 83 Millionen im Jahr 2018 bis mindestens 2024 zunehmen und spätestens ab 2040 zurückgehen. Im Jahr 2060 wird sie voraussichtlich zwischen 74 und 83 Millionen betragen.

Regionale Unterschiede
Regionale Unterschiede werden sich dabei bis 2060 verstärken Bei einer moderaten Entwicklung von Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Nettozuwanderung wird die Bevölkerungszahl bis 2060 in den westdeutschen Flächenländern um 4 % und in den ostdeutschen Flächenländern um 18 % abnehmen. In den Stadtstaaten wird sie dagegen um 10 % wachsen. Die Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 66 Jahren wird – anders als die Bevölkerungszahl insgesamt – in allen Bundesländern abnehmen. Zwischen 2018 und 2060 wird unter den gleichen Voraussetzungen die Zahl der erwerbsfähigen Personen in den westdeutschen Flächenländern um 16 %, in den ostdeutschen Flächenländern um 30 % und in den Stadtstaaten um 4 % sinken.

Bevölkerungsvorausberechnung
Die vollständige Grafik zu den Bundesländern können Sie bei destatis.de ansehen.

Methodische Hinweise
Die amtlichen Bevölkerungsvorausberechnungen erheben keinen Anspruch, die Zukunft vorherzusagen. Sie liefern "Wenn-Dann-Aussagen" und helfen zu verstehen, wie sich die Bevölkerungszahl und die Bevölkerungsstruktur unter bestimmten Annahmen der demografischen Voraussetzungen entwickeln. Der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung liegen jeweils drei Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und zum Außenwanderungssaldo ("Nettozuwanderung") zugrunde. Die insgesamt neun Hauptvarianten zeigen die Spannbreite der möglichen Entwicklungen auf und geben Aufschluss über den Einfluss von Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Wanderungen auf die Bevölkerungsentwicklung. Die Ergebnisse für das Jahr 2018 beruhen auf einer Schätzung. Da in der Bevölkerung des Jahres 2018 die jüngeren Jahrgänge durch Nettozuwanderung und höhere Geburtenzahlen der letzten Jahre gestärkt sind, die Babyboom-Generation bereits im höheren Erwerbsalter angekommen und die Zahl der Menschen im Seniorenalter bereits deutlich gewachsen ist, fallen die zukünftigen Veränderungen weniger drastisch aus als bei den früheren Rechnungen.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis) (2019): Pressemitteilung vom 27. Juni 2019 – 242/19. Online: www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2019/Bevoelkerung/bevoelkerung-uebersicht.html

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2019): 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung - Basis 2018. Online: www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsvorausberechnung/aktualisierung-bevoelkerungsvorausberechnung.html


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