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Soziale Ungleichheit von der Grundschule bis zur Promotion | Bildung | bpb.de

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Soziale Ungleichheit von der Grundschule bis zur Promotion

Benjamin Edelstein

/ 3 Minuten zu lesen

Die soziale Zusammensetzung Lernender verändert sich mit jeder Bildungsstufe: Überwiegt der Anteil der Kinder von Nicht-Akademiker:innen in der Grundschule noch deutlich, nimmt er danach stark ab.

Wie unterscheidet sich die soziale Zusammensetzung der Lernenden auf den einzelnen Bildungsstufen? (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/4.0/deed.de

Unter den Studienanfänger:innen in Deutschland sind junge Menschen, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben, mittlerweile ähnlich stark vertreten wie Kinder von Akademiker:innen. Und doch ist die Chance zu studieren hierzulande sozial höchst ungleich verteilt. Denn man muss sich klar machen, dass Kinder aus Akademiker:innenhaushalten gesamtgesellschaftlich klar in der Minderheit sind. Dies zeigt der Blick auf die Zahlenverhältnisse in der Grundschule, wo auf 1000 Kinder lediglich 278 aus Haushalten mit Eltern kommen, die einen Hochschulabschluss haben, während der weit größere Teil (722) aus Familien kommt, bei denen kein Elternteil einen Hochschulabschluss hat. Hätten Letztere tatsächlich die gleichen Bildungschancen wie ihre sozial privilegierteren Peers, würden sie auch an den Hochschulen zahlenmäßig deutlich überwiegen. Das aber ist nicht der Fall. Vielmehr findet von den 722 Kindern ohne akademischen Familienhintergrund am Ende der Schulzeit nur ein Bruchteil (195) den Weg in die Hochschule. Dies geht in erster Linie auf die viel diskutierte soziale Auslese am Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe zurück (siehe Interner Link: Grafik "Herkunft gleich Zukunft?"). Aus diesem Grund wechseln Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss wesentlich seltener auf ein Gymnasium (einschließlich dem gymnasialen Bildungsgang an einer integrierten Schulform) und erlangen so auch deutlich seltener das (Fach-)Abitur. Als weiterer Umstand kommt hier zum Tragen, dass junge Menschen aus Familien ohne akademischen Hintergrund auch dann seltener ein Studium aufnehmen, wenn sie die Schule mit dem Abitur verlassen haben. Ganz anders sieht die Situation für die Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss aus: Diese Gruppe verkleinert sich im Verlauf der ersten Bildungsetappe deutlich weniger stark – von den 278 Grundschüler:innen aus Akademikerhaushalten kommen am Ende 220 in der Hochschule an.

Die soziale Herkunft spielt aber auch noch während des Studiums, nachdem also die wesentlichen Hürden für eine akademische Bildungslaufbahn bereits gemeistert sind, eine wichtige Rolle – wenn auch nicht ganz so stark wie zuvor: Auf dem Weg zum ersten akademischen Abschluss, dem Bachelor-Abschluss, und mehr noch von dort zum Master-Abschluss, der hierzulande der Königsweg in die akademischen Berufe ist, schrumpft die Gruppe der Kinder von Nicht-Akademiker:innen stärker als jene der Kinder von Akademiker:innen. Denn erstere brechen häufiger das Studium ab und sind zudem eher geneigt, die Hochschule schon nach Abschluss des Bachelors wieder zu verlassen.

Zahlenmäßig lassen sich die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen einfacher erfassen, wenn man in Prozentzahlen umrechnet. Sie werden daher im Folgenden mit angegeben, sind aber in der Grafik nicht verzeichnet: Von den 220 Studienanfänger:innen, deren Eltern einen Hochschulabschluss haben, erreichen 180 (das entspricht 82 Prozent) den Bachelor- und 119 (54 Prozent) den Master-Abschluss. Demgegenüber gelangen von den 195 Studienanfänger:innen, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben, 148 (76 Prozent) zum Bachelor und lediglich 80 (41 Prozent) zum Master-Abschluss. Einzig im letzten Schritt des akademischen Bildungsweges, dem Abschluss einer Promotion („Doktortitel“), wendet sich das Blatt: Von den 119 Kindern von Akademiker:innen, die ihr Studium bis zum Masterabschluss fortgesetzt haben, schließen 15 (das entspricht 13 Prozent) eine Promotion ab, während dies von den 80 Master-Absolventen und -Absolventinnen ohne akademischen Familienhintergrund 13 (das entspricht 16 Prozent) tun. Bei der – im Verhältnis zur Ausgangsgruppe der Grundschüler:innen – vergleichsweise kleinen Gruppe der Kinder aus nicht-akademischen Haushalten, die es trotz aller Bildungshürden bis zum Master-Abschluss geschafft haben (11 Prozent gegenüber 43 Prozent der Grundschüler:innen aus akademischem Elternhaus), dürfte es sich vermutlich um besonders motivierte und leistungsstarke Personen handeln. Diese haben dann offenbar auch eine etwas stärkere Neigung, auch noch die letzte Stufe des akademischen Bildungswegs zu erklimmen.

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Dr. Benjamin Edelstein, geb. 1983, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Redakteur des Online-Dossier Bildung. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich der Schulpolitikforschung und Institutionenanalyse. Zum Thema erschien von ihm z. B.: Edelstein, B. (2016): Stabilität und Wandel der Schulstruktur aus neoinstitutionalistischer Perspektive. Überlegungen zur Schulpolitik unter Bedingungen der Pfadabhängigkeit. In: B. Hermstein, N. Berkemeyer, V. Manitius (Hrsg.): Institutioneller Wandel im Bildungswesen. Facetten, Befunde und Kritik. Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S. 47-70.