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Literarische Vorgeschichte der Science-Fiction

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Literarische Vorgeschichte der Science-Fiction

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UFO – Literarische Vorgeschichte Sci-Fi. (© Externer Link: Daniela Mangiuca / istock 60455094)

Die Science-Fiction, wie wir sie heute kennen, ist ein Produkt des 19. Jahrhunderts. Das Zeitalter von Aufklärung, Industrialisierung und moderner Naturwissenschaft stellte das neuzeitliche Menschenbild in Frage und ließ gespannt in die Zukunft blicken. Was würde der technische Fortschritt bringen? Der menschliche Wunsch, die eigenen Grenzen zu überwinden, ist allerdings älter: Schon in der griechischen Mythologie wimmelt es von künstlichen Menschmaschinen, stählernen Vögeln, automatischen Pferden, mechanischen Dienerinnen. 1818 gab die junge Mary Shelley ihrem ersten Roman den Titel "Frankenstein oder Der moderne Prometheus" und schuf damit das anerkannt erste Werk der Science-Fiction. Ihre Fragen sind die der Antike: Was ist der Mensch? Ist es ihm erlaubt, Gott zu spielen? In Form einer klassischen Gothic Novel (Schauerroman) wird die Geschichte des Arztes Viktor Frankenstein erzählt, der aus Leichenteilen – mittels Elektrizität – ein künstliches Wesen kreiert, das bald zerstörerische Kräfte entwickelt. Frankenstein wurde zum Urbild des "mad scientist", der die von ihm entfesselten Kräfte nicht zu beherrschen weiß. Der Roman gilt auch als Meilenstein der Horrorliteratur.

Im weiteren 19. Jahrhundert wurden die archaischen Ängste zusehends überwunden, immer mehr öffnete sich die Science-Fiction-Literatur den zukünftigen und verheißungsvollen Welten. Mit Romanen wie "Von der Erde zum Mond" (1873) und "Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer" (1874) wurde insbesondere Jules Verne weltbekannt. Auch der Wissenschaftsjournalist H.G. Wells fand mit "Die Zeitmaschine" (1895) und "Der Krieg der Welten" (1898) breite Aufmerksamkeit. In ihren Abenteuerromanen werden die technischen Errungenschaften des viktorianischen Zeitalters – Dampfmaschine, Elektrizität, Hydraulik – ins Fantastische übersteigert, wodurch etwa Verne die Entwicklung des Unterseeboots vorwegnahm. Eine explizit rational-naturwissenschaftliche Rhetorik ersetzte die Märchensprache des Schauerromans.

Der Gattungsterminus "Science-Fiction" – 1851 erstmals verwendet, dem Jahr der ersten Weltausstellung in London – wurde maßgeblich von Hugo Gernsback popularisiert. Für sein 1926 gegründetes Science-Fiction-Magazin "Amazing Stories" wählte der US-amerikanische Verleger und Erfinder zunächst den Begriff "scientifiction" und gab eine Definition: "Mit 'scientifiction' meine ich Geschichten nach Art von Jules Verne, H.G. Wells und Edgar Allan Poe – eine hübsche Romanze vermischt mit wissenschaftlichen Fakten und einer prophetischen Vision". Auch Mary Shelley zählte zu diesem Kanon. Reißerische Titelbilder halfen, die oft anspruchsvolle Lektüre zu verkaufen. Im Umfeld der Leserbriefspalten bildeten sich erste Fanzirkel. Nach Gernsback ist bis heute der "Hugo Award" benannt, der zu den wichtigsten Branchenpreisen in der Science-Fiction-Literatur zählt und bereits seit 1953 vergeben wird.

Science-Fiction: Begriffsklärung

2001:Odyssee im Weltraum. (© Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.)

Der Begriff "Science-Fiction" verbindet Ideen des technisch Denkbaren mit spekulativer Fiktion. Science-Fiction spielt daher meist in der Zukunft oder in fiktiven Paralleluniversen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Für einige Literatur- und Filmwissenschaftler/innen liegt gerade in der Unmöglichkeit einer exakten Definition des buchstäblich "grenzenlosen" Genres sein wesentliches Merkmal. Selbst die klare Abgrenzung vom Fantastischen Film, der etwa in Form der Fantasy meist in vergangenen Welten spielt und das Übernatürliche bemüht, fällt bei näherer Betrachtung schwer. Gilt doch nach dem berühmten "dritten Gesetz" des Physikers und Schriftstellers Arthur C. Clark, auf dessen literarischer Vorlage Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey (2001: Odyssee im Weltraum, GB/USA 1968) beruht: "Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." Am leichtesten fällt es, Science-Fiction anhand bekannter Merkmale zu erkennen: Raumschiffe, Zeitmaschinen, futuristische Gesellschaften oder Cyborgs wären in keinem anderen Genre denkbar.

Trotz dieser Definitionsschwierigkeiten lassen sich einige Grundzüge zusammenfassen:

  • Aus dem Konflikt von Wissenschaftsglauben und Technikangst bezieht das Genre seine innere Spannung. Die gezeigten Zukunftstechnologien wirken auf das Publikum unheimlich, aber auch faszinierend. Hinter den Gefahren, vor denen gewarnt wird, steckt oft ein utopisches Potenzial: Die Gentechnik etwa träumt von der Vervollkommnung des Menschen; Reisen ins All erweitern den Horizont, selbst wenn sie scheitern. Würde die Science-Fiction nur Angst machen, wäre sie kaum so populär. Neutral formuliert, dient sie der Auseinandersetzung mit dem sozialen und technischen Wandel.

  • Zur filmischen Erschaffung unbekannter, gleichwohl realistischer Welten wird ein hoher technischer und finanzieller Aufwand betrieben. Special Effects und Computeranimationen, aber auch der Detailreichtum in Kostüm, Ausstattung und Filmarchitektur dienen der Illusion von Wirklichkeit. In der Realismusbehauptung der Science-Fiction liegt ein grundlegender Unterschied zur Fantastik bzw. Fantasy. Die technischen Wunder (z.B. Lichtgeschwindigkeit, Beamen) stellen innerhalb der gezeigten Welt keinen Bruch dar. In den meisten Fällen behauptet Science-Fiction außerdem eine Kontinuität zu unserer Gegenwart.

  • Wissenschaftlichkeit ist kein unbedingtes Kriterium. Die in der Literatur übliche Unterscheidung von "hard science fiction" (strikt technisch-wissenschaftliche Spekulation) und "soft science fiction" (Betonung sozialer, politischer und philosophischer Aspekte) ist zwar auch für den Science-Fiction-Film bedeutsam, der auf konkrete gesellschaftstechnologische Umbrüche, wie die Mondlandung oder das Aufkommen der Gentechnik, durchaus reagiert. Insgesamt jedoch rangiert der oft zitierte "sense of wonder" (dt.: "ungläubiges Staunen") deutlich vor technischer Plausibilität.

  • Science-Fiction kann mit anderen Genres nahezu beliebig kombiniert werden. Sie ist nicht nur, wie die meisten Genres, offen für Komödie und Parodie. Insbesondere das Motiv der Zeitreise erlaubt unterschiedliche Ausflüge in den Historienfilm, vom Ritterfilm bis zum Western. Auch die Genrekonventionen etwa von Abenteuer-, Kriminal- oder Liebesfilm können ohne weiteres in die Zukunft transponiert werden. Genrespezifisch hingegen sind die starken Überschneidungen mit dem Horrorfilm – der Konfrontation des Menschen mit dem Unbekannten.

  • Science-Fiction geht notwendig von einer vorherrschenden Ästhetik aus. Die modischen Vorlieben einer Zeit sowie deren spezielles Technikverständnis werden auf die Zukunft projiziert. Durch das Vergehen von Zeit und den weiteren technischen Fortschritt erweisen sich diese Visionen oft bald als überholt. Aus diesem Grund wirkt diese Ästhetik schnell gestrig und somit lächerlich, das Genre altert schlechter als andere. Darin liegt aber auch ein besonderer Reiz (s. Glossar Retrofuturismus, S. X).

Fussnoten