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"Offensichtlich und zugedeckt"- Alltagsrassismus in Deutschland


6.11.2014
Alltagsrassismus, was verbirgt sich dahinter? In welchen Situationen er sich zeigt, welche individuellen und strukturellen Ausprägungen er hat und was man gegen ihn tun kann, beschreibt Toan Quoc Nguyen aus seiner Sicht.

Menschen auf dem Westenhellweg, der Haupteinkaufsmeile in der Innenstadt von Dortmund.Rassistische Diskriminierung als Alltagsphänomen. (© picture-alliance)

  • "Gehst Du mal in Deine Heimat zurück?"
  • "Was, nach Bielefeld? Nee!"
(Noah Sow, Deutschland Schwarz Weiß).

Die Schwarze Autorin und Aktivistin Noah Sow kontert diese Frage humorvoll. Ob sie wirklich aus Bielefeld kommt, ist unbedeutend. Denn auch, wenn sie aus Hamburg, Leipzig, Esslingen oder Hemmingen stammen würde – die fragende Person unterstellt ihr eine "Heimat" fern von Deutschland. Schlimmer noch: dass sie hier nicht 'richtig' dazugehöre und ob sie 'dorthin zurück' gehen möge. In dieser Frage, genauso wie in der Frage "Wo kommst du her?", drückt sich beispielhaft der tägliche Rassismus aus, mit dem es Schwarze Menschen, Menschen of Color und Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland häufig zu tun haben. Und das, obwohl wir als People of Color hier (mehr oder weniger) zuhause sind oder unseren zentralen Lebensmittelpunkt haben – und das seit Generationen.

Dementsprechend braucht es positive und politisch besetzte Selbstbezeichnungen, die sich gegen jegliche rassistische Fremdzuschreibungen und Fremdbezeichnungen der Mehrheitsgesellschaft erwehren. Hierzu zählen die hier aufgeführten, solidaritätsstiftenden Begriffe wie Schwarze Menschen (mit großgeschriebenem "S") und Menschen of Color. Diese sind von uns als selbstgewählte Bezeichnungen aus dem Widerstand gegen Rassismus erwachsen und sind verbunden mit einem zentralen Zweck: Rassismus zu benennen, den weiße Mehrheitsangehörige selbst nicht erleben und oft nicht wahrnehmen. Es geht um Rassismus als Phänomen, Video-Icon das eine ganz bestimmte Entstehungsgeschichte mit weltweiten Auswirkungen hat und das sich auch heute noch individuell und strukturell als konkrete oder subtile Diskriminierung zeigt.

Dabei geht es keineswegs – wie bei den Begriffen "of Color", "Schwarz" oder "weiß" häufig missverstanden – um den einfachen Bezug zur 'Hautfarbe', das wäre sehr verkürzt und unangemessen, sondern um den Blick auf ausgrenzende, benachteiligende oder begünstigende Strukturen in der Gesellschaft. Ob eine Person vielseitige, unmittelbare Erfahrungen mit (Alltags)Rassismus macht oder nicht, hängt also mit der eigenen gesellschaftlichen Position und den dahinter stehenden gesellschaftlichen (Macht)Strukturen zusammen. Gemeinsam ist all diesen Positionen, dass sie sich in unterschiedlichen Rollen in den alltäglichen Inszenierungen und Erscheinungsformen des Rassismus wiederfinden.

"Vielseitig und machtvoll" - Formen des Alltagsrassismus



Alltagsrassismus hat viele Gesichter. Es ist die Frage nach der – vermeintlichen – Herkunft, obwohl man in Rostock geboren wurde. Es sind die abwertenden Blicke im Bus, die rassistischen Rufe im Stadion oder auch die Zurückweisung an der Diskotür. Der mit zweierlei Maß messende Ausbilder, die rassismusunsensiblen Kolleg_innen oder die diskriminierenden Darstellungen in Büchern, Zeitungen und Filmen. Vermeintliche Komplimente wie "Du sprichst aber gut Deutsch" oder lobend gemeinte Verallgemeinerungen wie "asiatische Schüler_innen sind immer so fleißig" sind weitere Beispiele für Alltagsrassismus.

Eines haben diese Beispiele gemeinsam: Starre, althergebrachte Einordnungen werden bemüht, um Menschen nach Ethnien, Nationen, Kulturen oder Rassenkonstruktionen in Schubladen einzusortieren. Diese Einordnungen sind zumeist negativ, bestimmt von rassistischen Denk- und Handlungsmustern. Was hier passiert, ist, dass Menschen in Gruppen eingeteilt werden, und zwar in "wir" und "sie". "Othering", "Veranderung" nennt die Soziologie diesen Prozess, der beinhaltet, dass "sie" im Gegensatz zum "wir" meist negativ bewertet werden. "Sie" sind zum Beispiel unzivilisiert, rückständig und kriminell, "wir" dagegen zivilisiert, modern und anständig.

Alltagsrassismus ist nicht immer leicht zu erkennen. Er kann sich deutlich in Form von rassistischen Beleidigungen und herabwürdigenden Handlungen zeigen, doch erscheint er auch ganz subtil. In vielen Witzen und unbewusst geäußerten Vorurteilen, aber auch im – bewussten – "Übersehen" und Nicht-Beachten von Menschen of Color kommt Alltagsrassismus zum Vorschein. Dass Vorurteile oft unbewusst und unbedacht geäußert werden, bedeutet nicht, dass sie harmlos wären; sie sind nicht minder wirksam. Die Psychologin und Autorin Grada Kilomba hat Rassismus einmal prägnant als "Vorurteil kombiniert mit Macht" beschrieben. In jeder Gesellschaft gibt es ein sogenanntes "rassistisches Wissen", das aus Vorurteilen, Stereotypen oder Vorstellungen über „Andere“ besteht. Über diese Vorurteile herrscht ein (mehrheits)gesellschaftlicher Konsens, etwas "ist so" - das ist rassistisches Wissen. Dieses rassistische Wissen zieht sich quer durch alle Schichten und Gesellschaftsbereiche. Es ist nicht nur an den Stammtischen anzutreffen, sondern auch in der Politik. Damit ist nicht gemeint, dass jedes Individuum dieser Mehrheitsgesellschaft per se rassistisch ist. Es bedeutet vielmehr, dass es über Institutionen wie Schule und Massenmedien eine gemeinsame Sozialisation gibt, durch die rassistische Vorurteile vermittelt und über Generationen gefestigt werden. Dies prägt sich dann in unterschiedlicher Form und Intensität aus: sowohl im Handeln von Individuen, als auch in institutionellen Praktiken.

Für den Alltagsrassismus, mit dem viele in Deutschland lebende Menschen ständig konfrontiert werden, ist (gesellschaftliche) Macht sehr entscheidend. Die Mehrheitsgesellschaft entscheidet, was "normal" ist – und hinterfragt diese Normalität in der Regel nicht. Sie hält eine historisch gewachsene, (weiße) Normalität aufrecht. Sie hat Gestaltungsmacht: Sie legt fest, wer sich wie zu integrieren oder anzupassen hat. Sie hat Repräsentationsmacht und entscheidet, wer wie dargestellt wird. Und sie hat Entscheidungsmacht und bestimmt, wer wie welche Entscheidungen treffen darf oder – das ist ihre Definitionsmacht - wer wie was deuten oder sagen darf.

Exemplarisch hat das die Kinderbuchdebatte 2013 zum Ausdruck gebracht. Selten war so deutlich mit anzusehen, wie sehr rassistisches Wissen von der Mehrheitsgesellschaft verteidigt oder in Schutz genommen wurde. Da entschied sich der Thienemann-Verlag, in Absprache mit dem Autoren Ottfried Preußler, das rassistische N-Wort bei der Neuauflage des Buches "Die kleine Hexe" zu streichen – und erntete dafür einen Aufschrei der Entrüstung in einigen zielgruppenstarken Medien und Internetforen. Von "Zensur" war die Rede und – wie so häufig – auch davon, dass das Wort ja gar nicht rassistisch gemeint gewesen sei. Bedauerlicherweise ging in der Debatte oftmals unter, worum es eigentlich ging: Um einen angemessenen Schritt hin zu einer Sprachregelung[1], in der sich alle Kinder (und Erwachsene), also Schwarze und nicht-Schwarze Kinder (und Erwachsene), wiederfinden. Nicht nur hier, auch bei anderen Debatten in den letzten Jahren[2] hat sich gezeigt, wie fest Rassismus im deutschen Alltag oft verankert ist und in welchem Ausmaß gesellschaftliche Institutionen und Strukturen an vielen Stellen dazu beitragen.

"Barrieren und Ressourcen"- Der institutionelle und strukturelle Rassismus



In dem Lied "Wem gehört die Welt" wendet sich die afrodeutsche Soulsängerin Joy Denalane gegen Alltagsdiskriminierung und klagt Sexismus und Rassismus an. Eine Strophe handelt von Bobby, einem Chirurgen, der eine Wohnung nicht zugesprochen bekommt – wegen seiner "Hautfarbe". Tatsächlich machen viele Menschen of Color derartige Diskriminierungserfahrungen. Für Bobby ist es zunächst eine individuelle, für Menschen of Color in Deutschland eine kollektiv geteilte Erfahrung: dass sie in Deutschland in allen gesellschaftlichen Bereichen sowohl strukturell als auch institutionell benachteiligt und diskriminiert werden. Es sind nicht nur die Wohnungen, die nicht an Schwarze Deutsche oder solche mit einem sogenannten Migrationshintergrund vermietet werden, es ist nicht nur der als "anders" markierte Name auf den Bewerbungsunterlagen, der eine Einladung zum Vorstellungsgespräch verhindert. Es ist vieles mehr. Denn Rassismus durchzieht auch andere gesellschaftliche Bereiche.

Im Jahr 2013 veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Ergebnisse einer umfangreichen Studie im Arbeits- und Bildungsbereich[3]. Im sogenannten Racial Profiling[4] durch die Polizei, im kollektiven Versagen der Sicherheitsbehörden bei der Aufdeckung der Morde und Anschläge des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU)[5], in der restriktiven Gesetzgebung und den schlechten Rahmenbedingungen, insbesondere für Geflüchtete, oder durch die Benachteiligung von Schüler_innen of Color im deutschen Bildungssystem wird struktureller und institutioneller Rassismus deutlich. Es sind Prozesse, Normen und Logiken von Behörden und Institutionen, die selten hinterfragt werden und Alltagsrassismus bei der Polizei, bei Behörden, in Ämtern, Schulen oder Gerichten zu Tage treten lassen.

Zentral geht es bei institutionellem und strukturellem Rassismus um Barrieren und Zugänge zu gesellschaftlichen Gütern und Ressourcen (im Sinne von Bildung, Arbeit, Gesundheit, Rechte etc.). Während Menschen of Color diese (oft) verwehrt bleiben, profitierten Angehörige der weißen Mehrheitsgesellschaft – oftmals ohne es zu merken – von diesem gesellschaftlichen Umstand. Für den Einzelnen heißt das, dass die individuell erlebte rassistische Diskriminierung durch eine institutionelle und strukturelle Diskriminierung verstärkt und stabilisiert wird. Dementsprechend wirft institutioneller und struktureller Rassismus zwangsläufig grundlegende Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe und Gerechtigkeit auf. Oder wie es Joy Denalane treffend ausdrückt: "Wem gehört die Welt?"

"Schwächung und Stärkung" - (Mehrfach)Diskriminierung und Empowerment



"Und da hatte ich damals als Kind das Gefühl gehabt, dass man mich wirklich so, einfach so filtern wollte aus dieser Gesellschaft". (Selma, aus: Nguyen 2015)

Selma wurde während ihrer Schulzeit wegen ihrer Religion, ihres Geschlechts sowie ihrer ethnischen und sozialen Herkunft oft herabgesetzt und diskriminiert. So diente ihr türkisches Elternhaus als Begründung für die nicht erteilte Gymnasialempfehlung, obwohl Selma eine gute Schülerin war. Einmal zog eine weiße Lehrerin im Unterricht über muslimische Mädchen her. Sie attestierte ihnen eine "rückständige Weiblichkeit"[6]. Türkisches Elternhaus, Islam, weiblich – im Fall von Selma verquickten sich ihre ethnische Herkunft, ihre Religion und ihr Geschlecht zu einer Mehrfachdiskriminierung[7]. Deutlich wird an Selmas Geschichte auch: Rassistische Diskriminierung versperrt Lebens- und Bildungswege. Treffend bezeichnet Selma es als einen Prozess der "Ausfilterung". Ihre Würde und ihr Selbstverständnis wurden angetastet und angegriffen.

Diskriminierung und Mehrfachdiskriminierung führen häufig zu einer tiefgreifenden Schwächung des eigenen Wohlbefindens, der eigenen Persönlichkeit und anderer bisheriger Selbstverständlichkeiten. Rassismus ist eine gewaltvolle und schmerzhafte Realität. Dementsprechend ist es für Menschen of Color sehr wichtig, über Wege, Strategien und Ressourcen zu verfügen, um sich gegen Alltagsrassismus zur Wehr setzen zu können. Diese sind oft bereits vorhanden und können weiter ausgebaut und verstärkt werden[8]. Da Alltagsrassismus und institutioneller Rassismus als strukturelle Schwächungen für Menschen of Color zu betrachten sind, bedarf es einer individuellen und kollektiven Stärkung, um diesem zu begegnen. Leitende Perspektive wäre ein Empowerment, also eine Ermächtigung rassistisch diskriminierter Menschen, gegen Rassismus und weitere Formen von Diskriminierung auf individueller, institutioneller und struktureller Ebene. Oder anders formuliert: Stärken umfassend stärken.

"Neue, veränderte Heimaten"- Ausblicke für Rassismuskritik und Antidiskriminierung



Alltagsrassismus stellt ein offensichtliches gesellschaftliches Problem dar, er schränkt die gleichberechtigte Teilhabe am sozialen Leben ein. Es wäre wichtig, dass wir über diese Folgen des Alltagsrassismus offen sprechen. Weite Teile der Gesellschaft tun sich jedoch schwer, Alltagsrassismus zu reflektieren – und schieben das Thema an den rechten Rand ab. Mit den eigenen Rassismen wollen viele sich nicht befassen, dabei sind die (K)Erben des Kolonialismus in Sprache und Gesellschaft tief verwurzelt. Um Rassismus abzubauen, ist es allerdings unverzichtbar, sich den eigenen Rassismen zu stellen, sich "an die eigene Nase zu fassen".

Denn: Rassismus in der Mitte der Gesellschaft kann nur dann aufgelöst werden, wenn die weiße Mehrheitsgesellschaft ihre historisch gewachsenen Privilegien erkennt, aufgibt und institutionelle Machtstrukturen öffnet, damit Teilhabe auch jenen gesellschaftlichen Gruppen ermöglicht wird, die bisher unterrepräsentiert und benachteiligt sind. Dies geht zwingend mit tiefgreifenden individuellen und sozialen Veränderungen einher. Das ist kein einfacher Prozess, und es ist selbstredend, dass eine Mehrheitsgesellschaft vielfältige Abwehrmechanismen gegen die Aufgabe ihrer Privilegien entwickelt. Und dennoch: Trotz aller Herausforderung und Abwehrstrategien, die bestehen: Rassismuskritik und Antidiskriminierung sind unverzichtbare Pfeiler einer pluralen, heterogenen Migrationsgesellschaft.

Die weiße Mehrheitsgesellschaft muss daher wirksame Maßnahmen auf rechtlicher, sozialer und politischer Ebene einleiten und stärken, um Rassismus und weitere Formen von Diskriminierung abzubauen. Diese Maßnahmen sollten davon geleitet sein, seit langem bestehende, selbstbestimmte Wege des Empowerments von Menschen of Color, also der Ermächtigung von rassistisch diskriminierten Menschen, intensiv zu unterstützen, institutionell und strukturell zu etablieren und bestehende rassistische Strukturen in der Sprache oder in Organisationen aufzubrechen. Die Maßnahmen müssen sich dann daran messen lassen, wie sehr der Schutz vor Alltagsrassismus ernst genommen wird, und wie sehr Teilhabe etabliert wird. Letztlich geht es darum, Haltungen zu leben und Strukturen zu schaffen, sei es nun im Freundeskreis, dem Arbeitsplatz oder dem Verein, in dem Respekt und Wertschätzung keine Lippenbekenntnisse, sondern selbstverständlich sind. Sich auf neue, veränderte Heimaten einzulassen, wäre ein erster guter Schritt. Denn dass Heimaten in Bewegung sind, ist auch eine alltägliche Realität.



Quellen:

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2013): Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben. Zweiter Gemeinsamer Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der in ihrem Zuständigkeitsbereich betroffenen Beauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages. Berlin.
  • Arndt, Susan/ Ofuatey-Alazard, Nadja 2011: Wie Rassismus aus Wörtern spricht: Kerben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast Verlag
  • Denalane, Joy (2002): Wem gehört die Welt. Album: Mamani. Four Music.
  • Ha, Nghi Kien/ Lauré al-Samarai, Nicola/ Mysorekar, Sheila 2007: re/visionen - Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. Unrast Verlag
  • Kilomba, Grada (2008): Plantation Memories- episodes of daily racism. Unrast Verlag.
  • LesMigraS (2012): Antigewalt und Antidiskriminierungsbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.: ...nicht so greifbar und doch real. Eine quantitative und qualitative Studie zu Gewalt- und (Mehrfach)Diskriminierungserfahrungen von lesbischen und bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland. Berlin.
  • Nguyen, Toan Quoc (2015): Entrinnbarkeiten. Rassismuserfahrungen und Empowerment von Schüler_innen of Color. Noch zu veröffentlichen. people of color.
  • Sow, Noah (2008): Deutschland- Schwarz Weiß. Bertelsmann Verlag


Fußnoten

1.
Vgl. Bach, Tina et al: http://www.migazin.de/2013/01/30/gegen-rassismus-in-medien-und-in-kinder-und-jugendbuchern/ (letzter Abruf 16.10.2014)
2.
Hier sei exemplarisch auf die sehr öffentlichkeitswirksamen rassistischen, sozialchauvinistischen und rechtspopulistischen Aussagen Thilo Sarrazins verwiesen: http://www.demokratie-statt-integration.kritnet.org/ (letzter Abruf 16.10.2014)
3.
Vgl. ADS 2013
4.
Darunter sind (Identitäts-)Kontrollen und Durchsuchungen der Polizei gemeint, die auf diskriminierenden Zuschreibungen wie z.B. phänotypische Merkmale, ethnische oder religiöse Zugehörigkeit, Herkunft und Sprache basieren. Letztlich trifft diese Maßnahme Schwarze Menschen und Menschen of Color unverhältnismäßig – und ohne konkretes Indiz. Daher ist sie ist als rassistisch einzustufen. Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte im Jahr 2012 in Hinblick auf die "Hautfarbe" eine Unvereinbarkeit mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz: Vgl. http://isdonline.de/projekte/kampagne-stop-racial-profiling (letzter Abruf 16.10.2014).
5.
Vgl. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/146/1714600.pdf (letzter Abruf 16.10.2014)
6.
Vgl. Nguyen 2015
7.
LesMigraS 2012
8.
Vgl. exemplarisch das Community Cultural Wealth Konzept, z.B. in Nguyen 2013 (http://heimatkunde.boell.de/2013/05/01/was-heisst-denn-hier-bildung-eine-poc-empowerment-perspektive-auf-schule-anhand-des)

 

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