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Was liest der rechte Rand? Der Blätterwald

Anton Maegerle

/ 30 Minuten zu lesen

Eine ganze Reihe von Zeitungen, Zeitschriften und Online-Publikationen bedienen den rechten Rand. Die Spannbreite reicht dabei von verschwörungstheoretischen über rechtsintellektuelle bis hin zu rechtsextremen Erzeugnissen.

Die extreme Rechte will den gesellschaftlichen Diskurs durch Publikationen, soziale Netzwerke und Veranstaltungen in ihre Richtung lenken, eine sogenannte Gegenöffentlichkeit gegen ein angebliches Meinungskartell aufbauen und Massen mobilisieren. Zu den wichtigsten Feindbildern zählen aktuell Flüchtlinge und der Islam, andere Migranten, demokratische Parteien und etablierte Medien. Die extreme Rechte zeichnet den Zustand der Welt und insbesondere Deutschlands häufig in zukunftspessimistischen Farben, angeblich entwickelt sich alles zum Negativen. Teile der extremen Rechten – etwa die sogenannte Identitäre Bewegung – rufen zum "Widerstand" gegen den vermeintlich "großen Austausch" auf, der angeblich die Abschaffung der einheimischen Bevölkerung durch eine von geheimnisvollen Mächten gesteuerte Migration vorsieht. Publizisten wie Götz Kubitschek (Sezession) beschwören ein Vorbürgerkriegs-Szenario und schwärmen von der Renaissance eines Nationalstaates mit homogenem Staatsvolk. Von der gegenwärtigen Dynamik am rechten Rand profitiert der heterogene Blätterwald der Szene jedoch nur bedingt. Abonnentenzahlen und Kioskverkäufe gehen vor allem bei jenen Blättern nach oben, bei denen Print-Ausgaben Hand in Hand gehen mit einer stundenaktuellen Präsenz im Internet. Im Folgenden wird vor allem ein Überblick über Publikationen gegeben, die am rechten Rand beliebt, aber nicht unbedingt selbst rechtsextrem sind. Zur Pflichtlektüre in rechtsextremen Kreisen zählen die NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme", die "National-Zeitung", vormals Sprachrohr der Deutschen Volksunion (DVU), die geschichtsrevisionistische Zeitschrift "Deutschland in Geschichte und Gegenwart", das Ökomagazin "Umwelt&Aktiv" und das Monatsmagazin "Zuerst!". Neurechte bzw. rechtsintellektuelle Kreise bevorzugen die Wochenzeitung "Junge Freiheit", die Monatszeitschrift "eigentümlich frei", die Zweimonatszeitschrift "Sezession" und das Internetportal "Blaue Narzisse". Verschwörungstheoretiker nutzen die Internet-Portale "Kopp" und "Politically incorrect" und lesen die Monatszeitschrift "Compact".