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The Games at the Gate

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? 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Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. 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The Games at the Gate Wie der Mauerfall 1989 Berlins Traum von Gesamtberliner Olympischen Spielen platzen ließ

Ulrich Eggestein

/ 17 Minuten zu lesen

Der Mauerfall am 9. November 1989 machte einen Plan zunichte, der seit 1987 im West-Berliner Rathaus reifte: eine Gesamtberliner Olympiabewerbung. West- und Ostteil der Stadt sollten sich im Jahr 2000 durch gemeinsam ausgetragene Olympische Spiele näherkommen. Der Plan lebte zwar nach dem Mauerfall nochmals auf, scheiterte aber an weltpolitischen Entwicklungen. Berlins „Mauerbonus“ war dahin. Ein Blick hinter die Kulissen von einem, der zeitweise an der Konzeption beteiligt war.

Ernüchterung nach der IOC-Entscheidung gegen Berlin am 23. September 1993. Gespannt hatten am Abend Tausende am Brandenburger Tor in Berlin die Fernsehübertragung zur Entscheidung über den Austragungsort der Olympischen Spiele im Jahr 2000 verfolgt, die auf einer großen Leinwand aus Monte Carlo übertragen wurde. (© picture-alliance, Peer Grimm)

Wer zunächst den Finger hob und Olympische Spiele im gespaltenen Berlin ins Gespräch brachte, war am 12. Juni 1987 US-Präsident Ronald Reagan, der bei einem Staatsbesuch Station in West-Berlin machte und am Ende seiner öffentlichen Rede auf der Westseite des Brandenburger Tors einfließen ließ: „What better way to demonstrate to the world the openness of this city than to offer in some future year to hold the Olympic games here in Berlin, East and West?”. Für größere Schlagzeilen sorgte Reagans Äußerung damals nicht, glich sie doch eher einer zu utopisch anmutenden Vision.

Doch hinter den Kulissen der großen Politik spann eine Reihe sportbegeisterter Berliner_innen Reagans Gedanken weiter, und auch Willi Daume (von 1961 bis 1992 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, NOK) machte sich fortan wieder für diesen Gedanken stark, den er 1963 schon einmal dem damaligen Regierenden Bürgermeister West-Berlins, Willy Brandt, nahegebracht hatte. Brandt schrieb damals einen Bewerbungsbrief Berlins für die Spiele im Jahr 1968 an das Internationale Olympische Komitee (IOC), in der Hoffnung, „dass die Ost-Berliner Behörden – nach entsprechenden Verhandlungen der beiden deutschen Nationalen Olympischen Komitees – ihre Bereitschaft zum Ausdruck bringen werden…“. Mit Ost-Berlin abgestimmt war der Vorstoß jedoch nicht und wurde im Politbüro als politische Provokation empfunden, um „die Mauer infrage zu stellen“.

Konzeption in kleiner Runde seit 1988

Nach meiner Kenntnis tauchte die Idee 1988 in einem kleineren CDU-Kreis in Spandau wieder auf, rund um den früheren Berliner Parlamentspräsidenten und Sportschützen Peter Rebsch. Berlins Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) griff im Januar 1989 den Gesprächsfaden auf und lud eine kleine Gruppe wichtiger West-Berliner Sportfunktionäre zum abendlichen Gespräch ins Senatsgästehaus im Grunewald ein. Als Sportfachmann wurde ich aus der Pressestelle des Senats zu diesem Gedankenaustausch hinzugezogen. Debattiert wurde, olympische „Friedensspiele“ anzustreben, gemeinsam und gleichberechtigt in West- und Ost-Berlin. Spiele im Westteil allein wurden sofort ausgeschlossen. West-Berlin wäre viel zu klein gewesen, um ein Sportevent in diesem Ausmaß zu stemmen. Auch hätte eine solche Wahl sofort einen Boykott des gesamten Ostblocks ausgelöst, waren sich die damaligen Teilnehmenden sicher. Auch wäre eine solche Überlegung ohne jeglichen internationalen Reiz gewesen.

Mauerübergreifende Spiele in Berlins Osten und Westen hingegen, und das im damals ausgehenden Zeitalter des Kalten Kriegs, das hatte aus Sicht der Gruppe „Wucht“, aber es erschien zugleich als eine Träumerei. Wir sagten uns dennoch: Warum eigentlich nicht? Vorsichtig und abwägend trat Eberhard Diepgen mit diesem Plan jedoch noch nicht an die Öffentlichkeit. Wir hatten viel Zeit, denn eine Bewerbung für das Jahr 2000 musste erst 1993 abgegeben werden, eine für das Jahr 2004 sogar erst 1997 – wir schrieben das Jahr 1989.

Für das Jahr 2004 sprach die Einschätzung, dass es weltweit einen Konsens gab, die hundertjährigen Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahr 1996 an ihrem Geburtsort in Griechenland zu feiern. Wo anders denn sonst? Also kam das Jahr 2000 für europäische Bewerber nicht infrage. Denn Olympia auf einem Kontinent zweimal hintereinander auszutragen, sahen die olympischen Traditionen nicht vor, und für die Jahrtausendspiele war ohnehin Peking schon aussichtsreich im Gespräch.

Vermutete Sehnsucht des IOC nach dem Friedensnobelpreis

Mir war schon beim ersten Treffen mit Eberhard Diepgen und Berliner Sportfunktionären die Aufgabe zugefallen, eine inhaltliche Strategie für „unsere“ Spiele zu entwickeln. Ein Grundkalkül, das die Beteiligten optimistisch stimmte, war, dass das IOC in Lausanne auf den Friedensnobelpreis hoffte und sich – vermeintlich ungerechtfertigt – immer wieder übergangen sah. Berlin sollte dem IOC-Wunsch nun eine Steilvorlage bieten und eine politische Trumpfkarte spielen: Wenn es dem IOC gelingen würde, die Spiele an einem der historisch markantesten Orte des Kalten Krieges, also in Berlin, gemeinsam in Ost und West, auszutragen, wäre das mehr als nur nobelpreisverdächtig.

Dass das IOC in der Schweiz unter der damaligen Präsidentschaft des Spaniers Antonio Samaranch diesen Plan durchschauen und den Ball aufnehmen und weiterspielen würde, davon gingen wir aus, ohne dieses Kalkül nach außen zu tragen. Wir hofften, durch die Idee mauerüberwindender Spiele im Kreis der Mitbewerberstädte ein zündendes Alleinstellungsmerkmal zu haben und malten uns aus, wie sich Samaranch auf Englisch vor den Delegationen der so verschiedenen Stadthälften, der Bundesregierung in Bonn und dem DDR-Politbüro aus Ost-Berlin aus der Zwickmühle der Wortwahl retten könnte, indem er neutral verkündet: „The Winner is Germany“. Das wäre aus unserer Sicht ein innenpolitischer Volltreffer gewesen.

Konzept eines “lebendigen Hinüber und Herüber“

Wir hielten es auch nicht für utopisch, über Vermittler DDR-Staatschef Erich Honecker für einen solchen Schritt zu gewinnen, zumal durch die Reformpolitik Michail Gorbatschows in der Sowjetunion auch aus Moskau Rückendeckung für solch eine Überlegung denkbar war. Spiele im gespaltenen Berlin, das war unsere Philosophie, hätten ein lebendiges Hinüber und Herüber zwischen Ost und West ausgelöst:

Hoffte darauf, langfristig die DDR-Führung für eine gemeinsame Olympiabewerbung zu gewinnen. West-Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (l.) bei einem Treffen am 11. Februar 1988 im Pankower Schloss Niederschönhausen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. (© picture-alliance, ZB / Peter Zimmermann)

Engste Verwaltungszusammenarbeit auf vielen Gebieten, wie zum Beispiel eine gemeinsame Verkehrslenkung durch ganz Berlin oder eine gemeinsame weltweite Telekommunikation, wären täglich notwendig gewesen. Neue Sportstätten in Ost und West wären entstanden, viele Turnhallen in Ost und West wären als Trainingshallen für die späteren Olympioniken renoviert worden, und für den Radsport wären Routen sogar ins Umland möglich gewesen. Die zu Olympia strömenden Touristen und Touristinnen sowie Presseschwärme sollten unter erleichterten Bedingungen über die Grenze gelotst und auf beiden Seiten der Mauer beherbergt werden.

Auch an ein völlig neues Olympisches-Dorf wurde gedacht. Verkehrstüchtig, sicherheitsgeschützt und doch offen nach Ost und West hätte es aus dem Boden gestampft werden müssen. Vielleicht sogar mitten im Ostteil der Stadt: Verwiesen wurde beispielsweise auf die Stralauer Halbinsel nahe dem Ost-Bahnhof, dem damaligen Hauptbahnhof von Ost-Berlin. Auf der anderen Mauerseite wäre das damals altersschwach gewordene Olympia-Stadion nicht erst zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 modernisiert und auf Vordermann gebracht worden. Die telegenen olympischen Visitenkarten der Gastgeberländer, die meist regional inspirierten Eröffnungs- und Schlussfeiern, hätten gerecht verteilt in Ost und West stattgefunden. Das waren einige der Grundideen aus diesen ersten Brainstormings, an die ich mich erinnere.

Nicht nur die Menschen in Ost- und West-Berlin hätten große Teile der Olympischen Spiele hautnah miterleben können, auch die DDR-Bevölkerung in Warnemünde (Segelwettbewerbe) und in der Mark Brandenburg (Ruder- und Kanu-Regattastrecke auf einem der vielen Seen) sollte mit einbezogen werden, um die DDR-Regierung leichter für das Projekt zu gewinnen.

Regierungswechsel, aber kein Utopiewechsel

Diese Planspiele hören sich auch heute noch an wie ein verrückter Traum. Berlin wäre in den Tagen der Spiele und der anschließenden Zeit der automatisch folgenden Paralympics eine mehr oder weniger offene Stadt, ja wiedervereinigte Stadt gewesen. So jedenfalls der Gedanke Eberhard Diepgens, der im September 1989 eine erste Machbarkeitsstudie in Auftrag gab.

Aber: Die Großwetterlage zwischen den beiden Teilen Deutschlands hätte bis zu diesem Zeitpunkt heiter bis sonnig sein müssen. Doch in Ost-Berlin verhärtete sich seinerzeit der Kurs des zeitweise erkrankten Erich Honecker, selbst Michail Gorbatschow blitzte schroff mit Reformgedanken bei der DDR-Führung ab, und auch der Innerberliner Dialog, der 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins mühsam in Gang gekommen war, schien wieder zu verebben.

Aber auch auf West-Berliner Seite änderte sich die politische Lage abrupt.

Am 29. Januar 1989 brachte die Wahl zum Abgeordnetenhaus im eigenständigen West-Berlin ein überraschendes Ergebnis. Die CDU Eberhard Diepgens verlor über acht Prozent der Stimmen, die SPD unter Walter Momper gewann dagegen deutlich hinzu und konnte mit der Alternativen Liste eine rot-grüne Koalition bilden. Erstaunlicherweise war der Olympiatraum damit aber nicht vom Tisch. Diepgens Nachfolger Momper spielte die olympische Karte sogar öffentlich, zunächst in einer Rede vor Sportfunktionären, die ich für ihn formulierte. Senatssprecher Werner Kolhoff musste den Text absegnen. Er fragte mich nur: „Verstößt das auch nicht gegen den Koalitionsvertrag mit den Grünen?“ Das sahen wir nicht. Ich brachte das Manuskript zu Momper, der zu dieser Zeit mit Gesprächen mit den Alliierten über die angespannt gewordene innerdeutsche Entwicklung beschäftigt war. Er blickte kurz auf den Text und fragte: „Worüber rede ich denn heute?“. Ich antwortete: „Sie bewerben sich um die Olympischen Spiele.“ Er nickte nur, ging ans Rednerpult und gewann Berlins Sportfunktionäre im Nu. Nun bekam die Sache Drive.

Die Mauer ein Jahr vor ihrem "Sturz". Auf der Ostseite unnahbar, auf der Westseite (hier nahe dem Potsdamer Platz) ein Spazierweg. (© Holger Kulick)

Der Senatssprecher begriff schnell, welch starke innerdeutsche Wirkung von einer offiziellen Olympia-Bewerbung Berlins im August 1989 ausgehen könnte. Sinngemäß sagte er damals zu mir: „Was für Diepgen die Wiedervereinigung, das ist für uns die gemeinsame Olympia Bewerbung in Ost und West.“

Also machten wir uns zunächst in einem kleinem Arbeitsstab an die Arbeit – wir, das waren eine versierte Bürokraft, ein kundiger Verwaltungsbeamter und ich (intern zu Mompers Olympia-Beauftragtem ernannt). Weitere Grundsatzreden mussten formuliert und ein zustimmungsfähiger Senatsbeschluss musste erarbeitet werden.

Für den rot-grünen Senat war es offensichtlich wichtig, sich auch auf dem innerdeutschen Feld zu profilieren, ein Terrain mit Nachholbedarf, zumal Walter Momper (selbst nach dem 9. November 1989) lange Zeit nicht an die Möglichkeit einer Wiedervereinigung glaubte. Sein Sprecher Kolhoff war es dann auch, der in sehr kontroversen Debatten innerhalb des rot-grünen Senats mit olympischen Totalverweiger_innen auf Seiten der grünen Koalitionspartei die Bewerbung vehement verteidigte, sodass im August 1989 ein Senatsbeschluss zustande kam, nunmehr eine offizielle Olympia-Projektgruppe einzusetzen.

„Gleichzeitig und gleichberechtigt“

Auf einer Pressekonferenz während der Internationalen Funkausstellung begründete Momper am 29. August 1989 diesen Schritt und trug als Ziel vor, „Olympische Sommerspiele gleichzeitig und gleichberechtigt in beiden Teilen Berlins 2004 zu verwirklichen“. Er beschrieb dies als „faires Kooperationsmodell“ zwischen beiden Stadthälften und führte weiter aus:

„Der Senat hofft und arbeitet dafür, daß Berlin 1997, wenn das Olympische Komitee entscheidet, keine Stadt der Konfrontation ist, sondern daß die Stadt von guter Nachbarschaft geprägt sein wird. Der Senat hält eine solche Entwicklung angesichts der Veränderungsprozesse in Europa nicht für ausgeschlossen … Olympische Spiele in beiden Teilen der Stadt wären die Krönung des Prozesses der Friedenssicherung in Mitteleuropa und gleichzeitig der größte Triumph der olympischen Idee in der Neuzeit“.

Ein 40-köpfiges Team sollte ab dem 12. September bis Ende 1989 ein erstes Konzept ausarbeiten, darunter 25 Mitarbeitende aus Senatsverwaltungen und 15 aus Wirtschaft, Sport und Sponsorenkreisen. Die Firma Siemens stellte uns dafür kostenlos Büroräume in Charlottenburg zur Verfügung, auch eine namhafte Unternehmensberatung versprach, unentgeltlich bei der Konzeption zu helfen.

Danach ging es zum NOK-Präsidenten Willi Daume nach München, wo wir mit den vier anderen deutschen Bewerberstädten zusammentrafen. Das waren seinerzeit Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart und das Ruhrgebiet. Daume setzte auf dieser Sitzung mit sanfter Gewalt – nur Hamburg musste erst noch „bearbeitet“ werden – Berlin als deutsche Kandidatin durch.

Honecker für Leipzig

Eine rasche Zustimmung Ost-Berlins wurde allerdings nicht erwartet. Bei einem Treffen mit Erich Honecker am 6. Juni 1989 in Hohenschönhausen hatte Walter Momper bereits vorgefühlt und eine Abfuhr durch den DDR-Staatsratsvorsitzenden erhalten. Honecker brachte stattdessen verlegen Leipzig ins Spiel.

Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Walter Momper (l), trifft am 19. Juni 1989 im Schloss Niederschönhausen im Ost-Berliner Bezirk Pankow auf DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker. Momper konnte bei seinem ersten offiziellen Treffen mit Honecker zwar einige Erleichterungen für West-Berliner im Reise- und Besucherverkehr erreichen, erhielt beim Thema Olympia aber eine Abfuhr. (© picture-alliance/dpa, Chris Hoffmann)

Wir setzten aber darauf, Honecker oder seine Vertrauten mittelfristig „weichzuklopfen“, denn er musste einsehen, dass die sächsische Hauptstadt, ebenso wie Bologna (Italien) viel zu klein und unbekannt für das große Olympia-Festival, schon bei der Vorwahl ausscheiden würde. Die DDR-Oberen sollten erkennen, dass sie nur mit uns zusammen die Chance hätten, auch einmal in das damals noch verzaubernde Licht der Olympischen Flamme getaucht zu werden. Wir konnten, so dachten wir, geduldig warten, bis der olympische Funke übersprang und auch jenseits der Mauer zündete.

Umdenken nach dem 9. November

Doch dann kam der 9. November 1989. Ost-Berliner und -Berlinerinnen stürmten die Mauer und rissen die Türen nach West-Berlin ganz weit auf. Die Arbeit an der Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands begann; auch für uns persönlich eine höchst erfreuliche Tatsache. Aber wir mussten für Olympia plötzlich eine Stadt bewerben, mit der ein Friedensnobelpreis nicht mehr zu gewinnen war. Wir fühlten uns wie der Kaiser ohne Kleider. Wir waren als Olympia-Bewerber auf Normalmaß zurückgestutzt.

Weitermachen oder aufhören? Das war nun die Frage. Gleich zwei Projekte wie die Wiedervereinigung und die Olympischen Spiele auf einmal zu stemmen, das überforderte aus Sicht der Skeptiker im Berater_innenkreis die Kräfte dieser Stadt. Andere, wie auch ich, waren dagegen der Ansicht, Olympia und Zusammenwachsen könnten sich gut ergänzen, denn schon die Vorbereitung der Spiele würde zusätzliche Gelder in den Berliner Haushalt spülen. Die Antwort nahmen uns nach dem Machtwechsel an der Spitze der DDR im Zuge der Friedlichen Revolution die neuen Mitspieler der Ost-Berliner Stadtregierung ab. Befreit aus der jahrelangen abgeschotteten Isolation durch die DDR, wirkten sie in Gesprächen über die Olympische Idee richtig begeistert. Die Möglichkeit, auf dem glänzenden internationalen Spielfeld dabei zu sein, überwog, so mein Eindruck, alle bisherigen Einwände, auch unter DDR-Sportfunktionären. Es ging also weiter.

Gezielte Einladung in das sich wiedervereinigende Berlin: Der spanische IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch (m.) nimmt am 17. August 1990 in Ost-Berlin an der Sitzung der NOK der DDR und der Bundesrepublik teil, hier im Gespräch mit Joachim Weiskopf (l.), Präsident des NOK der DDR, und mit Willi Daume (r.), Präsident des NOK der Bundesrepublik.

(© picture-alliance/dpa, Jürgen Engler)

Unerwartete Rückendeckung erfuhren wir am 2. Dezember 1989 auch durch Zuspruch von höchster politischer Ebene: Bei einem Gipfeltreffen beider Regierungschefs von Sowjetunion und USA, Michail Gorbatschow und George Bush Senior, auf einem Schiff vor der Insel Malta trug Bush auch die Idee Olympischer Spiele in Berlin vor. Auch wenn Gorbatschow zunächst zauderte, weil er den Berlin-Status nicht infrage gestellt sehen wollte, sahen wir uns dem Ziel etwas näher, zumal Michail Gorbatschow am Ende des Treffens den Kalten Krieg für überwunden erklärte: „Wir beide haben in den Gesprächen festgestellt, dass die Welt eine Epoche des Kalten Krieges verlässt und in eine andere Epoche eintritt … Wir sind am Beginn unseres langen Weges zu einer dauerhaften, friedvollen Periode".

Friedenstiftende Spiele, das sollte nun zur Maxime für die weiteren Bewerbungskonzepte werden.

Nur einen Monat später, am 2. Januar 1990, machten die Bürgermeister von West- und Ost-Berlin, Walter Momper und Erhard Krack, das Olympia-Projekt für Gesamt-Berlin öffentlich. Auch nach der ersten freien Kommunalwahl am 6. Mai 1990 in Ost-Berlin, aus der Tino Schwierzina (SPD) als neuer Oberbürgermeister Ost-Berlins hervorging, setzten sich die Bemühungen Seite an Seite fort. Rund eine Woche vor der Deutschen Wiedervereinigung, am 25. September 1990, beschlossen der rot-grüne Berliner Senat und Ost-Berlins rot-schwarzer Magistrat (der sogenannte Magi-Senat) die Gründung einer Olympia Berlin 2000 GmbH als landeseigene Gesellschaft, um in die Detailplanung zu gehen. Walter Momper und Tino Schwierzina erklärten zu diesem Anlass, die Olympischen Spiele in Berlin sollten brückenbauend zu einer „Feier des Friedens und der Überwindung der Ost-West-Gegensätze“ werden. Der Beschluss fiel allerdings ohne die Stimmen der drei Senator_innen aus Berlins Alternativer Liste, die Konstruktionsmängel der GmbH und Voreiligkeit beklagten.

Wieder 2000 statt 2004

Zu diesem Tempo war es auch deshalb gekommen, weil das Zieldatum inzwischen vier Jahre nach vorne gerückt war, denn am 18. September 1990 hatte das IOC eine Überraschung verkündet. Die US-Stadt Atlanta, Heimat des olympischen Groß-Sponsors Coca-Cola, hatte überraschend den Zuschlag für die Jubiläums-Spiele 1996 erhalten und brüskierte damit in der Endphase der Wahl den wohl etwas zu selbstsicher aufgetretenen griechischen Favoriten Athen. Geld und Geschäft hatten über Tradition und Stil gesiegt. Doch damit hatte sich nun wieder für das Jahr 2000 ein Olympia-Fenster für Europa geöffnet. Somit fiel der Beschluss, sich auch schon für „Olympia Berlin 2000“ zu bewerben, und wenn dies scheitere, dann eben für 2004.

Berliner Werbeteller für Olympia 2000 aus dem Jahr 1993 (© bpb / Holger Kulick)

Ein olympisches Sportereignis bot die Bühne, dies öffentlich zu verkünden. Zum Start des „Wiedervereinigungsmarathons“ am 30. September 1990, nunmehr quer durch das ganze Berlin, drückte Walter Momper unsere, nun den Zeitumständen etwas angepasste, Bewerbungsphilosophie folgendermaßen aus:

„Berlin bewirbt sich um die Olympischen Spiele im Jahr 2000 oder 2004. Mit diesen Friedensspielen wollen wir das Ende der Ost-West-Konfrontation, die Überwindung der Teilung Europas, die Befreiung auch der Olympischen Familie vom Druck des Kalten Krieges feiern. Europa bricht zu neuen Ufern auf. Die klassische Idee des olympischen Friedens fließt hier nahtlos ein in die Idee der europäischen Sicherheit und Zusammenarbeit. Für solche Olympischen Spiele in Berlin ist die Zeit reif.“

Dann kam erneut ein Wahltermin.

Am 2. Dezember 1990 wurde erstmals ein Gesamtberliner Senat gewählt – überraschend wurde die CDU wieder stärkste Kraft und Eberhard Diepgen erneut „Regierender“. Aber er knüpfte in Sachen Olympia nahtlos an seine Urüberlegungen aus dem Januar 1989 und an die fortgeschrittenen Planungen Walter Mompers sowie Tino Schwierzinas an. Und er holte sich parteiübergreifend die Rückendeckung aller seiner noch lebenden bisherigen Amtsvorgänger. Gemeinsam bekräftigten Diepgen am 21. Februar 1992 die ehemaligen West-Berliner Regierenden Bürgermeister ihre Unterstützung für Berlin als Olympiastadt 2000 bei einem Treffen im Gästehaus der Stadt: Walter Momper, Dietrich Stobbe, Hans-Jochen Vogel, Richard von Weizsäcker, Klaus Schütz und Willy Brandt. Ehemalige Ostberliner Bürgermeister fehlten allerdings auf dem damals entstandenen Gruppenfoto.

Ehemalige West-Berliner Regierende Bürgermeister bekräftigten am 21. Februar 1992 bei einem Treffen im Gästehaus der Stadt ihre Unterstützung für Berlin als Olympiastadt 2000, (v.l): Walter Momper, Dietrich Stobbe, Hans-Jochen Vogel, NOK-Präsident Willi Daume, der damals Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen, Richard von Weizsäcker, Klaus Schütz und Willy Brandt. (© picture-alliance/dpa, Peer Grimm)

Als Präsident der Deutschen Rheuma-Liga warb Diepgen betont auch für die Paralympics, die Spiele der Menschen mit Behinderungen. Denn der Grundgedanke der Berliner Olympia-Bewerbung, „der das Überwinden von Grenzen in den Mittepunkt stellt, schließt die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft als Selbstverständlichkeit mit ein“, argumentierte er und versuchte auf diese Weise, auch Berliner Olympia-Kritiker ins Boot zu holen: „Wer Olympia Berlin 2000 ablehnt, nimmt gleichzeitig den vielen behinderten Sportlern in Berlin die großen Vorteile einer erfolgreichen Bewerbung.“

All together now wurde nun zur Werbeparole für die Games at the Gate, wie wir damals formulierten.

Auch baulich setzte Berlin zügig Zeichen, Olympia tatsächlich zu wollen – noch bevor der Zuschlag greifbar war. So fand am 23. Juni 1993 die Grundsteinlegung der Max-Schmeling-Mehrzweck-Sporthalle im Prenzlauer Berg statt, zunächst extra für Olympia als Boxhalle konzipiert. Auch das Velodrom, eine olympiagerecht bis zu 12.000 Menschen fassende Radsport- und Schwimmhalle wurde bereits im Juni 1993, also vier Monate vor der IOC-Entscheidung in Monte Carlo, in Angriff genommen.

Ernüchterung am 23. September 1993

Allerdings war all dies vergeblich. Denn die Stimmung innerhalb der allein entscheidungsberechtigten IOC-Mitglieder war längst durcheinandergewirbelt. Die eine Fraktion warb für die Spiele im Jahr 2000 vehement für Peking, weil Antonio Samaranch den Chinesen schon im Vorfeld, ohne eine Jahreszahl zu nennen, Olympische Spiele versprochen hatte und sich Sponsor_innen dort offensichtlich neue und vielversprechendere Märkte versprachen. Die andere Hälfte der IOC-Mitglieder wollte den Chinesen nach dem blutigen Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989 auf keinen Fall schon im Jahr 2000 Olympia überlassen. Strategische Überlegung war nun, einen Austragungsort zu finden, der Peking noch aus der Favoritenrolle drängen konnte.

Das jetzt mauerfreie Berlin, in dem auch immer mehr Proteste gegen eine Olympiabewerbung laut wurden, strahlte diese Attraktivität nicht mehr aus, zumal auch die eingesetzte Olympia GmbH mit ihren hohen und nicht immer nachvollziehbaren Ausgaben für Skandale sorgte. Der Bundesrechnungshof kritisierte das später scharf.

Vor Beginn der Olympia-Präsentation von Berlin am 23. September 1993 in Monte Carlo stellen sich (von r.n.l.) Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen, Bundesinnenminister Manfred Kanther, der neue NOK-Chef Walter Tröger, Tennisspielerin Steffi Graf, IOC-Mitglied Thomas Bach, TV-Moderator Günther Jauch und Schwimmerin Franziska van Almsick den Fotografen. Aber die Vorfreude der deutschen Delegation währte nicht lange. (© picture-alliance, Andreas Altwein)

Auch Schmiergeldvorwürfe standen im Raum, und Marketingaktionen verunglückten, bis hin zur Einladung des IOCs zum Gala-Dinner vor den Pergamon-Altar, just dorthin, wo am Vorabend der Olympischen Spiele 1936 der nationalsozialistische Reichsinnenminister Wilhelm Frick ebenfalls das IOC zum Abendessen empfangen hatte.

Außerdem häuften sich Brandanschläge gegen Firmen, die zu den Sponsoren der Bewerbung zählten, gewalttätige Proteste gegen Berlins Olympiabewerbung nahmen zu und negative Medienberichte häuften sich. Für das IOC, so wurde uns rückgekoppelt, schien das aber zweitrangig, denn einfallsreiche Widerstände vor allem junger Akteur_innen gab es mittlerweile in jeder Bewerberstadt der westlichen Welt.

Für die olympischen Funktionär_innen war vorrangig, dass ein starker Konkurrent für Peking im weiteren asiatischen Raum gefunden werden musste, um Asien als potenziellen Gastgeber nicht vor den Kopf zu stoßen. Europäische Bewerber fielen damit raus, während die Chancen für das nicht ganz so weit entfernt gelegene Sydney erheblich wuchsen. Mit einer außergewöhnlich überzeugenden Bewerbung schaffte es die australische Stadt dann tatsächlich, Peking noch vom Sockel zu stoßen. Knapp ging Sydney am 23. September 1993 mit 45 zu 43 Stimmen als Sieger gegen Peking aus der Endabstimmung hervor und wurde Olympiastadt 2000. Berlin dagegen schied schon in der zweiten Auswahlrunde nach Istanbul und vor Manchester aus, nur neun IOC-Mitglieder votierten für die Spree-Metropole.

Berlin ohne Mauer und Kalten Krieg hatte keinen Mauerbonus mehr. Das hatte indirekt auch Eberhard Diepgen schon im Vorfeld eingestehen müssen. Am 22. April 1993 hatte er, bei einem Vortrag zur Semestereröffnung in der Sporthochschule Köln „zehn Thesen zu Olympia Berlin 2000“ vorgestellt, und sich darum bemüht, der Bewerbung Berlins politisch einen neuen Sinn zu verleihen:

„Mauer und Eiserner Vorhang sind inzwischen gefallen. Berlin, Deutschland und Europa wieder vereint. Unsere große Freude und Dankbarkeit möchten wir mit der Welt teilen. Wir wollen allen danken, die Berlin in schwerer Zeit geholfen haben.“

Für das IOC war jedoch eine Olympiade zum Dankeschön sagen nicht mehr reizvoll genug. Und einen Friedensnobelpreis versprach das auch nicht mehr.

Berliner Zeitungsmeldung vom 8. September 2020: "Olympische Spiele 2036 wären Chance für Berlin" (© bpb / Kulick)

Inzwischen hat hinter den Kulissen erneut eine Diskussion in Berlin um eine neuerliche Olympiabewerbung begonnen - für das Jahr 2036, genau 100 Jahre nach den Olympischen Spielen 1936 unter den Nazis in Berlin. Dies spaltet aber die bisher an der Diskussion Beteiligten. Dies gehe schon des historischen Zeitbezugs wegen auf gar keinen Fall sagen Gegner, Befürworter, wie Berlins gegenwärtiger Regierender Bürgermeister Michael Müller sehen dies wiederum als Möglichkeit, auch nach außen zu zeigen, wie sich Deutschland und Berlin grundlegend verändert haben. "Mit der Geschichte müssen wir offensiv umgehen", warb er am 8. September 2020 auf einem Unternehmerkongress im Internet. Man könne "das Datum nutzen, um eine andere Geschichte zu erzählen".

Zitierweise: Ulrich Eggestein, „The Games at the Gate - Wie der Mauerfall 1989 Berlins Traum von Gesamtberliner Olympischen Spielen platzen ließ", in: Deutschland Archiv, 14.11.2020, Link: www.bpb.de/318840

Ergänzend zum Thema:

- Karsten Lippmann, „Interner Link: Verhilft Olympia zur Einheit? Deutsch-deutsche (Nicht-)Bemühungen um die Spiele 1968 für Berlin“, Deutschland Archiv vom 5.4.2018,

- Sven Güldenpfennig, "Interner Link: Olympische Spiele und Politik", Deutschland Archiv vom 7.7.2008

Fussnoten

Fußnoten

  1. Zitiert nach: „Ronald Reagan’s Speech from the Brandenburg Gate in Berlin“ vom 12.6.1987, in: https://docs.google.com/document/preview?hgd=1&id=1J4B9xPqNiU0MJyjmNycTyhLXJJ_icZ-2oaYneJZmMO8, zuletzt aufgerufen am 11.11.2020.

  2. Vgl. Karsten Lippmann, „Verhilft Olympia zur Einheit? Deutsch-deutsche (Nicht-)Bemühungen um die Spiele 1968 für Berlin“, in: Deutschlandarchiv, 5.4.2018, www.bpb.de/ 267428, letzter Abruf 21.11.2010.

  3. Ebd.

  4. Vgl. Ulrich Eggestein, „Zum Thema Olympia-Stadt Berlin“, in:: Verein Evangelische Sportarbeit Berlin-Brandenburg ESBB (Herausgeber), Sportzeitung „Spuk“, Sport und Kirche – Miteinander im Kirchensport Berlin-Brandenburg, 68. Ausgabe 1/69, S.107/108.

  5. Details in: „Olympia und Paralympics – ein Festival für alle“, Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin 1993 aus Anlass der Vorstellung der Berliner Bewerbungsschrift um die Paralympics 2000 im Rathaus Schöneberg“, veröffentlicht in: Verein Evangelische Sportarbeit Berlin-Brandenburg ESBB (Herausgeber), Sportzeitung „Spuk“ - Sport und Kirche – Miteinander im Kirchensport Berlin-Brandenburg, 68. Ausgabe 1/69, S.163.

  6. Quelle: „Projektgruppe „Olympische Sommerspiele im Jahr 2004 in Berlin eingesetzt“, Rede des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Walter Momper, auf dem Gelände der Internationalen Berliner Funkausstellung am 29. August 1989, veröffentlicht in: Verein Evangelische Sportarbeit Berlin-Brandenburg ESBB (Herausgeber), „Spuk“, Sport und Kirche – Miteinander im Kirchensport Berlin-Brandenburg, 68. Ausgabe 1/69, S.110.

  7. Ebd.

  8. Ebd., S. 111

  9. Vgfl. Tom Mustroph, „Mompers Ostpolitik im Garten“, in: Neues Deutschland online vom 21.06.2004, https://www.neues-deutschland.de/artikel/55012.mompers-ostpolitik-im-garten.html, zuletzt aufgerufen am 12.11.2020.

  10. Vgl. „M. R. Beschloss und S. Talbott, „Wir betrachten Sie nicht mehr als Feind“, in: Spiegel-Online, vom 23.04.1993, https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680637.html, zuletzt aufgerufen am 12.11.2020.

  11. Zitiert nach: „2. Dezember 1989 - Auf dem Weg zur Deutschen Einheit -Treffen von Gorbatschow und Bush sen, in: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/treffen-von-gorbatschow-und-bush-sen--472074, zuletzt aufgerufen am 13.11.2020.

  12. Vgl. Berliner Chronik vom 25. September 1989, in: Der Tagesspiegel, vom 24.9.2010, https://www.tagesspiegel.de/berlin/serie-berliner-chronik-25-september-1990/1941886.html, zuletzt aufgerufen am 12.11.2020

  13. Zitiert nach: „20 Jahre Deutsche Einheit – Der 17. Berlin-Marathon am 30. September 1990“, in: German Road Races, vom 4.10.2010, https://germanroadraces.de/?p=51975, letzter Abruf 12.11.2020.

  14. Quelle: „Olympia und Paralympics – ein Festival für alle“, Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin 1993 aus Anlaß der Vorstellung der Berliner Bewerbungsschrift um die Paralympica 200 im Rathaus Schöneberg“, veröffentlicht in: Verein Evangelische Sportarbeit Berlin-Brandenburg ESBB (Herausgeber), „Spuk“, Sport und Kirche – Miteinander im Kirchensport Berlin-Brandenburg, 68. Ausgabe 1/69, S.164.

  15. Ebd.

  16. Vgl. Bernd Wähler, „Vor 25 Jahren wurde der Grundstein für die Max-Schmeling-Halle gelegt“, in: Berliner Woche, vom 18.6.20, https://www.berliner-woche.de/prenzlauer-berg/c-bauen/vor-25-jahren-wurde-der-grundstein-fuer-die-max-schmeling-halle-gelegt_a163766, zuletzt aufgerufen am 12.11.2020

  17. Vgl Jens Weinreich, „Olympiabewerbung Berlin (2000): - Unkultur im Umgang mit öffentlichen Mitteln“, Blogeintrag vom 19.2.2015 mit angehängtem Rechnungshofbericht vom 22. August 1996. , https://www.jensweinreich.de/2015/02/19/olympiabewerbung-berlin-2000-unkultur-im-umgang-mit-oeffentlichen-mitteln/, letzter Abruf 12.11.2020.

  18. Vgl. Cornelia Tomerius, „Olympia 2000 - Wie Berlin die Spiele verspielte“, in: Corneliai Tomerius, „ Ach du dickes B: Eine Berliner Pleitengeschichte, München 2013.

  19. Quelle: „In der heißen Phase – Zehn Thesen zu Olympia Berlin 2000“, Rede des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Eberhard Diepgen am 22. April 1993 in der Sporthochschule Köln, im Wortlaut veröffentlicht in: Verein Evangelische Sportarbeit Berlin-Brandenburg ESBB (Herausgeber), „Spuk“, Sport und Kirche – Miteinander im Kirchensport Berlin-Brandenburg, 68. Ausgabe 1/69, S.164.

  20. Vgl. auch: "Michael Müller trommelt mit Unternehmern für Olympia 2036 in Berlin", Tagesspiegel.de 8.9.2020, https://www.tagesspiegel.de/berlin/der-naechste-versuch-michael-mueller-trommelt-mit-unternehmern-fuer-olympia-2036-in-berlin/26170034.html, letzter Abruf 13.11.2020.

Ulrich Eggestein, Journalist, in den 1970er Jahren Chef vom Dienst der Berliner Zeitung „Der Abend“. Dann Chef vom Dienst im Presseamt des Landes Berlin (West). Zugleich sportpolitischer Berater und einer der langjährigen Redenschreiber für die Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen und Walter Momper. Am 1.1.2021 im Alter von 82 Jahren in einem Berliner Pflegeheim an Krebs gestorben, sechs Wochen, nachdem er diesen Beitrag handschriftlich auf dem Krankenbett verfasst hatte.

Der Autor, der Journalist Ulrich Eggestein (82), lebt seit einem Krebsleiden in einem Pflegeheim. Sein Manuskript schickte er handschriftlich an das Deutschland Archiv. (© bpb / Kulick)