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Wer beherrscht den Osten? | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 70 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Alltag und Gesellschaft Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Denkanstöße aus Weimar Gefährdet von "Systemverächtern" Raubzug Die Normalität des Lügens Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Wer beherrscht den Osten?

Richard Schröder

/ 14 Minuten zu lesen

2024 jähren sich die Friedliche Revolution in der DDR und der Mauerfall zum 35. Mal. Wie einig ist inzwischen das vereinigte Deutschland? Herrscht tatsächlich immer noch „Westdominanz“? Ein Einwurf des Theologen und Philosophen Richard Schröder (80).

Verblassendes Hoffnungs- und Einheitssymbol? Deutschlandfahne in Fürstenberg/Havel Anfang 2024. (© bpb / Holger Kulick)

Gehen wir zunächst neun Jahre zurück. Der Mitteldeutsche Rundfunk gab 2015 bei der Universität Leipzig eine Studie in Auftrag, die erheben sollte, in welchem Umfang Ostdeutsche in den gesamtdeutschen und den Eliten im Osten vertreten sind. Als „Ostdeutsche“ galten dabei alle, die vor 1975 in der DDR geboren wurden. Unter „Eliten“ wurden die jeweils höchsten Positionen verstanden, also Regierungsmitglieder und Staatsekretäre, beim Militär nur Generäle, unter den Richtern nur die der höchsten Landesgerichte. Wären niedere Hierarchiestufen mit einbezogen worden, wären ganz andere Ergebnisse herausgekommen.

Das Ergebnis der Studie besagte: „Nur 23 Prozent beträgt der Anteil Ostdeutscher innerhalb der Führungskräfte in den neuen Bundesländern – bei 87 Prozent Bevölkerungsanteil.“ „Nur 1,7 Prozent der betrachteten Spitzenpositionen auf Bundesebene sind von Ostdeutschen besetzt, bei einem Bevölkerungsanteil von 17 Prozent.“

Der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, hat 2023 die Frage noch einmal untersuchen lassen – mit ähnlichem Ergebnis. In rund acht Jahren hat sich nach diesen Ergebnissen nichts Entscheidendes geändert: Die Ostdeutschen sind unter den Eliten im Osten und in Gesamtdeutschland massiv unterrepräsentiert. Was folgt daraus?

Die seitdem vorherrschende Antwort auf diese Frage gab schon die Überschrift des Leipziger Berichts vor: „Wer beherrscht den Osten?“ Die Frage ist so eingängig wie irrführend. Denn es wird damit suggeriert, es stünden sich zwei Völker – die Ostdeutschen und die Westdeutschen –gegenüber und das eine beherrschte das andere. „Beherrschen“ heißt dabei so viel wie: ihm seinen Willen aufzwingen, es womöglich ausbeuten, ihm aber jedenfalls die Selbstbestimmung beschneiden. Aber „die Ostdeutschen“ (Ossis) gibt es erst seit dem Mauerfall. Zuvor haben sich die Bewohner der DDR entweder als Deutsche im geteilten Deutschland verstanden (vor allem die älteren) oder als Sozialisten im Sinne des sozialistischen Internationalismus (so die überzeugten Genossen) – was nur verkrampft gelang mithilfe der Theorie von zwei Nationen auf deutschem (!) Boden, einer kapitalistischen und einer sozialistischen, die sich wie Feuer und Wasser entgegenüberstünden. Andere haben sich ohne solche Klimmzüge schlicht als Bürgerinnen und Bürger der DDR verstanden.

Der Ruf nach Wiedervereinigung kam auch keineswegs zuerst im Westen auf. Ehe die West-CDU ihn aufnehmen konnte („Wir sind ein Volk“), war er schon auf den Herbstdemonstrationen in der DDR zu hören gewesen, als Zitat aus der DDR-Nationalhymne: „Deutschland einig Vaterland“.

Demonstrierende im Herbst 1989 in Leipzig. Was ist aus ihren Träumen geworden? (© Holger Kulick)

Aus dem Westen waren zunächst Warnungen vor dieser neuen Tonart zu hören. Das werde unbezahlbar teuer, so etwa Oskar Lafontaine. Zudem waren die „Aufbauhelfer“, die nach dem 3. Oktober 1990 in den Osten gingen, dank der föderalen Ordnung des Grundgesetztes nicht als Handlanger der Bonner Zentrale tätig, sondern den neuen Bundesländen verpflichtet, unter Umständen auch im Konflikt mit der Bundesregierung. Wer über das Verhältnis zwischen Helmut Kohl und Kurt Biedenkopf im Bilde war, musste die Vorstellung, dieser sei der Erfüllungshilfe von Kohl gewesen, lachhaft finden. Und schließlich: In einem Rechtsstaat herrscht idealiter nicht jemand, sondern etwas, nämlich Recht und Gesetz. Da ist die Herkunft des Akteurs idealiter unerheblich.

Deshalb ist es völlig verfehlt, das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland in die Nähe eines Kolonialismus zu stellen (Interner Link: Dirk Oschmann). Auch der Vergleich der Ostdeutschen mit Migranten (Naika Foroutan) liegt erheblich daneben. Ostdeutsche sind in Ostdeutschland keine Fremden und leben auch nicht getrennt von der Heimat, von Verwandten und Freunden. Mit den Westdeutschen verbinden sie tausend Jahre Geschichte, die Sprache und die Kultur, was bei Migranten in der Regel nicht der Fall ist. Zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 2021 stellte Die Linke ein Plakat mit dem Text vor: „Nehmt den Wessis das Kommando!“. Ihr wurde entgegengehalten, da könne sie doch gleich bei ihrem Spitzenkandidaten für die Bundestagwahl, Jan Korte, beginnen, denn der stamme ja schließlich aus dem Westen. Und mit Bodo Ramelow stelle die Linke in Thüringen doch auch den derzeit einzigen Ministerpräsidenten aus dem Westen im Osten. Überdies ist die Linke aus einer Ost-West-Fusion von PDS und WASG hervorgegangen und hat die Rolle der „Ost-Partei“ längst an die AfD verloren, die ihrerseits im Osten mit West-Köpfen reüssiert, wie etwa mit Björn Höcke. Die Linke hat dann übrigens seinerzeit darauf verzichtet, das inkriminierte Plakat kleben zu lassen.

Wie und warum kamen Westdeutsche ans Ruder?

Wie kamen die Westdeutschen auf die ostdeutschen Machtpositionen? Entweder durch Wahl (so etwa Ministerpräsidenten und Uni-Präsidenten) oder durch Berufung (Staatssekretäre, Professoren). In den fünf neuen Bundesländern (ohne Berlin) wurde zwischen 1990 und 2023 insgesamt 41 Mal ein Ministerpräsident gewählt, davon 14 Mal ein Westdeutscher – wohlgemerkt von einer Mehrheit ostdeutscher Abgeordneter. Dabei spielten die Erwartungen an seine Erfahrungen und sein Können, seine Verbindungen und seine Parteizugehörigkeit eine weit wichtigere Rolle als seine Herkunft. An der Humboldt-Universität habe ich selbst erlebt, wie sich Ostdeutsche massiv für einen westdeutschen Präsidentschaftskandidaten eingesetzt haben mit dem Argument: Der kann am meisten für uns herausholen. Wer die freie Wahl hatte, kann sich über mangelnde Repräsentation nicht beschweren. Auch die Richter der obersten Landesgerichte sind in den Richterwahlausschüssen von ostdeutschen Abgeordneten gewählt worden. Und diese haben richtig entschieden, als sie keine SED-Juristen gewählt haben.

Wer erwartet, Ostdeutsche und Westdeutsche sollten heute ihrem Bevölkerungsanteil gemäß innerhalb der Eliten vertreten sein, setzt offenbar eine symmetrische Vereinigung voraus, womöglich mit Egon Krenz als Vizekanzler? Die Vereinigung war unaufhebbar asymmetrisch. Die Annahme symmetrischer Verhältnisse übergeht die Herbstrevolution, die doch erst die Perspektive auf die deutsche Einheit eröffnet hat.

Jede Revolution ist mit einem Elitenwechsel verbunden. Nach dem Mauerfall wurde dieser öfter spontan vollzogen, indem Lehrerkollegien einen neuen Schulleiter und Betriebsversammlungen einen neuen Betriebsleiter wählten. Aber eine rechtsstaatliche Aufarbeitung von Regierungskriminalität musste bis zur Überprüfung der Richter und Richterinnen verschoben werden. Und die war am Tag des Beitritts noch nicht abgeschlossen. Deshalb kam der Elitenwechsel erst nach der Vereinigung richtig in Gang, im Besonderen die von der Volkskammer verlangten Stasiüberprüfungen (der Westen wollte die Stasiakten zunächst wegschließen), die Mauerschützenprozesse, die Neuordnung der Universitäten, der Neuaufbau der Länderverwaltungen. Auch die vom letzten SED-Ministerpräsidenten Hans Modrow noch vor der freien Volkskammerwahl gegründete Treuhandanstalt – die allerdings nur den Auftrag hatte, die Betriebe in AGs und GmbHs zu überführen und keinen einzigen Betrieb weltmarktfähig gemacht hat – wurde noch von der Volkskammer so reformiert, dass sie Betriebe privatisieren beziehungsweise sanieren konnte. Dies wurde aber im Wesentlichen erst nach der Sommerpause 1990 wirksam, was zur Folge hatte, dass für diese Prozesse der Westen verantwortlich gemacht werden konnte, obwohl die Volkskammer dies alles geplant beziehungsweise eingeleitet hatte. Mit anderen Worten: Postrevolutionäre Ost-Ost-Gegensätze wurden in Ost-West-Gegensätze umgedeutet, und zwar vorzugsweise von denjenigen, die Macht und Einfluss durch die Herbstrevolution verloren hatten.

Ende 1989 war die DDR ein Staat in Auflösung, nachdem im Spätsommer die Fluchtbewegung über Ungarn und die Prager Botschaft eingesetzt hatte und die Zerschlagung der Leipziger Montagsdemonstration gescheitert war. Der missglückte Versuch, durch ein neues Reisegesetz Druck aus dem Kessel zu nehmen, führte zur versehentlichen Maueröffnung. Nachdem die DDR-Bürger und -Bürgerinnen mit eigenen Augen gesehen hatten, wie man im Westen lebt, setzte sich unter ihnen schnell die mehrheitliche Überzeugung durch, „so wollen wir auch leben“, und zwar möglichst bald.

Der Gedanke eines Beitritts der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes gewann an Attraktivität. Der erste Schritt sollte die Währungsunion sein. Sie sollte die Abwanderung nach der Maueröffnung stoppen. Viele dachten, mit dem Westgeld käme auch der westliche Wohlstand. Es macht aber einen großen Unterschied, ob man mit einem Koffer nach Westen geht oder ob man die verfallenen Häuser, die veralteten Fabriken und die Staatsschulden mitbringt. Das ist der Unterschied zwischen Flucht und Transformation. Zwar gab es auch damals Stimmen, die die abträglichen wirtschaftlichen Folgen der Währungsunion sahen; letztlich akzeptierten die meisten es aber als unvermeidlichen Teil des Systemwechsels.

Allerdings: Die Erfahrung der hohen Arbeitslosigkeit und die große Verunsicherung durch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruch nach 1990 hat den Stolz auf die Herbstrevolution erdrückt.

Blühende Zukunftslandschaften inzwischen allerorten im Osten in Sicht? Abrissarbeiten nahe dem Berliner Ostbahnhof zum Jahreswechsel 2023/24. (© bpb / Holger Kulick)

Der Irrtum, schnellen Wohlstand versprechen zu können

Es war also ein Irrtum, dass die schnelle Währungsunion schnellen Wohlstand bringt. Aber die Eile war richtig, trotz falscher Motive. Denn wir wussten nicht, wie lange Interner Link: Gorbatschow an der Macht bleiben würde. Diese Sorge ist 1990 von vielen verspottet worden. Der Spott verstummte, als 1991 gegen Gorbatschow geputscht wurde. Das Argument lautete: Lieber mit ruinierter Wirtschaft in die Einheit, als mit ruinierter Wirtschaft allein dastehen. Das sahen damals viele so, wurde 1990 aber nicht offen ausgesprochen. Es wäre wohl auch gar nicht ernst genommen worden vor lauter Begeisterung über die Westmark.

Die Leipziger Studie stellt fest, dass 2004 kein einziger General der Bundeswehr aus Ostdeutschland stammte. Aber anders konnte es doch gar nicht sein, weil keine NVA-Generäle in die Bundeswehr übernommen worden sind. Deshalb lässt sich die Frage, wie viele daran interessiert gewesen wären, in die Armee des „verhassten“ Klassenfeindes übernommen zu werden, nicht beantworten. Auch DDR-Diplomaten sind grundsätzlich nicht in den diplomatischen Dienst der Bunderepublik übernommen worden. 2020 ist erstmals ein Ostdeutscher ins Bundesverfassungsgericht berufen worden. Auch das ist revolutionsbedingt. Denn wer in der DDR Jura studiert und dann als Richter oder Lehrer des sozialistischen Rechts Berufserfahrungen gesammelt hat, war doch durch solche Erfahrungen nicht für Deutschlands höchstes Richteramt qualifiziert.

Dass nach 1990 so viele Westdeutsche auf Lehrstühle an den ostdeutschen Universitäten berufen wurden, war mit Blick auf die „Ideologiefächer“ (vor allem Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Geschichte und Germanistik) der Rücksicht auf die Studenten geschuldet. Denn wer sollte denn einen Absolventen von 1993 in sozialistischer Ökonomie beschäftigen? Bei Naturwissenschaften und Medizin war die Lage anders. Universitätsangehörige fanden sich übrigens im Herbst 89 kaum unter den Demonstrierenden. Sie waren ja nach Systemtreue gesiebt. Deshalb fanden sich auch selten berufungsfähige ostdeutsche Kandidaten oder Kandidatinnen im Mittelbau. Es mag sein, dass dabei auch Westdeutsche berufen wurden, die im Westen keinen Ruf bekommen hätten. Die Regel war das nicht. Und konnte der Osten tatsächlich verlangen, dass für ihn nur die Besten gerade gut genug sind?

Es hat sich ein kleiner Katalog von ostdeutschen Benachteiligungen gebildet. Außer der mangelnden Repräsentanz in den Eliten gehören dazu: niedrigere Einkommen, aber längere Arbeitszeit; bis zu diesem Jahr niedrigere Renten; weniger vererbtes Vermögen und weniger Millionäre im Osten. Die Einkommensunterschiede zwischen Ost und West differieren aber oft weniger stark als jene innerhalb des Westens. Man vergleiche nur München und Ostfriesland. Das niedrigere Durchschnittseinkommen im Osten hat auch damit zu tun, dass es dort noch immer wenige Großbetriebe und Konzernzentralen gibt. Kein Konzern verlegt seine Zentrale ohne ökonomischen Gewinn in den Osten. Da aber nun in Ost und West Facharbeitermangel herrscht, kann sich daran manches ändern. Übrigens bestehen auch innerhalb des Ostens beachtliche Durchschnittseinkommensdifferenzen zwischen boomenden Städten und entvölkerten, überalterten Landstrichen. Bekanntlich lassen sich in einer freien Marktwirtschaft weder Löhne noch Preise vom Politbüro festlegen. Dass weniger vererbt wird und es weniger Millionäre gibt, kann nicht der Vereinigung angelastet werden, sondern hat in 40 Jahren Reichstumsvermeidungspolitik der SED seinen Grund. Ich wüsste auch nicht, welchen Vorteil ich davon hätte, wenn es mehr ostdeutsche Millionäre gäbe.

Am Brandenburger Tor Anfang 2024, 35 Jahre nachdem hier die Mauer abgerissen wurde. Ihr ehemaliger Verlauf ist in Berlin durch Pflastersteine markiert. Was aber trennt den Osten heute noch vom Westen? Immer wieder betont werden anhaltende Lohnunterschiede, fortgesetzte Landflucht, ungleich hohe Erbschaften und die "Elitenfrage". (© bpb / Holger Kulick)

Der Hang zum Vergolden von DDR-Erinnerungen

In den Ost-West-Vergleichen wird nicht nur die Herbstrevolution übergangen, sondern auch das abträgliche Erbe der DDR. Es gibt mancherorts eine starke Tendenz zur vergoldenden DDR-Erinnerung. Es ist ja zunächst gut, wenn wir das Erfreuliche kräftiger erinnern als Niederlagen, Demütigungen und beengende Grenzen. Aber warum sollten wir unseren damaligen Alltag mit dem System glorifizieren? DDR-Bürger können stolz darauf sein, was sie unter den widrigen Bedingungen von Diktatur und Mangelwirtschaft in Familie und Beruf geleistet haben. Aber lasst uns bitte nicht stolz sein auf die widrigen Bedingungen, die wir uns doch nicht ausgesucht haben.

Übrigens ist das im Osten oft anzutreffende Gefühl, Bürger zweiter Klasse zu sein, nicht erst nach der Vereinigung entstanden, sondern begleitet uns seit 1945. Wir hatten die weniger erfreuliche Besatzungsmacht und haben immer mit Neid und Bewunderung nach Westen geschaut. Und allabendlich waren wir beim Westfernsehen als Zaungäste drüben. Und die „Westpakete“ waren ein willkommenes Ost-West-Band.

Das Gefühl, benachteiligt zu sein, ist tief verwurzelt im Osten. Es hat die deutsche Einheit mit Erwartungen überfrachtet, die enttäuscht werden mussten. Daher der Ausdruck „Jammerossi“. Gejammert wird aber zumeist in Hörweite Westdeutscher, die diesen Schaukampf womöglich noch anheizen durch die Ermahnung, die Ostdeutschen sollten dankbar sein – und zwar möglichst ihnen, den Westdeutschen. Aber die Einforderung von Dankbarkeit ruiniert jede Beziehung. Die Besatzungszonen sind 1945 nicht nach Verdienst vergeben worden. Und die Transformationslasten haben vor allem die Ostdeutschen schultern müssen. Im Übrigen ist der ostdeutsche Wohlstandszuwachs der vergangenen 30 Jahre erheblich. Die durchschnittlichen Haushaltseinkommen stiegen in den neuen Ländern real von circa 40 Prozent des westdeutschen Niveaus auf etwa 85 Prozent.

Es ist wohl unvermeidlich, dass die Ostdeutschen sich mit den Westdeutschen vergleichen. Aber angemessener wäre der Vergleich mit den anderen rund 20 ehemaligen sozialistischen Ländern, die ebenfalls die Transformation von der Diktatur zu einer neuen politischen Ordnung und von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft absolvieren mussten. Dieser Vergleich ergibt durchaus Erfreuliches für die Ostdeutschen. Alle ehemals sozialistischen Staaten hatten erhebliche Staatsschulden angehäuft und sie oft durch Inflation abgetragen. In Polen wurde die Inflation 1995 beendet, indem 10.000 alte Zloty (PLZ) in einen neuen Zloty (PLN) umgetauscht wurden. Das hieß: Die Sparguthaben schmolzen hin, während Sachwerte (Immobilien) ihren Wert behielten – eine große Ungerechtigkeit.

Dergleichen blieb den Ostdeutschen durch die Währungsunion erspart, die durch einen Kurs 1:1 beziehungsweise 1:2 erfolgte. Schließlich wurde durch die Vereinigung Ostdeutschland EU-Mitglied, und zwar ohne schmerzliche Angleichungsprozesse. Und durch die Treuhandanstalt wurde vermieden, dass das „Volkseigentum“ durch Oligarchen privatisiert wurde. Die durch westliche Aufbauhelfer schnell installierte neue Verwaltung hat die Phase des postrevolutionären Chaos enorm verkürzt und die Ausbreitung von Korruption durch alte Seilschaften weitestgehend verhindert.

Petra Köpping, Sozialministerin in Sachsen, hat behauptet, wenn mehr Ostdeutsche an der Transformation beteiligt worden wären, wäre ein besseres Ergebnis zustande gekommen. Denn Ostdeutsche sind offenbar immer selbstlos und gerecht. Das lässt sich plausibel widerlegen. Die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) sind vorwiegend ohne westliche Beteiligung transformiert worden, weil sie Genossenschaften waren und nicht Volkseigentum. Kaum eine wurde rechtlich sauber transformiert. Die Modrow-Treuhand bestand ausschließlich aus DDR-Ökonomen und hat kein einziges Unternehmen weltmarktfähig gemacht. Deshalb hat ja die Volkskammer am 17. Juni 1990 ein neues Treuhandgesetz beschlossen. Und in Russland, auch in der Ukraine, hat das gutgemeinte Konzept der Privatisierung durch Anteilsscheine für die Bevölkerung zum Superreichtum der Oligarchen geführt und die Korruption befördert.

„Angst hattet ihr trotzdem vor der Stasi“

Manche sagen heute: „So schlimm war das mit der Stasi gar nicht. Ich hatte mit ihr nie zu tun.“ Das mag sein. Aber angeben würde ich damit heute lieber nicht. Und Angst hattet ihr trotzdem vor der Stasi.

Das Schild und Schwert der Partei war besiegt. War damit auch die SED entmachtet? (© wir-waren-so-frei.de / Jan Kornas)

An die Defizite der Repräsentation Ostdeutscher in den Eliten haben manche Kommentatoren große Befürchtungen geknüpft. Daraus, so hieß es, könnten separatistische Tendenzen erwachsen und eine Ablehnung der Demokratie. Separatistische Tendenzen spielen im reichen Norden Italiens eine Rolle, nicht aber im armen Süden. Es gibt absolut keine ostdeutschen separatistischen Tendenzen, und die Ostdeutschen wissen auch, warum nicht.

Was nun die Demokratie betrifft, so gibt es im Osten gar keine ausdrückliche Ablehnung „der Demokratie“, sondern den Vorwurf: „Was wir jetzt haben, ist doch gar keine richtige Demokratie, denn wir werden ja nicht gefragt.“ Es geht nicht um Ablehnung der Demokratie, sondern um einen verdeckten Streit darum, was die Demokratie ausmacht. In den westlichen Medien aber werden Umfrageerfolge der AfD als Ablehnung der Demokratie missdeutet, worüber AfD-Mitglieder beleidigt sind. Deshalb wird angesichts der Erfolge der AfD gefordert, die DDR-Forschung zu stärken. Nach dem Grundsatz von Roland Jahn: „Je besser wir Diktatur verstehen, umso besser können wir Demokratie gestalten.“ Das ist, kurz gesagt, Unfug.

Man kann nicht die Demokratie dadurch attraktiver machen, indem man die Diktatur schwarz in schwarz zeichnet. Dagegen steht immer auch die persönliche Erfahrung schöner Erlebnisse in der DDR. Man muss stattdessen die Auseinandersetzung um das angemessene Demokratieverständnis führen! Die repräsentative muss gegen die plebiszitär-populistische direkte Demokratie verteidigt werden. Immanuel Kant hat die Demokratie zu den despotischen Staatsformen gerechnet, weil er unter Demokratie das reine Mehrheitsprinzip verstand. Wenn tatsächlich uneingeschränkt gälte, was die Mehrheit beschließt, dann wären etwa auch Rassengesetze legal. Erst mehrheitenfeste Grundrechte und die Gewaltenteilung haben die Demokratie zur erstrebenswerten Staatsform gemacht. Dass der Angriff auf die Demokratie unter der Losung „Mehr Demokratie“ erfolgt, darauf hat sich die politische Bildung noch nicht eingestellt.

In der Demokratie der Bundesrepublik nicht angekommen? Bauernprotest am 8. Januar 2024 vor dem Brandenburger Tor... mit DDR-Fahne. (© bpb / Holger Kulick)

Die geringe Repräsentation Ostdeutscher in den Eliten ist ein Missstand. Wie ist es dazu gekommen? In den ersten Jahren der Vereinigung wurden Westdeutsche in den Osten gerufen und auch geschickt. Unternehmer sollten Kapital und Knowhow mitbringen. Für sie wurden Gewerbegebiete geschaffen, die oft zu groß waren. Man verspottete sie als „beleuchtete Wiesen“ statt der versprochenen blühenden Landschaften. Und es kamen, teils auf Zeit, teils auf Dauer, Aufbauhelfer; bis 1995 etwa 35.000. Sie haben geholfen, die postrevolutionäre Phase des „wilden Ostens“ zu verkürzen und schnell eine funktionierende Verwaltung aufzubauen. Die Justiz konnte schnell Fuß fassen und hat das aus der DDR geerbte Misstrauen gegenüber der Justiz bald verschwinden lassen.

Für den Aufbau der neuen Verwaltung haben westdeutsche Helfer, Verwaltungsleute aus der DDR und ostdeutsche Neueinsteiger zusammengewirkt, und, wie es scheint, reibungsarm. Untersuchungen dazu stehen noch aus. Von häufigen Ost-West-Konflikten auf diesem Gebiet wurde aber nichts bekannt. Es hat sich bald der Ausdruck „Besserwessi“ eingebürgert, mit dem aber nicht Ablehnung oder Aggressivität zum Ausdruck kam, sondern Kritik an Besserwisserei. Manche Westdeutsche waren gern bereit, uns die DDR zu erklären, als hätten sie und nicht wir die DDR erlebt. So etwas nervt. Die Defizite ostdeutscher Präsenz in den Eliten sind aber nicht mit der Erfahrung von Fremdbestimmung durch Westdeutsche verbunden. Es gab keine markante Ablehnung von westdeutschen Aufbauhelfern. Mir ist aufgefallen, dass sie sich mitunter öfter als Einheimische für Gemeinwohlbelange wie Bürgerinitiativen einsetzen und deshalb oft als Bereicherung empfunden werden.

Dürfen oder wollen Ostdeutsche nicht in die Eliten aufsteigen? Verlässliche Untersuchungen dazu gibt es meines Wissens nicht. Aber aus der DDR haben Ostdeutsche eine gewisse Karrierescheu mitgebracht. In die DDR-Elite wurde man ja von der Partei erwählt, auch wenn man ihr gar nicht angehörte. Und manche Fachleute haben Führungspositionen in diesem dysfunktionalen System gar nicht erst angestrebt. Die Leipziger Studie verweist auf die Millionen, die ab 1945 und wieder von 1989 an in den Westen gegangen sind. Im vereinigten Deutschland verfügten Ostdeutsche aber nicht über funktionierende Netzwerke. Und schließlich: Ein Fünftel kam zu vier Fünfteln. Es wird also für attraktive Posten rechnerisch viermal so viele Westbewerber wie Ostbewerber geben.

Im Dezember 2021 floss das Elitenproblem im Osten sogar auf Seite 130 des rot-grün-gelben Koalitionsvertrags ein – mit dem Ziel verbesserter "Repräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen und Entscheidungsgremien". Außerdem in Planung ein "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation", das voraussichtlich 2028 in Halle eingeweiht werden soll. Fast 40 Jahre nach dem Mauerfall... (© bpb/Kulick)

In solchen Situationen wird dann regelmäßig der Vorschlag einer Quote formuliert. Für öffentliche Ämter hat das das Grundgesetz jedoch ausgeschlossen: „Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amt“, heißt es in Artikel 33 Absatz 2 des Grundgesetzes. Damit sind Benachteiligungen, aber auch Bevorzugungen aufgrund der landsmannschaftlichen Herkunft verboten. Fachliche Eignung entscheidet, nicht Herkunft. Es bleibt also nur, Ostdeutsche zu ermuntern, sich zu bewerben, bis die Zeit das Problem gelöst hat. Und dies ist zunehmend der Fall.

Zitierweise: Richard Schröder, „Wer beherrscht den Osten?", in: Deutschland Archiv, 05.01.2024 Link: www.bpb.de/544237. Die Erstveröffentlichung einer kürzeren Fassung erfolgte am 27.12.2023 in der Externer Link: FAZ. Alle Beiträge im Deutschland Archiv sind Recherchen und Sichtweisen der jeweiligen Autoren und Autorinnen, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar. (hk)

Hier weitere Diskussionsbeiträge im Deutschland Archiv zum Thema der Interner Link: inneren Einheit und zur Interner Link: Elitendebatte im Osten.

Fussnoten

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Richard Schröder, Dr. theol. habil., geh. 1943; Studium der Theologie und Philosophie an den Kirchlichen Hochschulen in Naumburg und Berlin; Hochschullehrer an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität. Veröffentlichungen u. a.: Denken im Zwielicht. Vorträge und Aufsätze aus der Alten DDR, Tübingen 1990 / Deutschland schwierig Vaterland. Freiburg 1993 / Die wichtigsten Irrtümer über die deutsche Einheit. Freiburg 2007 / mit Karl-Heinz Paqué: Gespaltene Nation? - Einspruch! : 30 Jahre Deutsche Einheit, Basel 2020.