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Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig

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Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? 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Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? 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Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig

Stefanie Endlich

/ 14 Minuten zu lesen

Zwei Denkmalsvorhaben wurden auf den Weg gebracht, die an die "Friedliche Revolution" erinnern sollen. Das Berliner Projekt steht kurz vor der Realisierung, das Leipziger wird als gescheitert bewertet und zunächst nicht weiter verfolgt. Der Beitrag informiert über die unterschiedlichen Zielsetzungen, zeichnet die Entstehungsgeschichte der beiden Vorhaben und ihre jeweiligen Standortbedingungen nach, beschreibt die von den Jurys ausgewählten Entwürfe und macht den Versuch, den Stand der Dinge im Oktober 2015 einzuschätzen.

Entwurf des Freiheits- und Einheitsdenkmals "Bürger in Bewegung" in Berlin: Perspektivische Ansicht vom Schloss (von Norden) aus betrachtet (© Milla & Partner)

1. Sinn und Bedeutung

Die Widmungen

Bei beiden Vorhaben handelt es sich nicht um kleinere, dezentrale und kommunal oder privat finanzierte Unternehmungen mit speziellen, auf konkrete Orte und Einzelereignisse bezogenen Widmungen. Hier geht es vielmehr um zentrale Projekte des nationalen Gedenkens, durch Bundestagsbeschlüsse bekräftigt. Damit wurde ihnen eine umfassende gesellschaftliche und symbolische Bedeutung zugewiesen. Sie sollen zeigen, wie die Bundesrepublik mit der Erinnerung an Mauerfall und Wiedervereinigung umgeht, welches Selbstverständnis diesen Umgang bestimmt und welche Sicht auf das Geschehen ihm zugrunde liegt.

Eine gelungene demokratische Revolution hatte es in der deutschen Geschichte zuvor noch nicht gegeben. Die Erinnerungskultur hatte sich in der Nachkriegszeit in beiden deutschen Staaten auf die Opfer des Nationalsozialismus konzentriert, in der DDR bereits früher, in der Bundesrepublik seit den 1980er Jahren. Auch in der Zeit nach dem Mauerfall standen zunächst NS-Verbrechen und Völkermord im Zentrum. Nun sollte, wie es die Initiatoren der Idee für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal formulierten, die "gelungene Seite unserer Geschichte" stärkere Beachtung finden und im öffentlichen Raum ins Blickfeld geholt werden. Mit der Erinnerung an die "Friedliche Revolution" wollten sie einen Beitrag zur positiven Traditionsbildung und zur Identitätsstärkung der Bürgerinnen und Bürger leisten.

Auf der Folie dieser allgemeinen Zielsetzung entwickelte sich für Berlin und Leipzig jedoch ein jeweils unterschiedlicher Bezugsrahmen. Die Auslobung für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal stellte die Montagsdemonstration als Beginn der Friedlichen Revolution in den Mittelpunkt. Als zentrale "Botschaft des Denkmals" sollte der Mut der demonstrierenden Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden, die "urdemokratische Tatsache, dass das Volk sich selbst zum Akteur seiner Geschickte erhebt und zugleich die Friedfertigkeit zum Handlungsmuster erklärt". Beim Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal hingegen sollte laut Auslobung besonderer Nachdruck auf die "Wiedergewinnung der staatlichen Einheit Deutschlands" gelegt werden.

Vorgeschichte und inhaltliche Weichenstellungen

Wesentliche Unterschiede zwischen beiden Denkmalprojekten zeigen sich auch in der Art und Weise, wie das Denkmalsanliegen von Politik und Öffentlichkeit aufgenommen und konkretisiert wurde. In Berlin war der Anstoß von der "Initiative Denkmal Deutsche Einheit" gekommen, die im Blick auf den zehnten Jahrestag des Mauerfalls von den Parlamentariern Lothar de Maizière und Günter Nooke gemeinsam mit dem Stadtplaner Florian Mausbach und dem Journalisten Jürgen Engert gegründet worden war. Bereits in ihrem ersten Aufruf 1998 sah diese Vierergruppe als Standort den Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. vor. Trotz der Unterstützung prominenter Persönlichkeiten war die öffentliche Resonanz auf ihren Denkmalvorschlag allerdings gering. Ihr Antrag scheiterte 2000 im Bundestag und ebenso im folgenden Jahr. Unter veränderten politischen Konstellationen fand er schließlich am 9. November 2007 als gemeinsamer Vorschlag von CDU/CSU und SPD eine parlamentarische Mehrheit. Die Festlegung auf den historischen Sockel erfolgte kurz darauf in dem vom Staatsminister für Kultur und Medien verantworteten und 2008 ebenfalls im Bundestag verabschiedeten Denkmalkonzept, mit dem das Projekt auch in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes aufgenommen wurde. Mit der Bewilligung von 15 Millionen Euro konnte der offene Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Aufschlussreich für das Berliner Projekt ist, dass auch im Kontext der politischen Entscheidung relativ wenige öffentliche Debatten geführt wurden. Kontroversen bezogen sich erstens auf das Pro und Kontra der Denkmalsetzung selbst, zweitens auf die im Titel beschworene, von vielen jedoch als problematisch erachtete Koppelung von Freiheits- und Einheitsbestrebungen, drittens auf die Sorge, das Projekt könnte die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes schmälern, und viertens auf die Standortfrage, die auch bei den öffentlichen Veranstaltungen und in den Medien den größten Raum einnahm. Als Alternativen zum Sockel des Nationaldenkmals wurden der Platz vor dem Reichstagsgebäude und, mit besonderem Nachdruck, der Alexanderplatz vorgeschlagen, auf dem die legendäre Abschlusskundgebung der großen Demonstration vom 4. November 1989 stattgefunden hatte. Von Seiten der Politik wie auch der Initiative, die mittlerweile in der Deutschen Gesellschaft e.V. eine organisatorische Basis gefunden hatte, wurde allerdings keine dieser Alternativen weiter verfolgt. Viele Stimmen wiesen auch darauf hin, dass das Brandenburger Tor das schönste Symbol für Freiheit und Wiedervereinigung sei und von keinem artifiziellen Denkmal übertroffen werden könne.

Den politischen Beschluss für ein Denkmal in Leipzig traf der Bundestag im Dezember 2008. Der Bund stellt hierfür fünf Millionen, der Freistaat Sachsen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Im Gegensatz zu dem Berliner Denkmalsvorhaben, das zwar öffentlich kommuniziert, dessen Prämissen jedoch vor allem auf politischer Ebene verhandelt wurden, setzte die Stadt Leipzig von Anfang an auf breite Bürgerbeteiligung bei allen konzeptionellen Fragen. Der Stadtrat leitete ein umfassendes dialogisches "Werkstattverfahren" ein, bestehend aus einer Bürgerumfrage, einer Jugend- und einer Expertenwerkstatt sowie einem Bürgerforum. Auf allen diesen Ebenen wurden die inhaltliche und die künstlerische Zielsetzung diskutiert und präzisiert. Nachdem dabei der Augustusplatz und der Wilhelm-Leuschner-Platz als Favoriten hervorgegangen waren, schloss sich eine Werkstattphase an, in der insbesondere die Kriterien der Standortwahl mit großem Engagement diskutiert wurden. Jugendwerkstatt und Expertengremium entschieden sich für den Wilhelm-Leuschner-Platz, weil er, so die Überzeugung, im Prozess seiner eigenen stadträumlichen Neuplanung dem zukünftigen Denkmal die besten Entfaltungsmöglichkeiten bieten würde.

Die Standorte

Das Stadtschloss in Berlin mit Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelms I., aufgenommen um 1910 (© picture alliance / akg-images )

Die Standorte für die geplanten Denkmäler könnten unterschiedlicher kaum sein. In Berlin ist der Sockel des Nationaldenkmals der beschlossene Standort. Das gewaltige Denkmal für Kaiser Wilhelm I. am Westrand der historischen Schlossfreiheit war 1897 eingeweiht und 1950 im Zusammenhang mit der Sprengung des Stadtschlosses abgerissen worden. Wie zahlreiche andere monumentale Denkmäler im Deutschen Reich, zum Beispiel am Kyffhäuser und am Deutschen Eck, verherrlichte es den "Reichsgründer", den Kaiser der "Deutschen Einheit", in kultischer Überhöhung und verkörperte die pompöse Seite des militärischen Wilhelminismus. Der für das Leipziger Projekt schließlich ausgewählte Wilhelm-Leuschner-Platz, 1945 so benannt nach dem von den Nationalsozialisten hingerichteten sozialdemokratischen Widerstandskämpfer, war eine weite, leere Fläche südlich des Promenadenrings. Das geplante Denkmal sollte nicht nur in die lange geplante Neugestaltung des Platzes einbezogen werden, sondern als räumlich bestimmender Angelpunkt den zukünftigen "Platz der Friedlichen Revolution" definieren. Als zukünftig hoch frequentierter Verkehrsknotenpunkt würde der Platz die kommunikativen Aspekte des geplanten Denkmals verstärken. Der Augustusplatz hingegen, obwohl enger mit den großen Kundgebungen und Montagsdemonstrationen verbunden, wurde verworfen, weil er bereits mit Baulichkeiten, Brunnen, Erinnerungszeichen gestaltet und mit Bedeutungen überladen ist.

Berlin – Imperiale Symbolik und Freiheitsdenkmal

Das Areal mit Sockelbauwerk in Berlin, auf dem das Freiheits- und Einheitsdenkmal entstehen soll, aufgenommen im Mai 2009 (© picture-alliance/ ZB, Foto: Arno Burgi)

Beiden Standorten gemeinsam ist, dass sie sich in einem tief greifenden städtebaulichen Wandlungsprozess befinden. In Berlin entsteht auf dem Areal des einstigen Stadtschlosses ein Neubau in Grundriss und Höhenmaßen des Hohenzollernschlosses. Er soll das Bild der preußischen Hohenzollernresidenz in idealisierter Form wiederherstellen. Die Idee, die zerstörte historische Stadtmitte nicht durch zeitgemäße Architektur, sondern durch eine idealisierte Rekonstruktion des Hohenzollernschlosses zu "heilen", war von Anfang an und ist noch heute, kurz vor der Fertigstellung, stark umstritten. Das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal wird sich in einem Umfeld behaupten müssen, das im 20. Jahrhundert extremen Zerstörungsprozessen unterworfen war, insbesondere durch die programmatische Sprengung des Stadtschlosses, an dessen Stelle ein sozialistischer Aufmarschplatz entstand. Für die geplante Schlossrekonstruktion zum Beginn des 21. Jahrhunderts wiederum wurde der 1976 auf dem östlichen Teil des Schlossplatzes errichtete Palast der Republik abgerissen, der für die Identität der DDR einen hohen Symbolwert besaß und für dessen Erhalt mit kultureller Nutzung sich Bürgergruppen eingesetzt hatten. Das 1950 im Zuge des Schlossabrisses demontierte monumentale Nationaldenkmal des Bildhauers Reinhold Begas für Kaiser Wilhelm I. wiederum, mit Reiterstandbild, allegorischem Figurenschmuck und Kolonnaden-Fassung, hat eine eigene Geschichte. Erwähnt seien die engen ideologischen Bezüge des Denkmals zum Schloss und die damit verbundenen nationalen und imperialen Mythenbildungen. Das in den Spreearm hinein gebaute Sockelbauwerk des Nationaldenkmals schließlich, im Gegensatz zur restaurativen Ästhetik des Standbilds ein innovatives Meisterwerk der damaligen Ingenieurskunst, hatte den Denkmalsturz überdauert. Es war 1950 als Standort für ein antifaschistisches Mahnmal vorgesehen und in den Jahren 1965 bis 1973 für ein riesiges Marx-Engels-Denkmal; beide Planungen wurden nicht realisiert.

Die Festlegung des Sockels als Standort für das Freiheits- und Einheitsdenkmal führte daher unvermeidlich zu Überlegungen, wie der gesuchte Entwurf sich zu der vielschichtigen Vergangenheit des Nationaldenkmals, zur geplanten Schloss-Rekonstruktion und zur historisierenden Prägung des umgebenden Stadtraums verhalten sollte. Welchen Einfluss würde die durch die wilhelminische Kolonnaden-Architektur entstandene Grundriss-Form des Sockels auf das Motiv des Denkmals haben? Wie könnte das Verhältnis zwischen dem zukünftigen Denkmal und dem übermächtigen Gegenüber der rekonstruierten Schlossfassade definiert werden, speziell im Blick auf den achsensymmetrischen Bezug zwischen Sockel und Eosanderportal, dem zukünftigen Haupteingang? Welche historischen Reminiszenzen, welche Brüche könnten thematisiert werden? Wie würde sich das Denkmal im Spannungsfeld zwischen der barocken Fassadengestaltung und der mit großen Mühen gefundenen Nutzung der Schloss-Replik als Humboldtforum positionieren? Die Berliner Wettbewerbsaufgabe definierte eine im Umriss genau festgelegte Fläche von 2700 Quadratmetern.

Leipzig – "Tabula Rasa" nur auf den ersten Blick

Der Wilhelm-Leuschner-Platz (Vordergrund) als zukünftiger Platz für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal im Juli 2013 (© picture alliance / dpa )

Demgegenüber trafen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Leipziger Wettbewerbs auf eine etwa 20.000 Quadratmeter große Platzfläche, die im Vergleich zur Berliner Situation fast wie eine Tabula Rasa erscheinen mochte. Natürlich täuscht dieser Eindruck. Der Wilhelm-Leuschner-Platz hat eine lange, traditionsreiche Geschichte. Er entstand Mitte des 18. Jahrhunderts als repräsentative vorstädtische Platzanlage im Zusammenhang mit der Umwandlung des Festungsgrabens in eine Grünanlage – in jenen Promenadenring, der bei der Friedlichen Revolution zum Schauplatz der Massendemonstrationen werden sollte. Zunächst als "Esplanade", dann als "Königsplatz" war er von großbürgerlichen Wohn- und Geschäftshäusern eingefasst, zeitweise von Messehallen überbaut und entwickelte sich durch Marktgeschehen und Freizeitangebote zu einem belebten und beliebten Stadtplatz.

Aufgrund schwerer Kriegszerstörungen sind weder die historische Platzrandbebauung noch die städtebauliche Figuration erhalten geblieben. Nur das im 19. Jahrhundert erbaute Grassi-Museum blieb verschont und beherbergt heute die Stadtbibliothek. Als städtische Brache wies der Wilhelm-Leuschner-Platz somit manche visuellen Parallelen zum Berliner-Schloss-Areal der Nachkriegszeit auf. Die mit provisorischen Nutzungen verbundene stadträumliche Marginalisierung des Wilhelm-Leuschner-Platzes unterscheidet sich allerdings wesentlich von den emotional geführten Zentralitäts-Debatten und Identifikations-Ideen, welche die Planungen für den Berliner Standort seit Mitte der 1990er Jahre bis hin zur gegenwärtigen Schlossrekonstruktion begleitet haben. Ein weiterer Unterschied betrifft den historischen Charakter der beiden Standorte. Der Leipziger Königsplatz stellte sich in Erscheinungsform und Nutzung gewissermaßen als Manifestation des bürgerlichen Selbstbewusstseins dar. Das Berliner Schloss-Areal hingegen war bis zum Ende der Monarchie der obrigkeitsstaatliche Kontrapunkt zum großbürgerlich geprägten Pariser Platz am anderen Ende des Boulevards Unter den Linden.

Sichtachsen und Motive

In Berlin muss derzeit das geplante Humboldtforum, das Sammlungen und "Wissensarchive" der Staatlichen Museen und der Humboldt-Universität sowie die Ausstellung "Welt.Stadt.Berlin" präsentieren soll, eingepasst werden in die bauliche Hülle der Stadtschloss-Rekonstruktion, für deren Nutzung man es überhaupt erst erfunden hatte. Auch die Entwürfe für das Freiheits- und Einheitsdenkmal mussten sich vor allem mit dem abgezirkelten Sockel-Grundriss des Nationaldenkmals und mit dem dominierenden physischen Gegenüber des Schlossportals auseinandersetzen, sich ganz oder partiell einfügen oder vielleicht auch interessante Verweigerungs-Strategien entwickeln.

In Leipzig hingegen mündete die Suche nach einem neuen Bürgerplatz auf offene Weise in die Denkmalsaufgabe. Historische Motive fanden nicht als formale Vorgaben Eingang, sondern als gedankliche Aspekte zur Vernetzung von Vergangenheit und Zukunft. Ein Beispiel ist die Idee, die existierende Sichtbeziehung entlang der städtebaulichen Achse zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Völkerschlachtdenkmal zu reflektieren und das Freiheits- und Einheitsdenkmal auch als inhaltlichen Gegenpol zu diesem größten Kriegerdenkmal Europas zu deuten. Zukunftsorientierung war für das Leipziger Projekt nicht nur ein wesentliches Ziel bei der künstlerischen Aufgabenstellung, sondern auch für den Umgang mit dem Standort. Der Masterplan von 2005 zur Wiederherstellung des engeren historischen Platz-Ovals wurde zurückgestellt, stattdessen war nun fast die gesamte Platzfläche für das Denkmalprojekt verfügbar. Anhand der Entwürfe stellt sich im Rückblick die Frage, ob die große Flächendimension und die Freiheit, sich für eine ausgedehnte Lösung oder für eine konzentrierte zu entscheiden, die Künstlerinnen und Künstler wirklich beflügelt oder nicht eher gelähmt hat.

2. Die Entwürfe – und was aus ihnen geworden ist

Berlin – ein enger Rahmen

Nachtansicht des Entwurfs - Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin vom Schinkelplatz aus betrachtet (© Milla & Partner)

Für das Berliner Denkmal gab es zwei Wettbewerbe. Der erste, offene Ideenwettbewerb 2008/2009 wurde abgebrochen, weil die Jury nicht, wie in der Auslobung vorgesehen, bereit war, aus den eingereichten 533 Entwürfen etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine zweite Bearbeitungsstufe auszuwählen. Stattdessen gab es einen zweiten, engeren Wettbewerb mit einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren. Die zweite Jury vergab drei gleichrangige Preise; nach einer Überarbeitungsphase entschied sich der Auslober für den Entwurf von Milla & Partner mit der Choreografin Sasha Waltz.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Berliner Wettbewerbe haben ihre Denkmalsidee in die historische Grundrissform des Sockelplateaus eingepasst und sich darüber hinaus Gedanken gemacht zur Restaurierung oder Neugestaltung des Bodens, zur Einbeziehung der Freitreppe und zur Nutzung des unterirdischen Sockelgewölbes als eventuellen Ausstellungsbereich. Viele entwickelten Ideen zur artifiziellen Markierung oder Nachzeichnung der verschwundenen Denkmalsanlage mit Sockel und Kolonnaden-Architektur, manche entwarfen eine verfremdete oder ironische Nachbildung des majestätischen Reiterstandbilds. Viele griffen das achsensymmetrische Gegenüber von Sockelfigur und Schlossfassade auf, indem sie es für den eigenen Entwurf entweder verstärkten oder auch formal konterkarierten. Nur wenige der Berliner Entwürfe griffen in den Stadtraum über oder wandten sich absichtsvoll von der Schlossfassade ab. Viele nahmen die erklärte Umwidmung – vom autokratischen Herrscher zum „Volk als Souverän“ – zum Anlass, auf dem Sockelplateau eine Menschenmenge darzustellen, die demonstriert, feiert, entspannt flaniert, lustvoll diskutiert oder ihre eigene Sicht auf die Geschichte selbstbewusst zur Schau stellt. Eine Gesamtbetrachtung legt die Schlussfolgerung nahe, dass die formalen wie auch die inhaltlichen Vorgaben des Standortes der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Denkmalsthema einen engen Rahmen gesetzt haben. Der Eindruck entsteht, dass ein Großteil Kreativität darauf verwendet wurde, die Vorgaben zu erfüllen oder sich mit großen Anstrengungen gegen sie zu behaupten.

Der Entwurf für das Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal aus der Vogelperspektive (© Milla & Partner)

Mit ihrem Entwurf "Bürger in Bewegung" schlug das Architektenteam Milla & Partner mit Sasha Waltz eine begehbare, bespielbare und durch Gewichtsverlagerung bewegbare goldene Schale vor. Sie nimmt die Form des historischen Denkmalsplateaus auf und verwandelt dieses gewissermaßen in ein nach oben gebogenes Großobjekt: "Der Umriss des Denkmals scheint aus dem Sockel herausgelöst und durch die gemeinsame Kraft der Demonstranten […] in eine optimistische Zukunft empor gestemmt." Die Wölbung der Schale soll eine Art Bühne bilden. In großen goldfarbenen Lettern sind auf ihr "die beiden Schlüsselsätze der friedlichen Revolution" angebracht: "Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk". Besuchergruppen können sich absprechen und die goldene Schale wie eine Wippe in Richtung der einen oder anderen Seite zur Neigung bringen: "Einheit macht stark". Vielleicht hat man sich für diesen Entwurf entschieden, weil er besonders deutlich dem erklärten Wunsch der Politiker und Denkmals-Initiatoren nach einem "Denkmal der Freude" entspricht: Es soll das Glück des historischen Momentes zum Ausdruck bringen, gewissermaßen auf Dauer festhalten und immer wieder reproduzieren.

Leipzig – eine (zu) große Chance?

Freiheits- und Einheitsdenkmal Leipzig: Aufsicht des Siegerentwurfs (© M+M, München/ANNABAU, Berlin, Copyright für die abgebildeten Werke von M+M: VG Bild-Kunst, Bonn)

In Leipzig übernahm die Stadt die Betreuung des Wettbewerbs und entschied sich 2011 für einen nichtoffenen Wettbewerb mit einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren. Thematisch war die Auslobung fokussiert auf die Leipziger Montagsdemonstrationen mit dem "Zug der 70.000 um den Promenadenring" vom 9. Oktober 1989, der eine Schlüsselbedeutung für die "Friedliche Demonstration" insgesamt hatte. Im Gegensatz zur Berliner Situation konnten sich die Entwürfe auf der angebotenen großen Platzfläche relativ autonom entfalten. Nur vier der 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzichteten auf eine Platzgestaltung und beschränkten sich auf ein Einzelobjekt. Das Spektrum der Entwürfe reichte von symbolhaften Großformen, begehbaren Rauminstallationen und schriftkünstlerischen Gestaltungen über baukünstlerische Entwürfe für Dokumentation und Vermittlung und landschaftsgestalterische Ideen bis hin zu Vorschlägen für partizipatorische Projekte und Eigenaktivitäten.

Insgesamt wurde deutlich, dass bei der Bewältigung der großen Dimension die künstlerische und die architektonische Gestaltung oft nicht das gleiche Niveau erreichten. Die Verfügbarkeit des gesamten Platzes, bei der Aufgabenstellung als besondere Chance betrachtet, war wohl für manche eher ein Hindernis, da sie dieses Angebot, zusammen mit dem mehrfach formulierten Wunsch nach einem „Stadtzeichen“, zu groß dimensionierten Lösungen herausforderte, die ihrer eigentlichen Arbeitsweise nicht wirklich entsprachen. Im Vergleich zum Berliner Projekt kann man allerdings den Eindruck gewinnen, dass hier innovative und konzeptuelle Entwürfe sowie Angebote zur Bürgerbeteiligung weitaus stärker vertreten waren. Vermutlich ist dies nicht nur auf die besonderen Merkmale des großen, unbebauten Standortes zurückzuführen, sondern ist auch Ergebnis der inhaltlichen Aufgabe und der engagierten Bürgerbeteiligung. Anknüpfend an die Kriterien aus der Werkstattphase wurde nach Entwürfen gesucht, die dazu beitragen können, die "Erfahrungen aus der Friedlichen Revolution von der Vergangenheit ins Heute und in die Zukunft zu überführen".

Freiheits- und Einheitsdenkmal Leipzig: Ansicht des Siegerentwurfs nach Südosten (© M+M, München/ANNABAU, Berlin)

Der von der Jury befürwortete Entwurf "Siebzigtausend" des Münchner Teams "M+M" – Marc Weis und Martin de Mattia, mit dem Büro Anabau Architektur und Landschaft – verwandelt den Wilhelm-Leuschner-Platz in ein geometrisches Farbenfeld. Auf 70.000 bunten Keramikplatten sind ebenso viele farbgleiche Hocker-Objekte verteilt, die während und nach der Denkmalseinweihung mitgenommen werden können. Angeboten werden viele assoziative Bezüge, so mit der Vielfalt der Farben (bunte Menschenmenge von protestierenden Individuen), mit der Geometrie des Farbfeldes zu den Montagsdemonstrationen ("in geordneten Bahnen"), zur Redefreiheit (Hocker als "Podest") und zur Botschaft, die (mit den "Hockern") in die Welt getragen werden soll.

3. Stand der Dinge im Oktober 2015

In Leipzig wurde der von Anfang an geführte Bürgerdialog auch nach der Wettbewerbsentscheidung weitergeführt. Dass dabei der erste Preis wie auch die meisten anderen Entwürfe kontroverse Reaktionen, überwiegend allerdings heftige Ablehnung erfahren haben, hängt vermutlich nicht zuletzt mit ihren unkonventionellen Ansätzen zusammen, die traditionellen Denkmalserwartungen nicht entsprachen. Vor allem der spielerische Ansatz des preisgekrönten Entwurfs "Siebzigtausend" verärgerte viele, die sich bei den Montagsdemonstrationen engagiert hatten. Eine "Weiterentwicklungsphase", in der ein engeres Beratungsgremium die überarbeiteten ersten drei Entwürfe nochmals bewertete und den dritten Preis nach vorn holte, wurde gerichtlich angefochten. Der Stadtrat, der keinem der prämierten Entwürfe eine Mehrheit geben mochte, beschloss daraufhin im Sommer 2014, nicht nochmals die Jury zusammenzurufen, sondern eine "Atempause" einzulegen. "Zugleich haben die Stadträte ihren früheren Beschluss zum Ort des Denkmals aufgehoben: Eine künftige Erinnerung an den Herbst 1989 muss nun nicht mehr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz realisiert werden." Wie es weitergeht und ob überhaupt noch einmal ein neuer Anlauf für ein Freiheitsdenkmal in Leipzig unternommen wird, ist derzeit vollkommen offen.

In Berlin ist die Realisierung von "Bürger in Bewegung" beschlossene Sache. Nach heftigen Differenzen in der Ausarbeitungsphase, vor allem um das ästhetische Erscheinungsbild der goldenen Schale, verabschiedete sich Sasha Waltz von dem Projekt; den Entwurf verantwortet nun allein der Architekt Johannes Milla. Enorme Schwierigkeiten bei der Umsetzung sind offensichtlich überwunden, wenn auch nicht ohne Blessuren: der Umgang mit dem Sockelbauwerk und seinem eigentlich denkmalgeschützten Gewölbe, das nun riesige Lasten tragen muss; der Schutz der noch erhaltenen wilhelminischen Mosaiken, deren Ausstellung an einem anderen Ort schließlich vereinbart wurde; die Herrichtung von Barrierefreiheit zumindest für den inneren Bereich der "Wippe"; die Umsiedlung einer im Sockelgewölbe beheimateten seltenen Kolonie von Wasserfledermäusen. Nicht beendet ist hingegen die kritische Auseinandersetzung in den Medien mit dem künstlerischen Konzept selbst und mit der von vielen als fragwürdig oder platt empfundenen Symbolik der "Wippe". Baubeginn soll 2016 sein. Die Einweihung ist für 2017 angepeilt.

Zitierweise: Stefanie Endlich, Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig, in: Deutschland Archiv, 29.10.2015, Link: www.bpb.de/214274

Fussnoten

Fußnoten

  1. "Eine Nation braucht Erinnerung – auch an ihre Erfolge", so der Urkunden-Text zum Nationalpreis der deutschen Nationalstiftung, die den Initiatoren des Freiheits- und Einheitsdenkmals verliehen wurde; siehe auch: Elisabeth Binder, Ausgezeichnete Idee: "Nationalpreis" für Initiatoren von Einheitsdenkmal. In: Der Tagesspiegel, 18.6.2008.

  2. Auslobung zum Wettbewerb für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal, Leipzig 2012, Wettbewerbsaufgabe, S. 58.

  3. Auslobung zum Gestaltungswettbewerb für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin 2008, 1. Stufe, Gegenstand des Wettbewerbs, S. 6.

  4. Dietmar Arnold, Ingmar Arnold, Schlossfreiheit. Vor den Toren des Stadtschlosses, Berlin 1998.

  5. Siehe auch: Auslobung zum Wettbewerb für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal. Darin: Städtebauliche Historie des Platzes, S. 41-47.

  6. Zum ersten Wettbewerb siehe: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.), Gestaltungswettbewerb für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin. Dokumentation des offenen Wettbewerbs 2009, Berlin 2009. Darin: Stefanie Endlich, Künstlerische Ansätze und Darstellungsformen. Versuch einer Typenbildung, S. 15-32.

  7. Website des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung unter Externer Link: www.bbr.bund.de/BBR/DE/Bauprojekte/Berlin/Kultur/FED/; Website der Deutschen Gesellschaft e.V. (Initiatoren des Denkmals) unter Externer Link: www.freiheits-und-einheitsdenkmal.de, letzter Zugriff am 12.10.2015.

  8. Erläuterungsbericht der Verfasser.

  9. Auslobung zum Wettbewerb für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal (Anm. 2), S. 107.

  10. Besonders umstritten wegen seines expliziten Gegenwartsbezugs war der von der Jury mit dem 2. Preis bedachte partizipative Entwurf "Eine Stiftung an die Zukunft" der Gruppe realities:united. Vgl. Stadt Leipzig, Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal, Externer Link: www.leipzig.de/buergerservice-und-verwaltung/unsere-stadt/leipziger-freiheits-und-einheitsdenkmal/, letzter Zugriff am 12.10.2015.

  11. Oberbürgermeister Burkhard Jung gegenüber dem Tagesspiegel, 16.7.2014.

  12. Stadt Leipzig, Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal (Anm. 10).

  13. Siehe z.B. Niklas Maak, Berliner Einheitsdenkmal: Die Wippe auf der Kippe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.8.2015.

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Prof. Dr.; Freiberufliche Publizistin und Ausstellungsmacherin in Berlin. Lehrtätigkeit an der Universität der Künste Berlin seit 1978; Honorarprofessur für Kunst im öffentlichen Raum seit 2003. Mitglied des Bewertungsgremiums für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal. Langjährige Zusammenarbeit mit Gedenkstätten in Projekten und Gremien, zahlreiche Publikationen, u.a.: "Wege zur Erinnerung. Gedenkstätten und -orte für die Opfer des Nationalsozialismus in Berlin und Brandenburg" (2007).