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„Wie ein Film in Zeitlupe“ | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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„Wie ein Film in Zeitlupe“ Deutsch-deutsche-Geschichte vermitteln, aber wie? Teil I: Comics.

Thomas Henseler

/ 14 Minuten zu lesen

Erfahrungen und Chancen in der Jugendbildung, hier am Beispiel einer Comicreihe von Susanne Buddenberg und Thomas Henseler. Dies ist der Start einer neuen Serie des Deutschlandarchivs mit Erfahrungsberichten politischer BildnerInnen unterschiedlichster Prägung, wie es kreativ gelingen kann, Aufmerksamket für den Lernstoff "DDR" und "BRD" zu gewinnen.

Comicausstellung an einem Zaun des Bundesministeriums für Finanzen in Berlin. Dort vollzog sich 1965 eine spaktakuläre Familien-Flucht aus der DDR, deren Geschichte im Comic nacherzählt wird. (© Thomas Henseler)

Als ich Ende der 1990er-Jahre mit meiner Partnerin Susanne Buddenberg aus Nordrhein-Westfalen nach Berlin gezogen bin, um gemeinsam an der Filmhochschule in Potsdam zu studieren, war Berlin eine aufregende, pulsierende Stadt. Der Mauerfall war gerade einmal zehn Jahre her, und wir fanden eine Wohnung unweit der Bernauer Straße. Hier gab es noch ein Stück Mauerrest, der eine ungefähre Ahnung davon vermittelte, was es hieß, in einer ehemals geteilten Stadt zu leben.

Doch mittlerweile machten Touristen davor Selfies, auf dem ehemaligen Todesstreifen wucherte Gras und Jugendliche feierten dort Partys. Die Befestigungsreste der SED-Diktatur waren zwar noch sichtbar, doch hatten sie ihre Bedrohlichkeit verloren. Jeder Stein, jedes Haus in der Nachbarschaft war ein stummer Zeuge der Geschichte, doch wir kannten ihre Geschichten nicht. Wir hatten keine Ahnung davon, wie es sich angefühlt haben musste, in einer Diktatur zu leben.

Nach der Filmhochschule arbeitete ich als Storyboarder für verschiedene TV-Produktionen, die die DDR zum Inhalt hatten, und konnte mich so weiter in die Thematik einarbeiten. Aber selbst für den Comic war die DDR-Geschichte Neuland. Die NS-Diktatur wurde im Comic schon ausführlich behandelt und gipfelte 1992 in Art Spiegelmans Graphic Novel „Maus“, in der er die Geschichte seines Vaters während des Holocausts aufzeichnete. Flix widmete sich 2009 erstmals mit „Da war mal was“ Erzählungen aus dem geteilten Deutschland. Simon Schwartz erzählte in „Drüben!“ (ebenfalls 2009) über die schwierige Ausreise seiner Eltern aus der DDR.

Die Zeit schien nun reif für einen eigenen Comic über die SED-Diktatur. Der Kampf einzelner mutiger Helden gegen einen übermächtigen Unterdrückungsapparat ist eine universelle Geschichte. Unsere Zielgruppen sollten Schüler*innen und Jugendliche werden, die die DDR selber nicht miterlebt hatten. Die Protagonist*innen sollten ebenfalls Schüler*innen oder junge Erwachsene sein, mit denen sich die Leserschaft identifizieren konnte. So lag es nahe, Geschichten zu finden, die ihren Lebenswelten entsprachen – und sich zeichnerisch anschaulich darstellen ließen.

In den Geschichten, die wir entwickelten, geht es um Geburtstagsfeiern, Rockkonzerte, um Konflikte mit der Polizei und Autoritäten, erste Liebe, um Anderssein, Mobbing, Bespitzelung und Verrat, aber auch um unerwartete Solidarität, darum, etwas Verbotenes zu tun, aber auch durch Verbote etwas nicht tun zu können.

In unseren Comics konnten wir zudem eine Parallelwelt präsentieren, wo die Realität der heutigen jungen Generation auf den Kopf gestellt wird: In der DDR durfte ich nicht frei meine Meinung sagen; ich konnte nicht dahin in die Ferien fahren, wohin ich wollte; ich durfte von einem Tag auf den anderen nicht mehr meine Freunde und Verwandten im anderen Teil der Stadt besuchen; wenn ich studieren wollte, musste ich vorher zum Militär; es konnte gefährlich sein, Witze über das Staatsoberhaupt zu reißen.

Szene aus real erlebtem DDR-Schulalltag, dargestellt im Comic "Grenzfall" von Thomas Henseler und Susanne Buddenberg.

Da Schule ja der Ort ist, an dem Kinder und Jugendliche die meiste Zeit verbringen, kommt der Schulerzählung in unseren Büchern eine besondere Bedeutung zu. Die Konflikte zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen sind ja immer auch ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft.

Der Vorteil von Comics, genauso wie von Filmen, ist, dass ich mich direkt im Geschehen befinde. Ich habe keine strategische Perspektive, sondern bin ganz nah bei den Emotionen der Akteure. Selbst wenn ich den Text noch nicht gelesen habe, wenn ich die Sprache nicht spreche, bekomme ich schon beim Durchblättern eine Ahnung von der Zeit, vom Handlungsort. Wer sind die Hauptfiguren? Wer sind die Gegenspieler und wie sind die Befindlichkeiten? Anhand der Gesichtsausdrücke und der Körpersprache kann ich die Charaktere gut einordnen.

Als wir auf die Biografie von Peter Grimm stießen, hatten wir eine ideale Vorlage für unsere erste Graphic Novel „Grenzfall“ (2011), eine 100 Seiten lange, durchgängige Geschichte: Ein Schüler, der 1982 in Ostberlin gegen die Meinungsdiktatur rebelliert, Gleichgesinnte in der Familie Robert Havemanns findet, seine Freunde nicht an die Stasi verraten will, kurz vor dem Abitur von der Schule fliegt und zusammen mit Freunden die illegale Zeitung Grenzfall herausgibt, die unzensiert über gesellschaftliche Probleme berichtet, die die Regierung verschweigen möchte. Die Staatssicherheit zieht daraufhin alle Register ihres Überwachungsapparats, um den Grenzfall zu stoppen.

Zudem hatten wir das große Glück, dass wir in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur einen aufgeschlossenen Projektförderer fanden. Die Stiftung unterstützte auch alle unsere weiteren Projekte. Da die Produktionszeit der Comics circa ein bis zwei Jahre dauert, ist eine finanzielle Förderung essenziell. Ohne die Stiftung hätten wir unsere Comics nicht realisieren können.

Wir wollten so dokumentarisch wie möglich sein, den beteiligten Personen gerecht werden, und unsere Comics sollten auch im Schulunterricht Verwendung finden können. Dieses Anliegen funktioniert mittlerweile recht gut: Bei Lesungen für Schulklassen projizieren wir ausgewählte Panels per Beamer und lesen dazu aus unserem Drehbuch vor. Denn bevor wir zu zeichnen anfangen, beschreiben wir die einzelnen Bilder in einem Drehbuch, sodass man den Comic schon vor dem inneren Auge sehen kann.

Unsere Lesungen sind für die Schüler*innen wie ein Film in Zeitlupe, die einzelnen Bilder können in Ruhe betrachtet werden, durch die linearen Bildbeschreibungen im Drehbuch werden sie als Zuschauer*innen durch die Zeichnung geführt. Dadurch entsteht eine sehr konzentrierte Aufmerksamkeit in der Klasse, zumal die biografischen Geschichten wie Thriller aufgebaut sind. Die Zeichnungen nehmen die Schüler*innen anerkennend wahr, honorieren den ein- bis zweijährigen Arbeitsaufwand, der dahinter steckt, finden die verschiedenen Arbeitsprozesse von Drehbuch über Scribble, Vorzeichnung, Reinzeichnung, Graustufen/Farbe lehrreich und staunen immer, wenn sie im Making-of die Fotos sehen, die als Vorbilder für die gezeichneten Figuren dienten. Viele Schüler*innen lesen auch gerne Mangas. Dadurch sprechen wir eine ähnliche Bildsprache, und sie finden einen leichteren Zugang zum Thema.

Ein weiterer Zugang war didaktisches Material, das uns für „Grenzfall“ der Geschichtslehrer und Comicexperte René Mounajed entwickelte – es steht zum Download auf der Website des Verlages bereit. Dieses didaktische Material kann gut in die Unterrichtsinhalte eingebunden werden und trägt durch ergänzende Schilderung authentischer persönlicher Schicksale zur Vertiefung des Themas bei.

2.

Unser zweites Buch „Berlin-Geteilte Stadt“ (2012) war eine Weiterentwicklung des vorangegangenen. Bei der Arbeit an „Grenzfall“ hatten wir die Entdeckung gemacht, dass Geschichte sich buchstäblich in die Architektur einschreibt: In der Zionskirche waren wir auf Spuren eines Protest-Transparents gestoßen, das 20 Jahre zuvor dort gemalt worden war. Die aufgetragene Farbe der einzelnen Buchstaben hatte sich auf dem Fußboden abgedrückt und ist dort immer noch zu finden. Dies nahmen wir zum Anlass, nach Geschichten zu suchen, die an weiteren Orten spielten, die sich seit dem Mauerfall nicht sonderlich verändert haben, sodass Lesende anhand der heutigen Architektur die damaligen Ereignisse noch gut nachvollziehen können.

„Berlin-Geteilte Stadt“ kann so auch als Reiseführer verwendet werden, der an die Original-Schauplätze der Geschichten führt: An den Bahnhof Friedrichstraße, an die Bernauer Straße, die Wilhelmstraße, ans Brandenburger Tor und an den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. So könnte man sich beispielsweise mit dem „Berlin“-Buch zum Bundesministerium der Finanzen (BMF) begeben, die Geschichte der Familie Holzapfel aufschlagen, die gezeichneten und realen Gebäudeansichten miteinander vergleichen, um die Flucht der Familie im Juli 1965 mit einer selbst gebauten Seilbahn vom damaligen Haus der Ministerien über die Mauer in den Westteil der Stadt nachvollziehen zu können. Wir wollten, dass die Leser*innen durch die größtenteils unveränderte Architektur eine Brücke zur Vergangenheit und den damaligen Ereignissen bekommen, damit dies auch für ein jüngeres Publikum nachvollziehbar und erlebbar wird. Dies erkannte auch das BMF, weshalb seit 2015 unsere gezeichnete Fluchtgeschichte der Familie Holzapfel als Dauerausstellung im Außenbereich des monumentalen Gebäudekomplexes hängt (siehe Titelfoto) .

Anhand von fünf Geschichten realer Personen wollten wir den Mauerbau und das Leben hinter der Mauer bis zum Mauerfall illustrieren: Eine junge Frau versucht, mit einem falschen Ausweis die DDR zu verlassen. Ein Flüchtling wird an der Grenze erschossen, ohne dass Rettungskräfte ihm helfen können. Eine ganze Familie versteckt sich in einem DDR-Regierungsgebäude und hofft, von hier aus in den Westen zu entkommen. Ein junger Mann fotografiert heimlich die Grenzanlagen und gerät in die Fänge der Staatssicherheit. Ein Ostberliner Schüler erkundet nachts Westberlin und feiert die Party seines Lebens.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es eine von Historiker*innen verfasste zeitgeschichtliche Einordnung der einzelnen Geschichten, um größere Zusammenhänge deutlich zu machen. Mit einer durchschnittlichen Länge von 15 Seiten können wir den Schüler*innen während einer Lesung nun eine komplette Geschichte von Anfang bis Ende präsentieren. Die Veranstaltung hat eine Länge von 45 bis 90 Minuten, was den gewohnten Schulstunden entspricht.

3.

Unser drittes Projekt heißt „Geschichte im Untergrund: Tunnel 57“. Helfer aus dem Westen gruben unter der Bernauer Straße einen Fluchttunnel nach Ostberlin und verhalfen 57 Menschen zur Freiheit. Die Aktion dauerte zwei Tage und endete dramatisch mit dem Tod eines Grenzsoldaten. Unser Comic zum Tunnel 57 war zunächst als Ausstellung im öffentlichen Raum konzipiert: Ganz in der Nähe zum realen Handlungsort zeigten wir im U-Bahnhof Bernauer Straße von Oktober bis Dezember 2012 auf großformatigen Tafeln die Ereignisse der Fluchtaktion. Auf der einen Seite schilderten wir die Geschehnisse am ersten Tag, der glücklich endete, auf der gegenüberliegenden Seite die Entwicklung am zweiten Tag, der in eine Tragödie mündete.

Die Geschichte des Fluchttunnels "57" im Comic - ausgestellt in der Berliner U-Bahnstation Bernauer Straße. (© Anna Schmelz)

Mit dieser sehr öffentlichkeitswirksamen Präsentation konnten wir ein breites Publikum erreichen: neben Schülern*innen auch Familien, Berufstätige, Rentner*innen und Touristen. Wir beobachteten, dass viele Nutzer*innen des öffentlichen Nahverkehrs, die aus der U-Bahn stiegen, positiv überrascht waren, im Bahnhof statt großformatiger Produkt-Werbetafeln nun eine Comic-Geschichte mit einer authentischen Fluchtaktion aus den 1960er-Jahren vorzufinden. Einige Fahrgäste schauten sich neugierig die Ausstellung an und fuhren dann erst mit dem nächsten Zug weiter.

Interessierte hatten zudem die Möglichkeit, auf dem nahe gelegenen Gelände der Mauergedenkstätte die Thematik weiter zu vertiefen, da es dort dauerhaft Informationen über diese Tunnelflucht gibt. Unser Comic fungierte so als Teaser und Door-Opener: Die Besucher mussten nicht erst in ein Museum gehen, um die Ausstellung zu sehen, die Ausstellung kam zu ihnen, ganz alltäglich, auf dem Weg zur Arbeit, ganz profan in einer U-Bahn-Station.

Im Anschluss brachte die Stiftung Berliner Mauer ein Buch mit dem Titel „Tunnel 57 – eine Fluchtgeschichte als Comic“ heraus, in dem es Interviews mit uns Comicschaffenden gibt, aber auch Gespräche mit den Fluchthelfern und didaktisches Material, entwickelt von René Mounajed und Stefan Semel für Schüler*innen der Sekundarstufe I und II. Dadurch sollten die vorhandenen Kenntnisse im Unterricht zum Themenfeld „deutsch-deutsche Teilung, Mauerbau 1961 und Mauerfall 1989“ ergänzt und vertieft werden. Unter den Aufgabenstellungen finden sich analytische, produktive und kreative Formate. Die Themenfelder sind als Bausteine so konzipiert, dass in Abhängigkeit von Lerngruppe und Zeitrahmen auch nur einzelne Aufgaben herausgelöst und bearbeitet werden können.

In Kreuzberg besuchten wir eine Schule, die innerhalb eines Projektmonats unterschiedliche Formate auf der Grundlage des „Tunnel 57“ entwickeln sollte. So entstanden beispielsweise ein Comic, eine szenische Lesung und ein Hörspiel, welche die Schüler*innen selbst entwickelten. Wir alle waren vom Engagement, vom kreativen Output und von der frischen Herangehensweise der Schüler*innen ans Thema überrascht. Herr Neumann, unser Zeitzeuge, der damals in der DDR einer der hauptverantwortlichen Fluchthelfer war, meinte in der Abschlussdiskussion, dass es ihm gar nicht so wichtig sei, dass alles historisch exakt gezeichnet ist. Aber das Gefühl, die Emotion müsste stimmen: Wie haben sich die Flüchtlinge gefühlt, welche Beweggründe hatten sie, die DDR zu verlassen, wie sind die Fluchthelfer mit ihrer Verantwortung umgegangen? Das waren für ihn die entscheidenden Fragen, wenn man vergangene Geschichte(n) ins Heute überführt.

4.

Unser viertes Buch war „DDR-Geschichte zum Einkleben - Die Teilung Berlins in 8 Stationen“ (2015) . Marie, die Oma der Schüler*innen Lilly (10) und Jakob (8), wächst in Berlin auf. Als Kind erlebt sie das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Besetzung der Stadt und in den folgenden Jahren die Luftbrücke, den Mauerbau, den Alltag in der geteilten Stadt und die Überwachung durch die Stasi. Für die Biografie orientierten wir uns an der Lebensgeschichte einer Zeitzeugin, reicherten diese jedoch mit Erlebnissen anderer Zeitzeug*innen an, da der Zeitrahmen, den wir erzählen wollten, sehr lang war. Im Vorfeld hatten wir uns überlegt: Was bei Fußball-Sammelbildern funktioniert, könnte doch auch in der politischen Bildung klappen: das Sammeln von Stickerbildern zu einem bestimmten Thema. Bei uns sollten es Sammelbilder zu Exponaten in verschiedenen Gedenkstätten sein.

Die Grundidee war, ein Sammelalbum mit einer durchgehenden Hauptfigur zu entwickeln, wobei die Comic-Handlung sich an Themen von acht verschiedenen Gedenkstätten orientieren sollte. Auf einer Doppelseite wurden die beteiligten Gedenkstätten vorgestellt: das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst, das Alliiertenmuseum, die Gedenkstätte Berliner Mauer, das DDR-Museum, der Tränenpalast, das Stasi-Museum, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Auf jeder Doppelseite gibt es sechs Bildfelder, in die die Sammelbildmotive einzukleben sind. Die Lesenden sollten aber nur in den Gedenkstätten selbst die jeweiligen Sammelbilder bekommen, um ihr Album zu komplettieren. So wollten wir die Käufer*innen des Albums dazu bewegen, in die Museen zu gehen, um wie bei einer Schnitzeljagd nach der gezeichneten Sammelbild-Vorlage die Original-Ausstellungsstücke zu suchen. Die Lesenden sollten zu Besucher*innen werden und hätten so wahrscheinlich auch die Ausstellungen aufmerksamer wahrgenommen.

Tatsächlich hatten wir den Eifer vieler Leserinnen und Leser dabei aber überschätzt. Zudem nahm eine der Gedenkstätten das Buch relativ kurzfristig wieder aus dem Programm, sodass es keine Möglichkeit mehr für Sammler*innen gab, ihr Buch zu komplettieren. So wurde die Möglichkeit geschaffen, die Aufkleber auch von der Website des Verlages herunterzuladen und selbst auszudrucken. Trotzdem war dieser Aufwand für die meisten Lesenden zu hoch. Wir hatten zunächst gehofft, dass es gemeinsame Aktionen der beteiligten Gedenkstätten geben würde, das Buch zu bewerben. Wir hätten uns auch vorstellen können, an den unterschiedlichen Erinnerungsorten jeweils aus dem passenden Kapitel vor Schulklassen vorzulesen. Man hätte auch eine Rundtour mit Bussen von Station zu Station organisieren können – das alles blieben aber Wunschträume von uns. 2021 haben wir uns entschlossen, die Aufkleber nachzudrucken und mit ins Buch einzulegen. Jetzt muss niemand mehr alle Orte besuchen, um sein Album zu vervollständigen. Nach wie vor sind wir aber von der Idee überzeugt und denken, dass es vor allem für Berlin-Touristen oder für Klassenfahrten interessant sein könnte, einen spielerischen Reiseführer zur Teilungsgeschichte Berlins mittels Aufklebern mit Wissen zu füllen.

5.

2020 erschien unser fünftes und bisher umfangreichstes Buch: „Meine freie deutsche Jugend“, nach dem Bestseller von Claudia Rusch. Claudia (*1971) wächst in der DDR-Bürgerrechtsbewegung auf. Zu den engsten Freunden ihrer Mutter gehören bekannte Regimekritiker. Die Familie lebt unter ständigen Repressalien und Überwachung durch die Stasi. Claudia erfährt, was es heißt, einem exklusiven Club anzugehören, obwohl sie manchmal gern wie alle anderen wäre. Sie erlebt Ausgrenzung und Eingesperrtsein, aber auch Freundschaft und Solidarität. Es geht um die erste Liebe, mutige Aktionen und um das Erwachsenwerden im Schatten der Mauer. Da viele Geschichten in Claudias Buch, mit der wir bei der Comic-Adaption eng zusammenarbeiteten, aus einer kindlichen Perspektive geschildert sind, griffen wir hier auf einen sehr expressiven, cartoonigen Zeichenstil zurück, der mit der extrovertierten Persönlichkeit der Hauptfigur korrespondiert.

Auch hier ging es nicht darum, die Orte oder die Personen möglichst wirklichkeitsgetreu darzustellen. Realistische Figuren wirken durch die Limitierung der Anatomie manchmal recht steif. Hier konnten wir die Figuren aber durch die Überzeichnung sehr lebendig und agil wirken lassen, um damit auch die Emotionen möglichst deutlich zu visualisieren. Die Arbeit an dem Buch hat sehr viel Spaß gemacht, weil es zum einen, neben aller Tragik, ein selten komisches Buch über die DDR ist. Zum anderen, weil es auch einen comicspezifischen Humor hat, der besonders auch der jüngeren Zielgruppe entgegenkommt. Zudem haben wir hier zu unserer filmischen Arbeitsweise auch grafisch aus dem Vollen geschöpft, mit doppelseitigen Splash-Panels, mit bildlichen Metaphern, Symbolen, reinen Bild-Sequenzen ohne Text, typografischen Spielereien und farbigen Leitmotiven. Auch hier sind die Beweggründe der Hauptfigur gut nachzuvollziehen und in ihrer Zeitlosigkeit universell.

Die extrovertierte Hauptfigur Claudia im Comic "Meine Freie Deutsche Jugend" von Susanne Buddenberg und Thomas Henseler.

Mit einer Schule aus Strasbourg gestalten wir schon seit Jahren Workshops in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die französischen Schüler*innen haben die Gelegenheit, bei gemeinsamen Lesungen mit Claudia Rusch diese persönlich zu befragen. Als Zeitzeugin kann sie die historischen Zusammenhänge aus einer Insider-Perspektive erläutern. Gemeinsame Veranstaltungen mit Zeitzeug*innen hinterlassen einen bleibenden Eindruck, weil sie lebendige Geschichte sind. Da Claudia Rusch sehr gut Französisch spricht, was auch ein Kapitel im Comic illustriert, ist das Frankophile für alle Teilnehmenden ein Genuss.

Zwischen unserem fünften und sechsten Buch erschien 2021 zum 60. Jahrestag des Mauerbaus unser Comic-Band „Grenzlinien-Auswege aus der DDR“, den wir zusammen mit Birgit Weyhe und Ulla Loge statt eines begleitenden Ausstellungskatalogs für die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam gestaltet haben .

Von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung finanziert und kostenlos an Besucher ausgegeben, enthält der Comic drei reale Geschichten von Menschen aus drei Jahrzehnten, die in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt einsaßen. Auch hierzu gibt es didaktisches Material. Eine Besonderheit im Buch ist, dass die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge zwischen den Kapiteln in Form von Sketchnotes dargestellt werden.

Sketchnotes sind eine Mischung aus Skizzen, Zeichnungen und Notizen, die, auf das Wesentliche reduziert, Zusammenhänge veranschaulichen. So wird beispielsweise nach dem ersten Kapitel die deutsche Teilung und der Aufbau des Sozialismus unterhaltsam visualisiert, Fakten und Zahlen werden plakativ veranschaulicht.(Abb 10) Wenn diese Sketchnotes beispielsweise in Form von Handouts oder Postern ausgegeben würden, könnten sie für Schüler*innen eine große Lernhilfe sein, da unser Gehirn sich besonders gut an Bilder erinnern kann.

6.

Im November 2022 ist unser neuestes und sechstes Buch über die Geschichte Berlins erschienen, mit dem Titel „Das Haus, das in einem anderen Land stand“. Hier geht es um fünf Lebensgeschichten von Bewohnern eines Mietshauses innerhalb von sieben Jahrzehnten.

Mit unseren mittlerweile sieben Comic-Büchern und zahlreichen Workshops in Schulen und Bibliotheken haben wir versucht, Schüler*innen zu veranschaulichen, was es heißt, in einer Diktatur aufzuwachsen.

In Diskussionen nach unseren Lesungen haben Schüler*innen oft berichtet, dass es in ihrer eigenen Familie ähnliche Lebensgeschichten gab wie die, die sie gerade im Comic gesehen und gehört hatten: „Ja, mein Opa hatte auch einen Ausreiseantrag gestellt!“ oder „Meine Oma war auch auf den Montagsdemonstrationen!“ An die dramatisch inszenierte und visualisierte Zeitzeugengeschichte in Comicform können sie oft mit ihrer eigenen Familienbiografie anknüpfen, die sie vielleicht vorher gar nicht als etwas Besonderes empfunden haben. So wird ihre eigene Geschichte Teil einer größeren Geschichte.

Sketchnotes aus dem Comic "Grenzlinien" von Thomas Henseler und Susanne Buddenberg.

Unsere Comics sind auf diese Weise auch eine Brücke zwischen den Generationen: Die eigenen, altbekannten und oft gehörten Familiengeschichten werden aufgewertet.

Die Geschichten in unseren Graphic-Novels fordern die Schüler*innen zu einer eigenen, reflektierenden Haltung heraus: Wie hätte ich mich nach dem Mauerbau verhalten, wenn ich zwar im Osten gewohnt, aber im Westen zur Schule gegangen wäre? Wäre ich in der DDR geblieben oder hätte ich versucht, in den Westen zu gehen, mit der Konsequenz einer ungewissen Zukunft, der Aussicht die eigene Familie auf Jahre hinaus nicht wiederzusehen? Wie sehr bin ich bereit, mich anzupassen, und wann, unter welchen Umständen bin ich bereit, sogar mein Leben für die Freiheit aufs Spiel zu setzen?

Das Cover des neuesten Comic von Susanne Buddenberg und Thomas Henseler über ein Wohnhaus, das es in der Berliner Torstraße 94 tatsächlich gibt. Erzählt werden fünf Lebensgeschichten, die sich in Nazideutschland und in der DDR abgespielt haben. Der Band ist Ende 2022 im Berliner Metropol-Verlag erschienen. (© Für alle abgebildeten Cover: Thomas Henseler & Susanne Buddenberg)

Diese Frageräume entstehen automatisch bei der Lektüre der Comics, die unterschiedliche Konsequenzen der Entscheidungsfindungen aufzeigen. Die Comics können nur eine Ahnung vom manchmal jahrelangen, zermürbenden Kampf gegen die Diktatur vermitteln. Bei vielen unserer Zeitzeug*innen hatten wir jedoch den Eindruck, dass sie heute wieder genauso handeln würden. Diese Unbeugsamkeit sorgt nicht nur bei uns Chronist*innen für große Hochachtung, sondern augenscheinlich auch bei vielen unserer Lesenden, die sich durchaus empfänglich für die Vermittlung von politischen Inhalten in Comicform zeigen, wenn man die gespannte Stille bei unseren Lesungen und die interessierten Fragen danach als Gradmesser nimmt.

Zitierweise: Thomas Henseler, „Wie ein Film in Zeitlupe“ - Deutsch-deutsche Geschichte im Comic, in: Deutschland Archiv, 02.12.2022, Link: www.bpb.de/515949.

Ergänzend zum Thema:

Weitere Erfahrungen von Comic-ZeichnerInnen, die DDR-Alltag für Jugendliche veranschaulichen möchten: "Externer Link: Die DDR im Trickfilm", von Tommy Schwarwel, Deutschlandarchiv, 20.1.2020.

Mehr über politische Comics im Externer Link: "Schwerpunktheft Comics" der APuZ vom 5.8.2014.

Das Thema Aufarbeitung auch im Kinderbuch: Externer Link: Der bpb-Band "Fritzi war dabei! Eine Wendewundergeschichte". Von Hanna Schott mit Bildern von Gerda Raidt. Bonn 2022.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. auch die Darstellung dieser Flucht auf der Website des Bundesfinanzministeriums, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Video-Textfassungen/Geschichte/textfassung-flucht-holzapfel.html, letzter Zugriff 2.12.2022.

Weitere Inhalte

Thomas Henseler studierte Design an der Fachhochschule Aachen mit dem Schwerpunkt Illustration und Film an der Hochschule für Film- und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Zusammen mit Susanne Buddenberg gründete er das Studio "Zoom und Tinte" und spezialisierte sich auf Film und Illustration, insbesondere von Projekten zur Geschichtsvermittlung von Themen der deutschen Teilung. Das Duo arbeitet in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Parallel dazu unterrichten sie im Bereich Game-Design und geben Workshops in Schulen.