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Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Nicht nur Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 31 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung: 75 Jahre Bundesrepublik Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Alltag und Gesellschaft Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Denkanstöße aus Weimar Gefährdet von "Systemverächtern" Raubzug Die Normalität des Lügens Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Wie zeitgenössische Erfahrung und nachträgliche Deutung unser Epochenbewusstsein verändern

Martin Sabrow

/ 14 Minuten zu lesen

Wie angebracht ist gegenwärtig eigentlich der Begriff "Zeitenwende"? Eine Reflexion des Historikers Martin Sabrow, der sagt: "Zäsuren strukturieren unser Leben, aber Zeitenwenden stellen es in Frage". Die Corona-Epidemie ebenso wie der bis zuletzt kaum für möglich gehaltene Angriff Russlands auf die Ukraine oder der Überfall der Hamas auf Israel "verwandelten schlagartig Zeitgewissheit in Zukunftsunsicherheit".

Zeitenwende? Epochenbruch? Zäsur? Wo befinden wir uns augenblicklich? Das Foto entstand in Berlin 1989. (© bpb / Holger Kulick)

  • Zeitsprung zurück: Athens Überfall auf Melos

  • Der Begriff Zäsur

  • Der Hunger nach dem Epocheneinschnitt

  • Die Zeitenwende als Fundamentalzäsur

  • Die biographische Bewältigung von Zeitenwenden

Athens Überfall auf Melos

Zäsuren bezeichnen in der Geschichtswissenschaft Einschnitte innerhalb eines historischen Kontinuums; sie bilden „den markanten Punkt, den sichtbaren Einschnitt in einer geschichtlichen Entwicklung“. Doch so klar und eingängig diese Begriffsbestimmung scheint, so komplex und vieldeutig ist sie in der Handhabung, wie schon Thukydides, der „Homer der Geschichtsschreibung“ (Barthold Georg Niebuhr) und Ahnherr der Zeitgeschichte, in seiner „Geschichte des Peloponnesischen Kriegs“ vorführt:

Als die Athener den zwischenzeitlichen Frieden mit Sparta brachen und 416 vor unserer Zeitrechnung und mit einer gewaltigen Flotte von 38 Kampfschiffen, den sogenannten Trieren, Melos belagerten, um mit dem Recht des Stärkeren die Unterwerfung der kleinen Kykladeninsel zu fordern, spürten die Melier, dass sie vor einer Zäsur standen. Aber sie trachteten sie zu verhindern, so berichtet es jedenfalls Thukydides (454 - 399/396), und beschieden die Athener, dass sie nicht „eine Stadt, die schon siebenhundert Jahre besteht, der Freiheit berauben“ wollten, sondern sie "sowohl nach dem nach dem Willen der Götter waltenden Glück, das sie bis zu diesem Tag beschützt, anvertrauen als auch der von den Menschen kommenden Hilfe und so versuchen, unser Bestehen zu sichern“.

Die Melier setzten also auf politische Kontinuität in der Krise und boten ihren Aggressoren einen Vertrag an, der den status quo ante wiederherstellte und wie bisher gleiche Distanz zu Athen und Sparta wahrte: „Wir verbinden den Vorschlag, Freunde für euch und Feinde für keinen von beiden zu sein, mit der Aufforderung, dass ihr aus unserem Lande abzieht nach Abschluss eines Friedensabkommens, das beiden Parteien angemessen erscheint.“

Retten konnten sich die Melier mit dieser mutigen Abwehr einer Zeitenwende allerdings nicht. Sie mussten sich vielmehr von den Athenern vorhalten lassen, dass ihr Festhalten am Herkommen sich bitter rächen würde und die Unfähigkeit, dem Wechsel der Zeiten Rechnung zu tragen, den Epochenbruch nur schrecklicher machen könnte: „So seid ihr denn (...) die einzigen, die Zukünftiges für gewisser halten als was sie vor Augen haben und Unerkennbares aus Wunschdenken als bereits sich vollziehende Realität betrachten: Und da ihr im Vertrauten auf (...) Glück und Hoffnungen den höchsten Einsatz wagt, wird der tiefste Fall für euch die Folge sein.“

Die ausgehungerte Polis von Melos musste sich noch im Winter ergeben, und für sie kam es in der Tat zu einer fürchterlichen Zäsur; die Stadt wurde auf Antrag durch Beschluss der athenischen Volksversammlung ausgelöscht und seine Bewohner hingerichtet oder versklavt. Für Athen stellte der Untergang von Melos keine Zäsur dar, sondern nur die nächste Stufe auf der Leiter, die zur Weltherrschaft führte.

Doch im Überschwang des Triumphes rüstete Athen eine Expedition nach Sizilien aus, die im Folgejahr in einer Katastrophe mündete und seinen Niedergang einleitete. 404 v.u.Z endete der Peloponnesische Krieg mit der Athens Kapitulation vor Sparta, das wie zum Hohn die Rückführung der letzten überlebenden Melier auf ihre verwüsteten Inseln veranlasste. Erst im Nachhinein erwies sich so, dass der Untergang von Melos auch für Athen eine Zäsur darstellte; die durch den Sieg genährte Hybris hatte Athen dazu verführt, seine Kräfte zu überspannen, und rückblickend so seinen politischen Abstieg nach sich gezogen.

Der Begriff Zäsur

Am Ende erwies sich also die Zäsur von Melos sogar für Athen in gewisser Weise einschneidender als für Melos, das mit Spartas Hilfe an seine alte Stellung wieder anknüpfen konnte, während Athen seine politische Weltgeltung für immer verspielt hatte.

Was lehrt der Kampf um Melos vor bald zweieinhalbtausend Jahren für die Frage nach dem Charakter historischer Zäsuren? Sie sind zum einen schwer eindeutig zu bestimmen und zum anderen selten umfassend, sondern meist nur sektoral für bestimmte Regionen, Milieus, Gemeinschaften, Gruppen.

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Ereignisgeschichtliche Zäsuren sind scharfe Einschnitte im historischen Kontinuum, wie sie mit den Daten 1789, 1917, 1933 oder 1945 und schließlich 1989 jedem historisch Bewanderten sofort vor Augen stehen. Gesellschaftsgeschichtliche Zäsuren hingegen folgen den Amplituden eines Strukturwandels, der die Zwischenkriegszeit ebenso umfassen kann wie die trente glorieuses des Wirtschaftsbooms nach 1945 in Frankreich und Deutschland oder die neuerlichen trente glorieuses der weltpolitischen Warmzeit zwischen 1990 und 2022, aber auch humangeschichtliche Epochen wie das fossile Zeitalter oder gar das Anthropozän.

In jedem Fall ist von der geschichtstheoretischen Grunderkenntnis auszugehen, dass Epochenbegriffe subjektive Vorstellungen repräsentieren und nicht objektive Tatsachen abbilden; sie sind mit Johann Gustav Droysen immer nur „Betrachtungsformen (...), die der denkende Geist dem empirische Vorhandenen gibt“ , des ordnenden Historikers dar, nicht Eigenschaften der Welt und der Geschichte selbst.

Diese Festlegung wirkt angreifbar – wenn nicht menschliches Handeln, so bewirkten doch zumindest Naturereignisse vom welterschütternden Erdbeben bis zum täglichen Lauf der Sonne unwiderleglich so einschneidende Veränderungen, dass ihr Zäsurcharakter als objektive Tatsache gelten müsse. Doch es scheine nur so, hielt der Philosoph Kurt Flasch in einer Betrachtung über Zeitgrenzen dagegen, „als schaffe die Natur selbst Zeitrhythmen durch den Wechsel von Tag und Nacht. Aber wann beginnt ein Tag? Römisch gedacht, nicht mit dem Sonnenaufgang, sondern mit der Virgil des Vorabends. Augustin notierte erstaunt, wir bezeichneten Tag und Nacht zusammen als einen einzigen Tag. Der Naturanteil von Hell und Dunkel gibt nicht den Ausschlag.“

Historische Zäsuren sind deswegen perspektivenabhängig. Aber sie sind deswegen nicht völlig willkürlich; ungeachtet ihres Konstruktionscharakters greift jede Epochenbildung auf eine außersprachliche Realität durch, aber ihre Bildung orientiert sich an den unterschiedlichen Prägungen von Kulturkreisen und Staatsnationen. Der Zweite Weltkrieg begann nach deutscher Sicht 1939 und nach russischer 1941 und die postkommunistischen Revolutionen aus polnischer Perspektive spätestens im Juni 1989, aus deutschem Blickwinkel im folgenden Oktober und November, im russischen Verständnis aber erst 1991.

Der Hunger nach dem Epocheneinschnitt

Die Unzuverlässigkeit des Zäsurenbegriffs tut seiner Beliebtheit keinen Abtrag, seitdem, mit dem Historiker Reinhart Koselleck zu sprechen, Erfahrung und Erwartung in der Frühneuzeit auseinanderzuklaffen begonnen haben und die vielen Geschichten zu einer Geschichte zusammenfließen.

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Die Suche nach Zäsuren entspringt dem Wunsch nach Gliederung des Zeitflusses in sinnvolle Zeiteinheiten, wie sie sich in der griechischen Unterscheidung zwischen der metrisch-quantitativen und der qualitativen Zeitmessung spiegelt: Chronos ist der Gott der gleichmäßig verfließenden Zeit, Kairos hingegen der Gott des rechten Zeitpunkts einer Entscheidung, um die günstige Gelegenheit beim Schopfe oder besser bei der Stirnlocke zu packen – oder die epochale Wende zu verpassen und am kahlen Hinterkopf des flüchtigen Gottes abzugleiten.

Dass Zeitgrenzen für die menschliche Orientierung eine immer wichtigere Rolle spielen, ist eine seit langem vertraute Erkenntnis. So hat etwa der Philosoph Odo Marquard aus der Annahme, dass der menschliche Grenzbedarf infolge der Globalisierung immer weniger räumlich gedeckt werden kann, auf den wachsenden Bedeutungsgewinn der Zeitgrenzen in den Gegenwartskulturen geschlussfolgert.

In der Tat: Wie rasch Zäsuren in unserer Zeit erst ausgerufen und dann schnell wieder vergessen werden können, zeigt etwa die Jahrhundert- und Jahrtausendzäsur des „Milleniums“, die von einem starken Bewusstsein der Zeitenwende begleitet wurde und rückblickend ihren Zäsurencharakter rasch wieder eingebüßt hat. Ebenso erging es in der jüngeren deutschen Zeitgeschichte etwa den Notstandsgesetzen, deren drohende Verabschiedung die Studentenbewegung mobilisierte und eine fast hysterische Furcht vor der drohenden Faschisierung der Gesellschaft auslöste, der Einführung des Euro am 1. Januar 2002 oder der EU-Osterweiterung vom Mai 2004 – allesamt als historisch bezeichnete Daten, deren Historizität rasch nivelliert worden ist.

In der neuzeitlichen Geschichtsschreibung allerdings stellen Periodisierung und Epochenbildung seit jeher ein unabdingbares Instrument dar, um den Lauf der Zeit über die bloße Chronik hinaus der historischen Erklärung zu öffnen: Das Interesse an historischer Zäsurenbildung, resümierte der Geschichtswissenschaftler Martin Broszat in einem zeithistorischen Rückblick 1990, gehe „davon aus, daß nicht jedes Jahr der Geschichte gleich zu Gott ist, sondern daß es dicht beschriebene, aber auch ziemlich leere Blätter der Geschichte gibt.“

Jede Vergangenheitsvergegenwärtigung ist daher auf epochale „Sehepunkte“ angewiesen, wie der Theologe Johann Martin Chladni (oder latinisiert Chladenius) schon im 18. Jahrhundert lehrte.

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Die Zeitgeschichte als die gegenwartsnächste Subdisziplin der Geschichtswissenschaft ist besonders zäsurenempfindlich, denn sie braucht den Fluchtpunkt des eigenen Vergangenheitsentwurfs so sehr wie jede Historiographie älterer Zeiten. Aber sie kennt ihn eben oft genug nicht und muss sich dann mit unerwarteten Epochenbrüchen arrangieren, die bisherige Verlaufsmuster und Meistererzählungen über den Haufen werfen.

Um dieser ausfransenden Unbestimmtheit Herr zu werden, ist die Unterscheidung zwischen zeitgenössischer Erfahrungszäsur und nachträglicher Deutungszäsur nützlich. Deutungszäsuren ergeben sich aus der retrospektiven Festlegung von Zeitgrenzen durch die Nachlebenden. Sie können ereignisgeschichtlich begründet sein wie die Französische Revolution 1789 und die „Stunde Null“ 1945, aber genauso auch strukturgeschichtlich hergeleitet werden wie die mit „1968“ verbundene „Umgründung“ der Bundesrepublik oder der Umbruch im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts hin zu einer Zeit „nach dem Boom“.

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Deutungszäsuren benennen historiographisch anerkannte Einschnitte in den Gang der Geschichte, die keine zeitgenössische Geltungsmacht erlangt haben müssen. Sie bestätigen Erfahrungszäsuren oder verwerfen sie und setzen andere an ihre Stelle.

Auf diese Weise spielen sie die Macht der Gegenwart über die Vergangenheit aus, und darin liegen Stärke und Schwäche von Deutungszäsuren zugleich: Sie ordnen den Lauf des vergangenen Geschehens aus dem Blickwinkel der Gegenwart, aber sie relativieren zugleich die Wirkungsmacht der zeitgenössischen Zäsurerfahrung.

Zur Geschichte der Novemberrevolution passt nicht recht, dass der Umsturz in den östlichen Teilen des Deutschen Reichs kaum wahrgenommen wurde oder Berliner Beobachter das Ende der Monarchie gänzlich alltäglich als Spaziergänger im Grunewald oder zeitungslesend im Café erlebten; und ebenso steht gänzlich quer zur zeitgenössischen Mehrheitserfahrung in der zertrümmerten Kriegsgesellschaft, dass wir die deutsche Kapitulation 1945 heute als befreienden Sieg deuten.

Die Zeitenwende als Fundamentalzäsur

Nicht weniger erkenntnisfördernd ist allerdings eine andere Unterscheidung von Zäsurformen: Die einen ereignen sich entweder innerhalb einer bestehenden politisch-kulturellen Verfassung, die anderen sprengen sie.

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Binnenzäsuren wie der Mauerbau 1961 oder die Kubakrise im Jahr darauf, das Ende der Ära Kohl 1998 oder der Brexit 2020 ereigneten sich innerhalb einer gegebenen Ordnung und stärkten sie womöglich noch; Umbrüche wie 1918, 1933, 1945 und wieder 1989 lassen sie zusammenbrechen. Der zuletzt so abgedroschene Terminus „Zeitenwende“ ist geeignet, den besonderen Charakter dieser Epocheneinschnitte zu fassen.

Zeitenwenden in diesem Sinne lenken den Lauf der Geschichte in eine unerwartete, nicht vorhersehbare Richtung; sie erschüttern gewohnte Ordnungen und Sichtweisen, indem sie einen neuen Normalzustand an der Stelle eines alten etablieren. Eine scheiternde Revolution kann eine historische Zäsur bilden, aber zu einer Zeitenwende wird nur die siegreiche Umwälzung, die eine neue politische und kulturelle Ordnung mit eigenen Maßstäben von Gut und Böse erzeugt.

Sie erst macht den Kampf gegen die alte Macht zur Legitimationsgrundlage der neuen und im November 1918 den eben noch blutig unterdrückten Hochverrat der meuternden Matrosen von Wilhelmshaven und Kiel zur republikanischen Tugend.

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Zäsuren strukturieren unser Leben, aber Zeitenwenden stellen es in Frage.

Sie verwandelten 1989 endgültig den Jahrhunderttraum der kommunistischen Menschheitsbefreiung in den überwundenen Albtraum der Unterdrückung der Menschlichkeit und die eifrig oder widerwillig erfüllte Berichtspflicht eines Inoffiziellen Stasi-Mitarbeiters in den perfiden Verrat am Nächsten.

Auch das Relikt einer "Zeitenwende"? Mauerteil im Garten eines Lokals im Süden Berlins über 30 Jahre nach dem Mauerfall. (© bpb/ Kulick)

Die weltgeschichtliche Wende von 1989/91 in Deutschland und Europas markiert anders als die Anschläge vom 9. September 2001 eine Zeitenwende, weil sie die Gültigkeit der bisherigen Ordnung der Dinge aufhob. Sie setzte neue normative Maßstäbe des Handelns und Denkens, die sich aus den alten Verhältnissen nicht hätten ergeben können, und bildet einen unhintergehbaren Sehepunkt, der die zunächst empfundene Unerhörtheit rasch zur selbstverständlichen Normalität werden ließ.

Wie sehr auch die Zeithistoriker und Zeithistorikerinnen unter den Zeitgenossen und Zeitgenossinnen weltgeschichtlicher Umbrüche sich der historisch erzwungenen Verschiebung ihres Sinnhorizontes beugen müssen, lehrt der Vergleich ihrer Auffassungen und Äußerungen vor und nach 1989 zur deutschen Nation und der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz.

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Das prominenteste Beispiel dieser zeitgeschichtlichen Neuausrichtung bildet die bis 1989 als eigene Subdisziplin betriebene DDR-Forschung, soweit sie mit Hilfe eines systemimmanenten Deutungsansatzes die allmähliche Konvergenz der beiden konkurrierenden Gesellschaftssysteme zu erfassen hoffte.

Nach der Zeitenwende von 1989 wurde die Frage, warum zeitgenössische Analysen das nahende Ende der DDR nicht kommen sahen, bevorzugt mit bedauerlicher moralischer Indifferenz oder fachlicher Blindheit erklärt, statt anzuerkennen, dass die Zeitenwende einen neuen Denkhorizont geschaffen hat, der wissenschaftlich nicht seriös zu antizipieren war.

Die biographische Bewältigung von Zeitenwenden

Mit dem Ausbruch des Krieges um die Ukraine 2022 und bereits vorher mit der Covid-Pandemie wurde die Zäsur von 1989/90 nun durch eine neuerliche Zeitenwende überlagert, die ebenso wie die vorausgegangenen Zäsuren, wie nach 1918 oder 1945, die Frage aufwirft, wie die Zeitgenossen auf einen Umbruch reagieren, der die Maßstäbe des eigenen Lebens angreift und die eigene Ich-Identität in Frage stellt.

Wohl gab es auch im Februar 2022 wie schon zwei Jahre zuvor beim Ausbruch der Covid-Epidemie für einen kurzen Moment das Empfinden einer historischen Zäsur, die die Welt umstürzen könnte: In der Nacht der gestapelten Särge von Bergamo im März 2020 schien für einen Moment die lebensgeschichtliche Zeitgewissheit zu zerbrechen, die sich der erfolgreich verarbeiteten Vergangenheit ebenso sicher war wie einer beherrschbaren Zukunft.

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Die Corona-Epidemie ebenso wie der bis zuletzt kaum für möglich gehaltene Angriff Russlands auf die Ukraine verwandelten schlagartig Zeitgewissheit in Zukunftsunsicherheit.

Sie bedeuteten mit Hartmut Rosa den Einbruch des „Unverfügbaren“ in einen Lebensstil der Moderne, für den das immer ausgreifende „Verfügbarmachen der Welt“ eine selbstverständliche Grunderfahrung darstellte.

Doch beide Herausforderungen existenzieller Verunsicherung wurden rasch eingehegt. Im Fall der Covid-Seuche leistete dies eine Flut mit dem Pathos der Wissenschaft vorgetragener Handlungsanweisungen des Staates, der sogar den Primat der politischen Entscheidung zugunsten des „evidenzbasierten“ Handelns opferte und mit dem Mediziner und Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach das Expertenwissen mit Ministerrang ausstattete; in Bezug auf den Ukrainekrieg tat es der Bundeskanzler mit seiner immer wieder erneuerten Versicherung, dass er keine unkontrollierte Eskalation zulassen werde und in bei aller militärischen Unterstützung für Kiew immer auch den Weg zum Frieden im Blick behalte.

In der Folge ließen sich die bekannten Muster der biographischen Einhegung historischer Zäsuren durch Kontinuität oder Konversion erkennen. Rarer waren wie gewöhnlich die Stimmen, die den Weg der Distanzierung von der eigenen Vergangenheit wählten und etwa ihre eigene frühere Kriegsdienstverweigerung öffentlich revozierten.

Weit mehr öffentlichen Anklang fand und findet die entgegengesetzte Strategie zur Identitätswahrung, die nicht die eigene Biographie den neuen Verhältnissen anpasst, sondern die Vergangenheit an die Maßstäbe der Gegenwart. „Wenn es um die frühere Russland-Politik der SPD geht, hat auch Klingbeil einiges aufzuarbeiten“, rief die Frankfurter Allgemeine Zeitung dem SPD-Parteivorsitzenden im März 2023 auf dessen Kiew-Reise nach; denn er sei ja bekanntlich früher „Teil der Schröder-Connection“ gewesen und habe in „prorussischen Lobbyorganisationen“ mitgewirkt.

Erkennbar projizieren solche Einlassungen ein heutiges Russlandbild auf frühere Zeiten, ohne die unterschiedlichen Handlungskontexte und den zwischenzeitliche Paradigmenwechsel von einer interessenbasierten zu einer wertebasierten Außenpolitik in Rechnung zu stellen. In dieser teleologischen Neuformatierung der Vergangenheit wird der heutige Ukrainekrieg zum Maßstab des Urteils über die Entspannungspolitik vor vierzig Jahren der Ära Schmidt und Breschnew und zieht die SPD den Vorwurf auf sich, dass sie „in den Achtzigerjahren (...) im Namen der Entspannung den Ausgleich mit den Unterdrückern gepflegt hat.“

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Hier greift ein Modus der Vergangenheitsvergegenwärtigung, der sich mit dem französischen Historiker François Hartog als historischer Präsentismus fassen lässt. Er verschluckt die Andersartigkeit der Vergangenheit und unterlegt sie den Denk- und Handlungsnormen der Gegenwart.

Er übergeht, dass die Entspannungspolitik in den 1980er Jahren ein parteiübergreifendes Prinzip europäischer Außenpolitik gewesen war und nach fachwissenschaftlichem Urteil entscheidend zum friedlichen Ende des Kalten Krieges beigetragen hat. Er verdeckt, dass bis zum Moskauer Stabwechsel von Jelzin zu Putin und noch bis zu dessen Bundestagsrede 2001 die Hoffnung auf eine politische Demokratisierung und kulturelle Verwestlichung Russlands als historische Chance gelten konnte, die auszuschlagen ein politisches Versagen vor der Geschichte bedeutet hätte.

Der historische Präsentismus blendet ebenso aus, dass bis 1991 auch die Ukraine zur Sowjetunion zählte und sogar mit Nikita Chruschtschow und Leonid Breschnew die beiden einflussreichsten Sowjetführer nach Stalin stellte. Er ignoriert schließlich, dass im Horizont der Zeitgenossen die Ukraine noch vor wenigen Jahren als ein infolge der polnischen Teilungen gespaltenes und teils zu Russland, teils zu Österreich-Ungarn gehöriges Land galt, dessen westlicher Teil nach dem Ersten Weltkrieg an Polen, Rumänien und die Tschechoslowakei gefallen war, während der Osten als ukrainische Sowjetrepublik Teil der UdSSR wurde.

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Über die ausgerufene Zeitenwende von 2022 lässt sich noch kein zeithistorisches Urteil fällen. Aber die Vermutung liegt doch nahe, dass auch sie nicht als der fundamentale Epocheneinschnitt in die Geschichte eingehen wird, als der sie angesichts ihrer unablässigen Berufung gegenwärtig erscheinen mag.

Begünstigt durch die anders als in den Epochenzäsuren des 20. Jahrhunderts weitgehend unveränderten äußeren Verhältnisse, vollzieht sich die kulturelle und biographische Anpassung an die Zäsur von 2022 wohl eher unbemerkt durch eine schleichende Verschiebung des öffentlichen Diskursfeldes. Eine Zeitenwende wird die Zäsur von 2022 höchstens darin bilden, dass sie die Vergangenheit umschreibt, nicht aber das kulturelle Selbstverständnis der Gegenwart in Frage stellt.

Die "Zeitenwende" von 2022. Droht durch Putin die Ära eines neuen Faschismus? Demonstrierende in Berlin im Februar 2023. (© bpb / Holger Kulick)

Zitierweise: Martin Sabrow, "Zäsur und Zeitenwende – zeitgenössische Erfahrung und nachträgliche Deutung". Deutschland Archiv vom 22.4.2023, www.bpb.de/519981. Der Text basiert auf einem Vortrag Martin Sabrows bei einem "Zeitenwende-Kolloquium" in der Bundeszentrale für politische Bildung am 15. März 2023. Er erscheint zeitgleich in einer gekürzten Fassung im Berliner Tagesspiegel. Weitere Beiträge werden folgen.

Ergänzend zum Thema:

Externer Link: Zeitenwende? 50 Reflexionen über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Deutschland Archiv 2022/2023.

In Kürze folgen:

Christiane Bender, Zur Rolle von Olaf Scholz in der "Zeitenwende", Deutschland Archiv vom 4.5.2023. Externer Link: www.bpb.de/520279.

Wolfgang Templin, "Im zweiten Kriegsjahr". Deutschland Archiv vom 21.4.2023, Externer Link: www.bpb.de/520270.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hier und auch im weiteren beziehe ich mich verschiedentlich auf: Martin Sabrow, Zäsuren in der Zeitgeschichte, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 3.6.2013, URL: http://docupedia.de/zg/Zaesuren, letzter Zugriff 20.4.2023.

  2. Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, Fünftes Buch, 112, übersetzt von Michael Weißenberger, mit einer Einleitung von Antonios Rengakos, Berlin/ Boston 2017, S. 939.

  3. Ebd., S. 113

  4. Johann Gustav Droysen, Historik, hg. von Peter Leyh, Stuttgart 1997, S. 371.

  5. Kurt Flasch, Zeitgrenzen, in: Wolfram Hogrebe (Hg.), Grenzen und Grenzüberschreitungen. XIX. Deutscher Kongress für Philosophie, Bonn, 23.-27. September 2002, Vorträge und Kolloquien, Berlin 2004, S. 843-853, hier S. 843.

  6. Vgl. Odo Marquard, Temporale Positionalität. Zum geschichtlichen Zäsurenbedarf des modernen Menschen, in: Reinhart Herzog/Reinhart Koselleck (Hg.), Epochenschwelle und Epochenbewußtsein, München 1987, S. 343–352, hier S. 345 f.

  7. Martin Broszat, Einleitung, in: Ders. (Hg.), Zäsuren nach 1945. Essays zur Periodisierung der deutschen Nachkriegsgeschichte, München 1990, S. 9-10, hier S. 10.

  8. Johann Martin Chladenius, Einleitung zur richtigen Auslegung vernünfftiger Reden und Schrifften, Leipzig 1742.

  9. Anselm Doering-Manteuffel/Lutz Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven der Zeitgeschichte nach 1970, Göttingen 2008.

  10. Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit, Salzburg 2018

  11. Vgl. hierzu Gerald Wagner, Die Macht der Expertise. Politik schmückt sich gern mit dem Adjektiv evidenzbasiert. Ist das mehr als ein Vorwand für alternativlose Entscheidungen und die Politisierung der Wissenschaft?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.9.2022.

  12. So zum wiederholten Male in seiner Regierungserklärung vom 2. März 2023: „Wie also kommt die Ukraine dem Ziel eines gerechten Friedens näher?“, zit. n. Eckart Lohse, Der Kanzler, die Waffen und der Frieden. Olaf Scholz spricht im Bundestag ausführlich über die Frage, wie der Krieg in der Ukraine enden kann, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.3.2023.

  13. Tobias Rapp, Warum ich meine Kriegsdienstverweigerung zurückziehe, in: Der Spiegel 8/2023.

  14. Markus Wehner, Ein Besuch mit besonderer Note. Klingbeil gehörte zur Schröder-Connection, Mützenich war der rote Friedensapostel. Nun reisten sie nach Kiew, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.3.2023.

  15. Reinhard Veser, In die gleiche Falle, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.3.2023.

Weitere Inhalte

Prof. Dr. Martin Sabrow (geb. 1954) ist ein deutscher Historiker. Er war Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. E-Mail Link: sabrow@zzf-potsdam.de