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Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau

Patricia F. Zeckert

/ 19 Minuten zu lesen

Die Zeit vor und nach dem Mauerbau zeigte, wie sehr die Messe der DDR vom Gang der Deutschlandpolitik abhing. In welchem Maße diese Politik sich auf eine Branche und deren Wirtschaftsverbände übertrug und welche Spielräume Unternehmen dennoch nutzten, illustriert das Beispiel der Leipziger Buchmesse.

"Wir Verleger und Buchhändler der Deutschen Demokratischen Republik, im Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, begrüßen und unterstützen […] von ganzem Herzen die Maßnahmen unserer Regierung zur Sicherung der Staatsgrenze in Berlin". Diese Verlautbarung beschloss die Branchenvereinigung des ostdeutschen Buchwesens auf der Mitgliederversammlung während der Leipziger Buchmesse, die nur drei Wochen nach dem Bau der Berliner Mauer stattfand. Die Botschaft richtete sich nicht nur als Affirmation nach innen, sondern vor allem nach außen an die westdeutschen Buchhandelsfirmen und vor allem an deren Börsenverein. Will man die Auswirkungen des Mauerbaus auf die Leipziger Buchmesse darstellen, gehört das Verstehen dieser Ausgangslage dazu; denn seit der Spaltung des Buchhandels nach dem Zweiten Weltkrieg in einen ostdeutschen und einen westdeutschen Teil, in einen Leipziger und einen Frankfurter Börsenverein haben wir es mit "asymmetrisch verflochtener Parallelgeschichte" (Christoph Kleßmann) zu tun. Auf welchen Terrains sich beide Seiten bewegten, welche Formen der Abgrenzung und Kooperation dabei zu beobachten waren, trat eindrucksvoll während der Leipziger Buchmesse zutage, die eine einzigartige Arena für diese Verflechtung bot.

Walter und Lotte Ulbricht 1963 zu Besuch im neu eröffneten Messehaus am Markt; die Krise der Buchmesse war nur auf den ersten Blick überstanden. (© Historisches Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main, Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Fotoarchiv des Börsenblatts Leipzig.)

Die Buchmesse fand seit 1945/46 wieder statt, und zwar zusammen mit anderen Branchen im Rahmen der Leipziger Messe im Frühjahr und im Herbst. Ihr Organisator war das Leipziger Messeamt. Daneben übernahm der ostdeutsche Börsenverein von Anfang an viele branchengebundene Messeaufgaben. Nicht zuletzt über die Aktivitäten rund um die Handelsveranstaltung fand er Mitte der 1950er-Jahre aus seinem Schattendasein wieder zu konkreten Aufgabenfeldern: die feierliche Eröffnung der Buchmesse, die dazugehörige Pressekonferenz, deutsch-deutsche und internationale Empfänge sowie die Ausstellung der"Schönsten Bücher der Welt". Es handelte sich vornehmlich um Veranstaltungen, auf denen er Öffentlichkeitsarbeit für das DDR-Buch nach innen und nach außen betrieb, wobei insbesondere die Pflege der Beziehungen nach Westdeutschland in den Mittelpunkt rückte. Die Organisation der Leipziger Buchmesse lag immer in den Händen mehrerer Institutionen: Neben dem Messeamt und dem Börsenverein fiel die Zuständigkeit für den geschäftlichen Teil dem 1953 gegründeten Deutschen Buch-Export und -Import zu, der das Außenhandelsmonopol vertrat und dem Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel unterstellt war. Darüber hinaus zeichnete das Ministerium für Kultur – mit der Abteilung Wissenschaften des SED-Zentralkomitees im Hintergrund – für die Bücherschau verantwortlich. Bis die Zentralisierung des DDR-Verlagswesens ab 1963 mit der Gründung der Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel abgeschlossen war, erfolgte die Buchmesseorganisation auf staatlicher Ebene zweigleisig: durch die Abteilung Literatur und Buchwesen sowie durch die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Verlage. Spätestens seit Ende der 1950er-Jahre rang die Leipziger Bücherschau um Attraktivität, weil sie neben den europäischen Messekonkurrenten provinziell und profilarm wirkte. Dazu trug die räumliche Beengung des Hansahauses bei, eines der für Leipzig typischen Messehäuser in der Innenstadt, wo die Buchmesse seit 1949 ihr Domizil gefunden hatte. An diesem Krisenzustand etwas zu ändern, war ein zäher Prozess, der sich über Jahre hinzog und erst mit dem Umzug in das neu erbaute Messehaus am Markt ein vorläufiges, aber wenig zufriedenstellendes Ende fand. Dieses Gebäude war bis zum Ende der DDR die Heimstatt der Bücherschau, und seine Eröffnung im Herbst 1

Das Leipziger Messehaus am Markt im Herbst 1965. (© Bundesarchiv, Bild 183-D0903-0091-009; Foto: Heinz Koch)

963 half, die massive Krise zu mindern, die in Bezug auf die deutsch-deutschen Kontakte durch die Auswirkungen des Mauerbaus entstanden war.

Vorgeschichte: Die deutsch-deutschen Buchhandelsbeziehungen auf der Messe

Obwohl das Berliner Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR den Weg für offizielle Handelskontakte im Verlagsbereich schon Anfang der 1950er-Jahre geebnet hatte, zeichnete sich erst in der Mitte des Jahrzehnts ein Ausstellerzuwachs aus Westdeutschland auf der Buchmesse ab: 1954 waren es zunächst acht Firmen, 1960 schließlich rund 20. Bis dahin bildete die Präsenz der Kommissionäre das wichtigste Bindeglied im verschärften Kalten Krieg. Dabei handelte es sich um auf den Interzonenhandel spezialisierte Firmen, die jeweils mehrere Unteraussteller präsentierten. Der mächtigste Partner darunter war KAWE, der auf rund 100 Quadratmetern bis zu 200 Verlage vertrat und mit dem Buchexport Geschäfte in Höhe von einer Million DM allein mit Sortimentsexport machte.

Der Ausstellerzuwachs in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre stand in Verbindung mit der kulturpolitischen Öffnung gen Westen und mit der "gesamtdeutschen Arbeit", die die staatliche Literaturbehörde mithilfe des Börsenvereins forcierte. Damit gelang es, zahlreiche renommierte westdeutsche Wissenschafts- und Fachverlage wie De Gruyter, Springer und Langenscheidt als regelmäßige Einzelaussteller zu gewinnen. Einen besonderen Erfolg verbuchten die Messeorganisatoren 1958 mit dem Besuch Ernst Rowohlts, der nicht nur eine überaus bekannte Verlegerpersönlichkeit war, sondern auch dem westdeutschen Börsenverein mit Skepsis gegenübertrat.

Ende der 1950er-Jahre schwächten das Ende des "Tauwetters" und die Ideologische Offensive der SED auf dem Gebiet der Kultur das rege Engagement der westdeutschen Aussteller vorübergehend. Sie blieben wegen des unerträglich politisch aufgeladenen Klimas der Buchmesse fern. Die Vertreter der Verlage wurden zu allen Gelegenheiten in politische Gespräche hineingezogen, sodass kaum mehr Personal für Leipzig gefunden werden konnte. Solches Verhalten auf DDR-Seite vergiftete die Atmosphäre und stellte eine Beteiligung des bundesdeutschen Buchhandels an der Leipziger Messe in Frage.

Hinzu kam die Drosselung des Literaturbezugs aus der Bundesrepublik, die den westdeutschen Verlagen und dem dortigen Börsenverein ernsthafte Sorgen bereitete. Denn inzwischen verfolgte die DDR eine ideologisch und wirtschaftlich begründete Autarkiepolitik. Die "Störfreimachung" betraf im Buchsektor vor allem die Belletristik, aber auch der Import von Fachliteratur verringerte sich deutlich. Auf einer Messe sandte man damit kein positives Signal bezüglich der Handelsbereitschaft.

Für den Buchhandel kann nicht bestätigt werden, was für den innerdeutschen Handel im Allgemeinen angenommen wird, nämlich dass sich seine Rahmenbedingungen Ende der 1950er-Jahre grundlegend von einem "emotionalisierten, politisch aufgeladenen Handlungsfeld zu einem nüchternem Forum deutsch-deutscher Kontakte" änderten. Das hatte vor allem mit dem vergifteten Klima zwischen beiden Börsenvereinen zu tun, wobei die Teilnahme der DDR-Verlage an der Frankfurter Messe permanent für Konflikte sorgte. So steigerte sich die ideologische Angriffslust im Osten noch, als den DDR-Verlagen das Ausstellen unter dieser Bezeichnung auf der Messe am Main 1959 verwehrt wurde.

Das Gerangel um die Messepräsenz des Ostens in Frankfurt hatte eine Vorgeschichte: Der westdeutsche Börsenverein, in dessen Regie die Frankfurter Buchmesse stattfand, verwehrte den DDR-Verlagen bereits seit Anfang der 1950er-Jahre die Teilnahme aus Nichtanerkennungsgründen. Besonders für seine Mitglieder, die zu den enteigneten Verlegern zählten, wäre es eine Kränkung gewesen, einen Stand neben ihren im Osten verbliebenen Firmen zu haben. Deswegen trat die Branchenvereinigung für die Interessen der alten Leipziger Verleger auch im Rahmen ihrer Messepolitik ein. Für die DDR war ein Ausschluss in Frankfurt dagegen untragbar, weil dies an ihrem Souveränitätsanspruch rüttelte und sich negativ auf die ökonomische Bilanz auswirkte. Im Gegenzug setzte die ostdeutsche Seite die Leipziger Buchmesse ebenfalls als Druckmittel ein: Als die West-Verlage beantragten, ihre Fläche im Hansahaus im Frühjahr 1956 zu erweitern, lehnte die Literaturbehörde dies wegen der "Einengung" der DDR in Frankfurt ab.

Erst ab 1958 tolerierte der Frankfurter Börsenverein nach zähen Verhandlungen schließlich mit gewissen Einschränkungen eine unmittelbare und selbstständige Ausstellung von Ost-Verlagen auf seiner Messe. Allerdings war die DDR nicht mit der Bezeichnung "Bücher aus dem innerdeutschen Handel" zufrieden. Deswegen kam es im Jahr darauf zum Eklat, der damit endete, dass die ostdeutschen Verlage ihre Ausstellung vorzeitig abbrachen. Bis 1967 ein erneuter Vorfall für Furore sorgte, stellten die DDR-Firmen schließlich unter ihren Verlagsnamen aus – eine für beide Seiten mehr oder weniger praktikable Lösung. Die Starre des Frankfurter Börsenvereins war trotzdem allzu deutlich erkennbar. Im Gegensatz zu den sich ab 1962/63 verändernden internationalen und nationalen Rahmenbedingungen des deutsch-deutschen Handels erwies sich der Verband bis in die späten 1960er-Jahre als unzeitgemäß konservativ, was sich nicht zuletzt darin ausdrückte, dass sein Vorsteher offizielle Kontakte oder Zusammentreffen noch immer ablehnte, um damit nicht staatliche Anerkennung zu signalisieren.

Generalprobe: Erfahrungen aus der Kündigung des Berliner Abkommens

Im Prinzip hatte die Deutschlandpolitik für die Buchmesse eine Art Generalprobe angesetzt, auf der sich zeigte, wie schwierig es sein würde, die Auswirkungen des Mauerbaus auf die Aussteller abzufangen: die Kündigung des Berliner Abkommens am 30. September 1960. Noch bevor diese handelspolitische Sanktion beschlossene Sache war, hatte sich die Bundesregierung darauf verständigt, die Teilnahme westdeutscher Firmen an der Leipziger Messe mit allen Mitteln zu unterbinden: Zunächst machte das Bundeswirtschaftsministerium die Messeverträge mit der DDR genehmigungspflichtig und wies an, keine Einwilligungen mehr zu erteilen. Darüber hinaus empfahl der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der in seiner Nähe zu den deutschlandpolitischen Zielen Konrad Adenauers der Leipziger Messe kritisch gegenüberstand, den westdeutschen Ausstellern, von den Mietverträgen für die Messe zurückzutreten. Der Frankfurter Börsenverein schlug ebenfalls in diese Kerbe. Er empfahl, die Genehmigungsanträge für die Messe gar nicht erst zu stellen.

Obwohl der innerdeutsche Handel während dieser Zeit nicht zum Erliegen kam und alle Genehmigungen ihre Gültigkeit behielten, zeigten sich die Auswirkungen auf die Frühjahrsmesse 1961 allzu deutlich. Beide deutsche Staaten hatten sich Ende Dezember 1960 obendrein darauf geeinigt, das Abkommen mit dem Beginn des folgenden Jahres wieder in Kraft zu setzen. In einem dazugehörigen geheimen Ergebnisprotokoll verpflichtete sich die Bundesregierung unter anderem, das Verbot zur Beteiligung an der Leipziger Messe aufzuheben, und die DDR sicherte im Gegenzug die Freiheit des Berlinverkehrs zu. Trotzdem hatten viele Firmen ihre Verträge mit dem Messamt bereits storniert. Es schmerzte die Buchmesse, dass mühevoll akquirierte namhafte Häuser absprangen wie der Medizinverlag Urban & Schwarzenberg (München/Berlin) sowie Vieweg & Sohn (Braunschweig), Verlag von Naturwissenschaften, Technik und Mathematik. Trotz allem war der Frühjahrstermin im Hansahaus noch glimpflich verlaufen.

Debakel: Die Herbstmesse 1961

Als Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 ungefragt die Absicht leugnete, eine Mauer errichten zu wollen, leistete das den Spekulationen zu baldigen Veränderungen an der innerdeutschen Grenze Vorschub. So rechnete auch das Leipziger Messeamt seit Juli damit, dass sich die Lage verschärfen würde, und stellte sich auf erneute Boykotte der Bundesrepublik oder aller NATO-Staaten ein. Deswegen verlegte es zum Beispiel die Plakat- und Anzeigenwerbung in der Bundesrepublik zeitlich vor und plante die Umleitung des Messegut- und Personenverkehrs.

Auch der Verlagsbereich war im Sommer 1961 alarmiert: Bereits Ende Juli lagen in der ZK-Abteilung Handel, Versorgung und Außenhandel Pläne vor, wie man dem Nichterscheinen der westdeutschen Firmen begegnen könne, also welche ihrer Stände geschlossen oder anderweitig belegt würden. Etwa zwei Wochen später erfolgte die Abriegelung West-Berlins, und die Bundesbürger verliehen ihrer Empörung darüber unter anderem dadurch Ausdruck, dass sie Plakate der Leipziger Herbstmesse herunterrissen. Weitere drei Wochen später fand die Buchmesse statt.

Da es das erwähnte Geheimprotokoll zum erneuerten Handelsabkommen mit der DDR so vorschrieb, konnte die Bundesregierung selbst nichts gegen die Beschickung der Leipziger Messe durch bundesdeutsche Firmen unternehmen, wenn sie den Zugang zu West-Berlin nicht gefährden wollte. Statt offizieller Sanktionen beschränkte sie sich nach dem Mauerbau darauf, die Beteiligung an der Messe moralisch zu verurteilen. Dabei kam ihr die Empörung der westdeutschen Medien entgegen, die den öffentlichen Druck auf die Aussteller aus dem eigenen Land erhöhten, indem sie einen Feldzug gegen jene führten. Den tatsächlichen Boykott organisierte die Bundesregierung aber auf anderem Wege; sie bediente sich einerseits der Arbeitsgemeinschaft Interzonenhandel und andererseits wiederum gezielt der Wirtschaftsverbände, allen voran des BDI.

Während die Unternehmen zur Absage gedrängt wurden, ließ das Bundeswirtschaftsministerium die vertraglichen Verpflichtungen des innerdeutschen Handels weiterlaufen. Bereits Anfang Dezember 1961 ermächtigte es die Treuhandstelle, wieder mit dem DDR-Handelsministerium in Verbindung zu treten. Bonn bemühte sich also jenseits der Rhetorik um Deeskalation und unterließ alles, was den innerdeutschen Handel und die Leipziger Messe hätte ernsthaft gefährden können.

Ein Kommissionär wie KAWE, der bis zu 200 westdeutsche Verlage in Leipzig vertrat, hielt auf der Buchmesse direkt nach dem Mauerbau die Stellung. (© BStU, MfS, HA XX 7400, Bl. 84.)

Die Auswirkungen des Mauerbaus auf die Herbstmesse 1961 waren katastrophal. In der letzten Woche vor Messebeginn gingen in Leipzig täglich Absagen westdeutscher Firmen ein; noch am Tag der Eröffnung, am 3. September, erreichte das Messeamt die Absage des Landwirtschaftverlags Paul Parey. Dabei sagte nur ein Viertel der Aussteller überhaupt ab. Darunter befanden sich Rowohlt und der Fremdsprachenverlag Assimil, die beide keinen Grund für ihr Fernbleiben angaben; der Verlag Georg Westermann und derKommissionär KAWE verwiesen auf die allgemeine politische Situation; nur Carl Hanser begründete als einzige aller Firmen konkret mit "Berlin". Die Mehrheit blieb also stillschweigend fern. Dadurch verzeichnete die Verlagsbranche mit 80 Prozent weggebrochenen Ausstellern die zweithöchste Quote unter allen Branchengruppen, nach den Nähmaschinen/Nadeln.

Zehn Tage vor Messebeginn hatten sich alle Institutionen, die die Buchmesse organisierten, erneut getroffen, um die Regulierung zu besprechen: Falls einen Tag vor Messeeröffnung um 14 Uhr keine Exponate bereit stünden, müssten die volkseigenen Verlage einspringen und die leeren Stände belegen: Von den 70 Quadratmetern der von Westdeutschland unbelegten Stände schloss man die Hälfte, den restlichen Platz erhielt die VVB Verlage. Die große Fläche von KAWE, des wichtigsten Partners im innerdeutschen Buchhandel, belegten die Organisatoren mit den beiden DDR-Kunstverlagen Seemann und Verlag der Kunst. Diese Veränderungen erforderten im überschaubaren Rahmen der Buchmesse nur vergleichsweise geringen Aufwand, da der Westen vorrangig Kleinflächen mietete. Trotzdem stellten sie die gesamte Organisation auf eine harte Probe, und das Resultat fiel sogar den ostdeutschen Kollegen als "Verlegenheitslösungen" ins Auge – vor allem weil an drei Ständen "Taschenbücher aus Verlagen der DDR" gezeigt wurden.

Nach dem Mauerbau wurde die Buchmesse zum Loch in der Mauer für die Leser. Gedränge am Stand eines westdeutschen Verlags. (© Historisches Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main, Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Fotoarchiv des Börsenblatts Leipzig)

Das Hansahaus bot ein trauriges Bild: Statt der 16 westdeutschen und West-Berliner Verlage, die sich ursprünglich angemeldet hatten, stellten nur drei aus: der Musikverlag Bärenreiter sowie der West-Berliner Kommissionär Helios und dessen Schwesterfirma Verlag Radio-Foto-Kinotechnik. Es lässt sich erahnen, wie diese Stände bestürmt wurden. Der Helios-Geschäftsführer beschwerte sich, "dass es nicht mehr erträglich ist, wie man ihn zu dieser Messe belästigt. Journalisten, Korrespondenten und Mitarbeiter sonstiger Dienststellen sprechen laufen[d] bei ihm vor, um sich über seine politische Meinung zu informieren. Er wünscht nicht, als Aushängeschild benutzt zu werden".

Diese beiden Berliner Schwesterfirmen hielten die Stellung im Hansahaus. Alle anderen regelmäßigen Aussteller, die man in den 1950er-Jahren mühsam angeworben hatte und die trotz des Boykotts in Verbindung mit dem gekündigten Interzonenhandelsabkommen Leipzig die Treue gehalten hatten, brachen nun komplett weg.

Auch der wissenschaftliche Springer Verlag, der seit Mitte der 1950er-Jahre mit einem eigenen Stand ausstellte, kam seit Herbst 1961 nicht mehr nach Leipzig. Er ignorierte das Boykottschreiben des Börsenvereins dann jedoch und stellte im Herbst 1963 wieder aus. (© Sächsisches Staatsarchiv Leipzig (StA-L), 20202 Leipziger Messeamt I (Teil Fotos), 17930)

Erst zur Herbstmesse 1963 stellten wieder neun West-Verlage aus, was aber vor allem auf den Umzug in das neue Messehaus am Markt und dessen Anziehungskraft zurückzuführen war.

Auswirkungen: Die folgenden Messen

Besonders schwierig ließ sich die Messe im März 1962 an. Erneut organisierte das Bundeswirtschaftsministerium einen wirksamen inoffiziellen Boykott. Aus der Not heraus teilte das Messeamt den sozialistischen Verlagen diesmal deutlich mehr Raum zu. Es vermietete der ČSSR eine außerordentlich große Fläche, sodass der Prager Verlag Artia zusammen mit dem Stand des Verlags der tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften fast eine halbe Etage des vierstöckigen Hansahauses einnahm. In der Tat stellte es damit die gesamte politische Gewichtung des Ostblocks auf den Kopf, weil jetzt die Proportionen in den Ausstellungen der sozialistischen Länder nicht mehr gewahrt waren und die Sowjetunion mit einem weitaus kleineren Stand als gewohnt Vorlieb nehmen musste – er war sogar kleiner als der Polens.

Auch der Frankfurter Börsenverein begann, sich aktiv am Boykott zu beteiligen. Nach den Ereignissen im Sommer 1961 nahm er zunächst lediglich mit einem kleinen Ausschnitt aus dem Protokoll der Vorstandssitzung offiziell dazu im Börsenblatt Stellung. Sein Interzonenhandelsausschuss diskutierte die Reaktion des Verbands gründlich in seiner Sitzung am 4. September – einen Tag nach der Messeeröffnung in Leipzig: Im Ergebnis empfahl er dem Vorstand trotz des Mauerbaus, "allen Bestrebungen, die auf eine Kündigung des Interzonenhandelsabkommens oder auf eine stillschweigende Drosselung des Interzonenhandels abzielen, […] entgegenzutreten." Dabei verwies er auf die Sonderstellung des Handels mit Gegenständen des Buchhandels, bei dem die kulturpolitischen Erwägungen "beherrschend" im Vordergrund stünden: "Alle noch bestehenden Möglichkeiten, Gegenstände des Buchhandels in die SBZ zu verbringen, sollten in vernünftiger Zurückhaltung genutzt werden."

Die Frankfurter Buchmesse, die im Oktober im Anschluss an die Leipziger Buchmesse ins Haus stand, erforderte ebenfalls eine einheitliche Positionierung gegenüber den ostdeutschen Verlagen. 41 von ihnen hatten rechtsverbindliche Mietverträge abgeschlossen. Der Interzonenhandelsausschuss lehnte eine "einseitige Verweigerung" ab, so sehr "gefühlsbestimmte Überlegungen" eine Vertragskündigung gerechtfertigt erscheinen ließen. Dabei dachte er an den Rechtsstreit, auf den es der Deutsche Buch-Export hatte ankommen lassen und dessen Wiederholung man vermeiden wollte.

Darüber hinaus nahm der Frankfurter Verband den Mauerbau zum Anlass, endlich die "Abwehr östlicher Unterwanderung durch billige Bücher" vor allem im Lehr- und Fachbuchbereich zu verstärken. Verlage wie Harry Deutsch, die sich eine goldene Nase mit dem Fortdruck ostdeutscher Titel verdienten, waren ihm ein Dorn im Auge. Solche Bücher waren nur durch die abweichende Verlagsangabe äußerlich als Produkt westlicher Verlage gekennzeichnet. Die Schwierigkeit bestehe allerdings darin, nicht den Eindruck zu erwecken, der westdeutsche Buchhandel weise aus wirtschaftlichen Gründen auf die Gefahren der fast ausnahmslos politisch gefärbten Literatur hin.

Wie groß die Angst vor Unterwanderung und Infiltration unter den Verbandsakteuren war, zeigte ein rigider, streng vertraulicher Maßnahmenkatalog, der auf den Überlegungen dieser Sitzung des Interzonenhandelsausschusses basierte und die Abschottung gen Osten vorantrieb: keine Koproduktion mit ostdeutschen Verlagen außer bei theologischer, geisteswissenschaftlicher und streng wissenschaftlicher Literatur, keine Rezensionen, kein Vertrieb ostdeutscher Verlagserzeugnisse, keine Belegexemplare an die Deutsche Bücherei in Leipzig, keine Lizenzverträge und – keine Beteiligung an der Leipziger Messe.

Nach der Herbstmesse 1961 ließ der Frankfurter Börsenverein die Teilnahme in Leipzig zunächst offen und knüpfte eine etwaige Empfehlung an seine Mitglieder daran, ob Verhandlungen der Warenlisten für 1962 stattfinden würden. Als die Leipziger Messe ihre Pforten geschlossen hatte, wandte er sich ratsuchend an die Treuhandstelle für den Interzonenhandel, die allerdings befremdet zu verstehen gab, dass andere Wirtschaftsverbände gegenüber ihren Mitgliedern keine Stellung zum Mauerbau bezogen hätten. Doch der Verleger- und Buchhändlerverband entschied sich anders. Im Februar 1962 richtete er ein kurzes Schreiben an seine Mitglieder: Die Verhandlungen über die Warenlisten würden in absehbarer Zeit nicht stattfinden. "Unter diesen Umständen sieht sich der Vorstand des Börsenvereins nicht in der Lage, seinen Mitgliedern die Teilnahme an den Leipziger Messen 1962 zu empfehlen." Der Verband griff also zum Mittel eines Empfehlungsschreibens. Allerdings verwendete er ein Scheinargument, denn das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Treuhandstelle, die die Warenlisten aushandelte, schon im Dezember wieder zu Verhandlungen mit dem Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel der DDR ermächtigt. Da das Berliner Abkommen ohne Unterbrechungen weiterlief, hätten Unternehmen deutsch-deutsche wirtschaftliche Beziehungen – auch auf der Messe – unbeschadet fortsetzen können.

Das Podium auf der Pressekonferenz der Leipziger Buchmesse – das Barometer der Befindlichkeiten – hatte zur Herbstmesse 1961 noch vergleichsweise verhalten reagiert. Doch schon bald schoss die DDR mit Propaganda zurück. Klaus Gysi, Aufbau-Verleger, Vorsteher des ostdeutschen Verbands und später DDR-Kulturminister, sprach von Täuschungsmanövern des bundesdeutschen Börsenvereins und verlas dessen Boykottschreiben. Indem er verhindere, dass die Verleger Leipzig besuchten, trage er zur Spaltung Deutschlands bei. Außerdem wies Gysi erbost auf das dreisprachige Büchlein mit dem Titel "Prozess gegen Leser" hin, das der westdeutsche Verband herausgegeben und verschickt hatte und dessen Vorwort den Namen des Vorstehers Werner Dodeshöner trug. Gysi schloss mit einer Drohgebärde in Richtung westdeutscher Buchmesse: "Ich möchte ganz offen sagen, dass eine solche Politik uns gegenüber den internationalen Charakter der Frankfurter Buchmesse auf das allerschärfste bedrohen muss." Damit spielte er auf ein etwaiges Fehlen der Gemeinschaft der sozialistischen Länder, insbesondere der Sowjetunion, an, auf deren Rückendeckung Gysi verwies. So weit kam es 1962 nicht.

Fünf Jahre später spielte die DDR diese Karte erneut – und zog jetzt alle Konsequenzen: Die Frankfurter Buchmesse hatte ihre Ausstellungsbedingungen verschärft und gab erst auf sowjetischen Druck nach, als Moskau ankündigte, der Messe fernzubleiben.

Diese Art von Stimmungsmache betrieb die DDR-Seite auch zu den folgenden Messen, da der Frankfurter Verband sein Boykottschreiben 1962 und 1963 erneuert hatte. In der zweiten Jahreshälfte 1963 lieferte die DDR ihm jedoch einen neuen Grund, warum er seinen Mitgliedsverlagen weiterhin – mit Erfolg – von einer Messebeteiligung in Leipzig abriet. Diesmal nahm er die Anordnung des Ministers für Kultur vom Sommer des Jahres zum Anlass, die den geschenkweisen Empfang von Büchern und Zeitschriften aus dem Westen von einer ministeriellen Genehmigung abhängig machte. Erst im Herbst 1964 zog er schließlich sämtliche Einwände gegen die Leipziger Messe zurück.

Fortan entwickelte sich die Menge der westdeutschen Verlage nach dem kurzen Höhenflug zur Eröffnung des Messehauses am Markt wieder merklich positiv. Aus den drei bis vier Einzelausstellern waren Anfang der 1970er-Jahre mehr als 40 geworden. Außerdem brachen sich mit Luchterhand und

Der Stand des Suhrkamp Verlags, der seit Herbst 1965 wieder in Leipzig ausstellte, aufgenommen vom MfS. (© BStU, MfS HA XX 12614, Bl. 301.)

Suhrkamp, die seit der Nachkriegszeit 1965 wieder Stände in Leipzig bespielten, die einflussreichen belletristischen und geisteswissenschaftlichen Verlage als neue Ausstellergruppe eine Bahn. Diese Entwicklung stand im Zusammenhang mit einem Einstellungswandel der westdeutschen Buchhändler und Verleger gegenüber ihrer Branchenvereinigung, die sich seit Mitte des Jahrzehnts zunehmender Kritik stellen musste. Dazu gehörten auch die Verleger, die sich mit Nachdruck für die Vermittlung von DDR-Literatur in der Bundesrepublik einsetzten. Da deren Programme auch Titel von Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse & Co. beinhalteten, stießen sie auf ein gesteigertes Interesse bei den Lesern im Osten, für die die Buchmesse nach der Grenzschließung ein wichtiges Loch in der Mauer wurde.

Mitten in der Messekrise 1961/62 war jedoch ein interessanter Widerspruch zu beobachten gewesen: Obwohl der Anteil der westdeutschen Aussteller drastisch sank, blieb die vermeldete Gesamtzahl der Buchmesse-Aussteller überraschenderweise konstant, knapp unter der 150er-Marke. Der wesentliche Grund dafür war die steigende Beteiligung von Ausstellern aus dem westlichen Ausland, die die entstandene Lücke gern nutzten. Beispielsweise stellten Academic Press aus New York und die Akademische Verlagsanstalt aus Graz im Frühjahr 1962 erstmals in Leipzig aus. Bis auf den Boykott einiger Schweizer Verlage verzeichnete das Hansahaus aus den westlichen Industrieländern keinerlei Schwund.

Dieser Trend hatte schon während des gekündigten Handelsabkommens begonnen: mit Pergamon Press (London), dem Pariser Wissenschaftsverlag Hermann oder Arnoldo Mondadori (Mailand). Im Frühjahr 1961 hatte die Branche sogar Stanley Unwin begrüßt, Ehrenpräsident der Internationalen Verlegerunion, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Leipzig gelernt hatte und bis 1911 zu den Kantateveranstaltungen, dem Vorläufer der modernen Buchmesse, gekommen war. Ein solch angesehener Gast goss natürlich Wasser auf die Mühlen der De-facto-Anerkennungspolitik.

Verlage aus dem „kapitalistischen Ausland“ wie die englische Oxford University Press füllten die Lücke der westdeutschen Verlage, die im Messehaus seit dem Mauerbau entstanden war. (© Sächsisches Staatsarchiv Leipzig (StA-L), 20202 Leipziger Messeamt I (Teil Fotos), 12843)

Der Zuspruch des "kapitalistischen Auslands" im Hansahaus und im Gegensatz zum Boykott Westdeutschlands verdeutlichen, wie weit die Ostpolitik der Bundesrepublik und die der westlichen Verbündeten auseinanderdriftete. Neben ihrem Betreiben auf nationaler Ebene war es der Bundesregierung nicht gelungen, unter den westlichen Partnern Befürworter zu finden, da sie Berlin als Sonderproblem ansahen, das nicht als Maßstab ihres neuen ostpolitischen Konzepts galt. Obwohl der NATO-Rat auf Anregung der Bundesregierung 1961/62 seinen Mitgliedsländern schließlich empfahl, nicht nach Leipzig zu fahren, fand dies innerhalb der Wirtschaft der anderen westlichen Industrieländer keine Beachtung.

Stattdessen registrierte das Messeamt für zahlreiche Firmen aus den Bündnisländern der Bundesrepublik neue Aussteller oder erweiterte Flächen, sodass die SED-Führung die Herbstmesse 1961 als außenpolitischen Erfolg verbuchen konnte. Letztlich verhalf diese Entwicklung auch der Leipziger Buchmesse zu einem zweiten Internationalisierungsschub. Nachdem Anfang der 1950er-Jahre ein erster auf sie zugekommen war, wuchs die Präsenz nun nicht in die Breite, sondern in die Tiefe: Nicht die Menge der Länder erhöhte sich, aber die Menge der Aussteller pro Nation.

Fazit

Die ostdeutschen Messeorganisatoren hatten schon verschiedene Erfahrungen gesammelt, die zeigten, dass der Erfolg der Leipziger Veranstaltung stark an die deutsch-deutschen Befindlichkeiten gekoppelt war. Der Bau der Berliner Mauer schwächte die ohnehin in dieser Zeit instabile Buchmesse ernstlich und eindrücklich. Gleichwohl hatte die Bücherschau diese Phase durch die rege Teilnahme von Verlagen aus dem westlichen Ausland besser als erwartet überstanden, und die Ausstellerzahlen und -flächen blieben tatsächlich konstant. Vor allem aber darf eine Feststellung nicht übersehen werden: Auch wenn sich die westdeutsche Beteiligung insgesamt mager ausnahm, wollten viele Verlage nicht auf die Leipziger Buchmesse verzichten. Sie kamen zwar nicht als Einzelaussteller, aber über einen Kommissionär oder durch Prokuristen, die jenseits einer offiziellen Präsenz ausgesandt wurden. Es war dem Frankfurter Börsenverein mit seinen Kampagnen also nicht gelungen, in dieser Frage alle seine Mitglieder vollständig hinter sich zu bringen. Einzelne Verlage behaupteten ihr Entscheidungsrecht fernab der verordneten Linie, was den Stellenwert der Buchmesse als deutsch-deutsches Handelsforum unterstreicht – auch in politisch höchst angespannten Zeiten.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipziger Ausgabe, 19.9.1961, S. 545.

  2. Niederschrift über die Sitzung der Kommission für gesamtdeutsche und Auslandsfragen am 30.6.1959, Sächs. Staatsarchiv Leipzig (StA-L), 21766 Börsenverein II, 1658, Bl. 113–124.

  3. Für den buchhandelsgeschichtlichen Hintergrund s. die Kapitel von Siegfried Lokatis bei Simone Barck u.a. (Hg.), "Jedes Buch ein Abenteuer". Zensur-System und literarische Öffentlichkeiten in der DDR bis Ende der sechziger Jahre, Berlin 1998, S. 19–227.

  4. Peter E. Fäßler, Innerdeutscher Handel als Wegbereiter der Entspannungspolitik, in: APuZ, 3/2007, S. 37f.

  5. Vgl. Stefan Tiepmar, "Bürgerkriegsliteratur" und andere "staatsgefährdende Schriften". Westdeutsche Abwehrstrategien im innerdeutschen Buchaustausch, in: Mark Lehmstedt/Siegfried Lokatis (Hg.), Das Loch in der Mauer, Wiesbaden 1997, S. 69; Stephan Füssel (Hg.), 50 Jahre Frankfurter Buchmesse. 1949–1999, Frankfurt a. M. 1999; Peter Weidhaas, Zur Geschichte der Frankfurter Buchmesse, Frankfurt a. M. 2003, S. 181–211.

  6. Der Vorsteher, Besprechungspunkte mit Herrn Vizekanzler Dr. Mende (Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen), 6.10.1966, Institut f. Stadtgeschichte Frankfurt (ISG), W2/7 Börsenverein des Deutschen Buchhandels, 986.

  7. Für das Folgende zum Hintergrund der deutsch-deutschen Handelsbeziehungen vgl. Detlef Nakath, Zur Geschichte der deutsch-deutschen Handelsbeziehungen. Die besondere Bedeutung der Krisenjahre 1960/61 für die Entwicklung des innerdeutschen Handels, Berlin 1993, S. 22–35; Friedrich von Heyl, Der innerdeutsche Handel mit Eisen und Stahl 1945–1972. Deutsch-deutsche Beziehungen im Kalten Krieg, Köln u.a. 1997, S. 124–169; Peter E. Fäßler, Durch den "Eisernen Vorhang". Die deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen 1949–1969, Köln 2006, S. 223–255; ders., Zwischen "Störfreimachung" und Rückkehr zum Tagesgeschäft. Die deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen nach dem Mauerbau (1961–1969), in: Interner Link: http://www.bpb.de/126613/ [7.5.2012]; zu den Auswirkungen auf die Leipziger Messe vgl. Christiane Fritsche, Schaufenster des "Wirtschaftswunders" und Brückenschlag nach Osten. Westdeutsche Industriemessen und Messebeteiligungen im Kalten Krieg (1946–1973), München 2008, S. 375–387.

  8. Börsenvereins-Vorstand an die am Interzonenhandel […] interessierten Verlage, 11.10.1960, ISG, W2/7, 2391.

  9. Zu den Auswirkungen des Mauerbaus auf die allg. Leipziger Messe vgl. Karsten Rudolph/Jana Wüstenhagen, 13. August 1961 – Die beiden deutschen Staaten auf der Leipziger Messe, in: Hallische Beiträge z. Zeitgeschichte, 10/2001, S. 91–118; dies., Große Politik – kleine Begegnungen. Die Leipziger Messe im Ost-West-Konflikt, Berlin 2006, S. 108–115.

  10. Leipziger Messeamt, Absagen nach Messehäusern, o. D. [ca. 30.8., ergänzt 3.9.1961], StA-L, 21000 Messeamt II, 607.

  11. Leipziger Messeamt, Kurzbericht über die Leipziger Herbstmesse 1961, 10.9.1961, StA-L, 21000 Messeamt II, 787.

  12. Einschätzung Hans Marquardt (Verlagsleiter Reclam), aus: Protokoll zur Messebesprechung am 12.9.1962, Reclam Archiv Leipzig, 173.

  13. HA Innerdeutscher Handel, Information Nr. 11, 5.9.1961, BArch, DY 30/IV 2/6.10/60, Bl. 137.

  14. Bericht Hansa-Haus, 8.3.1962, BArch, DY 30/IV 2/6.10/61, Bl. 392f.

  15. Vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Frankfurter Ausgabe, 22.9.1961, S. 1439.

  16. Protokoll Sitzung des Ausschusses für Fragen des Interzonenhandels, 4.9.1961, ISG, W2/7 Börsenverein des Deutschen Buchhandels, 2391. – Die folgenden Zitate ebd.

  17. Ebd. Siehe auch Monika Estermann, Die Börsenvereine in Leipzig und Frankfurt – eine Problemskizze, in: Lehmstedt/Lokatis (Anm. 5), S. 85.

  18. Börsenverein Frankfurt, Aktennotiz Betr. Leipziger Messe, 14.2.1962, ISG, W2/7, 2391.

  19. Werner Dodeshöner (Vorsteher) an die Verlegermitglieder, 23.2.1962, ISG, W2/7, 2391.

  20. Stenograf. Protokoll Pressekonferenz, 5.3.1962, StA-L, 21766 Börsenverein II, 1109, Bl. 136–204.

  21. Vgl. Patricia F. Zeckert, DDR-Leser im Schlaraffenland. Westliteratur, Buchmesse und alternative Medienkultur, in: Stefan Zahlmann (Hg.), Wie im Westen nur anders. Medien in der DDR, Berlin 2010, S. 96–116.

M.A., Projektmitarbeiterin am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Abt. Buchwissenschaft, Universität Leipzig.