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Das Notaufnahmelager Gießen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Ein Sommer der Unentschlossenheit Sechs Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwende Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? 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Das Notaufnahmelager Gießen

Jeannette van Laak

/ 17 Minuten zu lesen

Vom Provisorium zur Institution: Jeanette van Laak beschreibt den schrittweisen Prozess der Verstetigung und Modernisierung von Lagerstrukturen zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der sowjetischen Besatzungszone und der DDR in Gießen.

Familie im Notaufnahmelager Gießen, August 1950 (© Bundesarchiv, Bild B 145 F000065-3039, Foto: Prof. Arntz)

Gemeinhin lässt der Begriff der Notaufnahme an die entsprechende Station eines Krankenhauses denken, auf der die Notfallpatienten eine erste medizinische Versorgung erhalten. Im folgenden Zusammenhang spiegelt der Begriff des Notaufnahmelagers jedoch die Befindlichkeit der deutschen Nachkriegsgesellschaft wider, die in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands bis Mitte der 1950er Jahre großen Bevölkerungsbewegungen ausgesetzt gewesen war. Zur Befriedung Mitteleuropas hatten die Alliierten die Umsiedlungsmaßnahmen der deutschsprachigen und deutschstämmigen Bevölkerung aus den nunmehr polnischen und tschechischen Grenzgebieten angeordnet. Konnten sich die deutschen Landesregierungen in den westlichen Besatzungszonen aufgrund der bedingungslosen Kapitulation und des damit verbundenen Status der alliierten Besatzung schon nicht gegen die Umsiedlungen verwahren, so versuchten sie ab Ende der 1940er Jahre, zumindest den Zuzug von Deutschen aus der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und späteren DDR zu begrenzen. Deshalb führte das Notaufnahmegesetz von 1950 die bis dahin in der britischen und amerikanischen Besatzungszone bestehenden Regelungen zusammen und schrieb fest, Personen aus der SBZ/DDR nur in Ausnahmefällen aufzunehmen, also aus politischen Gründen oder wenn ihnen Gefahr für Leib und Leben drohte. Als Not galt hierbei weniger die prekäre Lage eines Flüchtlings; vielmehr sah sich die Bundesrepublik in der Not, diese Menschen zusätzlich zu versorgen.

Das Notaufnahmegesetz gab also den Lagern in Uelzen-Bohldamm, Gießen und Marienfelde ihre Namen. Das Gießener Flüchtlingslager war 1946 gegründet worden und bestand als kleinstes der drei Lager bis 1990 als Erstaufnahmeeinrichtung für Übersiedler aus der DDR. Im Folgenden werden seine Entstehung und seine Verstetigung skizziert sowie nach Kontinuitäten von äußeren Lagerstrukturen gefragt.

Ein Flüchtlingslager entsteht

Seit April/Mai 1945 gehörte die Normalisierung des täglichen Lebens in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands zu einer der wichtigsten Aufgaben der Besatzungsmächte: Zum einen war ein Großteil der städtischen und betrieblichen Infrastrukturen zerstört, zum anderen galt es, die ortsansässige Bevölkerung und diejenigen Menschen, die in dieser Zeit auf der Flucht oder auf der Suche nach Verwandten waren, mit Lebensmitteln, Wohnraum und Brennstoffen zu versorgen. Die alliierte Anordnung, Deutsche aus den einstigen Ostgebieten aufzunehmen, stellte angesichts der angespannten Wohnraumsituation und der Arbeitsmarktlage eine zusätzliche Herausforderung dar.

Auch in Gießen waren die Lebensverhältnisse für die ca. 31.000 Einwohner in dieser Zeit schwierig: Alliierte Bombenangriffe und ein sich anschließender Großbrand im Winter 1944/45 hatten einen Großteil der Gebäude und der innerstädtischen Infrastrukturen zerstört. Von ehemals 3.800 Gebäuden im inneren Stadtbezirk waren nur 45 Gebäude unbeschädigt geblieben, und von ehemals 12.000 Wohnungen galten nur ca. 865 als unversehrt. Lediglich der Bahnhof und ein Großteil der Wehrmachtskasernen blieben erhalten und funktionsfähig. Viele Gießener wurden in die umliegenden Gemeinden evakuiert oder hausten in den Kellern der zerstörten Stadt, als die amerikanischen Besatzungstruppen in Gießen Quartier bezogen. Die US-Army beschlagnahmte die Kasernen und einen Teil der unversehrten Häuser und Wohnungen, womit sich die Wohnungslage in der Stadt zusätzlich verschärfte. Bereits im Frühjahr 1945 wurde in Gießen eine Sozial- und Flüchtlingsverwaltung gegründet, die den Heimatlosen und Durchwanderern vorübergehend Unterbringung und Versorgung anbot. Diese organisierte auch die - möglichst rasche - Weiterreise. Zum 1. Juli 1945 bezog das Sozialamt deshalb das notdürftig instandgesetzte Hotel Lenz gegenüber dem Bahnhof.

Ende Oktober 1945 teilte die US-amerikanische Besatzungsmacht der hessischen Landesregierung mit, dass etwa 600.000 Volksdeutsche in Hessen aufzunehmen seien. Die neue Landesregierung wiederum forderte verschiedene Städte und Gemeinden auf, unter ihnen die Stadt und der Landkreis Gießen, Räumlichkeiten für die anstehenden Aufgaben der Registrierung, der medizinischen Versorgung, der Versorgung mit Nahrungsmitteln und der kurzfristigen Unterbringung der Umzusiedelnden bereitzustellen. Die vorbereitenden Maßnahmen beinhalteten, dass die kommunale Sozial- und Flüchtlingsverwaltung dem Staatskommissariat für das Flüchtlingswesen unterstellt wurde, welches seinerseits dem Hessischen Ministerium für Arbeit und Wohlfahrt zugeordnet war. Der Staatskommissar für das Flüchtlingswesen ernannte - in Rücksprache mit den Kommunalverwaltungen - den Flüchtlingskommissar für die Stadtverwaltung und den für den Landkreis Gießen. Während der erste vom Hotel Lenz aus arbeitete, bezogen letzterer sowie das Gesundheitsamt die untere Etage des Hotels Kobel, ebenfalls in Bahnhofsnähe gelegen. Beide Einrichtungen schienen eng zusammenzuarbeiten, der Flüchtlingskommissar der Stadt koordinierte die organisatorischen Vorbereitungen.

1946 standen den Umzusiedelnden in der Stadt Gießen drei Gebäude als provisorische Unterkünfte zur Verfügung, die als "Flüchtlingslager" bezeichnet wurden. Hierbei handelte es sich um das Hotel Lenz für 100 Personen, um die studentische Unterkunft Otto-Eger-Heim mit einer Kapazität für 600 Personen sowie um zwei Baracken in Bahnhofsnähe für zusammen 100 Personen. Die Flüchtlingslager des Landkreises befanden sich in Lich (350 Personen), am Flugplatz Ettingshaus (150 Personen) und in Freienseen (100 Personen). Damit zeichneten sich in der Stadt Gießen und im gleichnamigen Landkreis dezentrale Strukturen für Flüchtlingseinrichtungen in der amerikanischen Besatzungszone ab. Dies kann - wie am Beispiel Gießens - auf die allgemein beengte Raum- und Gebäudesituation der Stadt zurückgeführt werden. Der Hauptgrund mag darin gelegen haben, dass die westlichen Alliierten Assoziationen mit einstigen NS-Lagern vermeiden wollten, weshalb in diesem Fall nicht auf vorhandene Lagerstrukturen zurückgegriffen wurde, sondern vielmehr Gaststätten, Schulen, Vereinshäuser oder eben Hotels als provisorische Unterkünfte für die Umzusiedelnden dienten. Auf die bis dahin übliche äußeren Kennzeichen von Lagern, wie etwa auf einen Zaun und auf eine Schranke wurde in diesen Fällen verzichtet.

Dass sich dennoch die Frage nach der Kontinuität zur NS-Zeit aufdrängen konnte, verdeutlicht der Bericht des Gießener Oberbürgermeisters, der dem Darmstädter Regierungspräsidenten im Dezember 1945 beflissen über den Stand der Vorbereitungen zur Aufnahme der Umzusiedelnden unterrichtete: "Gruppenweise werden die Ostrückwanderer unter Polizeischutz (...) vom Zug zur Entlausung in die von der Stadt bereitgestellten Baracke geführt. Von dort wird die jeweilige Gruppe in die Flüchtlingszentrale zur gründlichen Untersuchung gebracht (...). Erst nachdem die Rückwanderer auf ihrem Laufpass einen Vermerk ‚frei von Läusen und ansteckenden Krankheiten’ erhalten haben, können sie zu den für sie hergerichteten Quartieren weitergeleitet werden." Die Gießener Stadtverwaltung konzentrierte sich formal an den Aufgaben von Polizeischutz und medizinischer Versorgung. Der sachliche Ton mag charakteristisch für die Verwaltungssprache jener Zeit gewesen sein und doch zeigt seine Wortwahl, wie eng das Wohl bzw. Wehe der Umzusiedelnden in solchen Provisorien beieinander liegen mochten.

Die Stadt Gießen und die mit der Aufnahme der Vertriebenen betrauten Institutionen waren jedenfalls auf den Tag X vorbereitet. Diese Maßnahmen konzentrierten sich auf Sicherheit und Kontrolle sowie auf stabile Verhältnisse in der Stadt. Bereits am 10. Februar 1946 traf der erste Flüchtlingszug aus Mähren ein. 600 Personen wurden nach Friedberg weitergeleitet, die anderen 600 fanden Unterkunft in den genannten Räumlichkeiten. Nur einen Tag später lud die Landesregierung den Oberbürgermeister der Stadt, die Landräte verschiedener Landkreise, die Flüchtlingskommissare, den Polizeidirektor sowie Vertreter der Stadtverwaltung und hessischer Hilfsorganisationen zu einer "Konferenz ‚Flüchtlingsfragen’" in Gießen, vermutlich um so den Akteuren der Aufnahmeregion ihre Unterstützung zuzusichern.

Vom Regierungsdurchgangslager zum Notaufnahmelager

Ende 1946 stoppten die Alliierten die Ausweisung von Deutschen aus den Vertreibungsgebieten, und die Anzahl der Umzusiedelnden nahm ab. Trotzdem wurde das Gießener Flüchtlingslager nicht aufgelöst, vielmehr wurde es auf Anordnung der Hessischen Regierung zu einem Regierungsdurchgangslager. Zu den Aufgaben dieser –Art von Flüchtlingszentrale gehörte es, den Zuzug von Deutschen nach Hessen zu kontrollieren, war dieser doch aufgrund der angespannten Wohnraumsituation in den hessischen Städten von der Besatzungsmacht stark eingeschränkt worden.

Zu den Personengruppen, die das Lager aufzusuchen hatten, gehörten neben den Umzusiedelnden zeitweise Displaced Persons, heimkehrende Kriegsgefangene oder auch entlassene Internierte. Auch diejenigen, die in den ersten Nachkriegsjahren in anderen Ländern auf ihre Rückkehr nach Deutschland gewartet hatten, wurden hier durchgeschleust, wie es in der Amtssprache hieß. Bis 1950 wickelte das Lager "Transporte mit Flüchtlingen aus den Vertreibungsgebieten, Dänemark, Schleswig-Holstein, Österreich, Shanghai, Jugoslawien und Rumänien" ab. Eine weitere Personengruppe waren illegale Grenzgänger. So wurden offiziell jene Deutsche bezeichnet, die selbstständig von einer Besatzungszone in die andere wechselten. Da die Anzahl der illegalen Grenzgänger vor allem aus der sowjetischen Zone stetig zunahm, sahen sich die deutschen Behörden in der britischen und amerikanischen Besatzungszone gezwungen, deren Aufnahme zu beschränken. Auf einer Konferenz der deutschen Länder der britischen und amerikanischen Besatzungszone im Juli 1949 wurde die Uelzener Entschließung verabschiedet, die festschrieb, aus welchen Gründen welche Grenzgänger aus der SBZ aufgenommen werden sollten. Außerdem beschlossen die Vertreter, künftig nur noch zwei Flüchtlingslager für SBZ-Flüchtlinge je Besatzungszone zu betreiben. Für die britische Zone wurde das Uelzener Lager vorgehalten. In der amerikanischen Zone gestaltete sich die Standortfindung nicht ganz so einfach. Zunächst war eine Einrichtung in Ulm, später eine bei Hof-Mochendorf in Bayern im Gespräch. Weil es in der einen Einrichtung logistische Schwierigkeiten gab und die andere für einen anderen Personenkreis vorgesehen war, fiel die Wahl des US-Zonenlagers schließlich auf Gießen.

In der Folge schien sich die hessische Landesregierung am Uelzener Beispiel eines Zentrallagers für Flüchtlinge zu orientieren. Die bislang bestehenden dezentralen Strukturen wurden nun aufgegeben und ein Gelände oberhalb des Bahnhofs hergerichtet, das den Verantwortlichen für ein Flüchtlingslager geeignet erschien. Die bisher vom Lager genutzten ehemaligen Baracken in der Stadt wurden ab- und auf dem Gelände des Viehmarkts wieder aufgebaut. Welche Entscheidungen dazu führten, dass die dezentralen Lager-Strukturen, die vor allem dem missliebigen "Lagereindruck" entgegenarbeiten sollten, aufgegeben wurden, ist noch unbekannt. Vielleicht war ein Ausdruck von Souveränität gegenüber der Besatzungsmacht, vielleicht war es aber auch ein Angebot an die Stadt, die über die vielen Menschen vor bzw. auf dem Bahnhofsvorplatz gar nicht glücklich war. Vielleicht sollten aber auch Verwaltungskompetenzen gebündelt werden.

Zu einer Verbesserung der Lebensumstände im Lager jedenfalls führte die Zentralisierung zunächst nicht. Vielmehr kritisierte der Flüchtlingsausschuss des neugegründeten Bundestages, der das Gießener Lager im November 1949 besuchte, die geringe finanzielle Unterstützung des Lagers durch das Land Hessen, die unzureichende Ernährung der Flüchtlinge und den Umstand, dass Flüchtlinge auf dem Boden schlafen mussten. In den Folgemonaten wurden diese Missstände behoben und im Anschluss an eine erneute Besichtigung Anfang März 1950 wurde vermerkt: "Gut abgeschnitten. […] Die Verantwortlichen waren von der vorteilhaften Veränderung des Lagers gegenüber der letzten Besichtigung so beeindruckt, dass die Entscheidung zu Gunsten des Lagers gefällt wurde." Zu diesem Zeitpunkt bestand das Lager aus sieben Wohnbaracken, vier Wirtschaftsbaracken, einer Kranken- und einer Kulturbaracke. Das Lager bot etwa 740 Flüchtlingen Unterkunft und Versorgung, ihre Unterbringung erfolgte nach Geschlechtern getrennt in Gemeinschaftsunterkünften. Die Baracken selbst entstammten in aller Regel aus den Beständen des Reichsarbeitsdienstes. Die Wahl des Standortes des neuen Flüchtlingslagers verweist auf die lokale Kontinuitäten: Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich auf dem Gelände des Viehmarktes ein Heimkehrerlager für Soldaten. In der Zwischenkriegszeit diente es den Sinti und Roma und "Schaustellern" als Stellplatz für ihre Wohnwagen. Nach Kriegsende zogen auch diese wieder umher und fanden hier erneut Unterkunft. Mit der Errichtung eines neuen Flüchtlingslagers wurde vor allem ihr Stellplatz stark verkleinert, was in der Folge zu Spannungen mit den Lagerinsassen des Flüchtlingslagers führen sollte.
Territorial gesehen befand sich das neue Lager damit vor den Toren der Stadt, denn es lag hinter dem Bahnhof. Wollte man so die Fremden aus der Stadt fernhalten oder die Bewohner der Stadt schützen? Bekannt ist, dass die Stadtverwaltung um 1948/49 viel daran setzte, eine Verlegung des Lagers zu erreichen.
Und noch etwas scheint wichtig: Im Fall der provisorischen Unterkünfte für die Umzusiedelnden wurde nicht auf bereits bestehende infrastrukturelle Einrichtungen aus der NS-Zeit - etwa auf Kriegsgefangenen- oder andere NS-Lager - zurückgegriffen, sondern neue Lager geschaffen. Damit distanzierten sich sowohl die Landesregierung als auch die Stadtverwaltung von der NS-Zeit.

Der Ausbau des Notaufnahmelagers

1952 stiegen die Flüchtlingszahlen aus der DDR erneut stark an. Die Gründe hierfür waren vielfältig: Die SED proklamierte den Aufbau des Sozialismus, befestigte ihren Grenzstreifen entlang der Demarkationslinie und erhöhte die Arbeitsnormen der Werktätigen. Erst der Volksaufstand am 17. Juni 1953 führte dazu, dass die Flüchtlingszahlen etwas abnahmen, nicht zuletzt, weil die Normerhöhungen zurückgenommen worden waren. Nach den Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR vom 26. Mai 1952 konnten Fluchtwillige nicht mehr einfach die grüne Grenze, wie die Demarkationslinie im Volksmund genannt wurde, überschreiten. Deshalb verließ der Großteil der Flüchtlinge die DDR fortan über Berlin. Weil dadurch die West-Berliner Lager alsbald hoffnungslos überfüllt waren, erfolgte am 30. Juli 1952 die Grundsteinlegung für ein neues großes Flüchtlingslager in Berlin-Marienfelde. Als 1953 das Notaufnahmelager Marienfelde medienwirksam eröffnet wurde, galt es mit den fünfzehn dreistöckigen Gebäuden als modernste Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik.

Es ist davon auszugehen, dass das Lager Marienfelde zu so etwas wie einem Vorbild für lagerähnliche Einrichtungen in der Bundesrepublik wurde. Außerdem setzte es sich die hessische Landesregierung in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zum Ziel, die bestehenden Baracken als Unterkünfte für Vertriebene und Flüchtlinge zu schließen. Im März 1955 kaufte das Land Hessen in Gießen das Lagergelände und bald darauf begann ein für eine ursprünglich temporär angelegte Einrichtung untypischer Umbau: Die Baracken wurden abgerissen und verkauft. An ihre Stelle rückten neue massive Häuser mit mehreren Etagen, zuerst ein Wirtschaftsbau mit Küche, Speisesaal und Kantine. Ihm folgten je ein dreigeschossiges Verwaltungs- und zwei Unterkunftsgebäude. In der Anordnung der Gebäude entstand ein Hof, der als Versammlungs- und Feierplatz, später auch als Parkplatz genutzt wurde. Die letzte Bauphase begann nach dem Mauerbau: Im September 1961 fand eine Besprechung über den "Endausbau des Lagers" statt. Dabei wurde der Bau eines fünfgeschossigen Unterkunfts- und Bürogebäudes, einer neuen Krankenstation, einer größeren Gemeinschaftshalle und eines Pförtnerhauses bewilligt. Nach Abschluss dieses insgesamt etwa fünf bis sieben Jahre dauernden Projekts verfügte das Gießener Notaufnahmelager über eine Aufnahmekapazität von etwa 700 Personen.

Zum bisherigen Kenntnisstand deutet kaum etwas darauf hin, dass der Ausbau des Lagers mit den hohen Flüchtlingszahlen aus der DDR begründet wurde. Es bleibt noch unbeantwortet, auf welche politischen Entscheidungen die Verstetigung der Gebäude und damit des Lagers zurückzuführen ist. Denkbar ist, dass die Flüchtlingsunterkünfte an die urbanen Strukturen der Stadt anknüpfen sollten, um so ihre Akzeptanz vor Ort zu erhöhen. Vielleicht waren die Lagergebäude als Eintrittsportal oder Schaufenster gedacht, mit denen sich die Bundesrepublik den deutschen Brüdern und Schwestern in der DDR präsentieren wollte. Nicht zuletzt sollten die neuen Gebäude demonstrieren, dass man glaubte, die unmittelbare Nachkriegszeit erfolgreich überwunden zu haben.

Das Lager nach dem Mauerbau

Die Bundesregierung reagierte erst knapp zwei Jahre nach dem Mauerbau auf die veränderte Flüchtlingssituation: Zum 1. April 1963 wurden das Lager Uelzen-Bohldamm in Niedersachsen geschlossen und das Lager Marienfelde in den Folgejahren um ein Drittel verkleinert. Gleichzeitig erhielt das Lager in Gießen den Status eines zentralen Bundesnotaufnahmelagers für alle Flüchtlinge aus der DDR. Hierfür wurden zunächst die Jugendlager in Krofdorf und das Haus Elisabeth in die Einrichtung integriert. Weil die Belegungskapazität im Notaufnahmelager Gießen noch immer zu hoch war, wurde sie schließlich halbiert. So gab es um 1965 insgesamt 132 Unterkünfte für erwachsene Flüchtlinge, 72 für jugendliche, allein reisende Männer und acht für jugendliche, allein reisende Mädchen. Weitere 100 Betten wurden für Studenten und 46 für Krankenschwestern bereitgehalten und genutzt; das Krankenhaus konnte 40 Patienten betreuen. Weil die Kapazitäten für die erwachsenen Flüchtlinge nach dem Mauerbau nur selten ausgeschöpft waren, erfolgte die Unterbringung von Familien zunehmend auch in Doppelzimmern.

Damit erinnerte im Grunde kaum noch etwas an die einst typischen Merkmale eines Lagers. Feste Gebäude hatten die Baracken ersetzt. Die ursprüngliche "Architektur auf Zeit", wie die Baracken einmal bezeichnet worden waren, wurde in eine Architektur der Zeit transformiert. Sie waren kantig, klotzig und funktional. Die räumliche Enge einstiger Gemeinschaftsunterkünfte war in den Viermann- und Doppelzimmern zwar noch nicht vollständig aufgehoben, doch der individuelle Raum eines Flüchtlings bei weitem nicht mehr so beschränkt wie Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre; gleiches galt für die sanitären Einrichtungen. Erhalten blieb die Abgrenzung des Lagers nach außen, gut sichtbar mit einer Schranke am Pförtnerhaus und einem Zaun um das Lagergelände, sowie rudimentäre Merkmale einer Lagerordnung.

Die Flüchtlingszahlen von DDR-Bewohnern gingen zwischen 1961 und 1989 stark zurück, weshalb von einer Auslastung der Lagergebäude keine Rede mehr sein konnte. Deshalb gewährte das Lager in den 1960er und 1970er Jahren Gießener Institutionen so etwas wie Notaufnahme, wenn auch wiederum in einem ganz anderen Sinne. Ab etwa 1967 residierte hier die Kriminalpolizei der Stadt, bis deren Verwaltungsbau 1972 fertig gestellt und bezugsfertig war. Es gab - wie angedeutet - erfolgreiche Verhandlungen mit der Gießener Universität, die dringend Schwesternheime bzw. Lernschwesterwohnheime benötigte. Letztlich wohnten hauptsächlich ausgelernte Krankenschwestern in einem Unterkunftsgebäude des Lagers, hatte doch das hessische Kultusministerium Bedenken geäußert, die Verantwortung für die minderjährigen Lernschwestern im Lager nicht übernehmen zu können. Parallel dazu wurde ein Gebäude als Studentenwohnheim genutzt. Später wurde ein Unterkunftsgebäude zu einer Schule für spätausgesiedelte Jugendliche umgebaut, die hier sowohl einen Sprachkurs absolvieren und als auch einen Schulabschluss anstreben konnten. Weitere Beispiele ließen sich anführen.

Damit werden einmal mehr die flexiblen Arbeitskontinuitäten einer solchen Einrichtung deutlich, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand immer wieder neue, andere Aufgaben übernehmen konnte. Es bleibt noch zu untersuchen, welche Strukturen hierfür die nötigen Bedingungen schufen. Die zunächst der Baracke als preiswerte Unterbringungsmöglichkeit zugeschriebene Charakteristik von begrenzter Zeitlichkeit mag zwar der Flexibilität der Lager entgegengearbeitet haben, letztere waren aber nicht auf sie angewiesen, wie die erfolgreiche Modernisierung und ihre anschließende Nutzung belegen.

Resümee

Vorliegend wurde der langjährige Prozess einer Verstetigung skizziert. Eine zunächst als Provisorium konzipierte und betriebene Einrichtung entwickelte sich über einen Zeitraum von 25 Jahren zu einer Institution. Hierfür wurden die unter der amerikanischen Besatzungsmacht geschaffenen dezentralen räumlichen Strukturen an einem neuen Standort zentralisiert, wobei man – wider Erwarten - an die Tradition der Vorkriegszeit anknüpfte.

Der Bau einer aus festen Gebäuden bestehenden Einrichtung schien den bis dahin üblichen Aufgaben zu widersprechen, die die Machthabenden bis dahin den Lagern zugeschrieben hatten - dem Insassen seine Rand-Position in der Gesellschaft aufzuzeigen und ihn damit aufzufordern, rasch Eigeninitiative zu zeigen und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Zwar können die Neubauten auch als "Schaufenster des Westens" interpretiert werden, mit denen den Deutschen aus der DDR ein spezifisches Bild von Freiheit und Demokratie präsentiert werde sollte. Vor allem aber signalisierte die Modernisierung dieser Provisorien der eigenen Gesellschaft, dass die man Nachkriegszeit Anfang der 1960er Jahre nunmehr endgültig überwunden glaubte.

Zitierweise: Jeanette van Laak, Das Notaufnahmelager Gießen. In: Deutschland Archiv Online, 27.3.2013, Link: http://www.bpb.de/157195

Fussnoten

Fußnoten

  1. Ray M. Douglas, "Ordnungsgemäße Überführung". Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, München 2012, S. 201f.

  2. Helge Heidemeyer, Flucht und Zuwanderung aus der SBZ/DDR 1945/46 - 1961. Die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland bis zum Bau der Berliner Mauer, Düsseldorf 1994, S. 83ff.

  3. Ebd.

  4. Heidemeyer, Flucht (Anm. 2), S. 70.

  5. Die Bestandszahlen der Gebäude und Wohnungen stammen aus dem Jahr 1939. Oberbürgermeister Gießens an das Landeswirtschaftsamt für Groß-Hessen, Abt. VI am 1. Juni 1946, Berichtswesen und Statistik, Stadtarchiv (StA) Gießen N 1636. Sowie Ludwig Brake und Eva-Maria Felschow, 50 Jahre Kriegsende. Stadt und Universität im Wiederaufbau 1945-1960, Gießen 1996, S. 2.

  6. Ebd., S. 81.

  7. Oberbürgermeister der Stadt Gießen an den Regierungspräsidenten, zu Händen OR Elsässer am 12. Dezember 1945, Hess. Staatsarchiv Darmstadt (HStAD), H 1, Nr. 3568.

  8. Heinz Dörr, Vom Flüchtlingskommissariat zur Zentralen Aufnahmestelle – Rückblick auf 45 Jahre Flüchtlingslager in Gießen, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins(MOHG), NF81/1996, S. 49-68, hier S. 49f.

  9. Bericht des Stadtbauamts am 20. September 1945, Stadtarchiv Gießen, N 5348, sowie Mietvertrag zwischen Stadt Gießen und dem Hotelbesitzer Schulte, Hotel Lenz (Abschrift vom 30. Oktober 1945), Stadtarchiv Gießen, Nr. 5348.

  10. Brake / Felschow, Kriegsende (Anm. 5), S. 107; Ludwig Brake, Neuanfang und Aufbruch, in: Ludwig Brake und Heinrich Brinkmann (Hg.), 800 Jahre Gießener Geschichte 1197-1997, Gießen 1997, S. S. 263-287, hier S. 276.

  11. Bernhard Parisius und Manfred Pult, Einleitung, in: Diess., Quellen zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Hessen. Ein Inventar des Schriftguts in hessischen Staats-, Kommunal-, Kirchen- und Wirtschaftsarchiven von 1945 - 1975, Wiesbaden1992, S. XXf.

  12. Zur allgemeinen Arbeit und Zuständigkeit der Flüchtlingskommissariate vgl. Rolf Messerschmidt, Aufnahme und Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge in Hessen 1945 - 1950. Zur Geschichte der hessischen Flüchtlingsverwaltung, Wiesbaden 1994, S. 248f.

  13. Oberbürgermeister der Stadt Gießen an den Regierungspräsidenten (Anm. 7).

  14. Großhessisches Staatsministerium, Der Minister für Arbeit und Wohlfahrt, Staatskommissar für das Flüchtlingswesen am 21.8.1946, Aufteilung des Flüchtlingsdienstes in Großhessen, S. 2, Hess. Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (HHStAW), Abt. 502, Nr. 4965.

  15. Ebd.

  16. Oberbürgermeister der Stadt Gießen an den Regierungspräsidenten (Anm. 7).

  17. Dörr, Flüchtlingskommissariat (Anm. 8), S. 50f sowie Seit Januar 1946 eingeschleuste Flüchtlinge in geschlossenen Transporten nach Groß-Hessen, HStAD, H1, Nr. 4172.

  18. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen (handschriftlich), HStAD, H 1, Nr. 3568. Von den städtischen Vertretern waren das Gesundheitsamt, das Schulamt, die Finanzabteilung, das Hochbauamt und das Bauamt eingeladen, von den karitativen Verbänden die Vertreter des Hessischen Hilfswerkes, der Caritas und der Inneren Mission.

  19. Vgl. zuletzt Douglas, "Ordnungsgemäße Überführung" (Anm. 1), S. 235f.

  20. Regierungspräsidium Hessen an den Herrn Minister für Arbeit und Wohlfahrt am 6. Dezember 1946. HStAD, H 1, Nr. 3568.

  21. Aufgaben der Flüchtlingsstellen, in: Gießener Freie Presse, 11.12.1948, S. 7.

  22. Bericht "Entstehung des Lagers", Stadtarchiv Gießen, 7/3 0016, S. 6.

  23. Ebd.

  24. Arne Hoffrichter, Heinrich Albertz und die SBZ-Flucht. Zur Rolle Niedersachsens, der Presse und des Durchgangslagers Uelzen-Bohldamm im Prozess der Notaufnahmegesetzgebung 1949/1950, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 84 (2012), S. 402-433.

  25. Zentrallager für die US-Zone in Gießen?, in: Gießener Freie Presse, 25.8.1949, S. 4.

  26. Hierfür wurden die Bombentrichter zugeschüttet, um das Gelände so zu begradigen, dass weitere Baracken aufgestellt werden konnte. Bericht "Entstehung des Lagers" (Anm. 22).

  27. Kritik am Lager Gießen, in: Hessische Nachrichten,12.11.1949, Stadtarchiv Gießen, N 82/521.

  28. Bericht "Entstehung des Lagers" (Anm. 22), S. 2.

  29. Verzeichnis B für Grenzdurchgangslager, Stadtarchiv Gießen, 7/3 003. Aus den Rechenschaftsberichten der Stadt an das zuständige Regierungspräsidium geht hervor, dass das Lager gerade zwischen 1948 und 1950 oft überbelegt war. Stadtarchiv Gießen, N 2049.

  30. "Heimkehrerlager", in: Hessische Landeszeitung, Anzeiger für Oberhessen.19.10.1920, S. 6.

  31. Protokoll über die am 20. September 1948 stattgefundene Dezernentenbesprechung, Stadtarchiv Gießen, N 1683.

  32. "Bürgermeister Dr. Elsner erklärte, dass die Stadt Gießen bei der Errichtung des Lagers nicht gefragt worden sei und sie nach wie vor alle Schritte unternehmen werde, um eine Verlegung des Lagers zu erreichen." Siehe: Bisher 1,35 Millionen Ostflüchtlinge von den Westzonen aufgenommen. Zentrallager Gießen seiner neuen Bestimmung übergeben, in: Gießener Freie Presse, 2.9.1949, S. 2.

  33. Vgl. Katja Augustin, Im Vorzimmer des Westens. Das Notaufnahmelager Marienfelde, in: Bettina Effner und Helge Heidemeyer (Hg.), Flucht im geteilten Deutschland, Berlin 2005, S. 135-154, hier S. 141.

  34. Abt. X Vermerk Beschaffenheit und Belegung der hess. Landes- und Kreis-Flüchtlingslagern vom 22.8.58, HHStAW, Abt. 508, Nr. 3772.

  35. Siehe Schriftverkehr zwischen Hess. Ministerium des Inneren und dem Hess. Ministerium der Finanzen über die Ausbau des Lagers, HHStAW, Abt. 506, Nr 1942.

  36. 140 weitere Plätze gab es im Jugendlager Krofdorf und im Haus Elisabeth.

  37. Zum Verhältnis von Lager und Stadt vgl. Jeannette van Laak, Das Notaufnahmelager Gießen - Ein Seismograph der deutsch-deutschen Beziehungen?, in: Detlev Brunner u.a. (Hg.), Asymmetrisch verflochten? Deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte, Berlin 2013.

  38. Das Notaufnahmelager Uelzen schließt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.3.1963, S. 6.

  39. Vgl. HHStAW, Abt. 508, Nr. 4067a. Die Quelle erwähnt nur Studenten. Ob damit auch weibliche Studierende gemeint waren, ist ungeklärt.

  40. Notaufnahmelager Gießen an den Staatsbeauftragten für das Flüchtlingswesen am 2.1.1964: Übersicht über Aufnahmefähigkeit und Belegung des Notaufnahmelagers Gießens und des wirtschaftlich angeschlossenen Jugendlagers Krofdorf, HHStAW, Abt. 508, Nr. 4067a.

  41. Axel Dossmann/ Jan Wenzel/ Kai Wenzel, Architektur auf Zeit. Baracken, Pavillons, Container, Berlin 2006.

  42. Diese verwiesen auf die Mahlzeiten, auf die Pflicht der An- und Abmeldung sowie auf die Rückgabe der Bettwäsche und des Essbestecks. Siehe Der Leiter des Bundesnotaufnahmeverfahrens in Gießen, Belehrung, Stadtarchiv Gießen, 7/3 017; Laufzettel, Stadtarchiv Gießen 7/3 006.

  43. In den Jahren 1963 und 1964 lagen sie bei etwas mehr als 40.000, zehn Jahre später betrugen sie weniger als 20.000. So wurden 1974 etwa 13.252 DDR-Übersiedler gezählt, 1975 waren es 16.285. Hans Hermann Hertle/ Konrad H. Jarausch/ Christoph Kleßmann (Hg.), Mauerbau und Mauerfall. Ursachen – Verlauf – Auswirkungen, Berlin, 2002, S. 310-314.

  44. Minister des Inneren an Herrn Regierungspräsidenten Darmstadt am 17. Mai 1963, HStAD, H 1, Nr. 7759.

  45. Niederschrift über die gemäß Ziffer 9 der Lagerrichtlinien vom 25. Januar 1954 durchgeführte Prüfung im Monat April 1981, HStAD, H 5, Nr. 26 Bestandsprüfungen, Bl. 2.

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Jeannette van Laak ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Lager im 20. Jahrhundert, Deutsche Zeitgeschichte und ihre Vermittlung sowie Gedenkstättenpädagogik.