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Verpasste Chancen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Krieg der Lügner Kalter und heißer Krieg. Wie beenden? „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Heimat ist ein Raum aus Bytes Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Verpasste Chancen Die Transformation der DDR-Presse 1989/90

Mandy Tröger

/ 21 Minuten zu lesen

Welche Chancen gab es nach dem Mauerfall für den Aufbau unabhängiger Zeitungen in der untergehenden DDR? Und wie schnell teilten sich Grossisten und Verlage aus dem Westen die "Ostzeitungen" und deren Markt nach der Wiedervereinigung auf? Eine Rekonstruktion.

„Insgesamt sind wir der Meinung, daß unseren Medien geholfen werden muß, sich in einem fairen Wettbewerb wirtschaftlich besser zu behaupten. Es kann nicht angehen, daß jetzt übergroße Wirtschaftsmacht aus dem Westen die Pressefreiheit einengt und damit Ähnliches tut, was früher die übergroße Staatsmacht getan hat.“ Tagebucheintrag, DDR-Medienminister Gottfried Müller, 27. April 1990

(© picture-alliance/dpa)

Mit dem 30-jährigen Jubiläum der deutschen Einheit im Oktober 2020 rückte das Jahr 1989/90 – also die Zeit vom Herbst 1989 bis zum Herbst 1990 – noch einmal nachdrücklich ins Zentrum öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses. Wie waren Reformbestrebungen in der DDR intendiert und von wem getragen, und auf welche Weise wirken diese bis heute nach? Solche Fragen erhalten angesichts aktueller gesellschaftlicher Debatten (Stichwort „Lügenpresse“) eine neue Brisanz. Beschäftigt man sich mit ihren Wurzeln, kommt man um eine präzise Analyse der Transformationsprozesse 1989/90 und der Zeit danach nicht herum.

Waren die politischen Proteste des Herbstes 1989 in der DDR getragen vom Ruf nach Medien- und Pressefreiheit, eröffnete sich mit dem Jahr 1990 bundesdeutschen Verlagen ein neuer Markt, den sie früh durch aggressive Strategien zu erschließen versuchten. Bereits ab November 1989 betrieben sie gezielt Lobbyarbeit, verkauften schon bald ihre Produkte, schlossen unterschiedlichste Verträge und schufen so Fakten, nicht selten auch ohne rechtliche Grundlagen: Bis Juli 1990 sicherten sich die finanzstärksten Medienkonzerne wie die WAZ-Gruppe, MADSACK oder die FAZ-Gruppe Beteiligungen an so gut wie allen etablierten DDR-Zeitungen. Im Fall der vier Großverlage Heinrich Bauer, Gruner + Jahr (G+J), Axel Springer und Burda kam der Aufbau eines exklusiven verlagsabhängigen Pressevertriebssystems dazu. Das hieß, führende Medienhäuser der Bundesrepublik schufen zeitig die Strukturen der sich transformierenden DDR-Presselandschaft gemäß ihren Interessen innerhalb eines deutsch-deutschen Pressemarktes, der faktisch schon ab Mai 1990 vereint war. Wesentliche Reformziele der DDR-Bürgerbewegungen, wie die Zerschlagung struktureller Pressemonopole oder der Aufbau einer basisdemokratischen Presse, blieben damit chancenlos.

Der folgende Versuch, diese Entwicklungen zu umreißen, bietet keine Geschichte „mit klar verteilten Täter- und Opferrollen“ , sondern eine Dokumentation der Hintergründe sich früh entwickelnder struktureller Abhängigkeiten, die die Presselandschaft Ostdeutschlands bis heute bestimmen. Nicht die Interessen einer sich transformierenden DDR-Presse standen dabei im Vordergrund, sondern die Expansion der bestehenden Medien- und Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik.

Die Herbstrevolution

Der politische Rahmen für diese Entwicklung wurde auf dem ersten Treffen zwischen Helmut Kohl und Hans Modrow am 19. Dezember 1989 in Dresden gesetzt. In der DDR gab es zu diesem Zeitpunkt einen deutsch-deutschen Zeitungsaustausch nur für eine privilegierte Minderheit. Alle Zeitungen und deren Inhalte waren streng reglementiert, die Presselandschaft befand sich im Parteibesitz und basierte auf den strukturellen Privilegien der Staatspartei SED. Diese hielt mit 16 von 39 Tageszeitungen rund 70 Prozent der gesamten Zeitungsproduktion (6,5 Millionen Exemplare täglich). Dagegen brachten es die Tageszeitungen der Blockparteien (CDU, LDPD, NDPD und DBD) zusammen nur auf eine Auflage von 800.000 Exemplaren. Die Kontrolle des gesamten Pressesektors übte damit die SED aus. Deren Zentralorgan Neues Deutschland (Auflage 1,1 Millionen Exemplare) wurde von großen Betrieben abonniert, die Nachrichtenagentur Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN) besaß das Monopol über die gesamte offizielle Nachrichtenlieferung und die DDR-Post sowie das Zeitungsvertriebsamt (ZVA) kontrollierten und reglementierten den Zeitungsvertrieb (durch eine Postzeitungsliste, Sperrzeichen und so weiter). In all diesen Bereichen hatte die Staatspartei das Sagen.

Zwar erhielten DDR-Zeitungen großzügige Subventionen, jedoch bestimmten mangelnde Ressourcen (vor allem Papierknappheit) und veraltete Infrastruktur und Technik die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen und Druckereien. SED-Zeitungen genossen hier materielle und personelle Privilegien (in Papierzufuhr, Druckzeiten, technischer Ausstattung und so weiter). So waren die auflagenstarken 14 SED-Regionalzeitungen (jede mit acht bis zu 23 Kreisausgaben) den „lokal weniger differenzierten Zeitungen der DDR-Blockparteien klar überlegen“. Demzufolge oblag die Kontrolle über die Lokalberichterstattung ebenfalls der SED.

Im Herbst 1989 nahmen die Rufe oppositioneller Gruppen nach der Zerschlagung dieses SED-Informationsmonopols und nach freien Medien, nach Meinungs- und Informationsfreiheit unaufhaltsam zu. Der freie Zugriff auf westdeutsche Presseerzeugnisse war eine der politischen Forderungen, die an die Modrow-Regierung gerichtet wurden. Daher unterstrichen Modrow und Kohl auf ihrem Treffen im Dezember 1989 „die große Bedeutung einer freien und umfassenden Information durch Zeitungen“ und „kamen überein, wechselseitig den Vertrieb und Bezug von Zeitungen und Zeitschriften zu ermöglichen“. Die damit einhergehenden technischen und kommerziellen Probleme sollten von einer deutsch-deutschen Expertengruppe gelöst werden.

Am 4. November 1989 auf dem Weg zum Berliner Alexanderplatz. Demonstranten machen sich auch für Pressefreiheit stark und gegen die Stasi. (© wir-waren-so-frei.de / Peter R. Asche)

Der DDR-Pressefrühling

Das erste deutsch-deutsche Mediengespräch fand am 8. Februar 1990 im Bundesministerium des Innern (BMI) in Bonn statt. Während diesem betonte der damalige Staatssekretär Hans Neusel das große Interesse der Bundesregierung an einer freien Presse in der DDR. Erst wenige Tage zuvor, am 5. Februar 1990, hatte die Volkskammer der DDR den Beschluss zur Gewährleistung der Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit verabschiedet. Dieser hatte laut Neusel große Aufmerksamkeit in der Bundesrepublik erregt, denn er sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Beschluss verbot nicht nur jegliche Art von Zensur und hob das über Jahrzehnte herrschende Vertriebsmonopol der DDR-Post auf. Auch konnte nun jede natürliche und juristische Person in der DDR Printmedien herstellen, veröffentlichen und vertreiben. Das hieß, dass jegliche Lizenzierung abgeschafft wurde und nur die Registrierung von Presseprodukten nötig war.

Diesem Beschluss folgte ein wahrer Boom von Zeitungsneugründungen: Einer Umfrage des DDR-Nachrichtendienstes ADN zufolge gab es Anfang Februar 1990 bereits 16 Neuerscheinungen in der DDR, vier mit Unterstützung von westdeutschen Investoren. Bis zum 15. Februar kamen elf Titel hinzu, bis zum 28. Februar zwölf weitere. Von basisdemokratischen Bürgergruppen, Parteien oder lokalen Bürgerinitiativen gegründet, gab es bis Juli 1990 rund 100 solcher Zeitungsneugründungen, nicht selten von Lokalzeitungen in Kooperation mit kleinen und mittelständischen bundesdeutschen Verlagen.

Gleichzeitig vollzogen etablierte DDR-Zeitungen interne Reformen; neue Chefredakteure wurden gewählt, Redaktionsstatute aufgesetzt. Mehrere SED-Bezirkszeitungen erklärten sich politisch unabhängig; ihre Auflagen und Abonnementzahlen blieben stabil. Die Auflagen überregionaler Tageszeitungen wie des Neuen Deutschlands und der Jungen Welt sank dagegen rapide; ein Verlust, der aber laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) durch die vielen Neugründungen fast gänzlich ersetzt wurde. Ab April 1990 versuchten gleich drei DDR-Institutionen diese Reformflut in geordnete Bahnen zu lenken: der im Februar gegründete Medienkontrollrat (MKR), das im April 1990 gegründete Ministerium für Medienpolitik (MfM) und der Ausschuss für Presse und Medien der Volkskammer.. Der MKR, ein unabhängiges, überparteiliches Beratungsgremium, dem Vertreter des gesamten ostdeutschen politischen Spektrums angehörten, hatte sich auf Grundlage des Beschlusses vom 5. Februar gegründet. Er hatte weder legislative noch exekutive Gewalt, sondern sah sich als „eine moralisch-appellative Instanz einzig der Aufgabe verpflichtet, die Meinungsvielfalt und Auswahlfreiheit für den mündigen Bürger vor erneuter Vermachtung ebenso zu schützen wie vor deformierter Vermarktung“ Hierfür hielt der Rat öffentliche Anhörungen mit verschiedenen Interessengruppen. Jede „Eigentumsbeteiligung an Medien der DDR durch Ausländer“ bedurfte seiner Zustimmung. Denn um „Informationsfreiheit und Meinungspluralismus auf dem Gebiet der DDR garantieren zu können“, so der Rat, seien „alle Schritte zu unterlassen, die zu Monopolstellungen sowohl der DDR – als auch ausländischer Verlage führen können“. Da Kooperationsbestrebungen bundesdeutscher Verlage mit DDR-Zeitungen bereits ab Anfang 1990 zahlreich erfolgt waren, galt diese Regelung vor allem für Investoren aus der Bundesrepublik.

Allerdings war der MKR mit seinen Arbeitsaufgaben überfordert, vor allem wenn die Legislative oder Exekutive gefragt waren. Unter der Regierung de Maizière wurden ihm deshalb das MfM und ein Volkskammerausschuss zur Seite gestellt. Denn auch Lothar de Maizière unterstrich, dass es für plurale Medien zwar „soviel Markt wie möglich und soviel Staat wie nötig“ brauche, um aber Medien nicht der Gefahr neuer Monopole auszuliefern, sollten sie nicht sich selbst überlassen werden. Ihr Übergang benötige einen institutionellen Rahmen, um „unterschiedliche Bemühungen zusammenzuführen und den Weg in eine freie und vielfältige Medienlandschaft zu bahnen“. Das medienpolitische Ziel waren eigenständige DDR-Medien, die ihre eigenen Reformprozesse begleiten sollten. Zudem sollten eigene demokratisch und wirtschaftlich tragfähige Medieninstitutionen und -unternehmen in der DDR entstehen.

Die DDR-Pressereform und die Bundesrepublik

Auch auf bundesdeutscher Seite wurde über die Entwicklungen der DDR-Presselandschaft ausführlich nachgedacht und beraten. Zwar war der DDR-Markt, wie der damalige Vorstand für Zeitungen und Zeitschriften des Axel Springer Verlags, Christian Herfurth, im Juni 1990 unterstrich, weiter weg als „Frankreich, England oder Spanien“. Allerdings, so betonte der Geschäftsführer des Verlags Peter Tamm, war das Ziel des Axel Springer Verlags, „die Stellung als führendes Pressehaus und bedeutendes Medienunternehmen in ganz Deutschland durch das starke Engagement in der DDR zu sichern“. „Hier kann man nur klotzen, ganz egal, wie die Zahlen aussehen.“ Gleiches galt für andere West-Verlage. Sie alle sahen in der DDR willkommene Möglichkeiten, ihre Auflagen und Reichweiten zu erhöhen.

Kurz nach dem ersten deutsch-deutschen Mediengespräch fand am 14. Februar 1990 im Bundesministerium des Innern (BMI) ein Treffen der Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) statt, einem der zwei größten bundesrepublikanischen Verlegerverbände. Im Mittelpunkt stand die Frage des Vertriebs westdeutscher Titel in der DDR. Anwesend war auch ein Vertreter des Axel Springer Verlags. Seit Dezember 1989 hatte der Verlag (erst allein, ab Mitte Januar 1990 zusammen mit G+J, Bauer und Burda) vergeblich an der Gründung eines Pressevertriebs-Joint-Ventures mit dem Ministerium für Post- und Fernmeldewesen (MPF) der DDR gearbeitet. Über dieses sollten 100 Titel (70 Prozent von den vier Großverlagen) in die DDR importiert werden. Der DDR-Ministerrat und der Runde Tisch stoppten dieses Vorhaben auch aufgrund starker Proteste mittelständischer Verlage aus der Bundesrepublik. Nun, so argumentierte Springer, seien für die „notwendige schnelle Versorgung der DDR-Bevölkerung mit bundesdeutscher Presse“ vor den Wahlen vor allem eine „schnelle Startphase“ und eine „flexible und unkonventionelle Handlungsweise“ erforderlich. Das BMI teilte diese Meinung. Zwar gäbe es in Bezug auf Presseexporte in die DDR „jetzt bereits Regelungsbedarf“ insbesondere auf Zölle und Steuern (die nicht gezahlt wurden) und Preise (die nicht feststanden), die „Aktivitäten von Verlagen in rechtlichen Grauzonen“ sollten, so das BMI, aber fortbestehen. Denn: „Bis zur Wahl erscheinen Eigeninitiativen der Verlage als zur Zeit einziger Lösungsansatz für den Vertrieb bundesdeutscher Presse und werden ausdrücklich gutgeheißen“. Ziel des BMI war es, vor den Wahlen in der DDR einen Informationsfluss zu sichern, der stark von bundesrepublikanischen parteipolitischen Interessen beeinflusst war. Es sei, unterstrich das BMI, auch „dafür Sorge zu tragen“, dass für „ein künftig vereintes Deutschland“ in der DDR „Strukturen gebildet würden, […] die kompatibel seien“ mit denen der Bundesrepublik. Das bedeutete, nichts, was im Osten aufgebaut wurde, durfte bestehende Strukturen in der Bundesrepublik gefährden. Damit gab das BMI grünes Licht für die Erschließung der DDR-Presselandschaft durch die finanzstarken Verlagshäuser aus dem Westen Deutschlands und legte den DDR-Reformrahmen nach bundesrepublikanischem Standard fest.

Der „Presse-Coup der ‚"Großen Vier"

Anfang März 1990 nahmen Springer & Co. den DDR-Pressevertrieb dann in ihre eigenen Hände. Sie teilten die DDR in vier Vertriebsgebiete auf – Bauer übernahm den Norden, G+J die Region Berlin und Frankfurt/Oder, Burda die Region Suhl in Thüringen und Springer den Rest des Südens. Die Verlagsauslieferung mit ungefähr 73 (vor allem eigenen) Titeln startete dann an circa 3.300 Verkaufsstellen. Zum gegenseitigen Vertrieb ihrer Presseerzeugnisse verpflichtet, landeten sie so den „Presse-Coup der "Großen Vier", wie die Deutsche Presse-Agentur dpa es nannte.

Trotz massiver Proteste von DDR-Verlagen und Gewerkschaften gegen die „neokolonialistische Aufteilung des DDR-Medienmarktes“ blieb der verlagsabhängige Vertrieb der „Großen Vier“ in abgeänderter Form bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 bestehen. Mehrere Versuche des MfM, politisch dagegen vorzugehen, blieben erfolglos. Auch Beschwerden der DDR-Regierung bei der Bundesregierung bewirkten nichts. Zwar betonte der DDR-Ministerrat, der „de facto monopolisierte Vertrieb von Printmedien (…) führt eindeutig zu einer starken Wettbewerbsverzerrung und wäre nach dem Kartellgesetz der BRD unzulässig“. Das BMI aber bezog sich auf die „gebotene Staatsferne in Pressefragen“, unterstrich, ein „Verstoß gegenüber der Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland liegt nicht vor“ und machte klar, die Bundesregierung habe daher „keinerlei rechtliche Handhabe“. Sowohl das BMI als auch das Kartellamt befanden das verlagsabhängige Grosso-Modell der „Großen Vier“ als „tolerabel“ – zwar undenkbar in der Bundesrepublik, aber gut genug für die DDR bis zur Einheit. Diese Billigung nutzten die Großverlage wiederholt als Legitimationsgrundlage für den weiteren Ausbau ihres exklusiven Vertriebssystems.

Die Folgen für die DDR-Zeitungen, die weiterhin vom völlig überforderten DDR-Postzeitungsvertrieb (PZV) abhingen, hatten keinerlei Relevanz. Dabei funktionierte der PZV trotz hoher Gebühren (zeitweise mehr als 50 Prozent des Zeitungsverkaufspreises) schlecht. DDR-Zeitungen berichteten über verspätete oder stornierte Lieferungen, Zeitungen druckten in dieser Zeit viele Beschwerdebriefe ihrer Leser ab. Die Zeitungen überhaupt auf die Ladentische zu bekommen, war für viele DDR-Verlage ein täglicher Kampf.

Verdrängungswettbewerb durch Dumpingpreis-Presse

Dank des Pressevertriebssystems der Großverlage war aus dem Ziel des deutsch-deutschen Presseaustausches bis Ende März ein einseitiger Pressetransfer geworden. Zudem lieferten sich finanzstarke Verlage aus der Bundesrepublik zu diesem Zeitpunkt einen verschärften Preiskrieg untereinander: Sie verkauften ihre Titel im Währungsverhältnis 1:1 (nicht zum offiziellen Währungskurs 1:3), also zu etwa einem Drittel des westdeutschen Verkaufspreises. Die billige Westpresse fand unter ostdeutschen Lesern zunächst reißenden Absatz. Allerdings konnten Verlage so weder ihre Produktionskosten decken, noch hatten kleine und mittelständische Verlage sowohl der Bundesrepublik als auch der DDR ein Mindestmaß an Chancengleichheit. Denn es war ein Minusgeschäft, bei dem allein finanzstarke Verlage auf der Jagd nach künftigen Lesern miteinander konkurrierten. Ab Mai 1990 wurden dann alle West-Titel zum 1:1 Preisverhältnis verkauft.

Wolfgang Fürstner, verantwortlich für die Ostaktivitäten des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), dem zweiten großen Verlegerverband der Bundesrepublik, kritisierte dieses marktstrategische Vorgehen scharf. DDR-Verlage erlitten dadurch erhebliche Wettbewerbsnachteile. Die „Qualitätsstandards der Drucktechnik, die Papierqualität, das Anleihengeschäft und die vorhandenen Vertriebswege“ der DDR-Zeitungen könnten „in keiner Weise dem Wettbewerb mit westdeutschen Produkten standhalten“, mahnte er im März 1990. Zudem wurden DDR-Zeitungen ab dem 1. April 1990 die Subventionen gestrichen. Sie mussten somit in kürzester Zeit andere Einnahmequellen finden, verdoppelten oder verdreifachten ihre Preise, stellten auf Werbung um und hofften auf westdeutsches Kapital. Allerdings brauchte Werbung eine Infrastruktur in Form von Verkaufs- und Marketingbüros (die es bis dato nicht gab) oder Leser-Adresslisten, die bei der DDR-Post lagen. So wurde auch hier westdeutsche Expertise wichtig, was frühzeitig die Abhängigkeiten ostdeutscher Zeitungen weiter verstärkte. Dies, so Fürstner, „führt geradezu zwangsläufig zu einem Verdrängungswettbewerb auf dem Boden der DDR“

Die Verlage aus der Bundesrepublik leugneten ihr Vorgehen nicht. „Wir können uns nicht anders als marktgerecht verhalten“, erklärte Axel Springer-Sprecher Heiner Bremer, während G+J-Sprecher Christoph Keese immerhin sein Bedauern darüber äußerte, „daß durch diese Entwicklung DDR-Verlage in Gefahr geraten können“. Nach Ansicht der Welt war dieser „Mißstand“ aber „sicherlich ungewollt von den Großverlagen“. Auch Stefan Teschke, Sprecher des Jahreszeiten Verlags, war sich keiner Schuld bewusst. Seiner Meinung nach würden DDR-Verlage „mit Sicherheit nicht durch Preisabsprachen westdeutscher Verlage gerettet“. Und damit hatte er zumindest teilweise auch recht.

Denn Dumpingpreis-Strategien allein waren nicht der Grund, warum es DDR-Zeitungen unmöglich war, gleichberechtigt am Wettbewerb teilzunehmen. Durch die massiven Zeitungsimporte dank des exklusiven Vertriebssystems kam nicht nur die billige Westpresse in die DDR – eine werbefinanzierte, dem Markt verhaftete, flexibel agierende Presse traf auf eine staatlich finanzierte, von Planstrukturen abhängige und sich transformierende Parteipresse. Stand der Import westdeutscher Titel zunächst für eine Pluralisierung der DDR-Presselandschaft, setzten die aggressiven Marktstrategien der West-Verlage im Kampf gegeneinander die DDR-Presse gleichzeitig unter hohen wirtschaftlichen Druck. Das öffnete die Türen für westdeutsches Kapital.

Zeitungshochzeiten und die Treuhandanstalt

Schon im April 1990 las man in der tageszeitung, dass es keine DDR-Zeitungen mehr gäbe, „bei denen nicht bereits Kaufverhandlungen“ liefen. Laut dpa versuchten alle Verlage aus der Bundesrepublik frühzeitig „sich mit Beteiligungen an DDR-Verlagen eine günstige Ausgangsposition für den Wettbewerb zu verschaffen“. Diese Kooperationen waren, so die Fachzeitschrift journalist, „sehr vielgestaltig“. Sie reichten von der Gewinnung von Anzeigenkunden über den Verkauf von Werbung bis zum Druck der Zeitungen in der Bundesrepublik. Üblicherweise wurden „auch Kapitalbeteiligungen vollzogen oder in Vorverträgen geregelt“

Diese deutsch-deutschen Allianzen wurden in einer rechtlichen Grauzone geschmiedet, wobei die Verhandlungen so schnell abliefen, dass nur die Beteiligten wussten, wer mit wem verhandelte. Zwar lag die Zustimmung über Presse-Joint-Ventures offiziell beim MKR, der Minderheitsbeteiligungen westdeutscher Verlage erlaubte, in der Praxis jedoch wurden Verträge inoffiziell und an allen staatlichen Einrichtungen vorbei ausgehandelt. Laut G+J-Vertreter Andreas Ruppert hatten die westdeutschen Verlagshäuser bereits im Mai 1990 die DDR-Verlage untereinander aufgeteilt. In jenem Monat versuchte sich die DDR-Regierung einen Überblick zu verschaffen: Demnach unterhielt der Axel Springer Verlag (inkl. seiner Tochtergesellschaften) mit insgesamt elf Zeitungen Kooperations-, Joint Venture- oder Kaufgespräche. Bauer hatte fünf Joint-Venture-Abkommen bereits geschlossen, fünf weitere waren in Vorbereitung. G+J plante ein Joint Venture mit der Sächsischen Zeitung (Auflage 544.700) und beabsichtigte, zwei Zeitschriften zu kaufen. Die WAZ-Gruppe plante Joint Ventures mit vier Zeitungen, unter anderem mit der Leipziger Volkszeitung (LVZ) (Auflage circa 500.000). Der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verhandelte mit VOB Union über die Gründung einer Tochtergesellschaft – Teil der VOB Union waren fünf Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 280.000 Exemplaren. Vor allem die 14 großen ehemaligen SED-Bezirkszeitungen standen bei den finanzstarken West-Verlagen hoch im Kurs. Mit unverändert hohen Auflagen- und Verkaufszahlen (zwischen 200.000 bis 500.000 Exemplaren) hatten sie in ihren Bezirken eine quasi unangefochtene Monopolstellung. Hier, schrieb der journalist, gaben sich „die Großverlage die Klinke in die Hand“. Allein die LVZ erhielt bis Mitte 1990 17 Beteiligungsangebote.

Medienminister Gottfried Müller war über diese Entwicklung alles andere als glücklich. In seinem Ministertagebuch notierte er die Befürchtung, „das alte SED-Monopol bei Bezirkszeitungen“ ginge zusammen „mit neuem Monopol aus dem Westen“. Er betonte wiederholt, diese Kooperationen seien nicht rechtsgültig, das letzte Wort habe die Treuhandanstalt (THA). Aber Bauer und andere westdeutsche Verlage erwarteten die baldige „Umwandlung von Absichtserklärungen in endgültige Verträge“. Diese Erwartung erfüllte sich mithilfe der THA am 13. April 1991.

An diesem Tag stimmte der THA-Verwaltungsrat dem vorläufigen Verkauf von zehn ehemaligen SED-Bezirkszeitungen an „ausgewählte Erwerbsinteressenten“ zu, also an zwölf finanzstarke westdeutsche Presseunternehmen. Der Preis: 850 Millionen DM und ein Investitionsvolumen von 1,3 Milliarden DM. Die Prüfung privater Restitutionsansprüche stand noch aus, aber der Deal war besiegelt. Kernelement dieses Umstrukturierungsprozesses war die systematische Aufteilung profitabler Verlage der ehemaligen DDR auf westdeutsche Interessengruppen, die ihre Ansprüche (trotz der rechtlichen Grauzone) bereits 1990 geltend gemacht hatten. Zwar durfte jeder finanzstarke West-Verlag innerhalb einer Region nur eine auflagenstarke DDR-Zeitung kaufen. Mehrheitlich folgte die THA aber bestehenden Verträgen und verlieh ihnen damit Rechtsgültigkeit. „Ordnungspolitische Erwägungen“, kritisiert Ariane Mohl in einem Gutachten für den Brandenburger Landtag später, „spielten bei der Privatisierung der DDR-Presse faktisch keine Rolle. Die Treuhandanstalt legte beim Verkauf der ostdeutschen Verlage dieselben Kriterien an wie bei der Veräußerung einer Schuhfabrik“. Dabei folgte die THA strikt ihrem politischen Auftrag, nämlich dem Erhalt der DDR-Verlage und ihrer Arbeitsplätze. Es war nicht ihre Aufgabe, über die Entscheidung von Eigentümerschaft für Pressevielfalt zu sorgen. Demnach hatte Wettbewerb (im Pressebereich, also der Wettbewerb der Meinungen) allein nach den Kriterien des Kartell- und Wettbewerbsrechts zu erfolgen. Anstatt SED-Bezirkszeitungen in kleinere Einheiten aufzulösen, übergab die THA finanzstarken westdeutschen Verlagen einen „nach den Gesetzen des staatlichen Zentralismus als Monopol aufgebauten Markt, in unveränderter Struktur“, den diese dann weiter konsolidierten und ausbauten. Die politische Verantwortung für diese Entwicklung lag auf Bundesebene, also insbesondere beim BMI. Dieses hatte entschieden, den politischen Auftrag der THA nicht zu modifizieren.

Pressesterben und Marktkonzentration nach 1990

Nach der deutschen Einheit ging die Zahl der Zeitungen in Ostdeutschland drastisch zurück. Von den ursprünglich 120 Zeitungen, die 1990 neu gegründet worden waren, waren im Mai 1992 nur noch etwa 65 Zeitungen aus etwa 50 Verlagen übrig. Bis November fiel die Zahl auf 50 Zeitungen aus 35 Verlagen. Der Verband der Lokalpresse nannte dies ein „trauriges Ergebnis“.

Diese „Übernahme“ – und das wollte dieser Beitrag zeigen – war allerdings nicht allein dem Markt geschuldet, sie bedurfte politischer Rahmenbedingungen. Laut Historiker Konrad Dussel war sie der politischen Entscheidung der Bundesregierung „gegen jedes Experiment“ geschuldet. Das hieß, bestehende Strukturen in der Bundesrepublik (ob in Presse, Rundfunk oder Fernsehen) durften auf keinen Fall gefährdet, sondern sollten auf die neuen Bundesländer ausgedehnt werden. Damit war die Ausweitung westdeutscher Pressestrukturen im Osten sowie die Beseitigung ursprünglicher DDR-Reformideen des Jahres 1989, eine logische Konsequenz politischer Entscheidungen. Letztlich bedeutete das eine verpasste Chance, Pressevielfalt im Osten entstehen zu lassen und neu zu strukturieren.

Bereits 1991 konnten (mit regionalen Unterschieden) nur noch gut 62 Prozent der Ostdeutschen zwischen zwei Lokalzeitungen wählen, 1994 waren es nur noch 40 Prozent. 1995 wurden fast zwei Drittel aller ostdeutschen Landkreise und kreisfreien Städte von einer einzigen regionalen Abonnementzeitung (stets die ehemalige SED-Bezirkszeitung) dominiert. Bis heute sind die dominanten Zeitungen im Osten Deutschlands die einstigen SED-Bezirkszeitungen, die sich (bis auf Ausnahme der Berliner Zeitung ) weiterhin in westdeutscher Eigentümerschaft befinden. Eine unabhängige ostdeutsche Presse konnte aus diesen Gründen nicht entstehen.

Auch im Pressevertrieb wirkt der „Presse-Coup“ der „Großen Vier“ und deren Aufteilung regionaler DDR-Vertriebsgebiete nach. Zwar zerschlug das Kartellamt das Verlagskartell nach der deutschen Einheit, der Streit zwischen verlagsabhängigen und -unabhängigen Grossisten zog sich allerdings bis Juli 1992. Bis heute ist die Anzahl verlagsnaher Grossisten in Ostdeutschland proportional höher als in den alten Bundesländern

Kritik und Fazit

Die DDR-Pressetransformation 1989/90 kann nicht ohne die eng verflochtenen Beziehungszusammenhänge mit den westdeutschen Politik- und Wirtschaftsinteressen, dem Einfluss westdeutscher Verlage und deren Interessendurchsetzung nach 1990 verstanden werden. Hier spielte das BMI eine zentrale Rolle. Anfang 1990 unterstützte es aktiv die Idee, dass eine freie Presse in die DDR kommen und weniger von innen wachsen sollte. Das Ministerium wollte den Informationsfluss vor der März-Wahl sichern, die West-Verlage den DDR-Markt erschließen. Gemeinsames Ziel war es vor allem, die westdeutsche Presse und deren Informationen in die DDR zu bringen. Auch deshalb war der deutsch-deutsche Pressemarkt im Mai 1990 praktisch schon vereint.

Mit der Beschreibung dieser Zusammenhänge ist nicht die Behauptung verbunden, „dass Verlage und alle westdeutschen Journalisten aus dem Kanzleramt ferngesteuert Propaganda verbreiten“. Vielmehr kann festgestellt werden, dass das BMI exzellente Kontakte zu Verlegerverbänden hatte, Treffen mit westdeutschen Großverlagen abhielt und mit ihnen Vertriebskonzepte für die DDR erarbeitete. Es waren also institutionelle Interdependenzen und Interessenüberschneidungen, die die DDR-Pressetransformation 1989/90 und die daraus folgenden Entwicklungen entscheidend mitbestimmten. Das politische Ziel des deutsch-deutschen Presseaustauschs spielte strukturell in die Hände finanzstarker westlichen Verlage, der demzufolge zum einseitigen Pressetransfer wurde.

Das Argument, dass vor allem die in der DDR vorhandene große Nachfrage nach Zeitungen aus der Bundesrepublik eine frühe Ursache für diese Abhängigkeiten war, erklärt nicht die Wucht und Reichweite westdeutscher Interessendurchsetzung. Denn zum einen hielten sich die ursprünglich hohen Verkaufszahlen westdeutscher Titel nicht; ostdeutsche Leser blieben ihren Stammzeitungen (vor allem den ehemaligen SED-Bezirkszeitungen) treu. Wichtiger aber war, dass der wirtschaftliche Druck bundesdeutscher Verlage auf allen Ebenen – also der Verkauf ihrer Titel, der Ankauf ostdeutscher Zeitungen und der Aufbau von Vertriebsstrukturen – zum bestimmenden Faktor der DDR-Pressetransformation wurde. Nicht die Interessen einer sich transformierenden DDR-Presse standen hier im Vordergrund, sondern die Expansion der eigenen Marktmacht.

In diesem Zusammenhang von den „Gegebenheiten kapitalistischer Pressemärkte“ zu sprechen, wird der historischen Realität nicht gerecht. Denn – und auch das wollte dieser Beitrag zeigen – eben nicht die „Gegebenheiten“ eines freien Marktes trieben die DDR-Pressetransformation voran, sondern die Monopolstrukturen weniger westdeutscher Verlage, ihre Absprachen untereinander sowie ihre aggressive Verkaufs- und Marketingstrategien insbesondere gegeneinander.

Auch hier gab es kein einheitliches orchestriertes Vorgehen, sondern ein komplexes Interessengeflecht, in dem Kooperation und Konkurrenz der West-Verlage untereinander den Ton bestimmten. Das Resultat war ein Verdrängungswettbewerb auf dem Boden der DDR, der weiterhin seinesgleichen sucht und der in der Bundesrepublik illegal gewesen wäre.

Das heißt, nicht die Spielregeln des Marktes, sondern (nicht nur, aber eben auch) Regelbrüche bestimmten den sich entwickelnden Pressemarkt im Osten, in dem wiederum Eigengründungen, wie die im Januar 1990 von DDR-Bürgerrechtler*innen gegründete Wochenzeitung die andere nicht lange mithalten konnten. Damit wurden westdeutsche Verlagshäuser die zentralen Akteure in der DDR-Pressetransformation, die den Prozess früh vor allem entsprechend ihren Eigeninteressen vorantrieben und die ostdeutsche Presselandschaft schließlich weitgehend übernahmen. Das Ziel der demokratischen Pressetransformation in der DDR wich so vor allem der Erfahrung einer marktgesteuerten Übernahme.

Zitierweise: Mandy Tröger, "Verpasste Chancen – die Transformation der DDR-Presse 1989/90", in: Deutschland Archiv, 10.1.2022, Link: Externer Link: www.bpb.de/345600. Alle Texte im Deutschland Archiv sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

Die Cover der beiden Bände von "(Ost)Deutschlands Weg" I (1989 bis 2020) und II (Gegenwart und Zukunft), seit 1. Dezember 2021 wieder erhältlich im Externer Link: www.bpb.de/shop unter den Bestellnummern 19676 I+ii.

Der Text dem bpb-Band entnommen „(Ost)Deutschlands Weg. 80 Studien & Essays zur Lage des Landes", herausgegeben von Ilko-Sascha Kowalczuk, Frank Ebert und Holger Kulick in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, der am 1. Dezember 2021 in einer zweiten und ergänzten Auflage Interner Link: bpb-shop erschienen ist. Die Erstauflage vom 1. Juli 2021 war binnen drei Monaten vergriffen. Hier mehr über das Buch "Interner Link: (Ost)Deutschlands Weg" und seine Premiere, produziert 2021 von der Redaktion Deutschland Archiv der bpb.

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Fussnoten

Fußnoten

  1. Gottfried Müller, Ministertagebuch (April-Mai 1990), 27.4.1990, Privatarchiv Gottfried Müller.

  2. Klaus Beck, Tröger, Mandy: Pressefrühling und Profit. Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten, in: Publizistik 65 (2020), S. 507-509. https://link.springer.com/article/10.1007/s11616-020-00589-1, letzter Zugriff am 3..1.2022.

  3. Deutsche Presse-Agentur, Hintergrund. Pressemarkt der DDR – Dezember 1989 bis Juli 1990, Berlin 10.8.1990, in: Bundesarchiv (BArch), DC9/1050, S. 1-17, hier S. 3 ff.

  4. Beate Schneider und Dieter Stürzebecher, Wenn das Blatt sich wendet. Die Tagespresse in den neuen Bundesländern, Baden-Baden 1998, S. 29. Auch Ariane Mohl, Personelle und institutionelle Übergänge im Bereich der brandenburgischen Medienlandschaft, Gutachten für die Enquete-Kommission 5/1 des Brandenburger Landtags, 2011, S. 9. https://www.landtag.brandenburg.de/media_fast/5701/Gutachten_Mohl_Medienlandschaft%2020.pdf, letzter Zugriff am 3.1.2022.

  5. Gemeinsame Mitteilung der Regierungschefs, Neues Deutschland, 20.12.1989.

  6. Ralf Bachmann, Kurzinformation über Expertengespräche DDR-BRD zur Zusammenarbeit im Bereich Presse, Funk und Fernsehen, Berlin 10.2.1990, in: BArch DC9/1052, S. 1.

  7. Runder Tisch, 7. Sitzung, 15.1.1990, Gesetzgebungskommission Mediengesetz, Entwurf vom 9.1.1990, Beschluß der Volkskammer über die Gewährleistung der Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit, 15.1.1990, in: BArch DA3/7.

  8. Mandy Tröger, Pressefrühling und Profit. Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten, Köln 2019, S. 64 und S. 71.

  9. Deutsche Presse-Agentur, Hintergrund. Pressemarkt der DDR – Dezember 1989 bis Juli 1990, 10.8.1990, in: BArch DC9/1050, S. 1-17, hier S. 3 ff.

  10. Tröger, Pressefrühling (Anm. 8), S. 64 ff.

  11. Ergebnisprotokoll der letzten Medienkontrollratssitzung am 19.9.1990, Erklärung, Berlin, 30.9.1990, Archiv Grünes Gedächtnis/B.V.3 – Grüne Partei DDR, Box 27-30, Akte 30.

  12. Runder Tisch, 7. Sitzung, 15.1.1990, Gesetzgebungskommission Mediengesetz, Entwurf vom 9.1.1990, Beschluß der Volkskammer über die Gewährleistung der Meinungs-, Informations- und Medienfreiheit, 15.1.1990, in: BArch DA3/7.

  13. Presseerklärung, Medienkontrollrat der DDR, 21.3.1990, Archiv Grünes Gedächtnis/B.V.3 – Grüne Partei DDR, Box 27-30, Akte 30, S. 1.

  14. Regierungserklärung des Ministerpräsidenten der DDR, Neues Deutschland, S. 5-6, 20.41990, in: BArch DC9/1033 (1/2), Hefter 3.

  15. Ebd. Anmerkung: Ironischerweise hatte das MfM sein Büro im Gebäude des ehemaligen SED-Presseamtes, das davor von Goebbels Propaganda-Ministerium genutzt worden war.

  16. Zitiert in Lars-Broder Keil, Der Medienmarkt der DDR hat oberste Priorität, Axel Springer, inside history, 7.7.2020, https://www.axelspringer.com/de/inside/der-medienmarkt-der-ddr-hat-oberste-prioritaet, letzter Zugriff am 3.1.2022.

  17. Zitiert in: Axel Springer Verlag mit Rekordinvestitionen, Die Welt, 14.6.1990, in: Internationales Institut für Sozialgeschichte (IISG), ID-Archiv MKR, Box 35, Akte 35e.

  18. Zitiert in: Im Medienmarkt werden die Karten neu gemischt, Süddeutsche Zeitung, 15.6.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Box 35, Akte 35e.

  19. Protokoll einer Besprechung im Bundesinnenministerium am 14.2.1990 in Bonn zum Thema Pressevertrieb in der DDR, Bonn 16.2.1990, in: BArch DM3/21121 (1/3), S. 3.

  20. Ebd., S. 4.

  21. Ebd.

  22. Protokoll einer Besprechung im Bundesinnenministerium am 14.2.1990 in Bonn zum Thema Pressevertrieb in der DDR, Klaus Wagner, Bonn 16.2.1990, in: BArch DM3/21121 (1/3), S. 3.

  23. Deutsche Presse-Agentur, Hintergrund. Pressemarkt der DDR, 10.8.1990, S. 6.

  24. Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, VDJ protestiert gegen Aufteilung des DDR-Medienmarktes, 22.3.1990, in: BArch DC9/1052.

  25. Telefax, Dr. Arnold, Sekretariats des Ministerrates, an Leipziger Volkszeitung, o.D. [nach 12.3.1990], in: BArch DC9/1051.

  26. Pressemitteilung, Der Bundesminister des Inneren teilt mit, Pressedienst des Bundesministeriums des Inneren, Bonn 2.3.1990, in: BArch DC9/1050, S. 3. Siehe auch Brief, Hübner, Bundesinnenministerium, an Ralf Bachmann, Presse- und Informationsdienst der Regierung der DDR, Der Bundesminister des Innern (SM 10-344690-6/1a), 9.4.1990, in: BArch DC9/1050.

  27. Brief, Hübner, Bundesinnenministerium, an Ralf Bachmann, Presse- und Informationsdienst der Regierung der DDR, Der Bundesminister des Inneren (SM 10-344690-6/1a), 9.4.1990, in: BArch DC9/1050.

  28. Ausführlich in Tröger, Pressefrühling (Anm. 8), S. 193 ff.

  29. Ebd., S. 86 ff.

  30. Wolfgang Fürstner, Die Worte veralten im Mund. Eine Dokumentation zum Pressevertrieb in der DDR. textintern, DDR extra, Nr. 13, 21.3.1990, S. 11-14, hier S. 14.

  31. Ebd.

  32. Alle zitiert in Deutsche Presse-Agentur, Bundesdeutsche Verlage liefern sich Preiskrieg in der DDR, Eckart Gienke, o.D. [März 1990], in: BArch DC9/1052.

  33. Dieter Dose, DDR schränkt Freiheit der Presse wieder ein, Die Welt, 11.5.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35a-b.

  34. Zitiert in Deutsche Presse-Agentur, Bundesdeutsche Verlage liefern sich Preiskrieg in der DDR, Eckart Gienke, o.D. [März 1990], in: BArch DC9/1052.

  35. Ulrike Helwerth, Aschenputtel auf dem Ball, die tageszeitung 24.4.1990

  36. Deutsche Presse-Agentur, Hintergrund. Pressemarkt der DDR, 10.8.1990, in: BArch DC9/1050, S. 1-17, hier S. 10.

  37. Horst Röper, Treffer sind Glücksache der journalist 6/90, S. 32-35, hier S. 34, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35d. Vgl. außerdem: journalist special „DDR“ 7/90..

  38. Ebd..

  39. APA, Westdeutsche Verlage investieren in der DDR – Diskussion zur Medienentwicklung der DDR im Salzburger ORF-Landesstudio, 26.5.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35c. Auch: Nur mit BRD-Partner überlebensfähig, Berliner Allgemeine 28.5.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35c. Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, Medienexperte: DDR-Medienmarkt ist aufgeteilt – Interesse an regionalen Zeitungen, 29.5.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35d.

  40. Tabelle, Kooperationsbeziehungen im Pressebereich, 15.5.1990, in: BArch DC9/1050, S. 1-4.

  41. Schlechte Karten, journalist 5/90, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35a-b, S. 41.

  42. Gottfried Müller, Ministertagebuch (April-Mai 1990), 18.5.1990, Privatarchiv Gottfried Müller.

  43. Deutsche Presse-Agentur, Neuorganisation der DDR-Verlage bringt viele Arbeitsplätze, 20.6.1990, in: IISG/ID-Archiv MKR, Akte 35e.

  44. Ausführlich in Mandy Tröger, Die Treuhandanstalt und die Privatisierung der DDR-Presse, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 35/37 (2019), S. 34-39.

  45. Ebd.

  46. Mohl, Personelle und institutionelle Übergänge (Anm. 4), S. 22.

  47. Birgit Breuel (Hg.), Verleger kennen ihre Macht, in: Treuhand intern. Tagebuch, Berlin 1992, S. 232-239.

  48. Memorandum, Notwendige Maßnahmen für einen gleichberechtigten Marktzutritt lokaler Zeitungen in einen früher nach den Gesetzen des staatlichen Zentralismus geschaffenen und heute in der Struktur unverändert fortgeführten Pressemarkt in den neuen Bundesländern bis zur Feststellung realer Chancengleichheit, Verband der Lokalpresse, Bonn 21.5.1992, in: BArch B/106/156193, S. 2.

  49. Ausführlich in Tröger, Pressefrühling (Anm. 8). Auch dies., Das mediale Erbe der Treuhand, in: René Moehrle (Hg.), Umbrüche und Kontinuitäten in der deutschsprachigen Presse. Fallstudien zu Medienakteuren von 1945 bis heute, Gutenberg 2020, S. 113-122.

  50. Hoss, Standortpresse GmbH, Verband der Lokalpresse pro lokalzeitung e.V., an das BMI, Bundesminister des Innern, 11.4.1991, in: BArch B/106/156193.

  51. Konrad Dussel, Deutsche Tagespresse im 19. und 20. Jahrhundert, Münster 2004, S. 245.

  52. Mohl, Personelle und institutionelle Übergänge (Anm. 4), S. 30.

  53. Die Berliner Zeitung hat eine besonders wechselhafte Geschichte hinter sich. 1990 wechselte sie von der PDS an ein Joint Venture von Maxwell Communications und Gruner + Jahr, 2002 an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, 2005 an die BV Deutsche Zeitungsholding, 2009 an der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg. 2019 verkaufte Dumont den Verlag an das Berliner Unternehmerehepaar Silke und Holger Friedrich.

  54. Klaus Beck, Tröger, Mandy (Anm. 2).

  55. Ebd.

  56. Kurioserweise blieben bis heute die im Westen sozialisierten Medienmarken großer Verlagshäuser im Osten vergleichsweise unerfolgreich, vgl. beispielsweise die selbstkritische Reflexion von Sascha Aurich, "So isser nich', der Ossi", in Spiegel Online vom 10.1.2022, https://www.spiegel.de/kultur/deutschland-so-isser-nicht-der-ossi-a-915d872b-7efb-41e7-a687-58964cb21887, letzter Zugfiff 10.1.2022.

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ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München. E-Mail Link: mandy.troeger@ifkw.lmu.de