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Der 17. Juni 1953 und Europa

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? 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Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Der 17. Juni 1953 und Europa

Edgar Wolfrum

/ 9 Minuten zu lesen

In seinem Beitrag regt der Historiker Edgar Wolfrum die Einbettung des 17. Juni 1953 in einen europäischen Kontext an – den Kontext des Kampfes der Völker Europas um Freiheit und Selbstbestimmung. Lässt sich der Volksaufstand „europäisieren"?

(© Bundesarchiv, B 285 Bild-L0040)

Ursprünglich fand der 17. Juni 1953 europaweit enorme Beachtung. Er war ein denkwürdiges europäisches Ereignis. Anschließend ist er als „Tag der deutschen Einheit" in der Bundesrepublik national vereinnahmt und zugleich verengt worden. In der DDR wurde der Tag mit einem Tabu belegt und geriet zur „verdrängten Revolution". Mittlerweile ist kein anderer Tag der DDR-Geschichte so umfassend erforscht wie der Volksaufstand des 17. Juni. Aber die rein nationale Ikonisierung ließ ihn aus dem Geschichtsbewusstsein Europas verschwinden. Wie kann der Platz des 17. Juni 1953 in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts wieder zurückgewonnen werden? Lässt sich der Volksaufstand „europäisieren"?

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich um die Mittagszeit des 17. Juni 1953 die Nachricht, dass der Ausnahmezustand über Ost-Berlin verhängt worden war. Seit 13 Uhr herrschte dort Kriegsrecht. Sowjetische T 34-Panzer riegelten den Potsdamer Platz und weitere wichtige Straßenzüge ab. Überall Menschenansammlungen und Massenaufläufe. Demonstranten forderten den Rücktritt der SED-Regierung: „Spitzbart, Bauch und Brille sind nicht Volkes Wille", skandierten sie – Spitzbart, das war Walter Ulbricht, Bauch Wilhelm Pieck, Brille Otto Grotewohl, das ungeliebte Führungstrio der DDR. Oft hörte man „Nieder mit den Normen", gelegentlich auch „Russen raus!", häufig „Freiheit für politische Gefangene" und vor allem „Freie Wahlen".

1953 – welch ein Menetekel, vier Jahre nach der Staatsgründung des angeblich „besseren", weil aus der Vergangenheit die richtigen Lehren ziehenden Deutschland, des ersten „Arbeiter- und Bauernstaates" auf deutschem Boden: Berliner Arbeiter stiegen auf das Brandenburger Tor, rissen die dort gehisste rote Fahne herab. Umgekehrt aber auch, welch aufgesetztes Pathos und publicitywirksame Sakralisierung der Ereignisse vom Westen her: Viele Bonner Bundestagsabgeordnete versuchten mit eingesetzten amerikanischen Dakota-Sondermaschinen nach Berlin zu fliegen, um am Tatort des großen, so unerwartet und eruptiv hereingebrochenen Geschehens zu sein. Nicht alle bekamen Plätze in den Flugzeugen. Gerd Bucerius, CDU-Bundestagsabgeordneter, hatte Glück und kam bald darauf triumphierend mit einem Stück eben jenes Fahnentuches nach Bonn zurück, das die Aufständischen vom Tor heruntergerissen hatten. Er präsentierte es seinen neidischen Kollegen wie einen Skalp. Ein britischer Beobachter kommentierte sarkastisch: „Bald werden so viele Fetzen von der heruntergeholten Fahne gezeigt werden wie Holzsplitter vom Kreuze Christi. Wenn man sie alle zusammennähen würde, hätte man einen so großen Laken, dass man das ganze Bundeshaus darin einwickeln könnte." Während Westdeutsche in Berlin Devotionalien sammelten, gab es im Osten der Stadt Tote.

Ungläubig rieben sich ausländische Journalisten am 17. Juni 1953 die Augen: Die obrigkeitshörigen Deutschen, der deutsche Michel mit der Schlafmütze im Aufruhr gegen eine unrechtmäßige Regierung, hier im Land, wo noch nie eine Revolution erfolgreich war, wo sich der Widerstand gegen den Nationalsozialismus nur auf kleine Gruppen beschränkt hatte? Viele konnten, manche wollten es nicht glauben. Der Chefredakteur von Associated Press, Augenzeuge in Berlin, hielt das Ganze für ein von den kommunistischen Machthabern inszeniertes Schauspiel, dazu bestimmt, den westlichen Zuschauern zu zeigen, dass der Arbeiter in der DDR nicht nur ein Streikrecht besitze, sondern auch der Regierung die Meinung sagen dürfe. Einige beharrten energisch auf ihren alten Vorurteilen und sprachen von einer dem Reichstagsbrand von 1933 vergleichbaren „Provokation".

Doch solcher Unsinn war rasch verflogen, und plötzlich dominierte Respekt. Der 17. Juni habe die durch den Nationalsozialismus beschädigte „nationale Würde" Deutschlands wieder hergestellt, hieß es. Endlich auch hier ein Kampf gegen Willkür und Unmenschlichkeit, den andere Nationen schon lange zuvor geführt hatten. BBC London kommentierte: Mit diesem 17. Juni nehme Deutschland im Denken der anderen Völker wieder einen ehrenwerten Platz ein. „Deutschland ist in den Kreis der westlichen Völkerfamilie heimgekehrt. Deutschland und der Westen sind an diesem Tage zum ersten Mal seit 150 Jahren nicht Gegner gewesen, sondern Verbündete".

Ob in England, der Schweiz, in den Benelux-Ländern oder den Vereinigten Staaten von Amerika: Überall pries man den Ausdruck demokratischer Gesinnung, die in dieser revolutionären Erhebung zum Ausdruck kam. Besonders viele Franzosen zeigten sich mit den Freiheitskämpfern solidarisch, sammelten Geld für die Witwen der Erschossenen und zogen den Hut. Die philosophischen Weihen und die Überhöhung zu einem internationalen, weltumspannenden Akt folgten auf dem Fuß: Der Dichter und Philosoph Albert Camus teilte auf einer Pariser Großkundgebung von Gewerkschaften und Sozialisten mit, er sehe viele Thesen seines bekannten Werkes „Der Mensch in der Revolte" durch die ostdeutschen Ereignisse aus der Theorie in die Praxis der Aktion übersetzt. Als schließlich der schwedische Ministerpräsident Tage Erlander Anfang Juli in Stockholm den Kongress der Sozialistischen Internationalen eröffnete, würdigte er dieses „bessere Deutschland", das sich in den aufständischen Menschen gezeigt habe.

Phantom des Kalten Krieges

(© Bundesarchiv, Plak 005-012-016)

Seither hat der 17. Juni einen langen Weg vom Ereignis, das in der DDR verdrängt wurde, zur nationalen Ikone zurückgelegt. Nur wenige Daten der deutschen Geschichte sind mittlerweile so umfassend erforscht, nach der Wiedervereinigung 1990 setzte ein wahrer Boom ein. Alljährlich ist der Aufstand in den Medien präsent, und diese Massenmedialisierung beförderte die Erinnerungskultur auf eine neue Stufe. Von der Peripherie wurde die Erhebung als positives Erbe in das Zentrum der DDR-Geschichte gerückt – und verengte sich damit wieder als „deutscher Schicksalstag". Die Bewegung des 17. Juni 1953 war spontan, weitgehend unorganisiert, führerlos. Ausgehend von den Arbeitern weitete sich die Erhebung zum Volksaufstand. Der Elan war schnell gebrochen, in einigen Städten dauerte der 17. Juni nur wenige Stunden. Für viele Ostdeutsche war die Lehre bitter: Moskau war die Schutzmacht der SED. Bis zum Schluss steckte das „Juni-Syndrom" der Partei- und Staatsführung in den Knochen. Sie wusste: Ihre Herrschaft konnte nicht auf mehrheitliche Unterstützung der Bevölkerung rechnen. Zweifel nisteten sich ein: War auf die Russen auch in Zukunft Verlass? Die paranoide Angst vor einem zweiten Aufstand verschwand niemals wieder aus den Hirnen der SED-Oberen.

Vier Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer schrieb Rudolf Augstein 1965 in Der Spiegel, der Feiertag des 17. Juni, der „Tag der deutschen Einheit" sei die Lebenslüge der Bundesrepublik. Hatte der streitbare Spiegel-Herausgeber etwa Recht? Auf den ersten Blick mag es von heute aus gesehen durchaus so scheinen. Denn wie wäre es sonst zu erklären, dass unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung von 1990 der Feiertag des 17. Juni abgeschafft worden ist? Gehört diese ostwestlich vereinbarte Abschaffung, gehört dieser sang- und klanglose Untergang eines Symbols nicht zu den seltsamsten Begleiterscheinungen der Wiedervereinigung?

Das Problem war: Im Westen hatte sich seit 37 Jahren jeder sein eigenes Bild des 17. Juni modelliert. Der 17. Juni geriet in die Fänge parteipolitischer Vereinnahmungen, die sich wiederum im Zeitverlauf infolge internationaler Rahmenbedingungen, generationeller Umbrüche und eines Wertewandels grundlegend veränderten. Mit einem gehörigen Schuss Sarkasmus könnte man sagen: Zum Glück für die Bundesrepublik ereignete sich der 17. Juni 1953. Denn seit der Republikgründung 1949 gab es eine breite, ziemlich glücklose Debatte darüber, wie sich das neue Gemeinwesen begreifen sollte. Welches waren seine Symbole, wo lag sein Ort in der Geschichte? Der Nationalsozialismus und die deutsche Teilung waren turmhohe Hindernisse, sich selbst zu begreifen. Nach den Aufständen in der DDR einigte man sich im Bonner Parlament kurz entschlossen auf ein Gesetz, das den 17. Juni zum „Tag der deutschen Einheit" erhob – als Symbol der deutschen Einheit in Freiheit.

Im offiziellen Geschichtsbild der DDR firmierte der 17. Juni 1953 unter der Rubrik „imperialistische Machenschaften", als ein von außen inszenierter, konterrevolutionärer „faschistischer Putschversuch" unter Verführung eines kleinen Teils der Arbeiterschaft. Das lernte jedes Schulkind. In vielen Familien wurde der 17. Juni anders erinnert, hoffnungsvoll, subversiv. Die SED belegte ihn jedoch mit einem Tabu. Wie unter einem Brennglas bündelten sich in der jeweiligen Aneignung des 17. Juni der Stand und die Zukunft der deutschen Frage. Zwischen 1953 und 1990 oszillierten die Deutungen im Westen zwischen weit auseinander liegenden Polen: In den 1950er Jahren wurde er vor allem als ein Aufstand für die Wiedervereinigung interpretiert und als „deutscher Reichsfeiertag" begangen – er verpflichte, so hieß es, Deutschland in den Grenzen von 1937 wieder herzustellen. Schnell deutete man ihn als Sturm auf die Bastille kommunistischer Zwangsherrschaft oder als Aufstand gegen den Totalitarismus, indem man ihn mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 parallelisierte. Seit dem Bau der Berliner Mauer und besonders in den 1970er Jahren wandelte sich sein Bild hin zu einer gescheiterten oder steckengebliebenen Revolution, so wie die Revolutionen von 1848 oder von 1918 – eine typisch deutsche Revolution eben. Bisweilen wurde der 17. Juni seither gar verkleinert zu einer bloßen Auflehnung gegen soziale Zumutungen.

Europäischer Gründungsmythos

Niemals haben westeuropäische Gesellschaften in derartigem Maße die kollektive Auflehnung, den Massenprotest, so geliebt, wie im frühen Gedenken an den 17. Juni. Denn diese Massen blieben jenseits der eigenen Plätze. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich dieser Aufstand als nationaler Gedenktag verengt. Selbst jene, die ihn als Vorläufer des Mauerfalls von 1989 interpretieren, lassen ihn schrumpfen; denn während 1989 die „friedliche Revolution" siegte, war der 17. Juni wahlweise „gescheitert" oder „unvollendet".

Der 17. Juni 1953 ist ein Schlüsselereignis für die deutsche Geschichte, gewiss. Alljährlich hören wir diese Melodie wieder, wenn die Kränze an den Gräbern niedergelegt werden. Ein solches Opfergedenken ehrt eine Gesellschaft, es erstickt jedoch im deutschen Klein-Klein und immergleichen Ritual jeden weiterführenden Gedanken. Der 17. Juni wurde viel zu lange auf den nationalen Rahmen begrenzt interpretiert. Dabei handelte es sich doch um eine revolutionäre Volksbewegung für Werte, die Europa hochschätzt: Menschenwürde und individuelle Grundrechte. Es ging um System sprengenden Eigensinn und um Grenzüberschreitungen in einer Diktatur. Die Akteure und Opfer des 17. Juni können sich retrospektiv und symbolisch mit anderen Aufständischen in europäischen Ländern solidarisieren.

Doch ein solch erweiterter Zugang wird auch durch eine Tendenz innerhalb der Geschichtswissenschaft versperrt. Nicht wenige Historiker vertreten das Argument, es habe sich in den letzten Jahrzehnten ein säkularer Trend vollzogen: ein radikaler Wechsel von einer heroisch verfassten „Stolzkultur" zu einer opferorientierten „Schamkultur". Diese Interpretation mag plausibel erscheinen und doch ist sie zu einfach. Denn die eng geflochtenen Stränge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lassen sich nicht einfach kappen. Menschen leben nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart und sind auf die Zukunft hin orientiert. Allein mit „Scham" lässt diese sich nicht gestalten. Im Motiv, das dem 17. Juni wie so vielen anderen europäischen Aufständen zugrunde lag, nämlich: Freiheit und Menschenwürde, verschränken sich in der Gegenwart die Vergangenheit und die Zukunft gleichermaßen. Würde man dies stärker als bislang hervorheben, könnte es gelingen, dass historisches Wissen zu einem lebendigen Wissen wird, indem es in soziales Handeln der Menschen einmündet.

Dass dieses Freiheitsmotiv eines ist, welches West- und Osteuropa miteinander verbindet, zeigt sich auch an einem ganz anderen Beispiel. Das Symbol europäischer Freiheit und Freizügigkeit, das Schengener Abkommen, wurde unter dem Vorzeichen des Kalten Krieges 1985 verabschiedet, jedoch erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs umgesetzt. Die Idee, die Grenzkontrollen zwischen den Staaten abzubauen, ging wiederum auf die unmittelbare Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. „Offene Grenzen" und Abbau der Grenzkontrollen – dies wurde nicht einfach aus dem Westen in den Osten übertragen, vielmehr gingen die Revolutionen, die zum Fall des Eisernen Vorhangs führten, vom Osten aus. So ist die gesamteuropäische Melodie der Freiheit in einer Art von kommunizierenden Röhren zwischen West und Ost entstanden.

Dieses Beispiel zeigt, dass das Streben nach Freiheit auch im weiteren Sinne in ganz Europa, ob im Westen oder im Osten, präsent war. Freiheit meint dabei: die Gewährleistung eines menschenwürdigen Lebens, das Recht auf Diversität, das Aufbegehren gegen Unterdrückung, die Herrschaft des Rechts. Damit sind wir wieder beim 17. Juni angelangt. Was wir benötigen, ist eine „Kontextualisierung" des Aufstandes in die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Statt ihn ausschließlich in eine nationale Meistererzählung zu integrieren, sollte er in den Kontext eines Freiheit suchenden Europas nach den Traumata der beiden Weltkriege gestellt werden. Der Untergang des alten Europas im Ersten Weltkrieg, anschließend in einigen Ländern eine Selbstbehauptung und ein Widerstand gegen den Nationalsozialismus und seinen Krieg, sodann Aufstände im Sowjetblock, 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in Prag, 1970, 1976 und seit 1980 in Polen; aber auch die Überwindung rechter Diktaturen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts im Süden Europas, in Griechenland, Spanien, Portugal, schließlich die Revolutionen im Osten seit 1989. Welch eine Vielfalt an Grenzüberschreitungen innerhalb von Diktaturen, welch ein Panorama von Verzweiflung und Niederlagen, Selbstbefreiung und Siegen. Europa habe, das wird uns in der heutigen Krise gesagt, ein gravierendes Defizit, es besitze keinen Gründungsmythos. So stehe der Untergang einmal wieder bevor. Aber ist es wirklich so? Wir haben doch einen: Überwindung von Diktaturen, Durchbrüche zur Freiheit und Aufbau von Zivilgesellschaften. Oder, um den Ruf der Aufständischen von 1953 zu zitieren: „Wir wollen freie Menschen sein!"

ist Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Heidelberg. Zwischen 1991-1994 war er Referatsleiter für Geschichte bei der Volkswagen Stiftung in Hannover. Er ist Autor u.a der Bücher: Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart und Geschichte als Waffe. Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung.