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Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung

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Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. 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Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Zum Bedeutungswandel deutscher Kriegsgräber nach dem Zweiten Weltkrieg

Jakob Böttcher

/ 16 Minuten zu lesen

Kriegsgräber werden dauerhaft erhalten. Diese international übliche Praxis ist eng verbunden mit dem Gedenken an die Kriegstoten. Stand nach dem Ersten Weltkrieg noch die Ehrung der Gefallenen im Vordergrund, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland das erlittene Leid aller Kriegsopfer betont. Auch steht die Kriegsgräberfürsorge heute unter dem Anspruch politischer Bildungsarbeit und leistet einen Beitrag zur Völkerverständigung.

Auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Futapass in Italien wurden über 30.000 Gefallene des Zweiten Weltkrieges bestattet (LigaDue) Lizenz: cc by/3.0/de

Kriegsgräber sind ein zentraler Bestandteil des Erbes der Weltkriege. In fast allen Ländern werden sie bis heute gepflegt und erhalten. Allein während des Zweiten Weltkrieges starben auf deutscher Seite etwa 3,8 Millionen Soldaten, der größte Teil von ihnen jenseits der deutschen Grenzen. Nach Kriegsende wurden die Toten zunächst im Inland, seit den 1950er Jahren auch im Ausland auf sogenannte Kriegsgräberstätten umgebettet, um ihre Gräber dauerhaft zu erhalten. Bis heute ist dieser Vorgang nicht vollständig abgeschlossen. Die Suche nach den Toten, die Umbettung der Gebeine und der fortwährende Erhalt der endgültigen Ruhestätten ist ein in den meisten Nachkriegsgesellschaften zu beobachtender Vorgang. Er ist zugleich eng verbunden mit dem Gedenken an die Toten. In der Bundesrepublik wurde beides maßgeblich durch die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge geprägt. Der Verein etablierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als wichtigster Akteur bei der Betreuung deutscher Kriegsgräber. Zugleich ist er Initiator des Volkstrauertages. Die vom Volksbund an diesem Tag veranstalteten Gedenkfeiern, insbesondere die Gedenkstunde im Deutschen Bundestag, sind ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Totengedenkens.

Der folgende Beitrag wird diese Zusammenhänge untersuchen. Dabei wird beschrieben, wie die Anlage von Kriegsgräbern nach dem Zweiten Weltkrieg organisatorisch bewältigt wurde, wie sich das öffentliche Kriegstotengedenken am Volkstrauertag entwickelte und wie sich langfristig die Bedeutung und das Verständnis von Kriegsgräberfürsorge verändert haben.

Traditionen der Gefallenenehrung

In vielen Staaten Europas und in Nordamerika setzte sich im 19. Jahrhundert ein Verständnis des Kriegstodes als heroisches Opfer für das Vaterland durch. Kriegsdienst wurde Bürgerpflicht, der Tod auf dem Schlachtfeld somit zur heldenhaften Großtat auch des "kleinen Mannes", die seinen Anspruch auf einen Platz im nationalen Gedenken untermauerte. Augenscheinlich wurde dies in der Entwicklung der Kriegerdenkmäler, die nun nicht mehr ausschließlich den adligen Feldherren vorbehalten blieben. Die symbolische Ehrung aller Gefallenen durch Denkmäler verband sich mit der Forderung der namentlichen Erinnerung jedes einzelnen Toten. Zunächst geschah dies vereinzelt durch Inschriften auf Regimentsdenkmälern oder durch Namenstafeln in Kirchen. Eine persönliche Grabstätte für den auf dem Schlachtfeld gestorbenen Soldaten blieb im 19. Jahrhundert in Europa jedoch noch eine Ausnahme.

Anspruch auf eine eigene Grabstätte

Der Erste Weltkrieg brachte hier einen grundsätzlichen Wandel. Jedem Soldaten wurde der Anspruch auf eine eigene Grabstätte zuerkannt, die als Zeichen der Ehrung dauerhaft erhalten bleiben sollte. Neben dem besonderen zeitgenössischen Verständnis des Kriegstodes als Aufopferung für die Nation sind außerdem humanitäre Beweggründe für den Schutz der Gräber erkennbar. Die Achtung der Gräber sollte sicherstellen, dass der Tod an der Front nicht gleichbedeutend mit anonymem Massensterben wurde. Ein Anspruch, der sich trotz seiner Verankerung im entstehenden humanitären Völkerrecht unter den realen Bedingungen des Stellungskrieges an der Westfront unmöglich vollständig verwirklichen ließ.

In den 1920er Jahren begann die Anlage großer Soldatenfriedhöfe. Die meisten am Weltkrieg beteiligten Staaten schufen eigene Behörden oder staatliche Organisationen zur Betreuung der Gräber oder Überführung der Toten. Verbunden war dies zumeist mit innergesellschaftlichen Debatten über den richtigen Umgang mit den Toten und der Suche nach einer angemessenen Form der Totenehrung. Allgemein lässt sich festhalten, dass sich bei der Bestattung der Toten egalitäre Prinzipien durchgesetzt haben. Unterschiede in der sozialen Stellung des Toten werden bei der Gestaltung von Kriegsgräbern in der Regel nicht mehr zum Ausdruck gebracht. Auch der militärische Rang spielte nach dem Tod keine Rolle mehr. Von den Mannschaften abgesonderte Offiziersgräber wurden nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr angelegt. Der Dienstgrad des Toten findet sich nur noch als Inschrift auf dem Grabstein.

Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

In Deutschland war die Betreuung der Kriegsgräber nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Problem verbunden, dass sich mit Ausnahme Ostpreußens fast alle Gräber auf dem Gebiet der ehemaligen Kriegsgegner befanden. Um die Pflege der deutschen Kriegsgräber zu sichern und das Gedenken an die Gefallenen wach zu halten, wurde 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gegründet. Der Verein wollte die als begrenzt eingeschätzte Handlungsfähigkeit staatlicher Stellen bei der Betreuung von Kriegsgräbern im Ausland durch private Initiativen unterstützen und ergänzen. Er forderte außerdem die Einführung eines reichsweiten Gedenktages zur Ehrung der Kriegstoten. Der Volkstrauertag ließ sich in der Weimarer Republik aus rechtlichen Gründen nicht als nationaler Gedenktag verankern, die vom Volksbund ab 1925 landesweit begangenen Gedenkfeiern stellen jedoch den Versuch dar, einen einheitlichen Rahmen für ein säkulares Kriegstotengedenken zu etablieren. Bei der Betreuung der Gräber schuf sich der Volksbund eine Stellung als Vermittler zwischen den offiziellen staatlichen Stellen im In- und Ausland und den Hinterbliebenen, denen er Auskünfte erteilte und Fotos der Gräber übermittelte oder auch auf Wunsch Blumen niederlegen ließ. Seit Ende der 1920er Jahre ging er auch dazu über, aus eigenen Mitteln einzelne Friedhofsanlagen in verschiedenen Ländern umzugestalten.

Reichspräsident Paul von Hindenburg und Adolf Hitler am "Heldengedenktag" am 12. März 1933 in der Neuen Wache (© Bundesarchiv, Bild 183-2008-0909-501)

In der NS-Zeit wurden diese Friedhofsprojekte bereitwillig in den Dienst des nationalsozialistischen Heldenkultes gestellt. Der propagandistische Nutzen aufwendig gestalteter Kriegsgräberstätten ließ sich vom Volksbund in steigende Mitgliederzahlen ummünzen. Die nun verkündete Konformität von Kriegstotenehrung und NS-Ideologie sicherte außerdem die formelle Eigenständigkeit der Organisation. Der Volksbund wurde keiner Parteiorganisation angegliedert. Das zweite große Projekt neben dem Ausbau der Friedhöfe im Ausland, der Volkstrauertag, fand sogar mehr Zuspruch durch die Nationalsozialisten, als der Volksbund es ursprünglich geplant hatte. In Heldengedenktag umbenannt, erhielt er die Anerkennung als reichsweiter Gedenktag. Die Gestaltung der Feierstunden wurde dem Volksbund jedoch entzogen.

Kriegsgräberfürsorge in der Nachkriegszeit

Die Kriegsniederlage im Mai 1945 schuf für den Volksbund eine grundlegend neue Situation. Während des Krieges war die Wehrmacht für die Erfassung getöteter Soldaten und ihrer Gräber zuständig. Bei Kriegsende brachen die zuständigen Abteilungen der Wehrmachtsverwaltung zusammen. Das Aktenmaterial wurde von den Alliierten konfisziert oder ging verloren. Damit bestand zunächst keine zentrale Instanz mehr, die die Toten administrativ erfasste und Auskunft über die Lage eines Grabes hätte geben können.

In den letzten Kriegsmonaten hatten Tote oft nur provisorisch bestattet werden können. Name und Herkunft der Toten konnte dabei nicht immer geklärt werden. Die Anlage von ordentlichen Gräbern in der Nachkriegszeit war zunächst einmal ein wesentlicher Schritt bei der Wiederherstellung der Identität der Toten und der Ermittlung von Einzelschicksalen. Der Volksbund war durch den Krieg ebenfalls schwer angeschlagen. Seine Berliner Bundesgeschäftsstelle war ausgebombt und kaum noch arbeitsfähig. Durch die Struktur des Vereins, die sich damals über ein Netz von Landes-, Bezirks- und Kreisvereinen bis in kleine Ortschaften erstreckte, kam es jedoch zu einer raschen Wiederbelebung seiner Aktivitäten. Insbesondere in der britischen Besatzungszone begannen Mitglieder des Volksbundes frühzeitig Kriegsgräber zentral zu erfassen und Hilfestellung bei der Benachrichtigung der Angehörigen und der Anlage von Friedhöfen zu leisten, die einen dauerhaften Erhalt der Gräber ermöglichten. Von der britischen Militärregierung wurde der Volksbund 1946 offiziell als für die Kriegsgräberfürsorge zuständige Organisation anerkannt, die amerikanische Anerkennung folgte 1947. Zugute kam dem Volksbund nun seine formale Unabhängigkeit von der NSDAP während der NS-Zeit. Den Briten war der Volksbund als Organisation außerdem bekannt, da er in der Zwischenkriegszeit bereits Kontakte zur Imperial War Graves Commission unterhalten hatte. Der besondere völkerrechtliche Status des Kriegsgrabes unterstrich zudem die humanitäre Bedeutung seines Anliegens. Ein geordneter Ablauf bei der Identifizierung und Bestattung der Kriegstoten lag außerdem im Eigeninteresse der westlichen Besatzungsmächte, die ebenfalls nach noch vermissten Personen suchten und in den folgenden Jahren ihre Toten aus Deutschland in die Heimat überführten.

Bis 1952, als mit Einführung des Kriegsgräbergesetzes ein neuer rechtlicher Rahmen für den Umgang mit Kriegsgräbern in der Bundesrepublik geschaffen wurde, übernahm der Volksbund wesentliche Funktionen bei der Anlage und Erfassung von Kriegsgräbern, der Identifizierung der Toten und der Suche nach Angehörigen. Das Gedenken an die Kriegstoten spielte in dieser Phase noch eine untergeordnete Rolle. Die Besatzungsmächte setzten hier enge Grenzen, um ein befürchtetes Wiederaufleben des deutschen Militarismus zu unterbinden. Kriegsgräber sollten ihre humanitäre Aufgabe erfüllen und nicht einem eventuell falsch verstandenen Heldentum huldigen.

Kriegsgräber im Ausland

Wie auch nach dem Ersten Weltkrieg befand sich nach 1945 ein Großteil der deutschen Kriegsgräber im Ausland. Während des Krieges waren die Gefallenen am Ort der Kampfhandlungen provisorisch bestattet worden. Der Bau von ordentlichen Begräbnisstätten sollte erst nach Kriegsende erfolgen. Die Überführung der Toten in die Heimat war für die Dauer des Krieges sogar verboten worden.

Nach der rechtlichen Neuordnung der Kriegsgräberfürsorge innerhalb der Bundesrepublik begann der Volksbund nun sich diesen Gräbern zuzuwenden. Um im Ausland überhaupt tätig werden zu können, war eine enge Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt notwendig, welches zunächst in bilateralen Verhandlungen Regelungen zum künftigen Umgang mit deutschen Gräbern in den betroffenen Ländern vereinbaren musste. In diesen sogenannten Gräberabkommen wurde die Anlage zentraler Friedhöfe vereinbart, auf die die deutschen Toten im jeweiligen Land überführt werden sollten. Die Gräber sollten dort, entsprechend der international üblichen Konvention des dauerhaften Ruherechtes, zeitlich unbegrenzt erhalten bleiben. Zugleich wurde in diesen Abkommen der Volksbund als von der Bundesregierung beauftragte Organisation bestimmt, welche den Bau der Kriegsgräberstätten und deren Betreuung übernehmen sollte.

Reaktionen im Ausland

Der Wunsch, Kriegsgräberstätten für Wehrmachtssoldaten im Ausland errichten zu wollen, bedeutete auch die direkte Konfrontation mit den sehr unterschiedlichen Kriegserfahrungen und ihrer gesellschaftlichen Ausdeutung in den verschiedenen Ländern. Krieg und Besatzungserfahrung konnten zu verständlichen Vorbehalten gegenüber dem deutschen Anliegen führen, waren jedoch keinesfalls zwangsläufig. Gerade für die Staaten, in denen bereits vergleichbare Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg bestanden, war die Zusammenbettung der Kriegstoten auf Kriegsgräberstätten eine bereits bekannte Vorgehensweise. Verzögerungen etwa in den Verhandlungen zum 1966 geschlossenen Abkommen mit Frankreich ergaben sich aus unklaren Finanzierungsfragen, nicht jedoch weil die deutschen Pläne an sich in Frage gestellt wurden. Die Umbettungen waren hier seit Ende der 1950er Jahre bereits in vollem Gang. Die Niederlande dagegen lehnte eine deutsche Beteiligung bei der Anlage von Soldatenfriedhöfen zunächst grundsätzlich ab und entschied sich, selbständig alle deutschen Kriegstoten auf den Friedhof Ysselsteyn zu überführen. Zu heftigen Debatten kam es auch in Dänemark, wo die Idee des dauerhaften Ruherechtes in Frage gestellt wurde und die Umbettung der Toten als Störung der Friedhofsruhe empfunden wurde. In Dänemark, das sich seit dem deutsch-dänischen Krieg 1864 an keinem Krieg mehr beteiligt hatte, war die besondere Ehrung von militärischen Gräbern fremd. Hinzu kam, dass es sich bei der Mehrzahl der deutschen Kriegstoten in Dänemark um zivile Opfer handelte, die teilweise erst nach Kriegsende in Flüchtlingslagern verstorben waren. Der Bau von Kriegsgräberstätten in Dänemark konnte erst 1965 beginnen, nachdem eine Klage gegen die Umbettung der deutschen Toten von dänischen Gerichten abgewiesen worden war. Demgegenüber dominierte in Nordafrika die koloniale Erfahrung. Libyen und Ägypten waren zwar Kampfschauplätze gewesen. Der Krieg war jedoch zwischen den Alliierten und den Achsenmächten ausgetragen worden und hatte sich nicht gegen die einheimische Bevölkerung gerichtet. Diese verfolgte die deutsche Gräbersuche in der Wüste eher mit Desinteresse, auch wenn man Rommels mythenumwobenen Kampf gegen die Engländer gewisse Sympathien entgegenbrachte.

Grundsätzlich verwehrt blieb der Zugang zu den Gräbern im Osten. Vollzog sich der Ausbau deutscher Kriegsgräberstätten im Westen von den 1950er bis in die 1970er Jahre, konnte dies in den vormals sozialistischen Staaten erst nach 1989 nachgeholt werden. Verschiedene Versuche eine Annäherung in der Gräberfrage zu erzielen blieben zuvor ergebnislos. Dies galt auch für Gräber von Wehrmachtsangehörigen auf dem Gebiet der DDR. Ihre Betreuung durch die Evangelische Kirche wurde geduldet, fand aber keine staatliche Anerkennung.

Entsprechend dem politischen Selbstverständnis galt es in der DDR den antifaschistischen Widerstand herauszustellen. Gedenkwürdig waren kommunistische Widerstandskämpfer oder die (politisch) Verfolgten des Nationalsozialismus. Gräber und Denkmäler für die Gefallenen der Roten Armee wurden als Gedenkstätten für die Befreiung von der NS-Herrschaft betrachtet, die Toten der Wehrmacht blieben im Gegensatz dazu aus dem offiziellen politischen Totengedenken der DDR ausgeschlossen.

Ein neues Totengedenken?

Bundeskanzler Konrad Adenauer legt im Juli 1962 einen Kranz auf dem deutsch-französischen Soldatenfriedhof in Versailles-Legóurds nieder (© Bundesregierung, B 145 Bild-00011843, Egon Steiner)

Die Überführung der sterblichen Überreste der Toten in als angemessen empfundene Begräbnisstätten war begleitet von einer Suche nach gesellschaftlich akzeptierten Formen des Kriegstotengedenkens. Der Volksbund setzte sich für eine Wiedereinführung des von ihm bereits in den 1920er Jahren begangenen Volkstrauertages als nationalen Gedenktag für die Kriegstoten ein. Damit sollte auch eine klare Abgrenzung zum Nationalsozialismus deutlich gemacht werden, wo der Volkstrauertag in Heldengedenktag umbenannt worden war. Das Anknüpfen an die Weimarer Tradition allein führte jedoch noch zu keiner Neuausrichtung der Inhalte und formalen Gestaltung der Gedenkveranstaltung. In dieser Tradition wurde nur der gefallenen Soldaten gedacht. Bereits während des Krieges hatte sich jedoch das Verständnis durchgesetzt, dass auch die zivilen Opfer als Kriegstote zu werten seien. Dies wurde in der Nachkriegszeit selbstverständlich auch auf Flucht und Vertreibung erweitert und bediente damit das weitverbreitete Bedürfnis nach Anerkennung von erlittenem Leid. Die Opfer der NS-Verfolgung nicht auszublenden wurde von politischer Seite ebenfalls angemahnt. Im öffentlichen Bewusstsein der 1950er Jahre stand jedoch für weite Teile der Bevölkerung noch das Verständnis im Vordergrund in erster Linie selbst Opfer der Kriegsfolgen und der Niederlage zu sein.

Ein neuer gedenkpolitischer Sammelbegriff

Die Neue Wache in Berlin dient heute als Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (© Public Domain, Luukas)

Für das öffentliche Gedenken an die Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges ergaben sich gegenüber dem Ersten Weltkrieg zwei wesentliche Unterschiede. Erstens wurden in das Gedenken zivile Tote mit einbezogen. Zweitens setzte sich durch, aller Toten, auch der im Kampf Gefallenen, als passive Opfer zu gedenken. Der Kriegstod wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland nicht mehr als heroische Aufopferung für das Vaterland gedeutet, sondern nur noch als erlittenes Leid. Die 1950er Jahre müssen hierbei als Übergangsphase gesehen werden, in der etablierte Formen des militärischen Totengedenkens noch fortlebten und auch in rhetorischer Form zum Ausdruck kommen konnten. Die politische Forderung keine Unterschiede zwischen den Toten des Krieges und der NS-Verbrechen zuzulassen, wurde in den 1960er Jahren sprachlich durch die Einführung der Formel "Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" als gedenkpolitischer Sammelbegriff umgesetzt. Er findet Verwendung beim Totengedenken am Volkstrauertag und als Inschrift für die Gedenkstätten der Bundesrepublik, dem Bonner Ehrenmal (1964) und der Neuen Wache (1993). Als Rechtsbegriff wurde er 1965 mit der Reform des Kriegsgräbergesetzes eingeführt, unter dem alle Opfergruppen zusammengefasst werden, denen das dauerhafte Ruherecht zusteht.

Kritisiert wurde diese universelle Gedenkformel später, weil sie in Bezug auf die Verbrechen der Wehrmacht Unterschiede zwischen Tätern und Opfern ausblendet und beide unter einem Oberbegriff zusammenführt. Betrachtet man die zeitlichen Umstände ihrer Entstehungszeit, muss man allerdings davon ausgehen, dass sie nicht mit der Absicht geschaffen wurde historische Verantwortung zu verschleiern. Sie sollte den NS-Opfern zur Anerkennung verhelfen, zugleich aber auch in Zukunft weitere Opfer integrieren können. Hier verband sich Kriegserinnerung mit den politischen Bedürfnissen der Gegenwart, denn mit "Gewaltherrschaft" war nicht ausschließlich das Dritte Reich gemeint. Die zweite Hälfte der Gedenkformel verwies auch auf die DDR. Als Begriff in den Quellen tritt die Formulierung "Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft" erstmals einige Monate nach dem Mauerbau in den Diskussionen zum Bau des Bonner Ehrenmals und bei der Reform des Kriegsgräbergesetzes in Erscheinung. Mit der Gesetzesreform wurden auch die Toten an der innerdeutschen Grenze mit den anderen Opfergruppen gleichgestellt.

Bedeutungswandel des Kriegsgrabes

Die Gleichstellung der unterschiedlichen Opfergruppen beim Totengedenken am Volkstrauertag hatte für den Umgang mit den Kriegsgräbern selbst keine direkten Konsequenzen. Sie hatte vor allem symbolische Bedeutung. Mitte der 1960er waren die einzigen Gräber, die tatsächlich noch nach Handlungsbedarf verlangten, die Gräber gefallener Wehrmachtssoldaten im Ausland. Es war absehbar, dass der Volksbund die Umbettung der Toten auf Kriegsgräberstätten in Westeuropa bis etwa Mitte der 1970er Jahre beendet haben würde. Kriegsgräberfürsorge verlor damit zunehmend ihre nach Kriegsende noch so wichtige Bedeutung für die Aufklärung zahlreicher Einzelschicksale. Mit den sich verändernden gedenkpolitischen Anforderungen stand zugleich die traditionelle Bedeutung des Kriegsgrabes als "Ehrenstätte" in Frage. Sollten Kriegsgräberstätten jedoch mehr sein als nur private Orte der Trauer für die Hinterbliebenen, musste der Volksbund neue Antworten auf die Frage nach der öffentlichen Bedeutung von Kriegsgräberfürsorge und der Relevanz für den dauerhaften Erhalt der Kriegsgräber finden.

Teilnehmer eines deutsch-französischen Jugendlagers zur Kriegsgräberfürsorge im Juli 1964 (© Bundesregierung, B 145 Bild-00012946)

Der Weg, der dabei beschritten wurde, führte dazu, Kriegsgräberstätten als Erinnerungsstätten und Orte des historischen Lernens hervorzuheben. Kriegsgräber sollten als Medium verstanden und genutzt werden, um heranwachsende Generationen zum Erhalt des Friedens in Europa zu erziehen. Erste Ansätze hierzu entwickelten sich ab 1953 in Belgien, als eine Gruppe von deutschen Jugendlichen dort unter dem Motto "Versöhnung über den Gräbern" begann deutsche Kriegsgräber instand zu setzen. In den folgenden Jahren entwickelten sich hieraus internationale Jugendlager. Die Teilnehmer waren zunächst häufig Angehörige kirchlicher Jugendgruppen aus verschiedenen Ländern. Der Leitgedanke der Lager war auf Seiten der Teilnehmer noch stark vom christlichen Versöhnungsverständnis und Idealen der Ökumene geprägt. Die sommerlichen Grabpflegeaktionen erhielten mit dem voranschreitenden Ausbau deutscher Kriegsgräberstätten in Frankreich in den 1960er Jahren erheblichen Aufschwung. Die institutionelle Verankerung des internationalen Jugendaustausches etwa durch die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes bildete den politischen Hintergrund für eine breite Akzeptanz dieser besonderen Form der Jugendarbeit im In- und Ausland. Die Aktionen wurden auch auf andere Länder ausgeweitet. Dem Anspruch nach sollten sie die Aussöhnung und Verständigung mit allen früheren Kriegsgegnern fördern. Vor allem spiegelte sich in den Jugendlagern jedoch die voranschreitende deutsch-französische Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg, denn Frankreich war mit Abstand das Land, in dem die meisten Jugendlager stattfanden. Die Jugendarbeit etablierte sich dabei zugleich als fester Bestandteil der Arbeit des Volksbundes und hat dabei nachhaltig das Verständnis von Kriegsgräberfürsorge verändert.

Grab und Symbol

Kriegsgräber vereinen immer zwei Funktionen. Sie sind gleichermaßen Grab und Symbol, Ort der privaten Trauer wie auch des öffentlichen Gedenkens. In dieser Doppelfunktion hat sich ihre Bedeutung mit zeitlichem Abstand zum Krieg zugunsten der letzteren verlagert. Die politischen Aussagen, die sich mit ihrem symbolischen Gehalt verbinden, werden jedoch von den Bedürfnissen der Gegenwart bestimmt. Dies zeigt sich unter anderem im sich verändernden Totengedenken, wo sich seit den 1960er Jahren die einseitige Fokussierung auf die Kriegstoten zu einem breiteren Opferverständnis verschob. Daneben war der Ost-West-Konflikt eine prägende Kraft. Er überformte nicht nur das Totengedenken, sondern war auch der entscheidende Faktor, der den Zugang zu deutschen Kriegsgräbern im Ausland lange Zeit maßgeblich bestimmte. Die Bitten der Bundesrepublik, Zugang zu Kriegsgräbern auf den Territorien der sozialistischen Staaten des Warschauer Paktes zu erhalten, stießen fast immer auf Ablehnung. In der DDR stützte die Nichtbeachtung der Toten der Wehrmacht zudem das antifaschistische Selbstverständnis. Im Westen dagegen dienten die Friedhöfe der Weltkriege nicht selten als Kulisse, vor deren Hintergrund Staatschefs bei gemeinsamen Gedenkveranstaltungen die Geschlossenheit des transatlantischen Bündnisses gegenüber der kommunistischen Bedrohung im Osten zum Ausdruck brachten.

Zitierweise: Jakob Böttcher, Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung - Zum Bedeutungswandel deutscher Kriegsgräber nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Deutschland Archiv Online, 07.02.2014, Link: http://www.bpb.de/178572

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hierzu ausführliche Beiträge in: Manfred Hettling und Jörg Echternkamp (Hg.), Gefallenengedenken im globalen Vergleich. Nationale Tradition, politische Legitimation und Individualisierung der Erinnerung, München 2013.

  2. Vgl. Reinhart Koselleck und Michael Jeismann (Hg.), Der politische Totenkult. Kriegerdenkmäler in der Moderne, München 1994.

  3. Entsprechende Passagen finden sich in der Haager Landkriegsordnung 1907 (Art. 14 u. 19), dem Versailler Vertrag 1919 (Art. 225-226) sowie im Genfer Abkommen 1929 (Art. 16-17).

  4. Für einen kurzen Überblick über den Umgang mit Trauer und Kriegstod in Europa nach dem Ersten Weltkrieg siehe Oliver Janz, 14 - Der große Krieg, Frankfurt und New York 2013.

  5. Vgl. Johann Zilien, Der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V." in der Weimarer Republik. Ein Beitrag zum politischen Denkmalkult zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, in: Archiv für Kulturgeschichte 75 (1993), S. 445-478.

  6. Zur Geschichte des Volkstrauertags siehe Alexandra Kaiser, Von Helden und Opfern. Eine Geschichte des Volkstrauertags, Frankfurt und New York 2010.

  7. Vgl. Christian Fuhrmeister, Klatschmohn und Ochsenblut, Zur Ikonographie der Kriegsgräberstätten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberführsorge, in: Gert Gröning und Uwe Schneider (Hg.), Gartenkultur und nationale Identität. Strategien nationaler und regionaler Identitätsstiftung in der deutschen Gartenkultur, Worms 2001, S. 119-134.

  8. 1933 hatte der Volksbund ca. 130.000 Mitglieder. Bereits 1936 hatte sich die Mitgliederzahl mit nun 295.000 mehr als verdoppelt. Parallel dazu erfolgte der weitere Ausbau der Vereinsstrukturen in allen Regionen Deutschlands.

  9. Vgl. Archiv der Bundesgeschäftsstelle des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kassel, VKA A.10-24 Arbeitsgenehmigung in der Westzone 1946-49.

  10. Vgl. Rundschreiben des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) vom 15. November 1939, Betr. Gräberfürsorge und Überführungen, in: Akten der Partei-Kanzlei der NSDAP, hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte München 1983-92, Microfiche-Edition, Microfiche Nr. 76732ff.

  11. Vgl. Politisches Archiv Auswärtiges Amt (PA AA), B 92, Bd. 292 und Bd. 296. Ein vorläufiges Abkommen bestand bereits seit 1954. Frankreich bestand jedoch auf einer grundlegenden Neuordnung der Kriegsgräberfürsorge, die die Gräber beider Weltkriege einschloss und die Übernahme der Pflegekosten für die Gräber neu regelte.

  12. Die Niederlande übergab die Pflege der deutschen Gräber erst 1976 an Deutschland. Vgl. Kriegsgräberfürsorge 53 (1976), H. 1, S. 152.

  13. Vgl. PA AA, B 92, Bd. 531, Bericht der Botschaft Kopenhagen vom 4. Februar 1965.

  14. Besonders hervor sticht hierbei die jahrelange Betreuung des Waldfriedhofs Halbe durch den evangelischen Pfarrer Teichmann. Vgl. dazu Rainer Potratz und Meinhard Stark, Vorwort, in: Dies. (Hg.), Ernst Teichmann, Pfarrer vom Waldfriedhof Halbe. Briefe und Aufzeichnungen 1950-1983, Potsdam 1997, S. 7-14.

  15. Vgl. Peter Reichel, Politik mit der Erinnerung. Gedächtnisorte im Streit um die nationalsozialistische Vergangenheit, München und Wien 1995.

  16. Vgl. Constantin Goschler, "Versöhnung" und "Viktimisierung". Die Vertriebenen und der deutsche Opferdiskurs, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 53 (2005), S. 873-884.

  17. Kritisch hierzu Jost Dülffer, Im Schatten des Zweiten Weltkrieges. Der Soldatentod in deutscher und internationaler Erinnerungskultur, in: Corinna Hauswedell (Hg.), Soldatentod in heutigen Kriegen. Herausforderungen für politische Normenbildung und Erinnerungskultur, Rehburg-Loccum 2009, S. 75.

  18. Vgl. Entwürfe für eine Änderung des Kriegsgräbergesetzes und des Artikels 74 Nr. 10 GG, in: Bundesarchiv (BArch), B 106/127305, sowie Ergebnisniederschrift der Sitzung der Planungskommission für ein Ehrenmal in Bonn, in: BArch, B106/77167.

  19. Vgl. Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz), BGBL I, Nr. 29 vom 8. Juli 1965, S. 589.

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Studium der Geschichte, Politikwissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Hannover und Halle; zurzeit Stipendiat am Internationalen Graduiertenkolleg "Formwandel der Bürgergesellschaft. Deutschland und Japan im Vergleich" Halle - Tokyo. In seinem Dissertationsprojekt befasst sich Jakob Böttcher mit dem Thema Kriegsgräberfürsorge in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.