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Die Freiheit der Distanzierten – die alternative Modeszene der DDR

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Die Freiheit der Distanzierten – die alternative Modeszene der DDR Interview mit Andrea Prause

Andrea Prause

/ 12 Minuten zu lesen

In den 1980er Jahren formierte sich in den Städten der DDR eine alternative Modeszene. Es wurde nicht nur Mode privat in kleinen Werkstätten produziert und auf Märkten verkauft, vor allem die Modeshows bildeten ein Ventil für die Macher/innen und ihr Publikum, um den Anpassungsdruck des Staates aushalten zu können. Andrea Prause hat im Rahmen ihrer Dissertation zu diesem Phänomen geforscht.

(© Zeitort/Jürgen Hohmuth)

Deutschland Archiv (DA):Sie beschreiben in Ihrem Buch „Catwalk wider den Sozialismus“ die alternative Modeszene, die sich in den 1980er Jahren in der DDR entwickelte. Wieso hat Sie das Thema gereizt?

Andrea Prause: Ich bin selbst 1979 in der DDR geboren. Zehn Jahre später fiel die Mauer. Mit zunehmenden Alter habe ich mich gefragt, wie ich mich selbst verhalten hätte in diesem Land. Der Staat hat ja viel Anpassungsdruck ausgeübt. Ich weiß, dass ich selbst rebelliert hätte, aber gleichzeitig hätte ich eben auch studieren wollen. Zum 20-jährigen Mauerfalljubiläum 2009 gab es eine Open-Air-Ausstellung in Berlin am Alexanderplatz. Dort bin ich auf ein Foto von einer Modenschau gestoßen: Da stolzierte der heutige Türsteher vom Berghain, Sven Marquardt, als Punk über den Laufsteg. Darüber wollte ich mehr wissen. Die Anpassung oder Nichtanpassung junger Menschen in der Diktatur – das hat mich gereizt.

DA: Wie entstand die alternative Modeszene in der DDR?

Andrea Prause:In der DDR gab es ein offizielles Modeschaffen vom Design, über die Herstellung bis zum Vertrieb. Privatstrukturen waren nicht vorgesehen. Aber der Bedarf und die geschmacklichen Präferenzen der DDR-Bürger/innen wurden nicht zufriedengestellt. Spätestens in den 1980er Jahren entwickelten sich Parallelstrukturen jenseits der üblichen Kompensationsmethoden wie Westpakete, für sich selbst zu nähen, in Ungarn oder in der Tschechoslowakei einkaufen oder systematisches Anstehen in Schlangen vor Geschäften, weil es dort vielleicht West-Jeans gab. Zu Beginn der 1980er Jahre gab es einen Parallelmarkt. Dafür wurden zum Beispiel Trödelmärkte genutzt. Dort wurde privat hergestellte Mode, die sich am Westen orientierte, verkauft. Dabei wurden die Materialien verarbeitet, die es im Osten gab: Bettlaken, OP-Laken, Windelstoffe, Fallschirmseide, Spaltleder (ein Abfallprodukt aus der Lederproduktion) oder auch T-Shirts aus dem Handel, die verändert wurden. Der Unterschied waren die Schnitte und die Drucke. Es wurden Micky-Mäuse oder Tigerköpfe im Siebdruckverfahren aufgedruckt. Das wurde in kleinen Werkstätten in privaten Haushalten in Miniserien hergestellt. In den 1980er Jahren führten die Märkte und die anderen Kompensationsstrategien dazu, dass nur ein Drittel der getragenen Mode eins zu eins aus dem Handel kam. Die ökonomische Unabhängigkeit junger Kreativer, die dort erfolgreich waren, führte ab Mitte der 1980er Jahre dazu, dass ein Teil von ihnen Modenschauen, Modeshows und Modetheater inszenierten. Dort wurde dann abwegige Mode, die auch von westlichen Subkulturen inspiriert war, gezeigt – zum Teil auch mit politischem und gesellschaftlichem Protest. Die Schauen wurden nicht für den Verkauf durchgeführt, lediglich Bühnen erwarben ab und an Kostüme.

DA: Was war anders an der Generation in der DDR, die in der letzten Dekade des Staates diese Subkultur prägte?

Andrea Prause: In den 1980er Jahren erodierte die DDR ökonomisch, politisch, gesellschaftlich und kulturell. Zudem fand ein Wertewandel statt. Der Soziologe Bernd Lindner bezeichnet die Generation der um 1960 in der DDR Geborenen, die auch die alternative Modeszene prägte, als die „Distanzierten“. Die „Aufbaugeneration“ und die folgende „integrierte Generation“, die stark von der Sozialpolitik Erich Honecker geprägt war, fühlten sich dem Staat und dem Sozialismus noch verbunden. Sie standen am Ende der DDR auch für Reformen und nicht für das Abschaffen der DDR. Die Distanzierten sind gar nicht erst in die Ideologie des Sozialismus eingestiegen. Für sie war die Orientierung an kollektiven Werten, an Sicherheit und an einer Utopie, die in einer fernen Zukunft lag, absurd. Sie konnten auch mit dem antifaschistischen Gründungsmythos der DDR und den vorgefertigten Lebensentwürfen nichts mehr anfangen. Die wollten Spaß, Freiheit, Authentizität. Es waren Individualist/innen, die ihr Leben so gestalten wollten, wie sie es für richtig hielten. In diesem Kontext sind ja auch verschiedene alternative Jugendkulturen in der DDR entstanden: etwas früher die Punks, dann die Hip-Hopper, die Skater und die Modeszene. Mode war in den 1980er Jahren auch in der DDR das Medium, um sich als Individuum auszudrücken. Und es war ein ungefährliches Medium, um seine Verweigerungs- und Protesthaltung darzustellen.

DA: Die Protagonist/innen der alternativen Modeszene hatten nach ihrer Selbstdefinition keinen Platz in der DDR-Gesellschaft. Haben sie deshalb rein optisch und mit ihrem selbstbewussten Auftreten den Staat herausgefordert?

Andrea Prause: Viele der Leute aus der Modeszene haben in ihrer Kindheit und Jugend erstmal nach einem Platz in der DDR-Gesellschaft, auch in der Berufsstruktur, gesucht. Sie wollten eine kreative Ausbildung und wollten studieren. Sie suchten nicht den offenen Konflikt. Aber sie passten sich nicht an und wurden eher von außen zum Rebellen stilisiert, weil der Staat nichtangepasste Menschen nicht tolerierte. Aber anders als die Mehrheit der Distanzierten haben sie sich nicht angepasst, sondern gesagt: „Jetzt erst recht. Ich mache mein eigenes Ding, auch wenn ich Nachteile in Kauf nehmen muss“. Diese Trotzhaltung war charakteristisch für die Modeszene. Mit ihrer Haltung wollten sie die Elterngeneration und die Mehrheitsgesellschaft provozieren. Die fanden sie trist, langweilig und nicht identifikationswürdig. Die Herausforderung des Staates war eher sekundär. Das passierte erst am Ende der 1980er Jahre, als es einfacher wurde, offen Kritik zu äußern. Im ersten Moment ging es darum, sich zu zeigen und zu zeigen, dass man anders ist und dieses Anderssein auch zu inszenieren. Da spielte auch ein großes Maß an Darstellungslust, Narzissmus und Egomanie eine Rolle. Aber immer auf eine sympathische, ansteckende, bunte und schillernde Art und Weise.

Modeshow von Chic, Charmant und Dauerhaft (CCD) mit Frank Schäfer. (© Zeitort/Jürgen Hohmuth)

DA: Einige der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekamen Probleme mit Volkspolizei und Stasi nur wegen ihres auffälligen Äußeren. Was hat sie bewogen trotzdem weiterzumachen und sich nicht anzupassen?

Andrea Prause: Genau das hat mich herausgefordert, die spannende Entwicklung zur Annahme der Außenseiterrolle zu untersuchen. Anpassung war für diese Jugendlichen keine Option, denn das hätte bedeutet, was man ablehnte: Konformität. Die haben sich mit ihrem Außenseitersein identifiziert und es galt als „cool“ auf dem Alexanderplatz mal verhaftet zu werden. Wer für den DDR-Staat zu absurd aussah und zum Beispiel als Mann Glitzer in den Haaren hatte, wie der Friseur Frank Schäfer, der bei der Gruppe „Chic, Charmant und Dauerhaft“ (CCD) auf dem Laufsteg mitgelaufen ist, der wurde verhaftet. Für Frank Schäfer, der ständig die Geschlechterrollen ad absurdum führte, wäre es eher merkwürdig gewesen, nicht verhaftet zu werden. Die Diskrepanz zwischen der sozialistischen Ideologie und der Realität ließ diesen Staat und die angepassten Bürger/innen für diese Jugendlichen als völlig absurd erscheinen. Gabi Frauendorfer aus Leipzig erzählte mir, dass ihr die Mehrheit der DDR-Bürger/innen vorkam wie aufgezogene Maikäfer, die immer bis zur Tischkante fahren und wieder umkehren – ferngesteuerte Individuen. Deshalb war die Nonkonformität der zentrale Bezugspunkt. Der Ausstieg schien die einzige Option zu sein: Entweder durch „innere Emigration“ in die Parallelstrukturen. Das funktionierte in den 1980er Jahren ziemlich gut. Oder man wollte das Land verlassen. Ab 1983 erleichterte ein Gesetz, die Familienzusammenführung, wenn man mit jemanden aus dem westlichen Ausland verheiratet war. Diese Option nutzen viele.

DA: Wie konnte es eigentlich geschehen, dass die Schattenökonomie auf den Märkten von der DDR nicht kontrolliert wurde, wo dem Staat doch Einnahmen fehlten? Teilweise setzten die Leute 8.000 Mark an einem Wochenende um.

Andrea Prause: Das habe ich mich auch gefragt, aber dazu habe ich in den Akten nichts gefunden. Klar ist, der Staat registrierte durchaus, dass damit große Summen umgesetzt wurden. Es wurde aber nicht weiter verfolgt, es sei denn, man wollte jemanden damit politisch erpressen. Ich glaube, die Schattenökonomie wurde geduldet, weil es in der DDR so viele Krisenherde gab und die Stasi und andere staatliche Institutionen andere Dinge zu bekämpfen hatten. Außerdem kompensierten die Designer/innen und Schneider/innen einen Mangel und boten den DDR-Bürge/rinnen damit eine Ventilfunktion. Und das wurde geduldet.

DA: Woher kam die Lust Modeshows zu inszenieren? War es Protest?

Andrea Prause: Die Lust war nicht plötzlich da. Die gab es schon parallel zu der Schattenökonomie. Aber dafür musste man persönlich reifen, eine Idee entwickeln und sich auch trauen auf den Laufsteg zu gehen. Mitte der 1980er Jahre waren die Protagonist/innen Anfang 20 und haben sich getraut für junge Menschen eine Vorbildfunktion zu übernehmen. Es waren mehrheitlich Künstler/innen und sehr kreative Menschen, die versuchten ihrem alternativen Lebensstil mittels der provokanten Modeshows Ausdruck zu verleihen und andere anzustecken. Ich bin am Anfang meiner Arbeit davon ausgegangen, dass es um politischen Protest und Veränderungen ging. Aber nein, es ging um Hedonismus, zu zeigen, wer man ist, sich zu verkleiden, sich selbst zu suchen und zu finden. Als sie merkten, dass sie Aufmerksamkeit erregten, kam die Idee dazu, die Stasi zu ärgern. Denn die Stasi stand ja in ihren grauen Dederon-Jacken im Publikum. So kam die Lust an der Provokation des Staates und der Mehrheitsgesellschaft.

DA: Interessant ist auch, aus welchen Materialien die Show-Outfits bestanden. Erfinderisch aus Mangel?

Mode aus Erdbeerfolie und Duschvorhängen der Modegruppe Chic, Charmant und Dauerhaft (CCD). (© Zeitort/Jürgen Hohmuth)

Andrea Prause: Eine der Hauptdesignerinnen von CCD in Berlin, Sabine von Oettingen, hatte den Anspruch, dass alles, was sie herstellte, aus der DDR kommen musste. Sie wollte zeigen, dass man aus dem, was es hier gab, etwas machen konnte. So wurde aus Erdbeerfolie und Duschvorhängen geschneidert. Eine Angelreuse wurde zur Tasche umfunktioniert. Und es wurden Sachen aus Theaterbeständen verarbeitet.

DA: Gab es einen Austausch zwischen den alternativen Modeszenen im Osten und im Westen?

Andrea Prause: Im Westen gab es die Off-Line Modemesse und die Ave, die über Inszenierungen zum Beispiel mit Mode aus Müll und Plastik den Massenkonsum und die Massenproduktion der Mode ad absurdum führten. Deren Akteur/innen und die aus der DDR besuchten sich und davon profitierten sie. Aber einen intensiven Austausch gab es nicht. Westliche Modemacher berichteten mir, dass sie von der Handwerkskunst im Osten fasziniert waren. Im Osten gab es die Luxussituation, mit den Modeshows kein Geld verdienen zu müssen. Das Geld wurde über die Märkte generiert. Und mit dem Geld, so sagte eine Designerin, konnten sie „dem Affen Zucker geben“. Die Anfertigung der Kostüme, die am Ende der 1980er Jahre gezeigt wurden, dauerte mehrere Wochen bis zu einem Monat. Da wurden beispielsweise Mäntel aus zig verschiedenen Lederstücken zusammengeklebt. Die Modemacher/innen im Osten sahen hingegen neidisch auf den Westen, weil die mit ihren Modenschauen ohne Auftrittsgenehmigungen durch das ganze Land reisen durften.

Erst am Ende der 1980er Jahre als die Kulturpolitik in der DDR durchlässiger wurde, kam es zu einer kreativen Befruchtung zwischen den alternativen Modeszenen im Osten und im Westen. Die Off-Line tourte einmal durch die DDR-Provinz. Die Shows waren immer ausverkauft. Die DDR-Gruppe „Allerleirauh“ durfte auch einmal bei der Off-Line im Westen ausstellen und auftreten. Die alternative Modeszene hatte aber im Osten eine ganz andere gesellschaftspolitische Relevanz: Kunst und Kultur standen im Dienst des Staates und alles, was nicht für den Staat war, sondern provozierte und abweichend war, hatte eine politische Bedeutung.

DA: Wie war es möglich, dass die sich die Modeshows in der DDR zu einem eigenen Kulturgenre entwickeln konnten?

Mode von CCD auf dem Laufsteg. Rechts die Designerin Sabine von Oettingen. (© Zeitort/Jürgen Hohmuth)

Andrea Prause: Die Modeshows im Osten füllten die Säle. Das damalige Publikum erinnert sich noch heute daran, dass es eine Art Oase oder Insel war, die Modeinszenierungen zu sehen. Sie vermittelten ein Gefühl von freier Welt. Und genau das wollten die Gruppen auch zeigen, dass es auch in der DDR – zumindest am Ende der 1980er Jahre – möglich war, man selbst zu sein. Wenn der Staat sich anmaßt, über guten und schlechten Geschmack in der Mode zu entscheiden, dann ist Mode, die sich dem nicht beugt, eine Form von Verweigerung bis hin zum Protest. Die Berliner Gruppen waren weniger politisch, aber in Karl-Marx-Stadt – dem heutigen Chemnitz – gab es die Gruppe „Avantgarde“. Die führten eine Mode-Oper auf, die von einem Zahnarzt war, der die Doppelgesichtigkeit in der DDR und die Fernsteuerung der Bürger/innen nicht mehr ertragen konnte. Die Hauptfigur darin war eine Art Harlekin, der als Diktator mit einer Harlekinmaske herumlief und fröhlich seine Untertanen um sich scharte, denen er mit Haarspray die Köpfe vernebelte und sie wie Marionetten tanzen ließ. Dann gab es eine Revolution des Gefolges, sie rissen ihm die Maske herunter und tanzten danach ganz losgelöst. Damit haben sie die SED-Diktatur auf die Schippe genommen. DA: Haben sie dafür noch ein weiteres Beispiel?

Andrea Prause: Die Gruppe „Artich“ aus Lübben zeigte einzelne Szenen, die Aspekte der DDR-Gesellschaft und der SED-Diktatur kritisierten. In einer Szene lief die Gruppe mit Gummistiefeln über die Bühne, um zu zeigen, in welchem Morast die DDR-Gesellschaft sich befand und nicht mehr vorwärts kam. Oder sie trugen Stroh auf den Köpfen, um auszudrücken, wieviel Stroh in den Köpfen der SED-Funktionäre steckte. Frieda von Wild brachte es mir gegenüber auf den Punkt: „Die Modenschauen waren ein gutes Ventil, um ein ganzes Stück Frust und Wut auf der Bühne weg zu tanzen“.

Schließlich machte die DDR auch Zugeständnisse an die Gruppen und ließ sie auftreten. Wie kam das?

Andrea Prause: Bei den staatlichen Reaktionen auf die Modegruppen, die provokant auftraten, gab es einen Dreiklang aus Überwachung, Kontrolle und Repression sowie Versuche, sie in das DDR-Kulturschaffen zu integrieren. Das war ein letztes Aufbäumen des Staates, die wollten kontrollieren, was auf den DDR-Bühnen gezeigt wurde. Denn alles, was auf die Bühnen und auch auf den Laufsteg kam, musste zensiert werden. Auf der anderen Seite wollte die DDR auch zeigen, dass sie Angebote an die Jugendlichen machte und sich weltoffen geben. So nach dem Motto, wir brauchen keine Reformen von unten, die DDR ist auch cool.

Von den 300 bis 400 Modegruppen, die registriert waren, war der Großteil sehr konventionell. Nur die wenigsten waren provokant oder politisch. Viele waren als Volkskunstkollektive unterwegs und oft an staatliche Betriebe angeschlossen. Aber durch die Erosionserscheinungen am Ende des Jahrzehnts gab es auch eine neue Generation von Jugendclubleiter/innen. Und die ließen auch Gruppen ohne „Pappe“ – wie die Auftrittsgenehmigung genannt wurde – auftreten. Womit sie sich natürlich aus dem Fenster lehnten. Einige von ihnen mussten dann auch gehen, aber das war es ihnen scheinbar wert.

DA: Der Stasi ist es aber offenbar nie gelungen in die Gruppen einzudringen. Warum war das nicht möglich?

Andrea Prause: In den engen Kern derer, die die provokanten Shows inszenierten, ist es der Stasi nicht gelungen, Spitzel einzuschleusen. Ich habe insgesamt 40 Akteur/innen der Szene interviewt, fast allen gegenüber hat es Anwerbeversuche gegeben, als inoffizieller Mitarbeiter/in (IM) über die anderen zu berichten. Aber dieser harte Kern hat sich sehr stark mit seiner Außenseiterrolle und der Parallelwelt identifiziert. Dazu kam, dass es enge Freundeskreise waren und die Protagonist/innen niemals ihre Freund/innen verraten hätten. Überwacht wurden sie natürlich. Es gibt Berichte von Wohnungsdurchsuchungen, die das Unverständnis der Stasi gegenüber Jugendkulturen wiedergeben. Außerdem wurden deren Nachbar/innen befragt. Und es gab Beobachtungen, die der Szene auffallen sollten, damit ihnen klar war, dass der Staat sie im Blick hatte. An der Peripherie der Modegruppen, die konventioneller waren, da wurden IM eingeschleust, die über die Stimmung in der Gruppe, über Ausreisepläne und das gesellschaftspolitische Klima berichteten.

DA: Wie konnte in der DDR eine solche Parallelwelt entstehen?

Andrea Prause: Diese Subkultur war ein absolutes Kind der DDR. Weil die DDR eine Mangelgesellschaft war, sicherten die Einnahmen aus den Marktverkäufen die komplette Existenz ab. Die Einnahmen lagen oft weit über dem, was die DDR-Bürger/innen im Durchschnitt verdienten. Außerdem war es durch die starke Subventionspolitik Honeckers, mit der er sich Zustimmung erkaufen wollte und die die DDR in die Pleite trieb, günstig in der DDR zu wohnen und zu leben. Alle Interviews ergaben auch, dass es den Mitgliedern der Modegruppen nicht um Geld gegangen ist. Sie bemängeln eher, dass heute Geld alles bestimmt.

DA: Was wurde aus dem Phänomen Modeshows nach dem Mauerfall?

Andrea Prause: Als die sozialistische Ideologie löcherig wurde, gab es ab 1988 eine Art Explosion. Die Szene wurde größer, differenzierte sich aus und wurde politischer. Nach dem Mauerfall gab es ein plötzliches Interesse aus dem Westen. Die DDR-Opposition wurde eingeladen zu Veranstaltungen und da waren auch die Modegruppen dabei. Aber dieser Exotenstatus verlor sich sehr schnell, und es kam Mitte 1990 zu einer Implosion. Dieses Treibhausgebilde konnte nur unter der Bedingung einer Diktatur und in der Mangelgesellschaft existieren, es zerfiel nun in seine Einzelteile. Es gab keine Reibungsfläche mehr, weder die Anpassungsgesellschaft noch den Staat. Dazu kam, dass sich alle Akteur/innen Einkommensquellen suchen mussten, denn der Verkauf auf Märkten funktionierte nicht mehr. Auch die mentale Anpassung hat sehr viel Energie kostet. Viele sind, weil sie zuvor in der DDR eingesperrt waren, auch erstmal gereist, und sie haben ihr Studium oder ihre Ausbildung nachgeholt. Aber auch ihr Publikum gab es nicht mehr. Das wollte jetzt zu den großen Konzerten, wo man jahrzehntelang nicht hinkam. Alle Säulen des Phänomens sind wegefallen.

DA: Was machen die Protagonist/innen der Szene heute?

Andrea Prause: Die verstreuten sich erstmal in alle Himmelsrichtungen, teilweise auch auf andere Kontinente. Aber die meisten sind wieder in Deutschland gelandet – auch in Berlin. Sie haben auch wieder Kontakt zueinander. Ein Großteil arbeitet in kreativen und künstlerischen Bereichen. Aber niemand konnte sich als Designer oder Designerin etablieren. Manche verkaufen wieder auf Märkten. Aber diesen Status wie eine Art Popstar, den sie in der DDR hatten, hat keine/r wieder erreicht. Die machen zwar coole Sachen, aber niemand ist damit bekannt geworden.

Das Interview führte Anja Linnekugel

Zitierweise: Die Freiheit der Distanzierten – die alternative Modeszene der DDR, Interview mit Andrea Prause, in: Deutschland Archiv, 10.7.2019, Link: www.bpb.de/293740

Fussnoten

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Dr. phil., studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihr Dissertationsprojekt über die alternative Modeszene der DDR in den 1980er Jahren wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. In Ausstellungs- und Buchprojekten widmete sie sich verschiedenen Facetten staatsnaher und staatsferner Kunst und Kultur in der DDR. Ihr Buch "Catwalk wider den Sozialismus - Die alternative Modeszene der DDR in den 1980er Jahren" erschien im Jahr 2018 im bebra-Verlag.