Meine Merkliste

30 Jahre später – der andere Bruch

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Krieg der Lügner Kalter und heißer Krieg. Wie beenden? „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Heimat ist ein Raum aus Bytes Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

30 Jahre später – der andere Bruch Corona: Das annus horribilis 2020 und seine Lehren

Albrecht von Lucke

/ 11 Minuten zu lesen

Es ist ein historischer Einschnitt wie 1989/90 der Mauerfall. Seit nunmehr über einem Jahr lähmt Corona das gesellschaftliche Leben in Deutschland und weltweit. Welche Strategie- und Handlungskonzepte sind gefragt, wenn die Pandemie überwunden werden kann? Ein Anstoß zum Nachdenken von Albrecht von Lucke, der für eine neue Solidarität plädiert, national und global.

Straßengraffiti in Berlin im März 2021, ein Jahr nach Beginn der Corona-Lockdowns und zu Beginn der dritten Infektionswelle (© bpb/Kulick)

Nachdem 2019 der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution vom 9. November 1989 noch gebührend begangen worden war, ging der runde Geburtstag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2020 fast völlig unter. Stattdessen beherrscht seit nunmehr einem Jahr, seit März 2020, die Corona-Pandemie die Schlagzeilen und Debatten, mit ihren sich deutschlandweit ähnelnden Sorgen. Fast konnte man bislang den Eindruck haben, als würden die Grenzen zwischen den Deutschen in Ost und West vor dem Hintergrund dieser konkreten Bedrohung wie von selbst verschwinden.

Tatsächlich verlangen die sich immer deutlicher abzeichnenden globalen Herausforderungen unausweichlich nach gemeinsamen Strategie- und Handlungskonzepten. Liegen im Nachdenken über die Ursachen und Konsequenzen der Coronakrise somit nicht auch große Chancen für neue Bündnisse, mit nationaler, europäischer und vielleicht sogar globaler Perspektive? Zwar stellt der bulgarische Politologe Ivan Krastev in seinem kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie geschriebenen Buch „Ist heute schon morgen?“ die These auf, dass die Seuche – ob ihrer Ereignislosigkeit – kaum eine Erinnerung im kollektiven Gedächtnis hinterlassen werde. Sein Beleg für diese Annahme ist die Spanische Grippe, die bis zu fünfmal mehr Menschen das Leben gekostet habe als der Erste Weltkrieg und dennoch bis vor Kurzem im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung kaum eine Rolle spielte.

Dabei verkennt Krastev allerdings einen fundamentalen Unterschied: Während die Spanische Grippe direkt auf den Ersten Weltkrieg als den Inbegriff des Ausnahmezustandes und millionenfachen Mordens folgte, weshalb die Influenza damals fast schon als „normales“ Sterben wirken musste, erlebt heute speziell Westeuropa die Corona-Pandemie als den ersten radikalen Einschnitt in die westliche Konsum- und Wachstumsgeschichte nach der Erfahrung von 75 Jahren Frieden und Wohlstand wie auch nach 30 Jahren mühevollem Ringen um die innere deutsche Einheit. Inzwischen ist klar, dass wir es sogar mit dem härtesten globalen Einschnitt seit der Epochenzäsur von 1989/90 zu tun haben. Allerdings könnte auch der Gegensatz zu dieser kaum größer sein. Damals bescherte der Fall der Mauer das Ende des Warschauer Pakts und den Sturz gleich einer ganzen Reihe kommunistischer Diktaturen sowjetischer Prägung. Dreißig Jahre, mithin eine Generation später, ist es der „Führer der freien Welt“, den das historische Ereignis aus dem Amt katapultiert hat.

Wenn 1989/90 den Niedergang des Sowjetimperiums markierte, bedeutete 2020/21 das Ende der US-Regierung unter Donald Trump – und das just in dem Moment, als er die Macht mit autokratischen Mitteln und delegierter Gewalt zu verteidigen suchte. Corona wurde damit zum „Game changer“ mit globaler Wirkmacht. Trump hatte die Seuche radikal unterschätzt. Und während damals der Osten fundamental betroffen war und sich im Westen wenig bis nichts ändern musste, stehen heute die westlichen Demokratien unter Dauerfeuer. Zugleich sitzt das autoritäre Regime in China – als Ausgangspunkt der Pandemie – fester im Sattel als zuvor. So erweist sich die Coronakrise als jene fundamentale „demokratische Zumutung“, von der die Bundeskanzlerin im August 2020 vor der Presse gesprochen hat. Oder genauer gesagt: als die wohl größte Herausforderung für die Demokratie seit dem Untergang ihrer totalitären Kontrahenten.

Heute sind die westlichen Demokratien an der Grenze ihrer Handlungsfähigkeit angelangt und existenziell herausgefordert – diesmal allerdings nicht von außen, sondern von innen, durch das Virus. Das gilt auch für Deutschland. Noch nie seit ihrer Gründung wurde die Bundesrepublik derart massiv ökonomisch heruntergefahren, und noch nie wurde zugleich das Verhältnis von Staat und Gesellschaft so grundsätzlich verhandelt wie im Zuge der Coronakrise. Noch nie gab es derart umfangreiche zeitnahe Staatshilfen – auch nicht 1990/91 beim Aufbau Ost oder in der Finanzkrise ab 2007 und der nachfolgenden Eurokrise. Wir lernen plötzlich, was in Notlagen möglich und durchsetzbar ist; die marode DDR-Wirtschaft hätte damals auf diese Weise vielleicht andere Transformationschancen gehabt.

1989/90 als globale Entgrenzung

Insbesondere was die ökologischen wie die gesundheitspolitischen Handlungsnotwendigkeiten anbelangt, ist der Vergleich mit der letzten historischen Zäsur ausgesprochen erhellend. 1989/90 war ein Jahr der globalen Öffnung, der grenzenlosen sozialen Kontakte. Zugleich fungierte der Mauerfall als Auslöser eines rasenden Individualismus: Die 1990er-Jahre wurden zur Dekade eines rauschhaften Lebens im Hier und jetzt, aber damit zugleich der Zukunftsvergessenheit. Was zählte, waren Lustmaximierung, Spaß und Hedonismus, mit der Love Parade („Friede, Freude, Eierkuchen“) als einem markanten Signum der Zeit. „Unterm Strich zähl ich“, war das Leitmotiv der Neunzigerjahre. Wo zuvor noch wir gewesen war, sollte nur noch ich sein. „There is no society, there are only individuals and families“, lautete der neoliberale Schlachtruf aus dem Munde der damals amtierenden konservativen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.

Die 1990er-Jahre schienen eine Welt der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Parallel dazu wurde mit dem Erdgipfel von Rio im Jahr 1992 die schöne Utopie der „Einen Welt“ erzeugt, die sich jedoch immer mehr als Farce entpuppte. Früher sahen wir eine ideologisch gespaltene Welt: hier Kapitalismus, da Kommunismus; hier Neoliberalismus, da Staatssozialismus. Heute sehen wir eine vielfach zerklüftete Welt, aber nicht vordergründig ideologisch, sondern gekennzeichnet durch das millionenfache Elend, etwa von Flüchtlingen in unmenschlichen Lebensverhältnissen, ob in Libyen oder Syrien, der Türkei oder in Griechenland. Und denkt man an die tatsächlichen Maßnahmen gegen die Umweltkrise, waren es dreißig verlorene Jahre, Jahre der Verantwortungslosigkeit – fast ohne jede Vorsorge. Allen internationalen Abkommen und Kodifikationen zum Trotz obsiegte am Ende allein das nationalistische oder individualistische Nutzenkalkül. Donald Trump, der Narziss im Oval Office, war insofern nur die folgerichtige Krönung dieser enthemmten Epoche.

Mit dem Ausbruch der Coronakrise, in Deutschland ab spätestens Mitte März 2020, und mit Donald Trumps Abwahl am 3. November 2020 ist diese 30-jährige Ära der Entgrenzung an ihr Ende gelangt. 2020 wurde zum Jahr des social distancing, der Begrenzung jeglicher Kontakte. Der Staat kehrte zurück und regierte in zuvor schier ungeahnter Weise in den privaten Bereich hinein. Und zwar – und darin liegt der große Unterschied zur Lage im Ostblock vor 1989/90 mit seinen autokratisch herrschenden Staatsparteiführern und Politbüros – zum Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger und zudem mit deren ganz überwältigender Zustimmung, aus Einsicht in die Notwendigkeit.

Nur mit Masken. Schild am Eingang einer Schule an der Bernauer Straße in Berlin 2021. (© bpb/Kulick)

Lehren aus der Coronakrise

Vor dem Hintergrund der vergangenen drei Jahrzehnte stellt sich somit die Frage, was sich aus den Erfahrungen seit den Corona-Lockdowns lernen und ableiten ließe, insbesondere von uns Deutschen.

Was heute dringend geboten erscheint, ist ein radikaler Bruch mit dem Prinzip der rein ökonomistischen Expansion, die Abkehr von den unreflektierten Dogmen des Wachstums. Aus einer Epoche der maximalen Entgrenzung seit 1989 muss eine Epoche der Begrenzung werden. Die Verzichtsfrage, die wir in diesem Jahr mit Kontakt- und auch gewisser Konsumzurückhaltung beantwortet haben, stellt sich hinsichtlich der Klimakrise noch weit grundsätzlicher. Denn die nach westlichem Muster geprägte Konsumgesellschaft ist in ihrem Wesen eine egoistische, Trumpismus im Kleinformat.

Die Frage ist, ob gegen die kulturelle Hegemonie des Hyperindividualismus das Kollektive, das Gemeinsame, das Denken an die globalen Commons in Zukunft wieder eine Chance hat. Was hat Vorrang, die Maximierung der Individualinteressen oder das Überlebensinteresse der Gattung und die Gewährleistung eines guten, nachhaltigen Lebens für alle gemäß den globalen Entwicklungszielen der UN mit ihrer Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung? Das ist die entscheidende Frage der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Mit Blick auf die Coronakrise sind bereits jetzt zwei Strategien der Krisenbewältigung erkennbar:

Erstens der konventionelle Weg, der aus den immensen Schulden durch gesteigertes Wirtschaftswachstum wieder herauswachsen will. „Einkaufen ist eine patriotische Aufgabe“, postulierte ganz in diesem Sinne Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Ende November 2020. Und der Bild-Chefredakteur sekundierte am 26.11.2020, dass es Deutschland immer am besten gegangen sei, "wenn wir unseren Glauben an eine bessere Zukunft durch Konsum ausgedrückt haben.“

Konsum wird hier – in bestechender Ehrlichkeit – zur eigentlichen und letzten nationalen Leitkultur. In diesem Denken firmiert die Impfung gegen Covid-19 als probates Allheilmittel, um dann unvermindert konsum-expansionistisch weiterzumachen. Das allerdings wäre nur die Rückkehr zum fatalen Status quo ante. Es ist eine verführerische, aber höchst gefährliche Illusion, anzunehmen, mit einem Impfstoff werde plötzlich alles wieder gut. Denn gegen die Klimakrise gibt es keine Impfung – sie bleibt Dauerherausforderung in Ost und West, aber auch Nord und Süd. Die eigentliche Frage lautet daher: Wie immunisiert sich eine Gesellschaft wirklich gegen das nächste Virus – und auch gegen das Virus der Klimakrise? Wie kommen wir heraus aus der systemischen Krise eines wachstumsgetriebenen Kapitalismus, ohne immer wieder nur den Konsum anzukurbeln und damit die Krise immer weiter zu vertiefen? Das ist die zentrale Herausforderung dieses Jahrhunderts.

Zu Tode gesiegt: Konsumismus ohne Alternative?

Der demokratische Westen verfügt derzeit offensichtlich über keine Alternative zum konsumistischen Lebensmodell, das er nach 1989/90 zum global hegemonialen gemacht hat. In gewisser Weise bewahrheitet sich damit der Spontispruch der sogenannten Wendejahre: „Der Kapitalismus hat nicht gesiegt, er ist bloß übriggeblieben.“ Man könnte angesichts von Corona noch hinzufügen: Der konsum- und wachstumsgetriebene Kapitalismus hat sich, wenn auch nicht zu Tode, so doch selbst in eine existenzielle Krise gesiegt.

Um das System tatsächlich resistent und überlebensfähig zu gestalten, ist dagegen eine völlig andere Prioritätensetzung erforderlich – mit Solidarität als dem zentralen Leitbegriff. einer der notwendigen nationalen wie globalen Leitkultur. Das wäre die zweite Strategie, die einer neuen Solidarität als nationaler wie globaler Leitkultur.

Plakat an einer Berliner Litfasssäule im Winter 2020/21 (© bpb/kulick)

Die gegenwärtige Krisenbewältigung durch Aufnahme milliardenschwerer Kredite ist dagegen nur eine – wenn auch derzeit notwendige – Politik auf Pump. Denn mit den immensen Schulden wird die Frage ihrer Begleichung bloß in die Zukunft verlagert. Was dagegen Not täte, wäre ein großer gesellschaftlicher Lastenausgleich. Denn von der Coronakrise wurde die Bevölkerung höchst asymmetrisch getroffen – die ohnehin Verletzlicheren, weil gesundheitlich und materiell Schwächeren, weit stärker als die besser Situierten.

Corona und noch mehr die Klimakrise stellen damit – so eine weitere Ironie der Geschichte – die Solidaritätsfrage just zu dem Zeitpunkt, da der vor dreißig Jahren eingeführte Solidarbeitrag für über 90 Prozent der Steuerzahler*innen ausgelaufen ist. Heute aber geht es um einen weit grundsätzlicheren Solidarbeitrag – in nationaler wie internationaler, aber auch in generationeller Hinsicht. Solidarität ist heute, mehr noch als früher, auch eine Generationenfrage. In der Corona-Krise wurde sie von der jungen Generation in ganz überwiegender Weise erbracht, zugunsten der Älteren, der Vulnerableren. Was die Klimakrise anbelangt, stellt sich die Lage dagegen genau umgekehrt dar. Hier sind die Jüngeren, allein ihrer längeren Lebenserwartung wegen die Verletzlicheren – und zutiefst abhängig von der konsumistischen Selbstbegrenzung gerade der oft gut situierten Älteren.

Weniger ein Bündnis Ost-West als vielmehr ein Bündnis Alt-Jung steht somit heute auf der Tagesordnung. Auf Grundlage der erlebten Solidarität der Jungen mit den Alten in der Coronakrise bedarf es daher nach Ansicht der Potsdamer Klimaforscherin Kira Vinke eines neuen „Generationenvertrags“, der auch die Älteren zum Handeln verpflichte. Zugunsten der Älteren hätten die Jüngeren über lange Zeit „eine hohe zivilisatorische Leistung“ erbracht, „sie verzichten auf Schulbildung, auf Universitätsbildung, auf Reisen. Das mache nun umgekehrt, zugunsten der Jüngeren, ein entsprechendes „Bündnis älterer Menschen“ notwendig, um angesichts der Klimakrise „zukunftsfähig als Gesellschaft zu werden“.

Selbstbegrenzung als Notwendigkeit

Tatsächlich wird angesichts der Klimakrise persönliche Selbstbegrenzung zum Schutz der Freiheitsrechte anderer zu einer Grundvoraussetzung der liberalen, freiheitlichen Gesellschaft. Es wäre daher ein großer Schritt in die richtige Richtung, wenn das, was in Folge von Corona an Mobilitäts- und auch an Konsumverzicht geleistet wurde, darauf überprüft würde, was davon existenziell für den Menschen ist und worauf getrost verzichtet werden kann. Diese Frage der Solidarität gilt für Individuen, aber auch für Staaten. In der Corona-Krise waren die Nationalstaaten lange Zeit primär mit sich selbst beschäftigt. Aus einem banalen Grund: Gegen die Ausbreitung eines Virus kann man nationale und sonstige räumliche Grenzen ziehen, indem man die Mobilität radikal einschränkt. Im Falle der Klimakrise ist das keine Option. CO2 kennt keine planetarischen Grenzen.

Lediglich nationale Solidarität wird daher im Kampf gegen die Klimakrise nicht reichen. Und auch im Fall der Coronakrise erwies sich der aufbrechende Impfnationalismus, passenderweise mit Großbritannien an der Spitze, als fatal. Internationale Solidarität ist also gefragt, oder pointierter gesagt: Sie muss die eigentliche neue globale Leitkultur werden. Auch weil ein bloß nationaler Kampf gegen die Erderwärmung immer wieder Trittbrettfahrer produzieren wird, die von den Maßnahmen anderer profitieren, ohne sich selbst anstrengen zu müssen – und damit das Argument der Klimawandelleugner evozieren, dass nationale Maßnahmen ohnehin nichts taugen.

Erforderlich ist daher jetzt eine große internationale Offensive zur spürbaren Begrenzung der Klimaerwärmung. Die ersten dreißig Jahre seit der Zäsur von 1989/90 wurden klimapolitisch verspielt, allen Klimaprotokollen zum Trotz, verspielt; die nächsten dreißig Jahre darf sich dies auf keinen Fall wiederholen, bei Strafe einer irreversiblen Zerstörung der Atmosphäre.

Die Coronakrise bietet – allen Kontaktverboten und -beschränkungen zum Trotz – die Chance, dieses Land und die Welt politisch wieder näher zusammenrücken zu lassen. Entscheidend wird sein, welche Konsequenzen aus den Ausnahmejahren 2020 und 2021 gezogen werden. Entweder, wir betreiben eine Politik der Prävention wie der Resilienz und ergreifen Maßnahmen der Vorbeugung – oder die nationale wie internationale Gemeinschaft erweist sich als unbelehrbar und setzt ihren verhängnisvollen Konsumpfad unbeirrbar fort.

Schild im Fenster eines Berliner Restaurants während des Corona-Lockdowns im März 2021 (© bpb/kulick)

„Lost“, verloren, hieß das Jugendwort des Coronajahres 2020. Nun wird sich erweisen müssen, ob diese Ausnahmezeit tatsächlich ein verlorenes Jahr war – oder aber der Beginn eines anderen Entwicklungspfades, der nicht nur Deutschland ein ganzes Stück weiter vereinigt, als zusammengewachsene Verantwortungsgemeinschaft. Noch ist nicht ausgemacht, ob 2020 und 2021 nur die anni horribili mit zahllosen Coronatoten sein werden, oder vielleicht doch – die Hoffnung stirbt zuletzt – der Aufbruch zu einer nationalen und globalen Wende zum Besseren.

Zitierweise: Albrecht von Lucke, "30 Jahre später – der andere Bruch“, in: Deutschland Archiv, 22.03.2021, Link: www.bpb.de/328948. Der Text ist ein Vorabdruck aus dem Band 10676 in der Schriftenreihe der bpb "Abbruch, Umbruch, Aufbruch. Ostdeutschlands Weg seit 1989", der Ende Mai 2021 erscheint, eine Bestandsaufnahme der Transformation Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren.

Ergänzend:

- Eine Betrachtung aus dem Mai 2020 von Martin Sabrow über Corona und die Folgen: Externer Link: Geschichte im Ausnahmezustand

- Externer Link: Ein "Laboratorium der Demokratie". Ein Interview mit dem Soziologen Steffen Mau. Deutschland Archiv vom 16.4.2021.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Noch weniger zur Kenntnis genommen wurde, dass Anfang Dezember 2020 nach knapp 18-monatiger Beratungszeit die Fachleute-Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ ihren aufwändig erstellten Abschlussbericht vorstellte, der u.a. dazu rät, wieder mehr „innerdeutsche Gespräche“ zu führen, ein „Zukunftszentrum für europäische Transformation und Deutsche Einheit“ einzusetzen und „in würdiger Erinnerung an die Demonstration 1989 in Leipzig“ den 9. Oktober als „Tag der Demokratie“ zu feiern. Auch dass sich am 17. März 2021 noch einmal das Bundeskabinett damit befasst hat, war bislang nirgendwo zu lesen (vgl. Tagesordnung der Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/bundeskanzleramt/kabinettssitzungen/themen-im-bundeskabinett-ergebnisse-1877668, Zugriff am 19.2.2021)

  2. Angela Merkel auf der Bundespressekonferenz vom 28.8.2020, https://www.dw.com/de/merkel-das-virus-ist-eine-demokratische-zumutung/a-54729946, letzter Zugriff am 2.2.2021.

  3. Vgl. das Interview mit Peter Altmaier, in: „Bild“, 26.11.2020, in Bild online am 25.11.2020, https://www.bild.de/bild-plus/politik/inland/politik-inland/minister-peter-altmaier-einkaufen-ist-eine-patriotische-aufgabe-74139776,view=conversionToLogin.bild.html, letzter Zugriff am 5.3.2021.

  4. „Wir sind sehr verwundbar. Die Forscherin Kira Vinke sieht Covid-19 als Test für die Bewältigung der Klimakrise“, in: „Berliner Zeitung“, 6.2.2021, online am 5.2.21 unter https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/es-kann-nicht-sein-dass-fakten-infrage-gestellt-werden-li.137232?pid=true, letzter Zugriff am 19.3.2021.

Albrecht von Lucke ist Publizist, Jurist und Politologe und Redakteur der Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.