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Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Zwischen Grenzen und Paragraphen, Ablehnung und Anerkennung

Christoph Lorke

/ 17 Minuten zu lesen

Der Artikel ergründet die Bedeutung und die Wahrnehmung deutsch-ausländischer Eheschließungen und Paarbeziehungen in der Bundesrepublik in historischer Perspektive. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Zeit seit den 1960er-Jahren, denn seither haben diese Beziehungen einen wichtigeren Stellenwert. Im Fokus steht neben quantitativen Entwicklungen, wie diese Paare von Institutionen und Gesellschaft wahrgenommen worden sind und welche Problematiken sich für die Paare selbst ergeben haben.

Titelbildausschnitt des Heftes von Walter Becker "Ehen mit Ausländern" aus dem Jahr 1965. (© Urheber unbekannt)

Der Beitrag beleuchtet die Schwierigkeiten, mit denen Paare und Familien in der Bundesrepublik konfrontiert sein konnten, die als interkulturell oder bikulturell, binational oder interethnisch bezeichnet werden können – Beziehungen also, bei denen die Partner unterschiedliche ethnische und nationale Herkünfte aufwiesen. Eine solche Perspektive konzentriert sich auf die unmittelbaren Auswirkungen der Anwesenheit von Tausenden von Arbeiterinnen und Arbeitern, Studierenden, Wissenschaftlern und sonstigen Migranten, die in der "alten" Bundesrepublik und im wiedervereinigten Deutschland kurzzeitig oder längerfristig ein Zuhause gefunden hatten. Damit werden die vielfältigen individuellen und gesellschaftlichen Folgen und zugleich globalgeschichtliche, transnationale sowie transkulturelle Einflüsse auf die Bundesrepublik beleuchtet. Dadurch wird es möglich, die Bedeutung des exogamen Heiratsverhaltens – hier konkret: dem Herausheiraten aus der eigenen ethnischen Herkunftsgruppe – nachzuzeichnen, um auf diese Weise Transformationsprozesse der westdeutschen Gesellschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erforschen zu können. Dafür werden in einem ersten Schritt verschiedene zahlenmäßige Entwicklungen vorgestellt und diskutiert, ehe einige der daraus resultierenden Debatten präsentiert werden. Diese wiederum verraten einiges über den Umgang mit "Fremdheit" im Allgemeinen – aber auch über bundesdeutsche Anpassungs- und Lernprozesse.

Statistisches

Der Blick auf die Quantitäten verrät etwas über historisch gewachsene Muster der Partnerwahl und ihre Wandlungen im Verlauf der Zeit. In der Bundesrepublik nahm die Anzahl binationaler Ehen stetig zu. Waren es in absoluten Zahlen zu Beginn der 1950er-Jahre mehr als 10.000 binationale Eheschließungen jährlich, wurde die 20.000-Marke im Jahr 1967 und die Zahl von 30.000 solcher Eheschließungen im Jahr 1988 überschritten. Es ist vor allem der relative Anteil binationaler Eheschließungen unter der Gesamtzahl von Heiraten, der kontinuierlich anstieg.

Diese stetig wachsenden Zahlen spiegeln umfassende migrationshistorische Dynamiken und Kontexte, die nur stichpunkthaft umrissen werden können: Nachkriegs- und Besatzungszeit, wirtschaftlicher Aufschwung, Arbeitskräftemangel, Anwerbeabkommen und Beginn einer bemerkenswerten Arbeitsmigration, vorrangig aus dem katholisch geprägten Süden Europas sowie der Türkei, Verdopplung der ausländischen Wohnbevölkerung im Zeitraum von 1968 bis 1973 auf fast vier Millionen, Anwerbestopp im selben Jahr, Rückkehrhilfegesetz 1983 und steigende Zahlen von Asylbewerbern, Deutsche Einheit, Zusammenbruch des sogenannten Ostblocks und die Kriege im zerfallenden Jugoslawien.

Anhand dieser Quantitäten lassen sich verschiedene Entwicklungen ablesen: Deutlich wird zunächst eine markante Lockerung des sogenannten Endogamiegebotes: Es war im Laufe der Zeit immer weniger üblich, dass ein deutscher Staatsangehöriger mit einer deutschen Staatsangehörigen den Gang zum Standesamt antrat, was ein Schwinden von Zwängen und eine Individualisierung der Partnerwahl bezeugt. Die beständige Zunahme binationaler Ehen im Verhältnis zur Gesamtzahl von Eheschließungen ist zwar partiell auch mit deren Rückgang in der Bundesrepublik insgesamt zu erklären; dennoch ist der hier zu beobachtende Trend durchaus bemerkenswert. Schon Ende der 1980er-Jahre war knapp jede zehnte auf einem bundesdeutschen Standesamt geschlossene Ehe eine binationale mit deutscher Beteiligung.

Diese Tendenz ist allerdings kaum für das gesamte Bundesgebiet gleichermaßen zu erkennen; vielmehr sind massive regionale Schwankungen und insbesondere Stadt-Land-Unterschiede zu vermerken, die wiederum durch unterschiedliche lokale Konzentrationen einzelner Nationalitäten in bestimmten Gegenden zu begründen ist. In Großstädten wie West-Berlin oder Frankfurt am Main war Ende der 1980er-Jahre jede fünfte Ehe eine binationale mit deutscher Beteiligung. Damit lagen diese Zahlen, ähnlich auch in Städten wie München, Stuttgart oder Hamburg weit über dem Bundesdurchschnitt. In eher ländlich geprägten, wenig verstädterten sowie kaum industrialisierten Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, aber auch Niedersachsen oder Schleswig-Holstein, wurden jene Verehelichungen hingegen weit seltener gezählt.

Verschiebungen lassen sich darüber hinaus auch bei der geschlechtlichen Verteilung erkennen. Geschlecht ist ein fundamentales Strukturprinzip von Migration, und zwar bezogen auf den Arbeitsmarkt, aber nicht zuletzt auch auf Vorbehalte und Ängste, die durch die Wanderung und die Präsenz von "fremden" Männern beziehungsweise Frauen ausgelöst werden können und konnten. Aufschlussreich ist daher ein Blick auf den Anteil ausländischer Männer unter allen binationalen Eheschließungen und die Veränderungen der Verhältniszahl. Zunächst und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren insbesondere Soldaten der Besatzungsmächte und später männliche Arbeitsmigranten Ehegatten von deutschen Frauen. Dieser Umstand verweist auf die erhebliche Knappheit an männlichen Bewerbern nach Kriegsende insgesamt, aber auch auf die unausgeglichenen Geschlechterproportionen bei der ausländischen Bevölkerung – denn es waren vor allem männliche "Gastarbeiter", die in die Bundesrepublik kamen. Dieser eindeutige Trend zum "Herausheiraten" von deutschen Frauen im Vergleich zu deutschen Männern änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Seit den ausgehenden 1980er-Jahren ist eine deutliche Verschiebung zu erkennen, denn seither heiraten auch deutlich mehr deutsche Männer nichtdeutsche Frauen.

Dabei ist die Partnerwahl niemals völlig willkürlich oder zufällig, sondern unterliegt stets einem Set von Regeln und Restriktionen. Sie ist hochgradig abhängig von Opportunitätsstrukturen und der Heiratsneigung Einzelner, die wiederum durch kulturell-soziale Faktoren und individuelle Partnerwahlpräferenzen strukturiert wird oder auch Barrieren bildet. Dazu gehört etwa das sozial imaginierte Prestige der Herkunftskultur des "fremden" Partners beziehungsweise der "fremden" Partnerin und die daraus resultierende wahrgenommene kulturelle Nähe oder Distanz derselben.

Für die Geschichte der Bundesrepublik ist eine zunehmende Diversifizierung bei der Verteilung der Herkunftsländer abzulesen, die wiederum geschlechtsspezifisch zu differenzieren ist und markante Unterschiede offenlegt: Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit (Bundesrepublik) bevorzugten, nachdem viele Jahre erst Österreicherinnen und danach Jugoslawinnen an der Spitze unter den nichtdeutschen Heiratspartnerinnen rangierten, bald andere Herkunftsländer. Besonders auffällig ist ein regelrechter Boom von Heiraten mit Frauen von den Philippinen und aus Thailand seit dem Ende der 1970er-Jahre. Eine zunehmend wichtige Bedeutung als Ehepartnerinnen nahmen außerdem Frauen aus Osteuropa ein, vor allem aus Polen, und zwar seit den 1980er-Jahren und noch einmal verstärkt nach dem Ende des "real existierenden Sozialismus".

Noch deutlicher wird die Akzentverschiebung, wenn man nur die prozentuale Verteilung der jeweiligen Ehepartner betrachtet, und zwar unter allen binationalen Eheschließungen. Diese relative Dimension hilft dabei, die Veränderungen auf dem bundesdeutschen Heiratsmarkt aus Sicht der Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit kenntlich zu machen: Heiratete ein solcher Mann in den frühen 1960er-Jahren eine nichtdeutsche Frau, war jede fünfte davon eine Italienerin, Spanierin oder Griechin; diese Spitzenposition nahm gut zehn Jahre später Jugoslawien ein.

Bei westdeutschen Frauen sah das Bild wesentlich anders aus. Der Bedeutungsrückgang von Ehepartnern aus Großbritannien und den USA – 1962 war noch fast ein Viertel aller Ausländer-Heiraten deutscher Frauen eine mit einem Soldaten aus einem der jeweiligen Länder, 1975 betrug der Anteil nur noch 5 Prozent – stand einem gleichzeitig auffallenden Anstieg von Ehepartnern aus der Türkei oder nordafrikanischen Ländern gegenüber.

Auch hier offenbart die relative Verteilung markante Verschiebungen im Laufe der Jahre – und diese Verschiebungen wiederum strukturierte auch unterschiedliche Diskurse rund um das Phänomen der binationalen und interkulturellen Eheschließungen, die sich aus solchen Entwicklungen am Heiratsmarkt ergaben.

Ablehnung und Delegitimierung, Versuche der Regulierung, Prävention und Kontrollierung

Für nicht wenige der zeitgenössischen Beobachterinnen und Beobachter wurde die geschilderte Aufweichung endogamer Heiratspraktiken skeptisch betrachtet oder gar offen abgelehnt – denn bei diesen Eheschließungen handelte es sich, von einem auf Tradition fokussierten Standpunkt betrachtet, um eine von der Norm abweichende Paarbeziehung. Mit einem Blick auf die mannigfachen Widersprüche, Ablehnungsmodi und Regulierungsansprüche, mit denen die besagten Paare konfrontiert sein konnten, geraten die politischen, rechtlichen und allen voran kulturellen wie mentalitätsgeschichtlichen Normen in den Blick, die den Grad von Akzeptanz oder Ablehnung dieser Paarbeziehungen kennzeichneten.

Kontinuitäten, die von der Bundesrepublik in die Zeit vor 1945 zurückreichen, sind zum einen in der administrativen Praxis gegenüber ausländischen Ehebewerberinnen und Ehebewerbern auszumachen. Im April 1953 wurde der zunächst noch gültige Passus aus dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913, wonach die deutsche Frau bei einer Eheschließung mit einem Nichtdeutschen ihre deutsche Staatsangehörigkeit verlor, aufgehoben. Dies stellt zwar eine erhebliche Verbesserung für die beteiligten Frauen dar, verweist aber auf geschlechtsspezifisch interessante privatrechtliche Entwicklungen; außerdem ging mit diesem Zugewinn an weiblicher Selbstbestimmung keineswegs ein sofortiger Abbau tradierter Vorbehalte bei "fremden" Heiratspartnern aus bestimmten Herkunftsländern einher.

Abgesehen von Ablehnungen und Vorbehalten auf familiärer Ebene, waren es vor allem die institutionellen Imaginationen und Narrationen über außereuropäische Männer, die die innerbehördlichen Diskurse und Wahrnehmungen maßgebend strukturierten. Zentral war dabei die Figur des "Mohammedaners" als anschauliches Beispiel für eine vorherrschende Angst vor dem "anderen Mann". Noch Ende der 1950er-Jahre wurde auf verschiedenen Ebenen im Lichte der stetig wachsenden Zahl von muslimischen Verlobten eine umfassende Vorbeugung angemahnt. Diese sollte etwa durch das Bundesamt für Auswanderung, Eheberatungsstellen, Standesämter oder kirchliche Beratungsstellen umgesetzt werden und wurde mit "Unterschiede[n] in der Rasse, der religiösen Lebensauffassung und ganz besonders" mit der "vollkommen andere[n] Art des Familienlebens" begründet. Die Diskrepanzen zwischen den Heiratspartnern wurden als "so schwerlich" eingeschätzt, "dass sich deutsche Frauen nur nach eingehender Prüfung sämtlicher Umstände zu einer solchen Ehe entschließen sollten", folgerte etwa die bundesdeutsche Botschaft in Kairo. Daneben klingen in den Akten immer wieder Verweise auf angeblich tatsächlich gemachte Erfahrungen an, die sich allerdings unverhohlen auf Beobachtungen des Privatrechtlers Ernst Brandis aus dem Jahr 1931 bezogen – und dies ein gutes Vierteljahrhundert später und ungeachtet (oder in geflissentlichem Ausblenden) der nationalsozialistischen Exklusionspolitik. Von derartigen früheren Einschätzungen ausgehend wurde für solche Heiratsgesuche immer der Abschluss eines Ehevertrages angemahnt, da die damaligen "Gefahren" weiterhin als aktuell eingeschätzt wurden.

Diese Episoden belegen exemplarisch Überhänge bei der Bewertung solcher Ehevorhaben, die nicht selten pauschalisierend artikuliert wurden – denn ähnliches lässt sich auch für die 1960er-Jahre erkennen, wenn vor einer Eheschließung mit ausländischen Arbeitern und Studenten aus Südeuropa und aus den "außereuropäischen Entwicklungsländern" die Beteiligten "deutlich gewarnt werden" müssten, so ein Jurist vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.

Allen voran waren es kirchliche Vertreter, die wiederholt und dezidiert von diesen Ehen abrieten. Solchen Vorhaben läge allenfalls Naivität, "exotischer Zauber" oder eine "Jungmädchenschwärmerei" zugrunde, urteilten die einen, während andere von "Abenteuerlust" und "Erlebnisfreude", dem gefährlichen "Reiz des Fremden und Exotischen" oder "Märchenprinzen" sprachen, denen– so die wiederum überaus degradierende Behauptung – "Mädchen meist aus unteren sozialen Schichten" verfallen würden. Diese Ausführungen wurden häufig mit paternalistischen Mahnrufen an die Eltern und einem dezidierten Bemühen um Aufklärung verknüpft, wobei unumwunden vor Heiraten mit "Fremdvölkischen" beziehungsweise vor "Rassenverschiedenheit" gewarnt wurde. Letztlich wurde hier ein Bild von zum Scheitern verurteilter Ehen gezeichnet, wodurch man sich eine abschreckende Wirkung erhoffte. Insbesondere mit Männern aus Afrika oder Asien ginge die Mehrzahl der "deutschen Mädchen" – so die übliche verniedlichende und somit abwertende Bezeichnung – "nach allen Beobachtungen zu Grunde", schloss das Kirchliche Außenamt der Evangelischen Kirche im Jahr 1967.

Solche ablehnenden Einschätzungen von einflussreicher Stelle hielten sich auch in den Folgejahren, oftmals gepaart mit Abwertungen der beteiligten deutschen Frauen; beispielsweise auch bei Friedrich Minning, dem damals leitenden Regierungsdirektor beim Bundesamt für Auswanderung, der Anfang der 1970er-Jahre wie folgt zitiert wurde: "Eingefangen vom Reiz des Fremdartigen, halten sie Wunschbilder für Realitäten. Das den meisten Orientalen wesenseigene höfliche, aufmerksame Verhalten wirkt faszinierend und begründet in ihren Partnerinnen gleichzeitig die Überzeugung, daß ihre gegenseitige Liebe auch in Zukunft alle Hindernisse überwinden werde – ein, wie man weiß, im allgemeinen gefährlicher Irrtum".

Solche Warnungen mögen verwundern, zumal Ehen deutscher Frauen mit ausländischen Männern, wie die obigen Zahlen belegen, längst Realität waren. Nicht wenige Standesbeamte sahen sich vermutlich dazu angehalten, bei Eheschließungen vor allem mit "Orientalen, Andersgläubigen und Fremdstaatigen an das alte Sprichwort zu erinnern: Drum prüfe, wer sich ewig bindet!" Ob dieses in einer Handreichung aus den mittleren 1960er-Jahren formulierte Vorgehen flächendeckend Anwendung fand oder vielmehr Wunschdenken Einzelner war, kann nicht eruiert werden – ein reserviertes standesamtliches Tun bei der Konfrontation mit diesen Ehegesuchen wenigstens in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten scheint durchaus üblich gewesen zu sein, wobei sich die tendenzielle Skepsis mitunter auf die deutschen Partnerinnen übertragen konnte, was wiederum intersektionell zu lesen ist und demnach stark von der Herkunft und der sozialen Stellung des ausländischen Mannes abhängt.

Noch in den 1980er-Jahren findet sich der –ebenfalls pauschalisierende – Vorwurf betroffener Paare, die deutsche Verwaltungsbürokratie sei geprägt von Vorurteilen, Rassismus und Sexismus sowie Fremden- und Frauenfeindlichkeit, was im Umgang mit binationalen und interkulturellen Paare und fehlender Neutralität der Beamten zum Ausdruck komme. So überraschen auch die Proteste gegen eine "Arbeitshilfe" des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 1983 kaum: Diese Handreichung löste aufgrund der Zielvorgabe, den Abschluss einer solchen Eheschließung möglichst zu verhindern, heftigen Protest aus und wurde als generalisierende Diffamierung dieser Ehen eingeschätzt – denn hier wurde wiederum die argumentative, tradierte Trias aus Polygamie, Gewalt beziehungsweise patriarchalischer Strukturen und möglicher Verstoßung samt massiven Probleme im Falle einer Ehescheidung bemüht. Dadurch wurde aus Sicht der Kritiker einer Verzeitlichung kultureller Differenz Vorschub geleistet: ein angeblich rückständiger bis vormoderner Islam versus ein aufgeklärt-progressiver westlicher "Kulturkreis".

Mit den Ehescheidungen als Argument ist eine weitere wichtige Facette angesprochen: Entgegen der ablehnenden Stimmen bezüglich eines zwangsläufigen Scheiterns solcher Beziehungen waren binationale Ehen stabiler als Ehen zwischen deutschen Staatsangehörigen, wenigstens was die Zahl der Scheidungen anbelangt: Als im Jahr 1983 27,5 Prozent aller bundesdeutschen Ehen geschieden wurden, waren es "nur" 19 Prozent der binationalen. Dabei waren die Scheidungszahlen bei der Konstellation deutsche Frau/ausländischer Mann zwar geringfügig höher als im Bundesschnitt, doch lagen diese im umgekehrten Fall deutlich darunter.

Die (In-)Stabilität der Ehen als Argument: Während binational verheiratete Frauen und Männer deren höhere Beständigkeit betonten, sahen das andere völlig anders. Einen Schub erhielt ein von Islamophobie unterlegtes Scheiterungsnarrativ durch Betty Mahmoodys "Nicht ohne meine Tochter", ein später verfilmtes Buch aus dem Jahr 1987, das in der Bundesrepublik rasch Bestseller wurde und von der achtzehnmonatigen Gefangenschaft einer Frau berichtet, die einen iranischen Arzt ehelichte, der sich während eines Aufenthalts in Teheran als Tyrann entpuppt. Es handelte sich dabei um ein rückblickend hoch problematisches Werk, das mit kulturellen Stereotypen und mit klassischen Bildern des "Orients" spielte – und dadurch wiederum die gängigen Ehe-Deutungen unter muslimischer Beteiligung reproduzierte.

Scheinehen-Vorwürfe und eigen-sinnige Entgegnungen

Pläne zu einer Eheschließung zwischen deutschen und nichtdeutschen Staatsangehörigen waren zwar keineswegs per se, aber doch zu bestimmten Zeiten und bei unterschiedlichen Paarkonstellationen von Skepsis, Ablehnung und Zurückweisung begleitet. Mit den ausgehenden 1970er-Jahren rückte angesichts steigender Zahlen von Migrantinnen und Migranten und wachsenden Zahlen von "Ausländerehen" mit der Debatte um die Papier-, Zweck- oder Scheinehe ein nicht neues Phänomen in den medialen, politischen und juristischen Blick. Denn eine Eheschließung mit einer beziehungsweise einem deutschen Staatsangehörigen bot ökonomische, politische und rechtliche Vorzüge wie die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis oder ein erhöhter Ausweisungsschutz, anders als in einer nicht eingetragenen Partnerschaft, die immer Rechtsunsicherheit nach sich zog. Dass die Aufenthaltserlaubnis für Männer aus Afrika nur selten erteilt wurde, war nicht neu, wurde diese doch als Bedrohung des "inneren Gefüges des deutschen Staatsvolkes" beurteilt, so das Oberverwaltungsgericht Berlin 1972.

Zu Beginn der 1980er-Jahre kam aber zu dieser ablehnenden Rechtspraxis der zunehmende Wunsch deutscher Frauen, Männer aus Afrika und Asien zu ehelichen – und viele von ihnen sahen sich schon bald mit einem latenten Missbrauchs-Argument konfrontiert; wiederum gewiss nicht bundesweit, aber doch an exponierter Stelle, nämlich in West-Berlin. Hier führte in den Jahren 1981 und 1982 ein vom dortigen Innensenator in Auftrag gegebenes und durch das Ausländerreferat der Polizeibehörde durchgeführte Ermittlungsersuchen zu dem Ergebnis, dass in 1.088 von 1.625 untersuchten Fällen – folglich zwei Drittel – eine "Zweckverbindung" festgestellt wurde. Lag dieser Anteil bei Beteiligung türkischer Staatsangehöriger bei 68,3 Prozent, wurde er bei afrikanischen Männern gar auf 95 Prozent taxiert – erschreckend hohe Zahlen, weshalb den Berliner Standesbeamten empfohlen wurde, a priori ihre Mitwirkung bei solchen Eheschließungen abzulehnen, wenn ausreichende Anhaltspunkte allein für die Erlangung einer Aufenthaltserlaubnis vorlagen. Das Bundesjustizministerium bestätigte dieses Herangehen, indem Standesbeamte zu einer Ablehnung bei entsprechenden Verdachtsfällen ermutigt wurden. Der zunehmende politische Druck führte gar dazu, dass vereinzelt Forderungen nach einem Eheaufhebungstatbestand erhoben wurden.

Das Thema wurde in jenen Jahren auch medial überaus breit verarbeitet. Hohe Wellen schlugen in diesem Zusammenhang insbesondere solche Berichte, wonach Männer aus afrikanischen Herkunftsstaaten Prostituierte ehelichten, um dauerhaft in Deutschland bleiben zu können. Demgegenüber standen Artikel über die sogenannten Katalogehen, also zwielichtige Heiratsagenturen, die für westdeutsche Männer vor allem südostasiatische Ehepartnerinnen zu vermitteln versuchten und somit ein "Nebenprodukt" der heiratsmarktlichen Entwicklungen waren. Zwar kam in diesen Medienbeiträgen immer wieder auch das Thema Frauenhandel auf; eine Vielzahl hiervon allerdings war gekennzeichnet von einem eher verharmlosend-exotisierenden Duktus. Dies unterstreicht abermals eine markante geschlechtsspezifische Differenz bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Sexualität.

Nur andeutungsweise ist hier Platz für Reaktionen und Entgegnungen Betroffener. Die puren Zahlen deuten es an: Es waren Tausende Paare, die trotz der geschilderten administrativen, gesellschafts- und symbolpolitischen Barrieren ungeachtet familiärer, behördlicher oder sozialer Hindernisse ihre Ehepläne geltend machen konnten. Dieser Umstand verweist auf die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten intimer Beziehungen und Individualisierungsdynamiken. Maßgeblich unterstützt wurde diese Entwicklung und die Sichtbarmachtung der Rechte dieser Paare durch die im Jahr 1972 gegründete "IAF", die Interessensgemeinschaft für mit Ausländern verheiraten Frauen, die Vorgängerinstitution des heutigen Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften. Der Verein bot seinen Mitgliedern und Ratsuchenden Hilfe zur Selbsthilfe bei juristischen, kulturellen, sozialen und psychologischen Anliegen, ferner juristische Hilfe, zum Beispiel bei Ausweisungen oder Kindesentführungen. Den Betroffenen verschaffte er eine Öffentlichkeit und war bestrebt, Fragen und Nöte wie zu Scheinehen – aus Sicht der Aktivistinnen und Aktivisten ein Eingriff in die Grundrechte und unzulässige Kriminalisierung – bundesweit anzugehen. Gleichzeitig bettete die IAF jene Fragen in umfassendere ausländerrechtliche Debatten ein, beklagte institutionelle Verzögerungstaktiken, Diskriminierungen, etwa auf dem Wohnungsmarkt oder bei der Stellensuche sowie in Alltagssituationen – und sensibilisierte gleichzeitig dafür, dass jene Diskriminierung häufig auf die weibliche Partnerin übertragen wurde, wodurch diese mitsamt den gemeinsamen Kindern zu Fremden im eigenen Land zu werden drohte. Mit diesen Initiativen beförderte die IAF eine zunehmend normalisierte Sicht auf diese Familien – was keineswegs heißt, dass dieses Engagement heutzutage nicht mehr nötig wäre.

Schlussbemerkungen

Der Blick auf binationale und interkulturelle Eheschließungen verrät weit mehr über die Gesellschaft als solches: Hieran lassen sich umfassende Wandlungsprozesse ablesen, ob bezogen auf Fragen der Migration, des Sozialen und des Rechtlichen, des Familiären oder Alltäglichen. Illiberale Kontinuitäten sind in der administrativen Praxis und in der Wahrnehmung politischer, institutioneller oder kirchlicher Vertreter gegenüber bestimmten nichtdeutschen Ehebewerbern nach Kriegsende zunächst kaum zu übersehen und stehen in einer längeren Linie: Sie verweisen auf Kontinuitäten in der Wahrnehmung, die Beharrlichkeit von Ausgrenzungsnarrativen und vorhandenen Wissensordnungen samt längerfristigen sexualpolitischen Aufladungen. Dazu gehörte prominent der pauschal daherkommende Verdacht auf Scheinehen, der im Zuge neuer Migrationsbewegungen und partner- beziehungsweise heiratsmarktlicher Entwicklungen in den 1980er-Jahren einen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

Gleichwohl büßten diese überkommen-ablehnenden Herangehensweisen im Laufe der Jahre an Bedeutung ein (ohne gänzlich zu verschwinden); zugleich ist eine gewisse Normalisierung im Umgang mit solchen Ehevorhaben erkennbar. Dafür stehen die eingangs angeführten statistischen Entwicklungen, die eine deutliche Ausweitung und Ausdifferenzierung partnerschaftlicher Strukturen hierzulande spiegeln. Diese Akzentverschiebungen kennzeichnen einen bemerkenswerten Wandel der Paarbeziehung und Eheschließungen in der Bundesrepublik. Dieser lässt vermuten, dass eine Erweiterung des Partnermarktes immer auch einen allmählich veränderten Umgang mit dem "Anderen" und somit bei der Aushandlung übergreifender Fragen – wie die Verhandlung von Zugehörigkeit – befördern mag.

Zitierweise: Christoph Lorke, "Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik – Zwischen Grenzen und Paragraphen, Ablehnung und Anerkennung", in: Deutschland Archiv, 20.10.2021, Link: www.bpb.de/342258

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Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. bspw. Jos de Haan/Wilfred Uunk, Kulturelle Ähnlichkeiten zwischen Ehepartnern. Der Einfluss von Partnerwahl, Restriktionen und gegenseitiger Beeinflussung, in: Thomas Klein (Hg.), Partnerwahl und Heiratsmuster. Sozialstrukturelle Voraussetzungen für die Liebe, Opladen 2001, S. 77-97.

  2. Botschaft der Bundesrepublik in Kairo an das Auswärtige Amt, 17.7.1957, BArch, B 141/49488, Bd. 1.

  3. Hessisches Innenministerium an das Bundesjustizministerium, 21.9.1957, BArch, B 141/49488, Bd. 1.

  4. Paul Heinrich Neuhaus, Eheliche und außereheliche Verbindungen deutscher Frauen mit ausländischen Arbeitern oder Studenten, in: Das Standesamt 14 (1961), S. 136–140, S. 140.

  5. Julia Woesthoff, "When I Marry a Mohammedan": Migration and the Challenges of Interethnic Marriages in Post-War Germany, in: Contemporary European History 22 (2013), 2, S. 199–231.

  6. Württembergischer Landesverein der Freundinnen junger Mädchen, in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Öffentlichkeitsdienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (Hg.), Ehe im Orient, Stuttgart 1960, S. 3; 6.

  7. Walter Becker, Ehen mit Ausländern, Hamm 1965, S. 4; 12; 17

  8. Evangelische Kirche in Deutschland – Kirchliches Außenamt, 19. Konferenz für Ausländerfragen, 13.1.1967, PAA, B 92/339.

  9. Ute B. Fröhlich, Deutsche Frauen im Orient, in: General-Anzeiger 30.12.1972.

  10. Becker, Ehen mit Ausländern (Anm. 7), S. 9.

  11. K. Schramm/W. Steuer, Ehen zwischen deutschen und ausländischen Arbeitnehmern. Sozialkritische Erhebungen aus dem Bereich des Gesundheitsamtes, in: Der öffentliche Gesundheitsdienst 25 (1965), 12, S. 487–493.

  12. Inci Nesteren, Die Voreingenommenheit der Bürokratie gegenüber binationalen Eheschließungen, Frankfurt/Main 1985, S. 11.

  13. Werner Wanzura/Adel Theodor Khoury/A. Frage-Rüther, Ehen zwischen Katholiken und Moslems in Deutschland. Handreichung, Köln 1983. Vgl. für die Proteste das Schreiben "Ausländer – Arbeitsheft der Reihe 'Themen für Lokaljournalisten, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung'", Bundesjustizministerium, 18.4.1983, BArch, B 141/424066, Bd. 13.

  14. Ddp: Deutsch-ausländische Ehen halten besser als Ehen unter Deutschen, 27.12.1983.

  15. Anne-Kathrin Reulecke, "Die Befreiung aus dem Serail". Betty Mahmoodys Roman "Nicht ohne meine Tochter", in: Feministische Studien 2 (1991), S. 8–20.

  16. Siegfried Stange, Die aufenthaltsrechtliche Stellung der Fremden in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Ehe und Familie, Frankfurt am Main 1973, S. 74–76.

  17. Senator für Inneres Berlin an das Bundesinnenministerium: Ermittlungen wegen des Verdachts von Zweckehen zwischen deutschen und ausländischen Staatsangehörigen, 23.11.1982, Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, NW 760 Nr. 174.

  18. Vermerk im Bundesjustizministerium, Scheinehen von Ausländern, um deren Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland zu ermöglichen, 8.10.1981, BArch, B 141/424066, Bd. 13.

  19. Vgl. nur exemplarisch: Bis zu 5000 Mark für eine deutsche Frau. Ausländer suchten Aufenthalt zunehmend durch Scheinehen zu "retten", in: FAZ, 7.5.1977.

  20. Vgl. zu diesem Sachverhalt die zeitgenössische Dokumentation in: VIA – Verband der Initiativgruppe in der Ausländerarbeit, Regionalverband Nord (Hg.), Frau als Ware. Frauenhandel, Zwangsehe, Scheinehe, Hamburg 1986.

  21. Julia Woesthoff, "Foreigners and Women Have the Same Problems": Binational Marriages, Women's Grassroots Organizing, and the Quest for Legal Equality in Post-1968 Germany, Journal of Family History 38 (2013), S. 422-442.

  22. Vgl. nur Katja Perlet (Hg.), Ich liebe einen Ausländer, Hamburg 1983; IAF (Hg.), Mein Partner oder meine Partnerin kommt aus einem anderen Land. Interethnische Ehen, Familie und Partnerschaften. Ein Wegweiser für die Selbsthilfe, Frankfurt am Main 1986.

  23. Vgl. Christoph Lorke, Liebe verwalten. 'Ausländerehen' in Deutschland 1870–1945, Paderborn 2020.

Weitere Inhalte

PD Dr., forscht am Historischen Seminar der Universität Münster unter anderem zu Fragen der sozialen Ungleichheit, der Migrations-, Sozial-, Kultur- und Geschlechtergeschichte Deutschlands und Europas im 19. und 20. Jahrhundert.